Mit Drohne und Infrarotkamera Koalabären aufspüren

Bewerbungsphase für den Innovators Pitch 2020 läuft.
Smog über Neu Dehli, der für Tinte aus CO2 genutzt wird.

Mit Drohne und Infrarotkamera Koalabären aufspüren

Die Aus­tralier sind stolz auf ihre Koal­abären. Auch unter den zahlre­ichen Touris­ten sind sie beliebt. Seit den Neun­ziger­jahren hat sich der Koal­abe­stand in eini­gen Gebi­eten Aus­traliens aber um rund 80 Prozent ver­ringert, wie eine Studie des WWF angibt. Gerodete Wälder und ein fol­glich schrumpfend­er Leben­sraum, Autos, Hunde und Din­gos, aber auch Krankheit­en gefährden die Tiere. Ein Forscherteam der Queens­land Uni­ver­si­ty of Tech­nol­o­gy (QUT) in Aus­tralien hat daher eine neue Meth­ode getestet: Spezielle Drohnen sollen dabei helfen, Koala-Pop­u­la­tio­nen im Blick zu behal­ten.

Drohnen und Wärme­bild­kam­eras sind nichts Neues. Die Kom­bi­na­tion bei­der Tech­nolo­gien jedoch schon; dazu kommt außer­dem kün­stliche Intel­li­genz. Diese ist wichtig, weil das Habi­tat der Koal­abären sehr kom­plex ist. Die Tiere sitzen gerne in Euka­lyp­tus­bäu­men und sind oft durch das Blät­ter­dach verdeckt.

Wie find­et die Drohne die Koalas also? Zuerst durch­forstet sie das gesamte Are­al. Mit­tels Infrarot-Tech­nolo­gie macht die Wärme­bild­kam­era sicht­bar, was dem bloßen Auge ver­bor­gen bleibt. Ein Koal­abär wird auch im gröb­sten Dic­kicht ent­tarnt, da er Wärme abgibt. Im Ide­al­fall geht eine Drohne mor­gens auf die Suche nach Koalas, da zu diesem Zeit­punkt der Unter­schied zwis­chen kalter Luft und der Kör­per­wärme des Tieres am größten ist. Nach dem Rund­flug wer­den die gesam­melten Dat­en aus­gew­ertet. Ein kom­plex­er, lern­fähiger Algo­rith­mus unter­schei­det die Wärme­bilder der Koal­abären von denen ander­er Tiere. Kän­gu­rus, Per­so­n­en oder Autos wer­den daher nicht mit­gezählt.

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Schneller und günstiger als herkömmliche Methoden

Laut des QUT-Forschung­steams zählt eine Drohne in weni­gen Stun­den so viele Koal­abären wie ein Men­sch the­o­retisch an einem ganzen Tag. Und auch die Tre­f­fer­quote überzeugt. Getestet wur­den die Drohnen in einem Gebi­et, in dem die Koal­abären Funkhals­bän­der tru­gen. Koala­ex­perten find­et im Durch­schnitt 70 Prozent der dort ange­siedel­ten Koal­abären, die Drohne hinge­gen 86 Prozent. Den­noch soll die Drohne herkömm­liche Zäh­lungsmeth­o­d­en nicht erset­zen. Das Forscherteam will daran arbeit­en, die Vorteile bei­der Meth­o­d­en, tech­nis­ch­er und men­schlich­er Zäh­lung, zu vere­inen. Außer­dem ist es geplant, die Drohnen in weit­eren Gebi­eten Aus­traliens zu testen. Noch dazu sollen sie auch einge­set­zt wer­den, um weit­ere Tier­arten zu zählen. So kön­nten damit beispiel­sweise auch andere gefährdete Tier­arten oder natür­liche Feinde und andere Pop­u­la­tions­bedro­hun­gen aufge­spürt wer­den.

Wenn Du wis­sen willst, was Drohnen son­st noch zum Umweltschutz beitra­gen, inter­essiert Dich bes­timmt unser Text zum The­ma Drohnen für die Forstpflege.

Wofür kön­nten Drohnen noch einge­set­zt wer­den? Hin­ter­lasse uns einen Kom­men­tar!

Titelbild: QUT

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