Working Mums bei Vodafone: Zwischen Kind, Campus und Kalender-Tetris – Kristina Klahm im Interview

Working Mums bei Vodafone: Zwischen Kind, Campus und Kalender-Tetris – Kristina Klahm im Interview

Mama sein und beruflich durchstarten – wie geht das? Wir haben eine Frau gefragt, die es wissen muss: Kristina Klahm arbeitet in der Kundenrückgewinnung bei Vodafone und ist alleinerziehende Mutter. Uns hat sie verraten, wie ihr der Spagat zwischen Beruf und Kind gelingt und warum sie es für ihre Arbeit sogar als Vorteil sieht, Mutter zu sein.   

Ist das Kind erstmal da, liegt die Karriere auf Eis – so die Befürchtung vieler Frauen mit Führungsqualitäten und Aufstiegsambitionen. Kristina Klahm beweist das genaue Gegenteil. Nach der Geburt ihres Sohnes Jasper (8) ging es für die alleinerziehende Mutter beruflich erst richtig bergauf. Seit vier Jahren koordiniert die gebürtige Rheinländerin ein fünfköpfiges Team im Bestandskundenmanagement bei Vodafone. Im Interview erzählt uns die 43-Jährige, warum sich „Kind und Karriere“ für sie wunderbar ergänzen.

Kristina, nach der Geburt Deines Sohnes hast Du Dich ziemlich schnell für eine Stelle mit Führungsverantwortung entschieden. Warum?

Vor der Geburt von Jasper war ich Projektleiterin. Für mich stand aber immer fest, dass ich mich beruflich weiterentwickeln möchte. Als mein Sohn anderthalb Jahre alt war, bekam ich ein Jobangebot als Abteilungsleiterin in Kiel. Bevor er eingeschult wurde, wollte ich aber wieder zurück ins Rheinland. Und weil ich aus der Mobilfunkbranche komme, habe ich mich bei Vodafone als Gruppenleiterin beworben. Für mich war einfach klar, dass ich beruflich keine Abstriche machen möchte, nur weil ich Mama bin.

Working Mums bei Vodafone: Interview mit Kristina Klahm

Wie bekommst Du den Alltag mit Kind und Beruf unter einen Hut?

Organisation ist natürlich alles als alleinerziehende Mutter. Der Umzug nach Düsseldorf hatte den Vorteil, dass ich mir hier von vornherein alles so einrichten konnte, wie es für mich optimal ist. Ich habe mir eine Wohnung in Campus-Nähe gesucht und brauche mit dem Fahrrad nur fünf Minuten bis zur Arbeit. Der Kindergarten war direkt gegenüber. Die Schule ist jetzt auch nur fünf Minuten entfernt. Ich kann also alles schnell mit dem Fahrrad erreichen. Das ist für mich das Wichtigste, damit das Ganze funktioniert.

Hattest Du Bedenken, dass Du es als Mutter schwerer haben könntest, Dich beruflich zu verwirklichen?

Nein, absolut nicht. Es heißt so oft, „Ich muss auf der Karriereleiter erst da und da sein, bevor ich Mutter werden kann.“ Das glaube ich nicht und lebe es auch anders. Ich sage diesen Frauen dann immer: „Ihr seid doch als Mütter keine anderen Menschen. Ihr seid dann vielleicht sogar noch viel stärker und könnt beruflich genauso viel erreichen.“

Was ist für Dich die größte Herausforderung als Mutter und Führungskraft?

Bei mir war die besondere Herausforderung, dass ich schon seit der Schwangerschaft alleinerziehend bin – und zwar zu 100 Prozent, also komplett ohne Backup. Am Anfang hatte ich einen Babysitter. Das hat aber nicht funktioniert. Als Gruppenleiterin spiele ich jeden Tag „Kalender-Tetris“, es bleibt also kein Tag wie er eigentlich war. Da konnte ich nie planen, wann ich den Babysitter brauche.

Jetzt mache ich das einfach so: Mein Sohn ist bis 16 Uhr auf einer Ganztagsschule, dreimal die Woche beim Fußball. Mit anderen Müttern habe ich Fahrgemeinschaften gebildet. An den Tagen, an denen ich dran bin, gehe ich früher von der Arbeit, hole meinen Sohn und seine Freunde ab, bringe sie nach Hause oder zum Fußball und arbeite danach von zu Hause weiter. Ich habe bei Vodafone zum Glück die Freiheit, meine Arbeitszeit flexibel einteilen zu können.

Du nutzt also öfter flexible Arbeitsmodelle wie Home Office? Würde es denn auch ohne diese Möglichkeit funktionieren?

Vodafone lässt uns generell viele Freiheiten. Das heißt aber nicht, dass ich 50 Prozent zu Hause arbeite, wie es das klassische Home-Office-Modell vorsieht. Diese Option nutze ich nur, wenn ich nachmittags private Termine habe und am Abend weiterarbeiten möchte. Und wenn Jasper mal krank ist, habe ich natürlich auch die Flexibilität, zu Hause zu arbeiten. Das ist schon ein großer Vorteil als alleinerziehende Mutter.

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Wie sieht es mit Deiner Work-Life-Balance aus?

Ich stehe jeden Morgen um halb 5 auf, setze mich auf mein Spinning-Rad und schaue meine Serie. Das ist meine kleine Insel. Abends gehe ich manchmal noch auf den Cross-Trainer, um runter zu kommen. Also das ist mein Ausgleich.

Ich glaube aber, eine klassische Work-Life-Balance habe ich nicht – und vermisse sie auch nicht. Meine Eltern waren auch immer selbstständig und hatten nie Feierabend. Vielleicht ticke ich deswegen so. Ich möchte beruflich Verantwortung tragen. Und das ist in Vollzeit am ehesten möglich. Ich muss auch zugeben, dass ich Beruf und Privates sehr oft vermische.

Empfindest Du die Doppelverantwortung als Mama und Gruppenleiterin manchmal auch als Doppelbelastung?

Das Muttersein ist halt limitiert. Ich empfinde es grundsätzlich als Plus und nicht als etwas, das mich neben dem Job zusätzlich stresst. Ich sehe es für meinen Beruf sogar als Vorteil, Mutter zu sein. Mit Job und Kind musst Du zwangsläufig ein Organisationstalent sein. Daher finde ich es auch klasse, viele Mütter in meinem Team zu haben.

Wie sieht ein typischer Wochentag bei Dir und Jasper aus? Habt Ihr gemeinsame Rituale?

Jasper ist auch ein Frühaufsteher und um 6 Uhr wach. Dann folgt das klassische Programm: Anziehen und Brote machen. Ein Ritual haben wir abends. Da erzählen wir uns gegenseitig, was das blödeste und was das schönste Erlebnis des Tages war. Hier berät mich mein Sohn mittlerweile auch schon mal mit Marketing-Tipps aus seiner kindlichen Sicht.

Ansonsten fläzen wir uns gerne zusammen aufs Sofa und gehen am Wochenende oft zum Fußball. Ich gehöre aber nicht zu den Müttern, die sagen: „Am Wochenende ist Quality-Time und dann schütte ich das komplette Paket an Aktivitäten über meinem Kind aus.“ Ich bastele zum Kindergeburtstag auch keine ägyptischen Pyramiden als Einladungskarten oder Legomännchen aus Marzipan. Irgendwo muss man ja Abstriche machen. [lacht] Ich glaube auch an die Wichtigkeit von Quantity-Time, also einfach zusammen zu Hause zu sein – auch wenn dann jeder seins macht.

Und wie findet Jasper es, dass Mama Chefin ist und viel arbeiten muss?

Mein Sohn ist ja damit groß geworden und kennt es nicht anders. Ich habe mich mittlerweile selbst etwas diszipliniert und versuche zum Beispiel, nicht mehr zu telefonieren, wenn ich Jasper abhole. Wenn Kinder von der Schule kommen, wollen sie ja erstmal ganz viel loswerden und erzählen, wie ihr Tag war. Das ist genau die halbe Stunde, die Jasper von mir braucht. Und die gebe ich ihm. Mein Job als Mutter ist es ja nicht, Glucke zu sein, sondern dass dieses Kind ein sozial kompetenter, glücklicher Mensch wird. Und das ist er.

Gibt es in Deinem Arbeitsalltag etwas, das besser laufen könnte? Was würdest Du Dir wünschen?

Weniger Kalender-Tetris! Ich bin ja auch im Frauennetzwerk von Vodafone, dem „Women for women“. Eines unserer Top-Themen ist die Terminplanung. Viele Termine bei Vodafone sind erst spät abends, ständig laufen mehrere Meetings parallel, werden verschoben und irgendwo drüber gelegt. So können Mütter – und generell alle Leute, die auch private Verantwortung haben – sehr schwer planen. Wenn ich meinen Kalender nicht täglich umstellen und mich neu organisieren würde, hätte ich regelmäßig drei Termine gleichzeitig. Natürlich hab ich als Führungskraft auch mehr Druck und mehr Termine. Aber auch für andere Mütter, mit denen ich mich austausche, wäre es hilfreich, wenn es Meeting-Regeln gäbe, also zum Beispiel „Meetings nur in der Zeit von 9 bis 15 Uhr“. Dafür haben wir bei „Women for Women“ auch eine Arbeitsgruppe und wollen bald konkrete Vorschläge einbringen.

Du bist bei „Women for Women“ also sehr aktiv. Warum ist Dir das Frauennetzwerk so wichtig?

Ich finde, bei Vodafone hat jeder Gestaltungsspielraum. Und mit dem Netzwerk nutze ich diese Chance. Bei „Women for Women“ sind viele Frauen, die echt etwas bewegen wollen. Wir überlegen uns, was gut läuft, was wir ändern möchten und wie wir es erreichen.

Richtig klasse fand ich zum Beispiel ein Frühstück mit unserer Geschäftsführerin Bettina Karsch. Sie hat sich Zeit genommen und angehört, welche Fragen und Probleme unsere Mütter in unterschiedlichen Phasen ihres Mutterseins beschäftigt haben – von der Schwangerschaft bis zum beruflichen Wiedereinstieg. Dieses Treffen hat mir persönlich viel gegeben. Bettina Karsch hat uns auch Mut zugesprochen, was die Arbeit im Home Office angeht. Nach dem Motto: „Vodafone bietet Dir diese Möglichkeit – Nutze sie!“

Und diese Freiheit nutzen ja auch viele andere Working Parents bei Vodafone. Kristina, ich danke Dir für das offene Gespräch.

Kind und Karriere – ist das für Dich ein Widerspruch? Schreib uns, ob Du für berufstätige Mütter besondere Herausforderungen siehst und welche Erfahrungen Du in Deinem Umfeld gemacht hast!

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