Künstliche Intelligenz: Das sind die führenden Unternehmen 2020

Digitale Vorreiter

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Datum 11.06.2020
Lesezeit 7 Min.

Künstliche Intelligenz: Das sind die führenden Unternehmen 2020

Das Thema künstliche Intelligenz ist aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Immer mehr Unternehmen entwickeln innovative Lösungen, die mit Hilfe von Maschinenlernen, Big Data und digitalen Assistenten das Leben der Menschen vereinfachen wollen. Einige Player sind hier besonders aktiv und investieren erhebliche Summen in KI und Co. Diese wollen wir Ihnen nachfolgend vorstellen.


Wer an künstliche Intelligenz denkt, stellt sich häufig menschenähnliche Roboter vor, die die Mensch-Maschine-Interaktion perfektionieren. Doch KI ist weit mehr als das: Sie verändert unsere Arbeitswelt, sei es in der Medizinbranche, in der Landwirtschaft oder im Marketing. KI-Lösungen übernehmen hier zukünftig Aufgaben, die für Menschen schwierig, gefährlich oder wegen der immensen Datenflut nicht zu bewältigen sind – intelligente Maschinen arbeiten in solchen Bereichen schnell und zu geringen Kosten.

Dabei entstehen neue Wirtschaftszweige: statista erwartet einen Umsatzzuwachs von aktuell rund 4,8 Milliarden US-Dollar auf etwa das Sechsfache im Jahr 2025. Allein in Deutschland wurden im Jahr 2019 1,23 Milliarden Euro in 275 KI-Start-ups investiert. KI-Hochburg ist dabei Berlin, gefolgt von München und Hamburg. Allerdings setzen laut einer Umfrage von PriceWaterhouseCooper bislang erst sechs Prozent der deutschen Unternehmen KI-basierte Verfahren ein.

Ganz gleich also, ob Sie eigene Ideen zu KI als Geschäftsfeld haben oder sich für KI-Dienstleistungen interessieren: Es handelt sich um einen Wachstumsmarkt mit großem Potenzial.

Künstliche Intelligenz und das Internet – Google, Apple und Samsung sind ganz vorne dabei

Die großen Chancen haben die großen Internet-Player und Gerätehersteller wie Google, Apple und Samsung natürlich lange erkannt. Sie mischen beim Thema künstliche Intelligenz an vorderster Front mit.

Der Samsung-Konzern kündigte 2018 an, über die nächsten drei Jahr 138 Milliarden Euro in Zukunftstechnologien zu investieren. Neben Investitionen in künstliche Intelligenz sollen auch ganz allgemein das autonome Fahren und die 5G-Mobilfunktechnik vorangetrieben werden. Außerdem haben die Südkoreaner ihr internes Start-up-Inkubatorprogramm C-Lab kürzlich auch für externe Projekte geöffnet: Innovationen sollen im eigenen Hause bleiben beziehungsweise stattfinden.

Google wiederum gehört zu den Pionieren im Bereich der künstlichen Intelligenz, schließlich ist die intelligente Aufbereitung und Nutzung von Daten in der DNA des Internet-Giganten verankert. Bessere Suchergebnisse, optimale Navigation mit Google Maps oder Smarthome-Steuerung per Google-Home-Sprachbefehl: Google mischt im KI-Bereich ganz vorne mit. Der Google-Mutterkonzern Alphabet treibt Innovationen über eigene Unternehmensbereiche wie X (früher Google X) voran. X ist das Innovationslabor der Alphabet-Gruppe, in dem unter anderem am autonomen Fahren gearbeitet wurde.

Auch Apple sieht KI als riesigen Markt: Aus den Anfängen der Siri-Sprachsteuerung ist ein vollwertiger digitaler Assistent geworden, der künstliche Intelligenz einsetzt – unter anderem in der Spracherkennung. Apple arbeitet zudem an einer eigenen KI-Hardware in Form eines Chips. Diese Technologie namens „Apple Neural Engine” soll die Stimm- und Gesichtserkennung weiter verbessern.

Interessanterweise profitiert auch der Grafikkartenhersteller Nvidia stark vom KI-Boom: Die Aktie des Unternehmens hat sich seit Juli 2019 mehr als verdoppelt. Grund hierfür ist unter anderem, dass beispielsweise IBM und Facebook die Nvidia-Hardware für komplexe Berechnungen einsetzen. Die Grafikchips leisten auch in der Medizintechnik und KI-Kunst wertvolle Dienste.

Selbstverständlich setzt auch der weltgrößte Internet-Konzern Amazon auf KI-Verfahren. Über „Alexa“-Sprachbefehle steuern viele Konsumenten ihre Smart Home-Geräte, lassen sich die Wettervorhersage mitteilen oder lösen Bestellungen aus. Hinter den Kulissen profitiert Amazon von optimierten Logistikprozessen, Bestellvorhersagen und effizienten Lieferketten. Ein Großteil der Entwicklungsarbeit wird hierbei hausintern geleistet.

Video: YouTube / DrawTut – Zeichnen lernen und Tutorials

Ohne das Internet der Dinge können kaum Daten gesammelt werden

Ein funktionierende Internet der Dinge (IoT) ist notwendig, um Maschinen, Sensoren und andere Bereiche mit so etwas wie Intelligenz auszustatten. Die Vernetzung macht die Geräte einerseits intelligent, ermöglicht andererseits auch das Sammeln von weiteren Daten. Das US-amerikanische Unternehmen Zebra Technologies ist hier sehr aktiv. Sie entwickeln und vertreiben beispielsweise Barcode-Scanner, RFID-Lesegeräte und Coupon- oder Ticket-Drucker. So werden Produkte, Dienstleistungen und Vorgänge bis ins letzte Detail nachverfolgbar, was eine wesentliche Basis für intelligente Optimierung ist.

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Vodafone wurde von der WirtschaftsWoche mit dem Siegel zum Top Mittelstands Dienstleister 2020 ausgezeichnet.

Damit Datensicherheit und Datenschutz auch für das IoT gewährleistet werden können, arbeiten Firmen wie CrowdStrike permanent an KI-basierten Erkennungsverfahren, um Schadsoftware zu erkennen. Es handelt sich teilweise um eine KI-gestützte Weiterentwicklung der bisher verbreiteten Heuristik-Mechanismen, wie sie in gängigen Virenscannern zum Einsatz kommen. Die Auswertung und Erkennung muss „smart” und effizient sein. So werden mögliche Bedrohung schnellstmöglich identifiziert, mit bekannten Fällen abgeglichen und passende Lösungsansätze initiiert.

Von Big Data zu Smart Data – ohne gezielte Auswertung keine intelligenten Entscheidungen

Um die großen Datenmengen im Bereich künstlicher Intelligenz auszuwerten, braucht es leistungsstarke Hardware wie die fließkommastarken Prozessoren moderner Grafikkarten und jede Menge Speicherplatz. Auch die zugrunde liegenden Algorithmen müssen fortlaufend optimiert werden, um aus dem „Datenwust“ logische und sinnvolle Entscheidungen ableiten zu können. Damit haben wir uns bereits unter dem Stichwort Smart Data-Verfahren beschäftigt.

IBM beschäftigt sich im Rahmen seines Watson-Projekts mit solchen Datenanalysen, und auch das US-amerikanische Unternehmen Splunk beschäftigt sich speziell mit solchen Auswertungen. Sie werten beispielsweise Transaktionsdaten, Netzwerkaktivitäten oder das Online-Klickverhalten von Kunden aus. Unter anderem die Deutsche Bahn und Bosch nutzen bereits die Dienstleistungen von Splunk, was den Aktienwert innerhalb von vier Jahren etwa vervierfacht hat.

KI in der Kundenkommunikation – automatisiertes CRM, Werbeanzeigen und Call-Center

Kennen Sie Salesforce oder nutzen die Customer Relationship Management-Software bereits? Neben jeder Menge Tools zur Kundenbetreuung hat das Unternehmen mit „Einstein” eine KI-basierte Unterstützungslösung entwickelt. „Einstein“ bietet intelligente Bestellvorhersagen, Empfehlungen und neue Automatisierungsprozesse.

Die Online-Werbebranche arbeitet ebenfalls schon längst mit KI-gestützten Auswertungs- und Optimierungsverfahren. Neben Google setzt auch „The Trade Desk” (USA) auf die KI-gestützte Optimierung von Werbeanzeigen. Kunden von Trade Desk erhalten automatisierte Werkzeuge, mit denen gezielt Anzeigen dort geschaltet werden, wo der Return on Investment potenziell am größten ist.

Mit der Optimierung von Call-Center-Lösungen beschäftigt sich unter anderem das Unternehmen Twilio. Das Team um den Gründer Jeff Lawson hat die Firma innerhalb kurzer Zeit zum größten Player im Bereich Kundenkommunikation heranwachsen lassen. Langfristiges Ziel ist es, das Call-Center-Prinzip vollständig durch KI-gestützte Cloud-Dienstleistungen zu ersetzen, bei denen nur noch im „Notfall” ein Mensch eingreifen muss.

Video: YouTube / IBM Watson

Der Start-up-Markt boomt ebenfalls

Nicht nur etablierte Player tummeln sich in der KI-Branche und warten mit intelligenten Lösungen auf. Wie in Wachstumsmärkten üblich, kommen jede Menge Start-ups mit neuen Ideen, innovativen Produkten oder Dienstleistungen auf die Bühne. Über IoT-Start-ups haben wir erst kürzlich berichtet, und auch im KI-Bereich sind es allein in Deutschland fast 300 junge Unternehmer, die die Branche revolutionieren wollen. Exemplarisch wollen wir hiervon einige nennen:

  • Eines der bekanntesten Start-ups derzeit ist Deep L (für „Deep Learning”): Die Gründer haben sich dem Thema Übersetzungen verschrieben und liefern Freitextübersetzungen basierend auf künstlicher Intelligenz.
  • Das Start-up Twenty Billion Neurons möchte den digitalen Avatar „Millie“ soweit trainieren, dass sie in der Lage ist, Menschen in bestimmten Problemlagen intelligente Lösungen vorzuschlagen. Das kann ein Autokauf, aber auch die Frage nach dem Weg zum nächsten Supermarkt sein. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt auch E-Bot 7. Das Unternehmen wirkt unter anderem bei der Optimierung von Chatbots mit.
  • Das Unternehmen Fraugster beschäftigt sich mit der Verhinderung von Kreditkartenmissbrauch. Aus den Daten, die zur Verfügung stehen, erstellt Fraugster eine Art „Story”, die hilft, die Glaubwürdigkeit eines Kunden bei einem Zahlungsvorgang zu bewerten.
  • Im Bereich der Smart City sind die Gründer von Enway aktiv. Sie haben eine autonome Kehrmaschine entwickelt, die in der Lage ist, ein bestimmtes Gebiet mit Hilfe einer 3D-Karte auch ohne GPS-Unterstützung abzufahren und dort bis zu 120 Liter Müll einzusammeln. Ein spannender Ansatz auch für Messe- und Konzerthallen.

Eine Übersicht über registrierte deutsche KI-Start-ups finden Sie unter anderem auf der „Plattform Lernende Systeme”, die unter anderem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt wird.

Die Top-Unternehmen im Bereich künstliche Intelligenz

Verschiedene große und kleine Player engagieren sich im wachsenden Milliardenmarkt künstliche Intelligenz. Die wichtigsten Vertreter und ihre aktuellen Schwerpunkt-Aktivitäten im Überblick:

  • Google: So gut wie jedes Angebot: Darunter Maps, Ads, Wettervorhersagen, autonomes Fahren
  • Apple: „Apple Neural Engine” zur Verbesserung von Siri
  • Samsung: 5G-Technologie, Gerätehardware, autonomes Fahren
  • Nvidia: Leistungsstarke GPU-Hardware zur Datenanalyse
  • Amazon: Optimierung von Logistikprozessen und Bestellvorhersagen
  • Zebra Technologies: Barcode-Scanner, RFID-Lesegeräte und Ticketdrucker
  • CrowdStrike: KI-basierte Schadsoftware-Erkennung
  • IBM: Big-Data-Auswertungen mit IBM Watson und Hosting
  • Splunk: Big-Data-Auswertungen für Customer Insights
  • Salesforce: KI-gestützte Bestellvorhersagen und Empfehlungen
  • The Trade Desk: KI-optimierte Werbeschaltung
  • Twilio: Call-Center-Automatisierung

 

Welchem Player schreiben Sie aktuell das größte Potenzial im Bereich künstlicher Intelligenz zu? Spielen KI-gestützte Verfahren bereits eine Rolle in Ihrem Unternehmen? Wir sind gespannt auf Ihren Kommentar.

 


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