Egal ob YouTube, Dropbox, LinkedIn oder eine webbasierte Customer-Relationship-Management-Software (CRM) wie Salesforce: Sie alle basieren auf dem SaaS-Modell. Google mit seiner Workspace-Lösung, der E-Mail-Dienst GMX, aber auch Microsoft, Lexware und SAP – diese Dienstleister bieten schon seit Langem Software zur Nutzung im Web an. Die einst bevorzugte Installationslösung hat weitgehend ausgedient und wurde fast überall durch Downloads sowie Abomodelle auf Cloud-Basis ersetzt. Denn auch die Anbieter profitieren vom Wechsel zu SaaS. Beispielsweise können SaaS-Programme nicht so einfach raubkopiert werden.
Inzwischen hat sich dadurch ein riesiger Markt für SaaS-Anwendungen entwickelt: Nicht nur Google betreibt fast alle hauseigenen Anwendungen wie Gmail, Google Workspace und AdSense ausschließlich im Web – auch und gerade für unternehmensspezifische Applikationen gibt es ein breites Angebot. Bekannte Beispiele für SaaS-Lösungen aus der Cloud sind:
E-Mail (beispielsweise Gmail, GMX und web.de)
Customer-Relationship-Management-Software (beispielsweise Salesforce)
Gehaltsabrechnungssoftware (beispielsweise Lexware und Sage Business Cloud)
Personalmanagement (beispielsweise staffboard)
Finanzverwaltung (beispielsweise Certinia – ehemals Financial Force)
Datenbanklösungen (beispielsweise Microsoft Azure und Qlik)
Enterprise-Resource-Planning (beispielsweise Wrike)
Content-Management-Systeme (beispielsweise WordPress und Typo3)
Dokumentenverwaltung und -bearbeitung (beispielsweise Microsoft 365)
Im Folgenden stellen wir Ihnen exemplarisch einige der größeren SaaS-Anbieter näher vor:
Microsoft 365 Business: Umfangreiche Mischung aus Desktop- und SaaS-Anwendungen
Das Büroanwendungspaket Microsoft Office hat eine lange Historie als weltweit meistgekaufte Business-Suite. Im Durchschnitt alle drei Jahre bringt der Hersteller eine neue Auflage seines Office-Paketes zur Installation auf PC und macOS heraus.
Mit der 2011 eingeführten Abovariante Office 365, die heute unter dem Namen Microsoft 365 Business vertrieben wird, begann parallel der Aufbau einer webbasierten Software-Suite. Beide Versionen waren weitgehend kompatibel. Nach wie vor können Sie also mit bekannten Office-Anwendungen wie Word, Excel und PowerPoint am eigenen Desktop-Computer Dokumente erstellen und diese mit Nutzer:innen der SaaS-Variante teilen. Sowohl die Online- wie auch die zahlreichen Installationsversionen der Office-Suite hat der Hersteller inzwischen um Online-Kollaborations- und Kommunikationstools erweitert, darunter Teams und Viva Engage, dem Nachfolger von Yammer. Dabei gibt es erhebliche Unterschiede bei den einzelnen Paketumfängen. Weitere Programme und Funktionen sind inzwischen hinzukommen. Dazu zählt beispielsweise das KI-Produktivitätswerkzeug Microsoft 365 Copilot.
Zusätzlich bietet Microsoft Nutzer:innen von Microsoft 365 Business seine hauseigene OneDrive-Cloud als Speicherplattform an. Mithilfe der Webanwendung SharePoint, die in vielen Microsoft 365-Abonnements bereits enthalten ist, können Arbeitsgruppen ihre Onlineressourcen wie Dokumente und Tabellen sehr einfach verwalten und kooperativ bearbeiten.
Salesforce: Intelligente Vertriebssteuerung aus Kalifornien
Salesforce ist eine webbasierte CRM-Plattform aus den USA, die nach eigenen Angaben ihren Kunden bei der Anbahnung von Aufträgen (Lead-Generierung) hilft. Auch soll die Software Vertriebsprozesse insgesamt vereinfachen.
Für alle potenziellen und bestehenden Kund:innen können Sie sich umfassende, separate Dashboards anlegen, die die wichtigsten Informationen auf einen Blick darstellen. Gerade wenn Ansprechpartner:innen häufiger wechseln oder Sie sich einen schnellen Überblick über die wichtigsten Kundendaten verschaffen wollen, kann Salesforce Ihnen wertvolle Unterstützung leisten.
Das Unternehmen selbst sieht sich gleichermaßen als SaaS- wie auch als PaaS-Anbieter. Dies bedeutet, dass Drittentwickler:innen eigene Module für Salesforce beisteuern können.
SAP: Mehr und mehr Module kommen aus der Cloud
Auch der Software-Riese SAP bietet mehr und mehr seiner Module als SaaS-Lösungen an. Bekannt ist das Walldorfer Unternehmen vor allem für seine Suite SAP ERP (ehemals SAP R/3). Das Portfolio des erfolgreichen Anbieters von Unternehmensanwendungen umfasst Lösungen für fast alle Branchen und Unternehmensbereiche wie Enterprise-Resource-Planning (ERP), Procurement, CRM, Human Resources und viele weitere mehr.
Im sogenannten SAP App Center erhalten Sie einen Überblick über die einzelnen Module und deren Einsatzbereiche. Die Palette beginnt bei kostenlosen Zusatzmodulen, meist als Freemium-App, und reicht bis hin zu größeren Modulen, die in ihrer Preisgestaltung vor allem für große Unternehmen interessant sind.
Wrike, Sage und Scopevisio: Enterprise-Resource-Planning leicht gemacht
Für die Planung von Unternehmensressourcen gibt es verschiedene, ebenfalls cloudbasierte SaaS-Angebote. Beispielsweise bietet sich Wrike als Allround-Tool für die Verwaltung von Aufgaben an.
Sie können damit verschiedene Mitarbeiterprofile anlegen und Berechtigungen einzeln vergeben für das Anlegen, Bearbeiten, Administrieren und Bewerten von Arbeitsergebnissen. Außerdem können Sie den jeweiligen Grad der Zielerreichung festhalten und so alle wichtigen Aufgaben des Unternehmens oder einer Abteilung an einem zentralen Ort verwalten.
Weiterhin können Sie Standardaufgaben als Formular vorstrukturieren. Die internen Auftraggeber:innen müssen diese Formulare nur mit Details ausfüllen. Dieses Vorgehen eignet sich beispielsweise für wiederkehrende Übersetzungsaufgaben und Grafikarbeiten.
Wie für andere SaaS-Lösungen gilt auch für Wrike und Co., dass die Abrechnung grundsätzlich im Mietmodell erfolgt. Allerdings handelt es sich bei Wrike um ein Freemium-Modell, das Sie mit begrenztem Funktionsumfang auch dauerhaft kostenlos nutzen können.
Die Bedienung ist komplett über einen beliebigen, aktuellen Webbrowser möglich. Außerdem gibt es native Wrike-Apps für iOS und Android.
SaaS-Boom durch künstliche Intelligenz?
Expert:innen erwarten, dass schnell wachsende IT-Felder wie die künstliche Intelligenz sowie die Nutzung von Online-Übersetzungsdiensten und Spracherkennung den Sektor SaaS weiter antreiben werden. Alle diese Aufgaben benötigen viel Rechenleistung und Arbeitsspeicher und greifen zugleich auf Prozeduren, Datenbestände und Analysedaten zurück, die regelmäßig aktualisiert und weiterentwickelt werden.
Für viele Nutzer:innen ist es daher gar nicht mehr zweckmäßig oder praktikabel, regelmäßig Gigabyte-große Sprachanalyse-Funktionen lokal auf ihren Smartphones oder Notebooks zu installieren und diese Anwendungen ständig aktuell zu halten.
Hinzu kommen im Internet of Things (IoT) immer mehr eingebettete technische Systeme wie Sensoren, Gerätesteuerungen, Überwachungskameras und Diagnosewerkzeuge. Diese verfügen nicht über die interne Rechenleistung und den Speicher für diese Berechnungen. Stattdessen lagern sie Funktionen der künstlichen Intelligenz wie Mustererkennung und maschinelles Lernen einfach über das Firmennetz an zentrale Instanzen aus. Auch diese Geräte verwenden dafür zunehmend SaaS-Applikationen.
Aber auch Function-as-a-Service (FaaS) ist immer beliebter. Bei diesem Cloud-Modell rufen Sie nicht mehr komplette Programme über die Cloud ab, sondern nur noch einzelne Funktionen. Typische FaaS-Angebote sind Spracherkennung, Übersetzungsdienste, die Verstichwortung von Texten oder bestimmte KI-Filter für die Bildbearbeitung.