Welche Cloud ist die beste? Die 15 wichtigsten Auswahl-Kriterien

Technologie

Technologie

Datum 02.10.2019
Lesezeit 6 Min.

Welche Cloud ist die beste? Die 15 wichtigsten Auswahl-Kriterien


Das Thema Cloud ist in deutschen Unternehmen längst angekommen. Doch nach wie vor gibt es Unsicherheiten bei der Auswahl des richtigen Anbieters. Wir helfen Ihnen, sich im Dschungel der Anbieter zurechtzufinden – mit einer passenden Checkliste.

Zwei von drei Unternehmen in Deutschland nutzen laut einer aktuellen Bitkom-Studie inzwischen Cloud Computing. Bei den Großunternehmen sind es sogar 83 Prozent – Tendenz steigend. Eines der Top-Kriterien bei der Auswahl des richtigen Cloud-Dienstes ist sicherlich die DSGVO-Konformität. Doch es gibt weitere Faktoren, die Sie bei der Entscheidung für den oder die richtigen Dienstleister berücksichtigen sollten.

 

Welche Cloud ist optimal? Eine Checkliste mit 15 Punkten

Die folgende Checkliste soll Ihnen dabei helfen, den optimalen Cloud-Anbieter zu finden. Vergleichen Sie die einzelnen Angebote und vergeben Sie Noten, je nachdem, wie gut ein Anbieter ein bestimmtes Kriterium erfüllt. Dabei sollten Sie gewichten, welcher Faktor Ihnen besonders bedeutsam erscheint. Am Ende steht dann Ihr ganz persönlicher Cloud-Favorit:

1. Funktionsumfang 

Definieren Sie vorab, welche Leistungsmerkmale Sie für die verschiedenen Workloads in der Cloud wirklich brauchen. Themen, die Sie dabei in Betracht ziehen sollten, sind beispielsweise API-Unterstützung, Verschlüsselungsmechanismen, Auto-Synchronisierung, unternehmenskritische Workloads wie SAP etc.

2. Agilität der Cloud

Welche Flexibilität und Elastizität benötigen die Workloads, die in der Cloud stattfinden sollen? Nutzen Sie beispielsweise Fast Provisioning oder Auto Scaling? Dann sollten Sie entsprechend agile Komponenten wählen.

3. Erforderliche Services 

Welche Services werden von Ihnen zu welchem Zeitpunkt benötigt? Hier gibt es verschiedene Bausteine wie Managed Services, Disaster Recovery oder Backup-Dienste. Stellen Sie dazu einen Tages-, Wochen- und Monatsplan auf, um keine Lastzeiten zu übersehen. 

4. Supportangebot

Je nach Einsatzgebiet kann auch der Support ein wichtiges Kriterium sein. Welche Hilfestellungen gibt es für den Nutzer und welche für IT-Mitarbeiter? Gibt es zum Beispiel eine deutschsprachige Telefon-Hotline? Wann ist diese erreichbar? Oder wird ein Besuch vor Ort durch Cloud-Architekten angeboten?

5. Der Cloud-Standort

Welche Daten werden an welchen Datacenter-Standorten gespeichert? Für so manche Workloads bzw. Daten ist es nicht nur empfehlenswert, sondern gemäß Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) sogar rechtlich verpflichtend, dass sie in Deutschland bleiben.

6. Internationalität

Überprüfen Sie, an welchen Stellen Sie grenzüberschreitende Leistungen benötigen, um auch das internationale Geschäft zu stärken. Sie sollten sicherstellen, dass Sie Ihre Infrastruktur dort nutzen können, wo Sie sie benötigen.

7. Latenzzeiten und QoS-Vereinbarungen 

Je nach Anbieter kann der Weg der Daten von und zur Cloud lang oder kurz sein. Das spielt vor allem bei internationalen Standorten eine wichtige Rolle. Überlegen Sie daher, welche Workloads welche Latenzzeiten brauchen.

8. Compliance & Datensicherheit 

Ein ganz entscheidendes Thema: Welche internen, marktüblichen und gesetzlichen Regularien müssen befolgt werden und wie müssen die Prozesse darauf abgestimmt sein? Welche Zertifikate kann der Anbieter vorweisen – ist er ISO- und BDSG-zertifiziert?

9. Welche Service Level Agreements gibt es?

Service Level Agreements (SLA) legen genau fest, zu welchen Leistungen im Detail sich der Provider verpflichtet und wie die Nichteinhaltung sanktioniert wird. Überlegen Sie daher, welcher Workload welche Vereinbarungen und Leistungsindikatoren benötigt und prüfen Sie den angebotenen Leistungsumfang und die Vertragsbedingungen daraufhin genau.

10. Verfügbare Abrechnungsmodelle

Welche Abrechnungsmodalitäten passen zu den geplanten und erwartbaren Workloads? Mit nutzungsbasierten Abrechnungsmodellen verhindern Sie beispielweise kapitalintensive Kosten (CapEx), steigern aber die Betriebskosten (OpEx).

11. Gesamtkosten oder „Total cost of ownership”

Ist die Lösung insgesamt kosteneffizient? Denken Sie auch perspektivisch: Ist die Lösung nur jetzt kosteneffizient oder auch mittelfristig? Welche internen Ressourcen sparen Sie durch die Cloud-Lösung ein und welche benötigen Sie zusätzlich? Spätestens nach fünf Jahren sollte die Cloud-Lösung für Ihr Unternehmen nur noch Kosten sparen.

12. Konnektivität

Welche Optionen gibt es beim Datentransport und welche Backbones werden für die Cloud-Anbindung verwendet? Welche passen am besten zu den jeweiligen Anforderungen und welche Kosten sind damit verbunden?

13. Zukunftsfähigkeit

Ein oft nicht genug beachtetes Thema bei der Cloud-Planung ist die Ausbaufähigkeit für die Zukunft. Fragen Sie sich: Wie sieht die Produktplanung des Anbieters aus, sind neue Funktionen geplant und werden bestehende Produkte konstant optimiert? Wie sieht die Strategie des Anbieters aus? Hat das Thema Cloud beim Anbieter Priorität und wird er auch in 3 bis 5 Jahren noch am Markt sein?

14. Multi-Cloud

Nicht selten werden verschiedene Cloud-Lösungen von unterschiedlichen Anbietern eingesetzt. Fragen Sie sich, bis zu welchem Grad an Komplexität Sie mehrere Anbieter verwalten können und wollen. Oder sollten Sie gleich auf einen Multi-Cloud-Provider bauen, der Ihnen verschiedene Module bieten kann – möglichst auf einer einzigen Rechnung?

15. Datenportabilität

Nicht zuletzt ist es wichtig, Vendor Lock-ins zu vermeiden: Wenn ein genutzter Service oder ein verwendetes Produkt nicht ohne Weiteres durch eine gleichwertige Lösung eines anderen Anbieters ersetzt werden kann, spricht man vom „Vendor Lock-in”. Mit einer proprietären Lösung beispielsweise verliert die Cloud ihre Flexibilität. Prüfen Sie also, ob es bei Bedarf eine einfache Möglichkeit gibt, Workloads von einer Cloud in eine andere zu verlagern.

Übrigens: Die Vodafone Alibaba-Cloud arbeitet nicht nur DSGVO-konform, sondern erfüllt auch fast alle der hier genannten Kriterien hervorragend.

 

Video: YouTube / Vodafone Deutschland

 

Cloud-Lösungen deutscher Unternehmen: Der Stand der Dinge

Während die meisten deutschen Unternehmen laut Bitkom auf Private-Cloud-Lösungen vertrauen (51 Prozent), die auf unternehmenseigenen Servern betrieben werden, setzt etwa ein Drittel auf sogenannte Public-Cloud-Angebote. Während sogenannte Private Clouds und die dazugehörigen Server exklusiv für das Unternehmen zur Verfügung stehen, nutzen Firmen im Public-Cloud-Bereich die Dienstleistungen von Cloud-Anbietern auf den Servern dieser Anbieter. 

Die Vorteile von Public Clouds liegen auf der Hand:

  • Ortsunabhängig: 75 Prozent der befragten Unternehmen freuen sich laut Bitkom über einen ortsunabhängigen Zugriff auf ihre IT.
  • Skalierbar: 66 Prozent der beteiligten Firmen führen die Skalierbarkeit ihrer Ressourcen als wesentlichen Cloud-Vorteil an.
  • Sicher: Für 50 Prozent der Unternehmer ist die Migration in die Cloud ein Sicherheitsgewinn.

Die Cloud wird in Unternehmen vermehrt eingesetzt, wie solche Zahlen zeigen. Peter Heidkamp, Head of Technology bei KPMG, bringt es auf den Punkt: „Ob Kleinstbetrieb oder Großkonzern – Cloud Computing hat sich in aller Breite durchgesetzt.” 

Man könnte also inzwischen gar von einem „Cloud-first“-Denken sprechen, wobei es laut Gartner dabei nicht bleiben wird: Bereits 2020 werden die meisten Software-Hersteller „Cloud-only“ produzieren. Das bedeutet, dass wichtige Unternehmensanwendungen gar nicht mehr zur lokalen Installation angeboten werden, sondern als SaaS (Software-as-a-service)-Angebot komplett im Web laufen.

Mehr zu den einzelnen Cloud-Arten erfahren Sie von uns auch an anderer Stelle in diesem Blog.

Welche Cloud-Services passen zu Ihren Bedürfnissen? Erfahren Sie mehr zu Vodafones Cloud-Services oder nehmen Sie direkt Kontakt mit unseren Cloud-Experten auf.

 

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Facebook Twitter WhatsApp LinkedIn Xing E-Mail