Mit Drohne und Infrarotkamera Koalabären aufspüren

Mit Drohne und Infrarotkamera Koalabären aufspüren

Die Australier sind stolz auf ihre Koalabären. Auch unter den zahlreichen Touristen sind sie beliebt. Seit den Neunzigerjahren hat sich der Koalabestand in einigen Gebieten Australiens aber um rund 80 Prozent verringert, wie eine Studie des WWF angibt. Gerodete Wälder und ein folglich schrumpfender Lebensraum, Autos, Hunde und Dingos, aber auch Krankheiten gefährden die Tiere. Ein Forscherteam der Queensland University of Technology (QUT) in Australien hat daher eine neue Methode getestet: Spezielle Drohnen sollen dabei helfen, Koala-Populationen im Blick zu behalten.

Drohnen und Wärmebildkameras sind nichts Neues. Die Kombination beider Technologien jedoch schon; dazu kommt außerdem künstliche Intelligenz. Diese ist wichtig, weil das Habitat der Koalabären sehr komplex ist. Die Tiere sitzen gerne in Eukalyptusbäumen und sind oft durch das Blätterdach verdeckt.

Wie findet die Drohne die Koalas also? Zuerst durchforstet sie das gesamte Areal. Mittels Infrarot-Technologie macht die Wärmebildkamera sichtbar, was dem bloßen Auge verborgen bleibt. Ein Koalabär wird auch im gröbsten Dickicht enttarnt, da er Wärme abgibt. Im Idealfall geht eine Drohne morgens auf die Suche nach Koalas, da zu diesem Zeitpunkt der Unterschied zwischen kalter Luft und der Körperwärme des Tieres am größten ist. Nach dem Rundflug werden die gesammelten Daten ausgewertet. Ein komplexer, lernfähiger Algorithmus unterscheidet die Wärmebilder der Koalabären von denen anderer Tiere. Kängurus, Personen oder Autos werden daher nicht mitgezählt.

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Schneller und günstiger als herkömmliche Methoden

Laut des QUT-Forschungsteams zählt eine Drohne in wenigen Stunden so viele Koalabären wie ein Mensch theoretisch an einem ganzen Tag. Und auch die Trefferquote überzeugt. Getestet wurden die Drohnen in einem Gebiet, in dem die Koalabären Funkhalsbänder trugen. Koalaexperten findet im Durchschnitt 70 Prozent der dort angesiedelten Koalabären, die Drohne hingegen 86 Prozent. Dennoch soll die Drohne herkömmliche Zählungsmethoden nicht ersetzen. Das Forscherteam will daran arbeiten, die Vorteile beider Methoden, technischer und menschlicher Zählung, zu vereinen. Außerdem ist es geplant, die Drohnen in weiteren Gebieten Australiens zu testen. Noch dazu sollen sie auch eingesetzt werden, um weitere Tierarten zu zählen. So könnten damit beispielsweise auch andere gefährdete Tierarten oder natürliche Feinde und andere Populationsbedrohungen aufgespürt werden.

Wenn Du wissen willst, was Drohnen sonst noch zum Umweltschutz beitragen, interessiert Dich bestimmt unser Text zum Thema Drohnen für die Forstpflege.

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Titelbild: QUT

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