Tauschen, spenden, verschenken: Zweite Chance für Dein Weihnachtspräsent

Tauschen, spenden, verschenken: Zweite Chance für Dein Weihnachtspräsent

Kennst Du das? Du pfeifst seit Wochen die Titelmelodie von „Stromberg“ und klopfst augenzwinkernd „Papa“-Sprüche – unterm Weihnachtsbaum liegt dann die DVD- Collector’s-Edition-Box der „Gilmore Girls“. Was Du an Heiligabend erwartungsfroh auspackst, ist nicht immer ein Volltreffer. Damit bist Du nicht allein: Nach den Feiertagen wird munter retourniert, getauscht und weiterverkauft – mach mit und Dir selbst eine neue Freude.

Zurück ins Geschäft – nicht immer mit Erfolg

Wenn Dir unterm Weihnachtsbaum ein Paar Socken begegnen, freu Dich drüber, denn es hätte schlimmer kommen können. Manch ein Veganer lässt sich so gar nicht für Bratenschneider und Eierkocher begeistern, das Meißner Porzellan Service sieht in Deiner Männer-WG sicherlich komisch aus und mit dem Eau de Cologne haust Du sogar den stärksten Weihnachtsmann vom Schlitten.

Man holding Christmas present

Wenn es darum geht, sich von Weihnachtsgeschenken zu verabschieden, wählte im letzten Jahr jeder Zweite den Weg des größten Widerstands – nämlich zurück ins Geschäft. Allerdings sind Händler keinesfalls verpflichtet, fehlerfreie Ware zurückzunehmen, wenn im Vorfeld nicht ausdrücklich ein Umtauschrecht eingeräumt wurde. Ohne Kassenbon – wie es bei Geschenken oft der Fall ist – kommt es erst recht auf die Kulanz der Händler an. Bestimmte Präsente wie Kosmetika, Lebensmittel und geöffnete Datenträger kannst Du generell nicht mehr umtauschen. Das gilt auch für Veranstaltungstickets. Stellt sich heraus, dass Du am Comedy-Abend mit Dieter Nuhr arbeiten musst, hast Du abgesehen vom Verschenken der Eintrittskarte zwei Möglichkeiten: weiterverkaufen oder tauschen. Beides geht am besten im Netz.

Nächste Anlaufstelle Internet

Generell brummt der Online-Handel mit Weihnachtsgeschenken immer mehr. 2015 wollte jeder Vierte ab 14 Jahren die missglückten Präsente vom Weihnachtsmann im Netz weiterverkaufen. Zu den beliebtesten Plattformen zählt nach wie vor das weltweit größte Kleinanzeigen-Portal ebay. Besonders schnell und unkompliziert ist Dein Angebot mit der passenden Smartphone-App aus dem Google– oder Apple-Store im Netz.

Die DVD-Box, das PC-Spiel, CDs und andere technische Geräte kannst Du schnell und einfach bei Online-Ankaufsdiensten wie Momox zu Geld machen, die das Handeln ebenso mit entsprechenden Android- und iOS-Apps erleichtern. Allerdings liegt der Ankaufswert hier durchschnittlich bei der Hälfte des Neupreises.

Hast Du den Eierkocher nur zum Spaß doch mal ausprobiert oder bei den „Gilmore Girls“ reingeschaut, sind Gebraucht-Kauf-Portale die beste Anlaufstelle. Für gut erhaltene Wertgegenstände wie Elektrogeräte, Möbel, Kleidung und Schmuck, aber auch Sport- und Freizeitutensilien finden sich hier sicherlich Interessenten. Geöffnete und gebrauchte Weihnachtsgeschenke lassen sich auch recht erfolgreich bei digitalen Anzeigenblättern wie Zweite HandQuoka oder dhd24 zum Kauf anbieten.

Stöber und trödel Dich zu Deinem neuen Lieblingsstück

Shpock

Für Kleinartikel finden sich auf Ankaufportalen im Netz meist wenig Interessenten und der Erlös deckt kaum die Portokosten. Größere Verkaufschancen bei Büchern, DVDs und Musiksammlungen, aber auch bei Haushaltsgegenständen und Wohn-Accessoires versprechen Flohmärkte. Auch Second-Hand-Läden und lokale Trödelmärkte laden zum Stöbern ein, so dass vermeintlich „Nutzloses“ doch noch einen neuen Liebhaber oder Sammler findet. „Trödeln to go“ funktioniert unterwegs mit den Flohmarkt-Apps Stuffle und Shpock („Shop in your pocket“), die Du Dir als iOS- oder Android-Nutzer jeweils kostenlos aufs Smartphone holen kannst.

Das große Tauschen: Biete Bratenschneider gegen Gemüsehäcksler

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Lukrativ sind auch Tauschgeschäfte, die bei lokalen Tauschpartys regelrecht zelebriert werden. Über die Website Tauschring findest Du lokale und regionale Gruppen, innerhalb derer Du Gegenstände, aber auch Dienstleistungen anbieten und tauschen kannst. Einen lokalen Tauschring gründen, finden oder diesem beitreten, kannst Du ebenso beim Portal Tauschen ohne Geld. Viele weitere Plattformen wie Game-Change und Kleiderkreisel haben sich auf ein bestimmtes Angebot spezialisiert. Letzteres gibt es auch als kostenlose App für Android und iOS.

„Meins ist Deins“ – Nächstenliebe 2.0 mit der Sharing-Community

Wenn Du es nicht übers Herz bringst, Deinen „geschenkten Gaul“ wegzugeben, dann leih ihn doch wenigstens jemanden, der Dir dafür sein Mountainbike überlässt. SkyLib ist eine Art kostenlose Smartphone-Bibliothek, bei der Du Dinge ver- und ausleihen kannst. Hier darf aber auch munter verkauft und geschenkt werden.

Auch über die gemeinnützige Plattform Fairleihen und dessen kostenlose App für Android– und iOS-Geräte kannst Du von Schuhen über Nähmaschine bis Sportausrüstung alles an Leute vermieten oder ausleihen, die mit Deinem Geschenk mehr anfangen können.

Darüber, wie und wo Du Deine Geschenke sinnvoll einsetzen und teilen kannst, gibt die Website Reset einen guten Überblick. Hier findest Du Links zu Sharing-Communities aller Art und Plattformen für den sogenannten Ko-Konsum – also den „kollektiven“ oder „kollaborativen“ Konsum. „Nächstenliebe 2.0“ eben.

Geschenke dorthin weiterleiten, wo sie gebraucht werden

Teddy bearDas geht aber auch ganz uneigennützig, in dem Du Dein unliebsames Geschenk spendest. Gebraucht wird eigentlich alles, was noch brauchbar ist: Werkzeug und Handwerksgeräte, Haushaltselektronik vom Toaster bis zum Staubsauger, aber auch Hygieneartikel wie Duschgel, Haarbürsten und Rasierschaum. Genaueres kannst Du auf Wie-kann-ich-helfen.info nachlesen und erhältst hier auch eine Liste größerer Hilfsorganisationen in Deutschland, bei denen Deine Weihnachtsgeschenke gut aufgehoben sind.

Bei den Einrichtungen der SOS-Kinderdörfer und dem Kinderhilfs-Projekt Die Arche werden Sachspenden ebenfalls dankend angenommen. Hier fehlt es oft an Kinderkleidung, Schuhen und Wäsche sowie Beschäftigungs- und Lernmaterial für die Kids: Was Dein Nachwuchs unterm Weihnachtsbaum links liegen gelassen hat, kannst Du also besten Gewissens zusammenpacken und direkt an eine der deutschlandweiten Einrichtungen senden.

Vielleicht schreibst Du in diesem Jahr gleich einen Wunschzettel, um das Geschenke-Chaos zu vermeiden. Das mag oldschool sein, erhöht aber die Chancen, dass tatsächlich die limitierte DVD-Sonder-Editions-Box von „Stromberg“ unter Deinem Weihnachtsbaum landet.

Was machst Du mit Präsenten, bei denen der Weihnachtsmann danebengegriffen hat? Wir freuen uns auf Deinen Kommentar.

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