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Digital Signage im Handel

So erreichen Sie Ihre Kundschaft am Point of Sale

Digital Signage kommt in der Geschäftswelt immer häufiger zum Einsatz: Elektronische Displays sprechen Kund:innen mit videobasierten Markenbotschaften an, funktionieren als Wegweiser bei der Produktsuche oder liefern Wunsch nützliche Hintergrundinformationen zu Inhaltsstoffen. Und das ist noch längst nicht alles.

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste zu Digital Signage in Kürze

  • Digitale Displays ersetzen als sogenannte Digital Signage die klassischen Warenetiketten und Hinweistafeln im Einzelhandel und im Dienstleistungssektor.
  • Je nach technischer Anbindung und Ausgestaltung vor Ort können Sie über Digital-Signage-Displays auch Verkaufsprozesse abwickeln.
  • Große Unternehmen spielen über Digital Signage komplette Marketingkampagnen zentral aus – inklusive Anpassung an die Gegebenheiten der einzelnen Filialstandorte.
  • Auch Behörden und Krankenhäuser nutzen vermehrt Digital Signage, um Besucher:innen zu führen und Anmeldeprozesse zu automatisieren.

Was ist Digital Signage im Handel?

Der englische Begriff Digital Signage (auf Deutsch: „Digitale Beschilderung“) bezeichnet elektronische Displays, die in Verkaufsräumen des Groß- und Einzelhandels eingesetzt werden.Kleinere Displays ersetzen dabei typischerweise Preisetiketten an Regalfronten. Größere Displays werden hingegen häufig einzelstehend an Verkaufsflächen errichtet, vor allem an herausgehobenen und viel frequentierten Standorten. Dazu gehören beispielsweise:
  • Ein- und Ausgänge
  • Rolltreppen und Aufzügen
  • Aktionsflächen
  • Parkhäuser
Manche Systeme verfügen über Touchscreens und ermöglichen den Menschen davor so unterschiedliche Formen der Interaktion. Die Systeme werden in der Regel zentral gesteuert und administriert und haben je nach technischer Ausstattung und gewähltem Einsatzort zum Beispiel folgende Anwendungen:
  • Anzeige von Produktnamen, -mengen und -preisen
  • Anzeige von weitergehenden Produktinformationen, zum Beispiel Inhaltsstoffe bei Lebensmitteln
  • Markenbildung, zum Beispiel Animationen zu den Produkten, Produktspots
  • Abwicklung des Digital Payment, wenn als vollwertiges Verkaufsterminal eingerichtet
  • Kundenführung: Wegeleitung als sogenannte Store Navigator, Hinweise zu Aktionen
Agrarwirtin arbeitet am Tablet. Im Hintergrund sind Erntemaschinen zu sehen.

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Digital Signage im Einzelhandel: Einsatzbereiche und Beispiele

Digital-Signage-Displays sind individuell bespielbar und können wechselnde und kontextbezogene Informationen anzeigen. Dadurch ergeben sich viele neue Einsatzgebiete, die mit klassischen Preisschildern oder Informationstafeln kaum oder gar nicht umzusetzen sind. Hier einige Möglichkeiten:
Flexible Ankündigungen: Ein Warenhaus veranstaltet eine Sonderaktion oder hat an einem Sonntag geöffnet. Über digitale Displays wird ein Countdown ausgespielt, der die Tage bis zum Aktionstag herunterzählt.
Wechselnde Aktionen im Tagesverlauf: Das Restaurant in einem Möbelhaus spielt im Tagesverlauf wechselnde gastronomische Hinweise aus, beispielsweise morgens die Frühstücks-Speisekarte, mittags Informationen zum Tagesgericht und am Nachmittag die aktuelle Kuchenkarte.
Verkehrshinweise: Über Displays am Eingang eines großen Einkaufszentrums können Kund:innen die Fahrpläne des örtlichen ÖPNV einsehen, erhalten Hinweise zur Verkehrsauslastung auf den umliegenden Hauptstraßen und Autobahnen oder Umleitungsempfehlungen für größere Baustellen.
Feedbacksysteme: Viele Firmen wünschen sich direkte Rückmeldungen von ihren Kund:innen, etwa zum Kundenservice, der Warenpräsentation oder allgemein zur Customer Experience (CX). Über kurze geschlossene Dialoge auf Touchscreens an zentralen Aufstellorten können Unternehmen ein solches direktes Feedback quasi im Vorbeigehen abfragen, beispielsweise beim Auschecken im Hotel oder beim Warten an der Warenausgabe.
Lokalisierungen: Die Zentrale eines großen Filialisten entwickelt Marketingmaßnahmen, die sie über das Firmennetzwerk auf Displays in unterschiedlichen Standorten ausspielt. Dabei werden die Texte und Bildinhalte automatisch lokalisiert und an örtliche Gegebenheiten angepasst, zum Beispiel die Sprache vor Ort, die verwendete Währung und angebotene Produktgruppen oder Sonderposten vor Ort.

Digital Signage am Point of Sale (POS)

Besonders viele Möglichkeiten ergeben sich für Digital Signage direkt am Point of Sale. Nicht nur die Systemgastronomie setzt inzwischen vermehrt auf Bestellsysteme mit digitalen Bildschirmen anstelle der klassischen Warteschlangen. Was im Einzelnen jeweils möglich und sinnvoll ist, hängt immer auch von der Technik vor Ort ab.
Hier einige Beispiele für vernetzte Digital-Signage-Lösungen am Point of Sale:
  • Unternehmen bieten über Digital-Signage-Displays Zusatzleistungen oder Upgrades an, die zum gerade ausgewählten Produkt passen. Das können etwa sein:
  • Eine Garantieverlängerung oder ein Installationsservice für ein Elektronikprodukt
  • Eine Zusatzversicherung für einen gerade gebuchten Mietwagen
  • Ein Shuttle- oder Valet-Parking-Service passend zu einer gerade gebuchten Flugreise
  • Über RFID-Sensoren und Waagen in den Verkaufsregalen erkennt das System, welche Waren Kund:innen gerade entnehmen und macht passende Angebote, etwa:
  • „Passend zu dem von Ihnen gewählten Rotwein empfehlen wir aus unserer Gourmet-Abteilung …“
  • „Wenn Sie noch x weitere Waren aus dieser Warengruppe nehmen, erhalten Sie einen Rabatt in Höhe von …“
Unternehmen können somit über Digital Signage ihre Conversion Rate pro Kund:in messbar steigern und Zusatzleistungen zielgerichtet vermarkten. Das belegen mehrere Studien, die Wissenschaftler 2023 am Institut für Marketing und Customer Insight der Universität St. Gallen ausgewertet haben.
Aber auch Behörden können entsprechende Systeme sinnvoll einsetzen. Bürger:innen können beispielsweise am Digital-Signage-Display im Wartebereich nachlesen, welche Dokumente sie für einen bestimmten Antrag noch benötigen; oder wo sie welche Gebühren bezahlen müssen, um einen Behördenvorgang abzuschließen. Auch Benutzungshinweise für einen digitalen Passbildautomaten im Bürgeramt können vor Ort angezeigt und mit Erklärvideos unterlegt werden.
In Krankenhäusern und größeren Arztpraxen können Displays Patient:innen am Sitzplatz über aktuelle Wartezeiten informieren. Oder Patient:innen können am Terminal ihre Gesundheitskarte einchecken und bei Bedarf die Einwilligung zu einer bevorstehenden Untersuchung oder Behandlung digital unterschreiben.

POS-Integration: Digital Signage mit dem Kassensystem verbinden

Viele Digital-Signage-Systeme können sich im Einzelhandel direkt mit den Kassensystemen und der Warenwirtschaft verbinden. Unternehmen können so auch ihre Online- und Vor-Ort-Vertriebskanäle zeitgenau synchronisieren. Einige Beispiele:
  • Kino- oder Konzertbesucher:innen sehen online und offline verzögerungsfrei dieselben gebuchten und noch freien Sitzplätze.
  • Warenbestände im Handel werden in Echtzeit angezeigt, etwa bei Sonderaktionen.
  • Kund:innen erhalten in der Gastronomie in Abhängigkeit von der aktuellen Arbeitsauslastung genaue Zeitangaben, wann ihre Speisen fertig sind.
Entsprechende Lösungen gibt es inzwischen auch für mobile Verkaufsterminals, etwa auf Events wie Festivals und Stadtfesten. Hier unterstützen die Anbieter von Digital Signage eine verschlüsselte Anbindung, zum Beispiel mittels 5G-Mobilfunk.
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Die richtige Digital-Signage-Software und All-in-One-Systeme für den Handel

Für den Einzelhandel gibt es komplette Digital-Signage-Plattformen in der Cloud als auch Anbieter, die Ihnen Displays und Management-Software für den Einsatz auf eigener Hardware oder als Baukasten liefern. Eine Auswahl:
Samsung VXT
Samsung VXT ist ein cloudbasiertes Content-Management-System für Digital Signage. Samsung bietet es beispielsweise für die Gastronomie und den Einzelhandel an. Händler können damit Inhalte erstellen, Wiedergabelisten verwalten und diese zeitgesteuert oder in Echtzeit auf mehreren Displays ausspielen.
Die Plattform ermöglicht außerdem die zentrale Fernüberwachung und Verwaltung der Displays. VXT unterstützt neben Samsung-Geräten auch bestimmte Displays anderer Hersteller. Das System ist der Nachfolger von MagicINFO, das noch bis August 2029 unterstützt wird.
Philips Wave
Philips Wave ist eine cloudbasierte Plattform zur Verwaltung professioneller Philips-Displays. Handelsunternehmen können damit ihre Displays zentral installieren, überwachen, aktualisieren und verwalten.
Über programmierbare Schnittstellen lässt sich Wave mit anderen Anwendungen und Datenbanken verknüpfen. Für den Einzelhandel ist die Lösung insbesondere dann interessant, wenn viele Filialen und Displays zentral betrieben werden sollen.
STRATACACHE/ActiVia for Media
STRATACACHE bietet mit ActiVia for Media eine Digital-Signage-Plattform für größere Einzelhandelsunternehmen mit vielen Filialen. Die Lösung umfasst Funktionen zur Erstellung, Planung und Verwaltung digitaler Inhalte. Über ein Content-Management-System können Kampagnen zeitlich geplant und auf verschiedenen Displays passend ausgespielt werden.
Appspace
Appspace ist eine Digital-Signage-Plattform des gleichnamigen Anbieters. Die Software unterstützt unterschiedliche Hardwareplattformen und kann auch mit Microsoft- und Webex-Endpunkten genutzt werden. Neben klassischen Digital-Signage-Inhalten unterstützt Appspace auch das Ausspielen von Live-Daten.
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Digital Signage im Handel einführen: Content-Strategie, Checkliste und Technik

Einsatz von Digital Signage braucht eine Content-Strategie

Sie benötigen für den Einsatz eine Content-Strategie, die auf Ihre Produkte und Ihre Zielgruppe zugeschnitten ist. Rechnen Sie zum Beispiel damit, dass potenzielle Kund:innen Ihr Digital-Signage-Display nur im Vorbeigehen sehen, sollten Sie mit sehr wenig Text arbeiten.
Ein Bildschirm in einem Store, der über ein Produkt informiert, kann hingegen mehr Text enthalten. So können Sie das bereits vorhandene Interesse der Nutzer:innen verstärken und sie bei der Kaufentscheidung unterstützen.
Ihre Content-Strategie kann auch durch vielfältige Interaktionsoptionen die Erfahrung der Nutzer:innen aufwerten: Via Smartphone oder Touchscreen entsteht ein interaktiver Kontakt zur Kundschaft.
Assistierende Technologien wie die kleinen Funksender Beacons, RFID-Chips oder scanbare QR-Codes machen es hingegen möglich, Interessierten personalisierte Inhalte auf ihr Smartphone zu bringen. Unter Umständen sorgen Sie durch Digital Signage so dafür, dass sich potenzielle Kund:innen näher mit einer Thematik beschäftigen.

Checkliste für den Einsatz von Digital Signage

Unternehmen, die selbst auf digitale Werbeflächen setzen wollen, sollten folgende Empfehlungen bedenken:
  • Wer ist die Zielgruppe? Grenzen Sie Ihre Konsument:innen ein. Nicht jede:r ist geeignet für die Ansprache via Bildschirm. Gerade jüngere Menschen erreichen Sie mit den vernetzten Displays aber mit höherer Wahrscheinlichkeit.
  • Welche Produkte werden verkauft? Lassen sich die Angebote gut in Bildern darstellen? Sie benötigen im Idealfall eine Datenbank mit Bildern, Präsentationen und Clips.
  • Wozu sollen die Bildschirme eingesetzt werden? Als Wegweiser, zur Preisinformation, weiteren Produktdetails oder zur Unterhaltung? Davon abhängig sollten Sie auch die Länge von Texten festlegen.
  • Sollen die Kund:innen selbst Informationen über ihr Smartphone abrufen können? Dann sind Übertragungswege oder QR-Codes nötig.
  • Lohnt sich der Einsatz eines Touchscreens? Digital Signage kann auch eine Station sein, an der Kund:innen durch Ihr Sortiment stöbern.
  • Lohnt sich Outsourcing? Zahlreiche Anbieter bieten einen Komplett-Service: von der Installation der Technik über die Produktion von Inhalten bis zum Sendeprogramm pro Screen. Das dürfte sich besonders dann lohnen, wenn sie über ein Digital-Signage-Display stets aktuelle Informationen liefern wollen.
  • Wie sind die Bildschirme positioniert? An der Kasse sind Displays länger im Auge der Betrachter:innen als im Vorübergehen im Markt. Je kürzer die Verweildauer, desto kürzer sollten Spots und Texte sein. Ihre Inhalte sollten stets leicht konsumierbar sein.
  • Welches Bildschirmformat ist geeignet? Es gibt Hoch- und Querformate. Das Querformat (Landscape) ähnelt dem TV, das hohe Format (Portrait) dem Plakat. Produktangebote können besser im Hochformat wirken. Zeigen Sie auch Clips oder bewerben Filme und Serien, ist das Querformat die bessere Wahl.
  • Wie ist der Zustand Ihrer Digital-Signage-Displays? Nutzen Sie eine Funktionsüberwachung – oder prüfen Sie die Displays selbst. Funktioniert ein Bildschirm nicht, könnten Interessent:innen das negativ aufnehmen.

Technische Voraussetzungen

Je nach Einsatzszenario gibt es unterschiedliche technische Voraussetzungen für die Verwendung von Digital Signage in Einzelhandel und Gastronomie. Im Folgenden erfahren Sie, welche Voraussetzungen erfüllt sein sollten.
Für einfache, statische Warenetiketten benötigen Sie nur eine Stromversorgung. Oft reicht dazu eine Batterie beziehungsweise ein Akku. Noch sparsamer sind sogenannte E-Ink-Displays, die im Betrieb kaum Strom verbrauchen. Allerdings sind diese auch nicht so lichtstark wie LCD.
Größere, lichtstarke Displays benötigen in der Regel eine eigene Stromversorgung (230 Volt) vor Ort.
Wenn Sie wechselnde, tagesaktuelle Inhalte anzeigen möchten, benötigen Sie in der Regel einen Anschluss an Ihr Firmennetz, beispielsweise über Ethernet oder WLAN. Die Verbindung sollte grundsätzlich verschlüsselt sein; insbesondere dann, wenn sie das System auch für die Verarbeitung von Kundendaten nutzen, etwa für Bezahlvorgänge.
Für das Ausspielen zentraler Marketinginhalte bei einem Unternehmen mit mehreren Filialen benötigen Sie zusätzliche eine Verbindung zur Firmenzentrale, beispielsweise über das Internet und einen VPN-Kanal.
Nicht zuletzt müssen Sie Ihr System je nach Einsatzzweck auch mit Ihrem Content Management System (CMS) oder Ihrer Warenwirtschaft verbinden. Welche Schnittstellen dabei zum Einsatz kommen, hängt von der gewählten Software ab.

Unser Fazit: Schaffen Sie per Digitalisierung Mehrwert für Ihre Kund:innen

Immer mehr Unternehmen aus Einzelhandel, Hotellerie und Gastronomie setzen auf Digital Signage. Aber auch Behörden und Dienstleister aus dem Gesundheitswesen nutzen die smarten Displays, um Besucher:innen und Patient:innen durch Gebäude zu führen oder Anmeldevorgänge zu vereinfachen.
Am Markt gibt es bereits einige Anbieter, die Ihnen ganz nach Bedarf passende Full-Service-Lösungen aufbauen und installieren oder Sie mit individuellen Lösungen auf Basis etablierter IoT-Systeme versorgen.
Wichtig: Nicht für jeden Einsatzzweck und jeden Point of Sale ist Digital Signage geeignet. Schauen Sie genau, welche Zielgruppen Sie ansprechen möchten und welche Produkte Sie präsentieren möchten. Auch technischen Gegebenheiten müssen stimmen; und sie brauchen zudem eine klare Digitalisierungsstrategie für die digitale Technik auf der Verkaufsfläche.
Wenn Sie Digital Signage nutzen möchten, um die Wünsche Ihrer Kund:innen zielgerichtet zu bedienen, die Conversion Rate am Point of Sale zu erhöhen oder um Ihre Mitarbeiter:innen am Kassenplatz zu entlasten, gibt es dafür viele Möglichkeiten.
Agrarwirtin arbeitet am Tablet. Im Hintergrund sind Erntemaschinen zu sehen.

Internet of Things: Alles aus einer Hand

Durch die intelligente Vernetzung von Maschinen und Gegenständen werden unter anderem Produktion und Logistik effizienter gestaltet. So sparen Sie wichtige Ressourcen und erweitern Ihre Geschäftsmodelle.

Optimieren Sie jetzt Ihre Prozesse: Wir sind mit über 118 Millionen Connections führend im Bereich IoT und diese Zahl wächst täglich.

Digital Signage: Häufig gestellte Fragen (FAQ)

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