Softphones: So telefonieren Sie über den Computer

Digitales Business

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Datum 26.02.2021
Lesezeit 5 Min.

Softphones: So telefonieren Sie über den Computer

Kleinere Unternehmen und junge Startups müssen sehr auf ihre Ausgaben achten. Wer mehrere Mitarbeiter beschäftigt und im ständigen Kundenkontakt steht, wird um die Anschaffung einer gut funktionierenden Telefonanlage nicht herumkommen. Doch das kann unter Umständen sehr teuer werden. Sogenannte Softphones können hier eine sinnvolle Alternative bieten. 

Doch welche technische Voraussetzungen müssen vorhanden sein, um über das Internet zu telefonieren und welche Vorteile bieten Softphones gegenüber normalen Telefonen?


Was ist ein Softphone?

Ein Softphone ist eine Software, die auf einem beliebigen IP-fähigen Endgerät läuft, zum Beispiel einem stationären PC, einem Notebook oder auf dem Smartphone. Die Bedienschnittstelle auf dem Bildschirm ähnelt meist dem Tastenfeld eines normalen Telefons. Die Nutzer können somit vom Bildschirm oder mit Hilfe ihrer Tastatur Telefongespräche starten oder annehmen. Der Anruf läuft über das Internet und nicht etwa durch das normale Telefonnetz.

 

Was brauche ich zum Telefonieren am Computer?

Zunächst einmal benötigen Sie einen Softphone-Client, den Sie aus dem Internet herunterladen können. Die meistens Clients sind fast immer auch für Smartphones und Tablets verfügbar. Gesprochen und gehört wird über das Mikrofon und den Lautsprecher des verwendeten Endgeräts oder wahlweise mit Hilfe eines Headsets.

 Diese Art der Telefonie via Internet nennt man VoIP-Telefonie („Voice over Internet Protocol“), also Stimmenübertragung über den IP-basierten Internet-Anschluss. Ein Softphone-Client arbeitet im Prinzip wie ein modernes stationäres VoIP-Telefon: Die Nummer des Gesprächspartners wird über das App-eigene Nummernfeld eingegeben, der Anruf wird dann über das sogenannte SIP-Protokoll getätigt.

Was bedeuten SIP und VoIP? 

Statt „Softphone“- oder VoIP“-Telefonie wird manchmal der Begriff „SIP-Telefonie“ verwendet. SIP steht hierbei für das Protokoll eines VoIP-Endgerätes, das den Anruf startet, beziehungsweise den Wahlvorgang steuert. Beginnt nach dem Anwählen das Gespräch, kommt ein weiteres Protokoll zum Zuge: Das VoIP-Protokoll. Dessen Aufgabe ist es, die Sprache zu codieren und zwischen den Gesprächsteilnehmern hin und her zu schicken. 

Welche Softphones gibt es?

Softphone-Clients gibt es für alle gängigen Betriebssysteme. Unter anderem bieten verschiedene Hersteller Programme für Windows, macOS sowie für Linux an. Außerdem gibt es Softphone-Apps für Android und iOS.

Im Folgenden stellen wir exemplarisch drei Softphones vor, die mit den meisten gängigen Internet-, bzw. VoIP-Providern einsetzbar sind. Zum Beispiel mit der virtuellen Telefonanlage One Net Enterprise von Vodafone:

 

Softphone-Anbieter #1: Zoiper 5

Der Softphone-Client Zoiper ist verfügbar für Windows, macOS, Linux, Android und iOS verfügbar. Zoiper bietet Funktionen, die die Nutzer von normalen Telefonen her kennen, wie etwa einen Anruf halten; oder eine Anrufliste, in der alle Nummern angezeigt werden, die entweder angenommen oder angerufen wurden.

Wenn Sie mit anderen Zoiper-Nutzern telefonieren, stehen Ihnen darüber hinaus Videotelefonie in HD-Qualität sowie eine Instant-Messaging-Funktion zur Verfügung. Zoiper ist in der Grundversion kostenlos. Das Upgrade auf Zoiper 5 Pro hingegen ist kostenpflichtig.




Video: YouTube / Zoiper

 

Softphone-Anbieter #2: Linphone

Linphone ist ein kostenfreier Softphone-Client, der von der Linux-Community entwickelt wurde. Wie bei anderen Clients stehen neben der VoIP-Telefonie auch ein Instant Messenger sowie Video-Anrufe und -Konferenzen zur Verfügung. Linphone gibt es für Windows, macOS, Android, iOS und Linux. 




Video: YouTube / Rory Townsend

 

Softphone-Alternative #3: 3CX 

3CX für Windows, Android und iOS ist an keinen festen Provider gebunden und nach der Installation für ein Jahr kostenlos. Danach muss das Softphone entweder auf die „Pro“-Version oder auf die „Enterprise“-Version aufgestockt werden. In beiden kostenpflichtigen Varianten können Sie SMS verschicken. In der „Enterprise“-Version steht darüber hinaus eine Anruf-Aufzeichnungsfunktion zur Verfügung.




Video: YouTube / 3CX

 

Welchen Vorteil haben Softphones?

Die Kosten: Ein wichtiger Vorteil von Softphones im Vergleich zu normalen VoIP-Telefonen liegt in der Kostenersparnis. Viele Clients sind in der Grundversion kostenlos. Für kleinere oder noch junge Unternehmen ergibt sich daraus ein klarer Vorteil, denn so müssen sie nicht dutzende oder gar hunderte „feste“ Geräte anschaffen und an den Arbeitsplätzen installieren. 

Schnell verfügbar: Kommt ein neuer Mitarbeiter in die Firma, müssen Sie nur den in Ihrem Haus verwendeten Softphone-Client auf dessen Rechner installieren. Die Montage eines stationären Telefons und der damit verbundene Aufwand entfällt. 

Standortunabhängigkeit: Für Mitarbeiter, die häufig unterwegs sind oder im Homeoffice arbeiten, ergibt sich ein weiterer Vorteil der Softphones: Smartphones oder Notebooks, auf denen eine Softphone-Anwendung installiert ist, können in die firmeneigene Telefonanlage integriert werden. Dadurch kann der Mitarbeiter auch auf Reisen oder zu Hause von seiner Büronummer aus telefonieren und muss dafür nicht seine Privatnummer nutzen.

 

Gibt es Nachteile?

Stabiles Internet vorausgesetzt: Für den Betrieb eines Softphones benötigen Sie auf jeden Fall eine stabile Breitband-Internetverbindung. Wo diese nicht via Kabel oder DSL verfügbar ist, kann ein GigaCube mit oder ohne 5G-Unterstützung helfen.

Es kostet Strom: Das Endgerät, auf dem Sie Ihr Softphone nutzen, muss immer eingeschaltet sein, das gilt für den Computer genau wie für Smartphone und Tablet.

Headset empfohlen: Das Telefonieren via Softphone erfolgt in den meisten Fällen via Headset mit Mikrofon. Das ist nicht immer praktikabel.

 

Können Sie sich vorstellen, auf ein stationäres Telefon zu verzichten und stattdessen mit einem Softphone zu telefonieren? Schreiben Sie uns Ihre Meinung in die Kommentare!

 

 


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