Homo digitalis – diese Skills sind bei der Wahl der Mitarbeiter im digitalen Zeitalter wichtig

Digitales Business

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Datum 19.12.2017
Lesezeit 3 Min.

Homo digitalis – diese Skills sind bei der Wahl der Mitarbeiter im digitalen Zeitalter wichtig

Routine war gestern – so sagt es zumindest eine Studie des Weltwirtschaftsforums aus dem Jahr 2016: Fünf Millionen Jobs sollen künftig in den wichtigsten Volkswirtschaften gestrichen werden. Vor allem simple Tätigkeiten sollen zunehmend aus unserem Arbeitsalltag verschwinden und von Maschinen übernommen werden – IoT sei Dank. Mitarbeiter sind heute nicht mehr gleich Mitarbeiter – neue Fähigkeiten und individuelle Kenntnisse in vielen neuen Geschäftsbereichen werden zunehmend wichtiger und bilden die Grundlage für die erfolgreiche Digitalisierung eines Unternehmens.

Mitarbeiter sind nach wie vor das wertvollste Kapital eines Unternehmens. Die Flexibilisierung, neue Technologien, dezentrale Produktion und vernetztes Arbeiten über viele Ländergrenzen hinweg, Stichwort IoT, erfordern von Mitarbeitern deutlich mehr und tiefer gehende Fähigkeiten als früher. Als absolute Grundvoraussetzung für den „Homo digitalis“ gilt die Bereitschaft zur Veränderung: 78 Prozent der Befragten des Hays HR-Report 2017 gaben diese Kompetenz als besonders wichtig für die digitale Arbeitswelt an. Auch die Kompetenz, mit Komplexität und Unsicherheit umzugehen, wurde mit 62 Prozent hoch bewertet.

Bereits 2014 benannte der IW-Personalpanel folgende weitere Fähigkeiten:

  • Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit (83 Prozent),
  • Planungs- und Organisationsfähigkeit (82 Prozent),
  • Online-Kompetenz (75 Prozent),
  • Erfahrungswissen (71 Prozent),
  • IT-Fachwissen und Software-Programmierung (64 Prozent),
  • Technisches Fachwissen (61 Prozent).

Auch wenn IT- und technisches Fachwissen weiterhin sehr gefragt sind, wird aus diesen Zahlen deutlich, dass so genannte „weiche Faktoren“ bei den Mitarbeitern immer wichtiger werden. Unternehmen arbeiten sowohl intern wie auch mit Zulieferern zunehmend vernetzter. Gleichzeitig sehen sich immer mehr Menschen mit dem „Kollegen Roboter“ konfrontiert. Dabei reicht es nicht mehr, ab und zu technisches Know-how zu vermitteln. Stattdessen müssen Mitarbeiter zunehmend selbst entscheiden, wann sie was und wie lernen möchten.

Wissensarbeit wird für Mitarbeiter immer wichtiger

Da Wissensarbeit immer wichtiger wird, investieren Unternehmen auch entsprechend in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Auch hier hilft Digitalisierung, dieses Know-how zu vermitteln. Blended Learning bietet zum Beispiel die Möglichkeit, eine Mischung aus Präsenzveranstaltung, Vernetzung in Form von Learning Communities und digitalen Lernformaten wie Fragebögen oder Webinare anzubieten.

Gleichzeitig ist jeder einzelne Mitarbeiter gefragt, diese Möglichkeiten – oder sogar weitere wie weltweit angebotene MOOCs (Massive Open Online Courses) – auch zu nutzen. Auf den Plattformen iversity.org, des Hasso-Plattner-Instituts oder Coursera werden zum Beispiel zahlreiche Kurse – oftmals sogar kostenfrei – angeboten.

Ist technisches Fachwissen sowie Sicherheit im Umgang mit digitaler Technologie klar umrissen und damit auch relativ leicht zu vermitteln, wird es bei Kompetenzen wie Veränderungsbereitschaft oder Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit schon schwerer.

Um hier langfristig etwas zu bewirken, hilft nur ein grundlegender Wandel der Unternehmenskultur:

  • Transparenz und Kommunikation: Wo IT-Programme und Sensoren Produktionsprozesse überwachen, lassen sich theoretisch auch Mitarbeiter überwachen – was die Akzeptanz des „Kollegen Roboter“ erschwert. Maximale Offenheit und Dialog erleichtert hier die Kooperation.
  • Förderung von Querdenkertum, damit sich Mitarbeiter auch trauen, sich von veralteten Prozessen zu lösen.
  • Offenheit für Fehler: Wer sich an neue Aufgaben wagt, kann scheitern. Was sich aus Ergebnissen lernen lässt, ist enorm wichtig für die Weiterentwicklung.
  • Vertrauen in die Mitarbeiter: Wer selbst entscheidet, was, wann und wie er lernt, lernt das für ihn Wichtige. Hier braucht er einen Coach an seiner Seite und keinen Kontrolleur.

Wer es dann als Unternehmen noch schafft, seine Mitarbeiter zu motivieren, gegenseitig voneinander zu lernen, zum Beispiel auch mal Alt von Jung – so wie beim Reverse Mentoring bringt gute Voraussetzungen mit, den digitalen Wandel zu meistern.

Hand aufs Herz – wie gehen Sie vor, um Ihre Mitarbeiter fit für die Herausforderungen als „Homo digitalis“ zu machen?

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