Das Digitale Büro – Unternehmenskultur im Wandel

Digitales Business

Digitales Business

Datum 02.12.2016
Lesezeit 3 Min.

Das Digitale Büro – Unternehmenskultur im Wandel

84 Milliarden Euro. So hoch wird das Einsparpotenzial des digitalen Arbeitsplatzes der Zukunft auf Unternehmen und Volkswirtschaft laut einer Studie beziffert. Warum der digitale Wandel in der Wirtschaft neben all den Zahlen vor allem eine Änderung der Unternehmenskultur bedeutet, lesen Sie in diesem Teil der Reihe „Das digitale Büro“.

Durch die Bereitstellung digitaler Arbeitsplätze werden Kreativität und Innovation in Unternehmen gefördert. Eine Auswirkung, die in Zukunft dringend benötigt wird, um den Herausforderungen gewachsen zu sein. So sehen sich Unternehmen in den kommenden Jahren einem massiven Mitarbeiterschwund gegenüber: Bis 2050 soll die Zahl der Erwerbstätigen von 61 auf 52 Prozent sinken. Gleichzeitig ändern sich die Arbeitsinhalte und die Anforderungen an die Mitarbeiter.

Talente finden und binden durch neue Arbeitszeitmodelle

Unternehmen müssen sich also Maßnahmen einfallen lassen, um Mitarbeiter zu gewinnen, zu halten und sie so an sich binden, dass diese nach Zeiten in anderen Unternehmen oder Auszeiten, möglichst wieder zurückkommen.

Ein Umdenken in der Unternehmenskultur ist gefragt, Vertrauensarbeitszeit statt Präsenzkultur zum Beispiel. Gerade die Generation der heute 20- bis 35-Jährigen legt Wert darauf, Work-Life-Balance zu leben und eine Arbeit mit Sinn zu finden:

  • Wandel der Führungskultur (Liquid Leadership, Digital Leadership): Statt starrer hierarchischer Führung sind zunehmend Führungskräfte als Coaches gefragt. Empathisch, reflexiv, digital sollen diese sein, weniger auf Status bedacht.
  • Flexible Strukturen: Mitarbeiter legen zunehmend Wert darauf, unabhängig von Zeit und Ort zu arbeiten, projektorientiert und mit leistungsorientierten Vereinbarungen. Die meisten bevorzugen eine Mischung aus Flexibilität und Sicherheit.
  • Umgang mit Fluktuation: Durch digitale Arbeitsplätze und den Mangel an Fachkräften können Mitarbeiter ihren Arbeitgeber öfter wechseln – und werden dies auch tun. Unternehmen können mit flexiblen Lösungen gegensteuern und Interimsprojekte, Rückkehrstrategien und institutionalisierte Auszeitmodelle anbieten.
  • Management von Wissen: Gleichzeitig wird Wissensmanagement zum Schlüssel für erfolgreiche Unternehmensführung, um Know-how im Unternehmen zu halten oder sich bei Bedarf von außen zu holen.
  • Weiterbildung wird zum Schlüsselargument: 75 Prozent der 20- bis 35-Jährigen legt laut Studie Wert auf fortwährende Qualifizierung. Für Unternehmen bedeutet Personalentwicklung somit ein strategisches Investment.
  • Der Arbeitgeber als Gastgeber: Ein großer Teil des sozialen Lebens findet zunehmend in Unternehmen statt. Unternehmen mit einer Mission gelingt es, die größten Talente anzuziehen und zu halten – ein klarer Wettbewerbsvorteil. Sie definieren den Arbeitsplatz neu und gestalten die Firmenräume als Mischung aus Erlebniswelt und Ruhezonen.

Zusammenarbeit wird Teil der Unternehmenskultur

Getrieben wird diese Änderung von der Digitalisierung der Arbeitswelt, die dafür sorgt, dass:

  • wir Zeit und ortsunabhängig arbeiten können,
  • Mitarbeiter sicher und flexibel auf alle relevanten Anwendungen und Daten zugreifen können,
  • die Arbeit durch Produktivitäts-Apps beschleunigt wird,
  • Arbeiten an wirklich jedem Ort möglich wird, zum Beispiel im Auto.

Eine Ernst & Young Studie zeigt, dass Unternehmen unterschiedlich auf diese Herausforderungen reagieren. So bieten 41 Prozent ihren Mitarbeiten keine speziellen Weiterbildungen für digitale Prozesse an. Wo diese allerdings angeboten werden, werden diese auch zu 43 Prozent von den Mitarbeitern genutzt.

Ökonomische Einsparungseffekte und höhere Arbeitgeberattraktivität

Die ökonomischen Auswirkungen der sich digitalisierenden Arbeitswelt werden laut einer Crisp Research-Studie auf über 84 Milliarden Euro beziffert, wobei 81 Milliarden Euro auf Einsparungseffekte in Unternehmen zurückgeführt werden. Die restlichen sieben Milliarden sollen sich aus der Verringerung des beruflich motivierten Verkehrs – und daher weniger Staus – ergeben.

Die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf spielt eine große Rolle und bringt Pluspunkte für die Attraktivität von Unternehmen, vor allem bei Wiedereinsteigerinnen, älteren Arbeitnehmern und flexibel arbeitenden Fachkräften. Gleichzeitig ist es wichtig, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter auf dem Weg in die Digitalisierung mitnehmen, zum Beispiel dafür sorgen, dass es nicht zu mehr Stress kommt oder komplexe Arbeitsprozesse gründlicher erklärt werden.

Das digitale Büro

Teil 1: Alles digitalisieren oder digital zusammenarbeiten?

Teil 3: Mit cleveren Gadgets den Arbeitsplatz gestalten

Mit welcher Hardware und Gadgets sich künftig die Produktivität im digitalen Büro regelrecht beflügeln lassen kann, lesen Sie im nächsten Beitrag.

Facebook Twitter WhatsApp LinkedIn Xing E-Mail