​​Smart Meter: So funktionieren digitale Messsysteme

Digitale Vorreiter

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Datum 22.12.2021
Lesezeit 7 Min.

​​Smart Meter: So funktionieren digitale Messsysteme

Smart Meter (engl.: „intelligente Zähler”) sind Wasser-, Gas- oder Stromzähler, die Daten sowohl empfangen als auch senden können. Dazu müssen sie in ein Datenübertragungsnetz eingebunden werden. Auf diese Weise werden die smarten Zähler in die Lage versetzt, beispielsweise Tarifänderungen per Datensatz zu empfangen oder eigene Messergebnisse zu senden. 

Deutschland inmitten der Energiewende: Die ersten smarten Zähler haben vor etwa zehn Jahren Einzug in deutsche Haushalte und in die Industrie gefunden. Hier werden inzwischen ganze Produktionsprozesse mit Hilfe intelligenter Verbrauchs-Zählsysteme überwacht und mit Hilfe vorausschauender Wartung Ausfälle verhindert. Hinzu kommt: Die Konnektivität wurde, gerade was schwer zugängliche Standorte angeht, immer weiter verbessert und wird weiter ausgebaut werden. So sind viele Geräte z.B. über 5G und Narrowband-IoT immer besser erreichbar. Aber wie funktioniert diese Technik überhaupt? Welche Rolle spielen Smart Meter nicht nur im Bereich von Strom, Gas und Wasser und wie lassen sich mit ihnen sowohl Kosten sparen als auch die Klimaziele schneller erreichen? Das und mehr erfahren Sie in diesem Beitrag.

 

Was ist ein Smart Meter?

Wir sprechen von einem Smart Meter, wenn ein digitaler Zähler mit einem Kommunikationsmodul („Gateway”) ausgerüstet ist, das ihn mit einem Netzwerk verbindet und gewisse, „intelligente” Funktionen abbildet. Ziel ist es hierbei,

  • eingespeiste oder verbrauchte Mengen an Energie, Material oder Gasen zu messen,
  • detailliertere und mehr Informationen zu liefern als herkömmliche Zähler und
  • auf elektronischem Wege Daten zu Kontroll-, Informations- und Steuerungszwecken zu übertragen.

Das Gateway, welches einen Zähler überhaupt erst zum Smart Meter macht sorgt dafür, dass die Messergebnisse sowohl durch die/den Nutzer:in, als auch durch interne IoT-Plattformen und durch das Versorgerunternehmen ablesbar werden. Das ist insbesondere in der Industrie 4.0 und innerhalb eines Produktionsprozesses relevant. 

Hier werden neben Strom, (Erd-)gas und Wasser häufig zahlreiche weitere Ressourcen benötigt: darunter Industriegase, Öle und Schmiermittel. Angesichts der großen Anzahl an Maschinen und Geräten, die in Fabriken betrieben werden und dort kontinuierlich Ressourcen verbrauchen, ist eine Optimierung dieses Verbrauchs nicht ohne fortlaufendes Monitoring der Ressourcen möglich.

Im Folgenden erklären wir, welche unterschiedlichen smarten Zähler es gibt und an welcher Stelle sie Verwendung finden.

Wasserverbrauch: In der Wasserwirtschaft finden Smart Meter aktuell sowohl zum Ablesen des Kund:innenverbrauchs, als auch zur Schadensanalyse des Rohrnetzes Verwendung. Rohrbrüche oder Fehlfunktionen an Ventilen sollen durch Smart Meter ausfindig gemacht werden.

Fernwärme: Bei der Verbrauchsmessung in Fernwärmeanlagen werden ebenfalls Smart Meter verwendet. Diese erfassen sowohl den örtlichen Verbrauch an Fernwärme bei Konsument:innen, als auch den Durchfluss an zentralen Verteilstellen. So können mögliche Lecks schnell(er) identifiziert und beseitigt werden.

Stromversorgung: Immer mehr Haushalte, sowie Industriebetriebe werden mit intelligenten Stromzählern sowohl an zentraler Stelle, als auch an einzelnen Verbrauchspunkten ausgestattet. Diese zeigen den Stromverbrauch der vergangenen Tage, Wochen, Monate und Jahre an. Über das interne Kommunikationsmodul kann der smarte Stromzähler seine Zählerstände direkt an den Energieversorger, an die Konzernzentrale und/oder eine interne Tracking-Lösung senden.

Gasverbrauch: Auch bei der Ermittlung des Erdgasverbrauchs (und anderer Gase) werden mittlerweile Smart Meter eingesetzt. Kund:innen und Versorger gleichermaßen können hier den Verbrauch ablesen. Gleichzeitig dient ein solches Smart Meter für in der Industrie dazu, sowohl verbrauchte Mengen zu erfassen, als auch rechtzeitig für Nachschub zu sorgen und mögliche Lecks frühzeitig zu erkennen. Da sich jedoch der Brennwert von Gas ändern kann, müssen dem Smart Meter von „außen“ die jeweils aktuellen Werte der Gaszusammensetzung übermittelt werden. Ansonsten kann es zu Fehlern bei der Messung kommen.

Weitere Verbräuche: Im Grunde lässt sich die Idee des Smart Metering auf fast schon beliebige Güter erweitern. So können auch der Durchfluss von Öl, Schmiermitteln und auch Gegenständen wie Schrauben, Muttern oder Granulat gemessen und zur intelligenten Entscheidungsfindung und -optimierung herangezogen werden.

Während Stromzähler, etwa von den Anbietern Fronius, Kostal, Discovergy oder Elgris (Photovoltaik) mit Hilfe elektrischer Energie messen, sind Gas-, Wärme- und Wasserzähler meist mit sogenannten Balgengas-, Flügel- oder Ferraris-Zählern ausgerüstet. Sollte vor Ort ein rein mechanisches Zählwerk verbaut sein, können diese mit einer optischen Texterkennung „smart“ nachgerüstet werden.

 

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Erst die Verwendung eines Smart-Meter-Gateways macht einen Zähler „schlau“.


Die Vorteile digitaler Smart Meter gegenüber analogen Zählern

Ein Smart Meter (auch als EDL21-/EDL40-Zähler bekannt) kann weit mehr als ein herkömmlicher, analoger Verbrauchszähler – und sogar mehr als seine inzwischen digitalen Pendants. Während analoge Zähler zumeist ein mechanisches Zählwerk besitzen, das kaum mehr tut, als den Durchfluss zu messen und diesen am Gerät selbst anzuzeigen, können digitale und vor allem smarte Zähler deutlich mehr. Während ein digitaler Zähler verglichen mit einem analogen Zähler bereits eingebaute Logiken zur Optimierung der jeweiligen Verbrauchs- oder Einspeisestelle besitzt, geht das Smart Meter noch einen Schritt weiter und bringt eigene Messwerte mit denen anderer digitaler Zähler in Abgleich. Die wesentlichen Vorteile smarter Erfassungs- und Übertragungsgeräte sind:

  • Smart Meter sind in der Lage, erfasste Daten in regelmäßigen Abständen oder auf Anforderung über ein sogenanntes Gateway an eine zentrale Stelle zu übertragen.
  • Die Messung erfolgt nicht wie früher mit Hilfe sich drehender Zahnräder, sondern über Speicherbausteine und intelligente Elektronik.
  • Sie erfassen die ermittelten Verbrauchswerte digital und legen sie bis zur nächsten erfolgreichen Datenübertragung in einem Zwischenspeicher ab.
  • Smart Meter arbeiten normalerweise bidirektional, was bedeutet, dass sie auch Daten entgegennehmen können – beispielsweise bei Tarifänderungen.
  • Die Kommunikation solcher Geräte mit einer zentralen Stelle kann auf beinahe beliebige Weise erfolgen – also auch über das Mobilfunknetz.
  • Mehrere Smart Meter in Verbindung mit Regelungssystemen werden häufig auch als „Smart Grid”-Bestandteile eingesetzt.
  • Ein Smart-Meter-Gateway kann mehrere Verbrauchswerte gleichzeitig erfassen, so etwa Ihren Gas-, Wasser- oder Wärmeverbrauch. 
  • Mit Hilfe smarter Verbrauchsmessung können Energieversorger genauer ermitteln, wann der Verbrauch in bestimmten Regionen steigt oder sinkt. Dadurch können etwa Stromleitungen besser ausgelastet und teure Neubauten verhindert werden.

 

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Der Einsatz solcher smarter oder zumindest digitaler Geräte kann im Rahmen von Neubauten oder Modernisierungsmaßnahmen zu einer Reduzierung der EEG-Energiekostenumlage für Sie führen. Näheres hierzu regelt die ISO-Norm 50001, über die wir bereits berichteten.

Ein weiterer Vorteil, der sich durch den Einsatz von Smart Metern ergibt, ist die Möglichkeit, variable Stromtarife zu nutzen. Intelligente Zähler können den Stromverbrauch in kurzen Abständen erfassen und ermöglichen es daher, etwa nach Uhrzeiten gestaffelte Tarife zu buchen. Wenn beispielsweise bei sonnigem Wetter mehr Strom aus Photovoltaik-Anlagen ins Stromnetz eingespeist wird, sinken die Strompreise. Auch industrielle Verbraucher:innen mit teils erheblichem Energiebedarf können hier ermitteln, wann sie über den Tag verteilt wenig oder viel Strom verbrauchen und dahingehend ihre Tarife buchen oder ihren Produktionsprozess entsprechend anpassen. 

Die oben bereits erwähnten Smart-Meter-Gateways, welche digitale Zähler erst smart machen, werden durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) geprüft und zertifiziert und sollen somit ein dauerhaft hohes Schutzniveau gewährleisten. Laut BSI sind die Sicherheitsstandards, die beim Smart Meter umgesetzt sind, höher als beim Online-Banking und die Daten dadurch sehr sicher. 

Die intelligenten Messsysteme versenden die erhobenen Daten anonymisiert und gegebenenfalls sogar pseudonymisiert – und zwar nur an berechtigte Empfänger:innen. Die Daten dürfen darübe hinaus nur für klar definierte Zwecke verwendet werden. 

Damit Verbraucher:innen bei zukünftigen Nachrüstungen mit einem Smart Meter finanziell nicht zu stark belastet werden, wurden die Anschaffungskosten für intelligente Zähler durch den Gesetzgeber gedeckelt. Aber Vorsicht: Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass bei Messanlagen, die vor 1965 eingebaut wurden, eventuell ein komplett neuer Zählerschrank installiert werden muss. Dieser Punkt sollte bei der Kostenkalkulation berücksichtigt werden. 

So funktionieren intelligente, ortsunabhängige Zähler 

M2M-Lösungen ermöglichen bereits vielen Unternehmen das smarte Fernmanagement von Anlagen und Fahrzeugen – in unterirdischen Betonschächten jedoch sind die Voraussetzungen für eine zuverlässige Funkverbindung um einiges anspruchsvoller. Zur besseren Erreichbarkeit verfügen die besonders robusten SIM-Karten über einen National Roaming Service, so dass die Daten neben dem hochleistungsfähigen Vodafone-Netz im Ausnahmefall auch über andere Anbieter-Netze übertragen werden können. Zudem lassen sich die Zählerwerte über eine spezielle Software so codieren, dass sie als SMS verschickt wer­den können. Auf diesem Kommunikationsweg werden die Daten selbst bei niedriger Übertragungsgeschwindigkeit übermittelt. Zur zusätzlichen Optimierung kann die SIM-Karte um eine Antenne außerhalb des Rohrschachts erweitert werden.

 

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  • Hardware: SIM Karte, Interface Board und Communication Board
  • Software: smartes Konfigurationstool und grafisches Dashboard zur Datenanalyse in der Cloud

 

Auch die vernetzten Zähler müssen den rauen Bedingungen der extrem feuchten Umgebung langfristig standhalten. Die WIKON Kommunikationstechnik GmbH aus Kaiserslautern beispielsweise hat dafür die hauseigene „Waterbox” mit einer wasserdichten Verbundmasse ausgestattet. Eine fehlende Energieversorgung unter der Erde kompensiert der Hersteller durch den Batteriebetrieb seiner Geräte. Diese sollen bei einer stündlichen Zählerstand-Erfassung und täglicher Datenübertragung eine Laufzeit von sechs Jahren haben. Danach kann die Batterie unkompliziert über WIKON ausgetauscht werden.

Aktuell sind bereits etwa 8.000 Vodafone-SIM-Karten für die M2M-Verbindung in den smarten Wasserzählern im Einsatz. Mit mehreren tausend Waterboxen überwacht beispielsweise der Frankfurter Energieversorger Mainova sein Wassernetz und nutzt das komfortable System für die exakte Verbrauchs-Abrechnung.

Die nächste Generation der Waterbox-Geräte (oder:  Telematik-Box) soll außerdem mittels Sensoren den pH-Wert, die Trübung und Leitfähigkeit des Wassers ermitteln und Versorgungsanbietern somit eine einfachere Kontrolle der Wasserqualität ermöglichen.

 




Video: YouTube / Bundesministerium für Wirtschaft und Energie 


Was sind Beispiele für den Einsatz von Smart Metern?

Zahlreiche Unternehmen nutzen Smart-Meter-Technik bereits, um dadurch einen gleichermaßen nachhaltigen und kund:innenfreundlichen Service anbieten zu können. Im folgenden Abschnitt stellen wir Ihnen exemplarisch drei Unternehmen vor:

 

Kosten senken und CO2 reduzieren: das Beispiel Techem   

Techem ist ein weltweit führender Anbieter für Energieabrechnungen und Energiemanagement in Immobilien. Als Marktführer in der Funkfernerfassung von Energieverbrauch in Wohnungen und Geschäftsräumen treibt Techem die

Vernetzung und die digitalen Prozesse in Immobilien voran: Neben der Erfassung und Abrechnung von Verbrauchswerten bietet Techem seinen Kund:innen fundiertes Energiemanagement zur Senkung der Energieverbräuche an. So können nicht nur Kosten, sondern auch CO2-Emissionen reduziert werden.

Techem erfasst die Verbräuche von Wasser und Wärme in Miet- und Eigentumswohnungen sowie Gewerbe schon seit Jahren funkgestützt. So werden beim sogenannten Walk-by-Verfahren die Verbrauchsstände der smarten Erfassungsgeräte mit mobilen Ablesegeräten ermittelt. 

Ergänzend zu dieser mobilen Datenerfassung setzt das Unternehmen für bestimmte Anwendungsfälle auf eine stationäre Funklösung zum Auslesen von Verbrauchsständen. Das Unternehmen betreibt in Gebäuden fest installierte Datensammler, die die Verbrauchswerte der sie umgebenden Erfassungsgeräte empfangen. Die Datensammler leiten die so gesammelten Messwerte ihrerseits an einen Master-Datensammler weiter. Dieser überträgt die Messwerte über das Mobilfunknetz von Vodafone an die Techem-Server weiter.

 

Smarte Fernüberwachung für die Wasserversorgung: das Beispiel WIKON

Die WIKON Kommunikationstechnik GmbH und Vodafone ermöglichen gemeinsam Wasserversorgern mit speziellen „Waterboxen” die smarte Fernüberwachung ihrer unterirdischen Rohrnetze. Und das mittels M2M-Kommunikation.

Eine regelmäßige Überprüfung der Zählerstände und Rohrnetze beziehungsweise Leitungsnetze ist für Wasser- und Energieversorger unverzichtbar, bislang allerdings eine aufwendige Angelegenheit. Statt die schwer zugänglichen Messgeräte manuell zu kontrollieren, bietet WIKON eine komfortable Alternative: Seine „Waterbox” ermöglicht mittels integrierter Vodafone SIM-Karte die drahtlose Fernauslesung der Zählerwerte.

Die erfassten Daten der Telematik-Boxen werden via Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M) an den Zentralserver von WIKON gesendet, dort ausgewertet und grafisch oder tabellarisch aufbereitet. Wie beim Fernmanagement durch IoT-Technologie üblich, können Kund:innen die aktuellen Daten ihrer Geräte jederzeit über die entsprechende Plattform einsehen. Über das WIKON-DataCenter haben aber nicht nur Wasserversorger detaillierte Verbrauchswerte und eventuelle Unregelmäßigkeiten im Blick, sie können auch ihren Endkund:innen mit einem eigenen Zugang mehr Transparenz und Übersicht bieten.

Zudem erkennt das System mögliche Rohrbrüche oder Leitungsstörungen, wenn der Verbrauch einen definierten Schwellenwert übersteigt. In diesem Fall wird der Wasseranbieter direkt per E-Mail oder SMS alarmiert und kann gezielt Gegenmaßnahmen einleiten.

Intelligente Stromzähler schonen auch bei Vodafone Klima und Budget

Gerade der Netzbetrieb verursacht mit seinen etwa 25.000 Mobilfunkmasten allein in Deutschland erhebliche Kosten, die es schon aus betriebswirtschaftlicher Sicht zu reduzieren gilt. Vodafone hat hier mit Hilfe von Smart Metern in den letzten sechs Jahren mehr als 35 Millionen Euro und 40.000 Tonnen CO2 eingespart. 

Das entspricht etwa 170 Millionen Kilowattstunden an elektrischer Leistung oder so viel, wie 4.000 Deutsche jedes Jahr in etwa an Strom verbrauchen.

Das Beispiel zeigt, dass sich Umweltschutz und Kosteneffizienz sehr gut vereinbaren lassen. Neben intelligenten Stromzählern setzt Vodafone zudem auf Technologieveränderungen wie etwa 5G, was wiederum bis zu 80 Prozent an Energie gegenüber dem 4G-Netz einzusparen helfen soll. Seit 2020 setzt Vodafone obendrein zu 100 Prozent auf „Grünstrom”.

 

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Narrowband-IoT und LTE-M: Konnektivität im IoT-Umfeld

Narrowband-IoT und LTE-M: Konnektivität im IoT-Umfeld

Ganz gleich, wo Sie sich aufhalten: Mit Narrowband-IoT und LTE-M gelingt Maschinenkommunikation auch unter schwierigen Bedingungen. Und das bei besonders geringem Stromverbrauch und somit langen Akkulaufzeiten.

  • Narrowband-IoT sorgt für beste M2M-Netzabdeckung
  • Über LTE-M lassen sich auch Sprachdaten übertragen
  • Auch in Kellern oder entlegenen Gebieten einsetzbar

 

In Zusammenarbeit mit den Magna-Werken, einem weltweit führenden Automobilzulieferer, haben wir beispielsweise eine Smart-Grid-Lösung etabliert, die ebenfalls (unnötige) Stromfresser identifiziert und zu eliminieren hilft. Die IoT-Zähler-Daten werden live über ein vernetztes Gateway an ein Energiemanagement-Portal übermittelt und dort analysiert und ausgewertet. Allein in 2019 haben Kunden der Vodafone Group auf diese Art und mit unseren Smart-Metering-Lösungen fast sieben Millionen Tonnen CO2 eingespart.

Wenn Sie ebenfalls Ihre Kosten reduzieren und die Umwelt schonen möchten, sollten Sie mit uns sprechen.

 

Smart Meter Gateways und deren Rolle im IoT-Umfeld

Ein intelligenter Zähler besteht aus zwei Komponenten: Neben der Messeinrichtung enthält es außerdem eine sendefähige digitale Schnittstelle, das Smart-Meter-Gateway. Diese Schnittstelle ermöglicht gemäß Definition des Internet der Dinge überhaupt erst die Kommunikation zwischen verschiedenen Geräten und Instanzen über das firmeneigene Intra-, oder das weltweite Internet. Ohne Gateway wäre der Zähler zwar immer noch digital, aber nicht Teil des (Industrial) Internet of Things.

Das Smart-Meter-Gateway schickt Daten an ein System für Datenverarbeitung, das sogenannte Advanced-Meter-Management-System. Hier speichert das Meter-Data- Management alle Verbrauchswerte. Dieses übergeordnete System ist wiederum mit dem Network-Operation-Center verbunden. Hier wird der Betrieb der Zähler überwacht. Wird hier eine eventuelle Fehlfunktion des Gerätes festgestellt, müssen Techniker:innen vor Ort die Funktionen des Zählers kontrollieren.  

Die elektronische Datenübertragung eines Smart Meters erfolgt über drei Netzwerke:

Über das Weitverkehrsnetz (WAN) erfolgt die Verbindung nach „draußen“. Hier werden die Daten mit dem Netzbetreiber sowie dem Smart-Meter-Gateway-Administrator ausgetauscht. Welche Daten in welcher Form nach außen gelangen dürfen, ist gesetzlich festgelegt. Durch diese strenge Reglementierung soll Datenmissbrauch nach Möglichkeit verhindert werden.

Die LMN-Schnittstelle (Lokales Metrologisches Netz) sendet erfasste Verbrauchs- und Einspeisewerte sowie örtliche Stromnetz-Zustandsdaten an das Gateway des Anbieters, wo sie weiterverarbeitet werden. Die Übertragung erfolgt entweder via drahtlosem Nahbereichsfunk oder über einen seriellen Anschluss.

Damit Netzbetreiber etwa auf Kfz-Ladesäulen Fernzugriff haben und diese unter Umständen abschalten zu können, gibt es das sogenannte Controllable-Local-System-Interface (CLS). Mit Hilfe des CLS können etwa eine Überlastung des Stromnetzes einer Photovoltaikanlage durch Herunterregeln oder gar Abschaltung verhindert werden. 

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Sämtliche Daten der Smart Meter laufen in einer IoT-Plattform zusammen, die für die notwendige Koordination und Steuerung sorgt.

Infografik: Eigene Bearbeitung / Comarch

 

Gesetzliche Pflichten zum Thema Smart Meter und Rollout-Plan

Laut Gesetzgeber ist der Einbau von intelligenten Zählern aktuell (Stand: 12/2021) nur für größere Stromverbraucher bzw. -erzeuger generell verpflichtend, da diese einen stärkeren Einfluss auf das Stromnetz haben. Für Privathaushalte mit einem durchschnittlichen Stromverbrauch bis circa 3.500 Kilowattstunden pro Jahr ist „nur” der Einbau von digitalen Zählern vorgeschrieben. 

Im Zuge des sogenannten Roll-outs, also der stufenweise Verbreitung intelligenter Messsysteme, ist der Einbau intelligenter Stromzähler seit 2020 erst für Haushalte mit einem jährlichen Stromverbrauch von 6.000 Kilowattstunden verpflichtend. Dies betrifft etwa Haushalte, die ein Elektroauto haben und/oder eine Wärmepumpe betreiben. Laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) sind Smart Meter bei einem Durchschnittshaushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch unter 6.000 Kilowattstunden dagegen optional. Hier soll der zuständige Messstellenbetreiber über den Einbau entscheiden.

Wenn Sie selbst Strom erzeugen, greift laut BMWi die Einbaupflicht ebenfalls erst ab einer Anlagenleistung von 7 Kilowatt. Das betrifft zum Beispiel auch Haushalte mit einem Mini-Blockheizkraftwerk oder einer Photovoltaik-Anlage. Bei kleineren stromerzeugenden Anlagen zwischen 1 und 7 Kilowatt installierter Leistung kann laut BMWi der Messstellenbetreiber optional intelligente Messsysteme einbauen lassen.

 

Mit Smart Metern Geld sparen und die Umwelt schonen

Intelligente Verbrauchszähler (Smart Meter) werden sich allein schon aus gesetzlichen Gründen immer weiter durchsetzen. Und das ist durchaus sinnvoll: Die intelligenten Verbrauchszähler helfen aktiv dabei, den Energieverbrauch in Unternehmen zu reduzieren und Kosten zu sparen. Auch wenn der Einbau dieser modernen Zähler zuerst mit Kosten verbunden ist, wird sich der Umstieg mittelfristig für Sie lohnen. 

Selbst wenn Sie keine aufwendige Optimierung innerhalb einer IoT-Plattform betreiben: Lästige, wiederkehrende Prozeduren wie das „händische“ Ablesen der Energiezähler entfallen, da alle wichtigen Daten automatisch an zentrale Stellen oder den Energieversorger übertragen werden. 

Darüber hinaus können Sie die Rentabilität Ihres Unternehmens mit Hilfe smarter Zählertechnik nachweislich verbessern: Die Unternehmensberatung McKinsey hat in einer Untersuchung namens „The Digital Utility: New challenges, capabilities, and opportunities“ nachgewiesen, dass beispielsweise versorgende Unternehmen durch intelligente Datenablesetechnik ihre Betriebskosten um 25 Prozent senken konnten. 

Ein weiteres Beispiel: In Betrieben ermitteln Smart Meter, ob Leitungen Löcher enthalten und es dadurch zu einem Verlust von beispielsweise Schmiermitteln kommt. Längerfristig trägt diese nahezu lückenlose Überwachung der Leitungen dazu bei, Geld zu sparen und etwa sich ausweitende Beschädigungen am Leitungssystem bereits im Ansatz zu verhindern.

 

Sie interessieren sich für Smart-Metering-Lösungen? Dann sollten Sie einen Blick auf unsere IoT-Lösungen für Unternehmen werfen oder direkt mit uns Kontakt aufnehmen. 

 


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