Edge Computing funktioniert wie ein Gegenentwurf zur klassischen Cloud-Lösung: Zwar kommen auch beim Edge Computing typische Cloud-Funktionen wie Big-Data-Analysen zum Einsatz; außerdem finden Auswertungen in der „großen Cloud“ statt. Jedoch wird dank der Echtzeit-Datenverarbeitung im Edge-Bereich nur diejenige Menge an Daten zur Cloud übertragen, die nicht vor Ort verarbeitet werden kann oder soll.
Beim Edge Computing wird hierfür am Netzwerkrand eine eigene Infrastruktur errichtet, die die Berechnungen vom Kern („Core“) des Netzwerks an den Rand verlagert. Zu dieser Infrastruktur gehören:
Spezielle Edge-Server, die für autonome Berechnungen außerhalb eines Rechenzentrums optimiert sind
IoT-Sensoren, die ihre Daten direkt am Netzwerkrand erfassen und an die Edge-Server zur Weiterverarbeitung übergeben Weitere IoT-Geräte, die die von den Edge-Servern errechneten Daten direkt verwenden, beispielsweise für die Steuerung von Produktionsmaschinen, in der industriellen Robotik oder für das Routing („Wegführung“) von autonomen Fahrzeugen
Leistungsfähige Netzwerkstrukturen mit Hochleistungs-Routern und schnellen Datenleitungen, die das Datenvolumen direkt am Netzwerkrand und ohne Umweg über den Kern des Netzes transportieren
Das Edge Computing erweitert also ein klassisches, zentral organisiertes Firmennetz zum dezentralen Netzwerk, an dessen Rändern viele zeitkritische Aufgaben autonom erledigt werden.