Während die meisten deutschen Unternehmen laut Bitkom auf Private-Cloud-Lösungen vertrauen (63 Prozent), die auf unternehmenseigenen Servern betrieben werden, setzen 46 Prozent ganz oder zusätzlich auf sogenannte Public-Cloud-Angebote. Private Clouds und die dazugehörigen Server stehen exklusiv für das Unternehmen zur Verfügung. Firmen im Public-Cloud-Bereich teilen sich die Dienstleistungen von Cloud-Anbietern auf deren Servern. Bevor Sie einen Cloud-Speicher buchen, sollten Sie also Ihr Anforderungsprofil genau festlegen. Nur wenige Anbieter decken sämtliche Cloud-Services ab. Spätestens bei der Festlegung auf eine Branchen-Software gibt es meist lediglich einen einzigen dazu passenden Anbieter – in der Regel den Hersteller der Software.
Verfügen Sie beispielsweise über eine eigene Unternehmens-IT, die lediglich zusätzliche administrierbare Hardware braucht, die nicht unbedingt am Standort des Unternehmens stehen sollte? Dann ist ein Anbieter von Infrastructure-as-a-Service (IaaS) oder Platform-as-a-Service (PaaS) richtig für Sie. In naher Zukunft geht der Trend dahin, dass fast alle Software-Hersteller „Cloud-only“ produzieren. Das bedeutet, dass wichtige Unternehmensanwendungen gar nicht mehr für die lokale Installation („On-Premises“) zur Verfügung stehen, sondern als Software-as-a-Service (SaaS) über das Web laufen. Mehr zu den einzelnen Cloud-Services erfahren Sie von uns auch an anderer Stelle im V-Hub. Rechtssicherheit
In jedem Land gelten andere Gesetze für den Datenschutz oder den Schutz von Geschäftsgeheimnissen. Während Sie in einem Land Buchungsdaten für das Finanzamt zehn Jahre aufbewahren müssen, können dieselben Daten in einem anderen Land als persönliche Daten Ihrer Kund:innen gelten, die Sie nach kurzer Frist löschen müssen. Achten Sie daher darauf, wo sich der physische Standort Ihrer Cloud-Daten befindet.
Administrierbarkeit
Jeder Cloud-Betreiber regelt Ihre Möglichkeiten im Umgang mit seiner Cloud anders: Manche Clouds dienen als reine Datenspeicher, die Sie über Web-Interfaces oder API-Schnittstellen mit Daten befüllen. Auf anderen Cloud-Spaces können Sie eigene Software ausführen.
Datensicherheit
Generell sollten Sie darauf achten, dass Ihr Anbieter Ihre Daten regelmäßig sichert – mindestens einmal innerhalb von 24 Stunden. Ist dies nicht der Fall, müssen Sie selbst ein Back-up machen.
Back-ups sollten immer an anderen Orten als dem primär genutzten Rechenzentrum erfolgen. Denn trotz aller Vorkehrungen und Expertise gehen Daten in Rechenzentren von Anbietern verloren: egal ob durch äußere Einflüsse wie Brände oder Überflutungen, mangelnde Sicherheitsvorkehrungen oder menschliche Fehler.
Eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei der Kommunikation mit Ihrem Cloud-Anbieter sorgt für mehr Sicherheit. Dadurch sind abgefangene Daten für Dritte unbrauchbar.
Skalierbarkeit
Egal, ob Ihr Unternehmen mit den Jahren organisch wächst oder ob Sie saisonale Schwankungen im Speicherbedarf auffangen möchten: Ihre Cloud sollte sich stets Ihren Bedürfnissen anpassen. Außerdem sollten Mitarbeiter:innen und Kund:innen jederzeit auf Applikationen und Daten zugreifen können. Dazu gehört auch die Resilienz: Eine gute Cloud bleibt sogar bei DDoS-Attacken aus dem Internet stabil und produktiv. Verfügbarkeit
Ein gut organisierter Cloud-Anbieter informiert Sie frühzeitig über geplante Wartungsarbeiten an seinen Cloud-Speichern. Idealerweise legt er Wartungsfenster in Zeiten, in denen Sie eher auf den entsprechenden Dienst verzichten können. Noch besser: Sie bekommen von möglichen Ausfällen gar nichts mit, da sich der Betreiber so organisiert, dass sich die Last während notwendiger Wartungsarbeiten auf andere Server verteilt.
Das Service Level Agreement (SLA) legt als Teil Ihres Vertrages exakt fest, wie viele Stunden im Jahr die von Ihnen gebuchten Services aufgrund von Updates offline sein dürfen. Es regelt ebenfalls, wie schnell Ihr Anbieter auf Anfragen bei Problemen reagieren muss.
Tipp: Die Redundanz und die Verfügbarkeit von Rechenzentren sind in sogenannte TIER-Klassen eingeteilt. Je höher die Klasse, desto besser sind Ihre Daten gegen Ausfälle geschützt. Als Gewerbekund:in sollten Sie Ihre Daten nicht unter TIER 3 verwahren lassen.
Einfachheit
Ihr Unternehmen sollte den von Ihnen genutzten Cloud-Service möglichst intuitiv und umfassend nutzen können. Ist dies nicht der Fall, werden Ihre Mitarbeiter:innen möglicherweise improvisieren und andere Dienste nutzen (Stichwort: Schatten-IT).