Bei eBay gewerblich verkaufen: So gelingt der Einstieg in die Bieterplattform

Digitales Business

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Datum 17.09.2020
Lesezeit 7 Min.

Bei eBay gewerblich verkaufen: So gelingt der Einstieg in die Bieterplattform

Während der stationäre Einzelhandel in Deutschland nicht erst seit Corona unter sinkenden Umsätzen leidet, wächst der Online-Handel hierzulande jährlich um rund 20 Prozent. Auch das erste Halbjahr 2020 verlief für die Branche sehr erfreulich. Grund genug, sich als gewerblicher Verkäufer die Absatzkanäle im Internet näher anzusehen. Gerade der Klassiker eBay lockt mit einer Vielzahl potenzieller Käufer, einem intuitiven Verkaufssystem und diversen Hilfsmitteln auch für große Mengen ähnlicher Produkte.


Lange gab es im Internet scheinbar eine klare Zweiteilung: Während Online-Riese Amazon als Nummer Eins unter den gewerblichen Internet-Kaufhäusern Neuware vertrieb, galt eBay anfangs mehr als als „Online-Trödelmarkt” denn als professionelle Verkaufsplattform. Seit einigen Jahren wird aber auch eBay gern und viel von gewerblichen Händlern genutzt. Sogar die private Verkaufsplattform eBay Kleinanzeigen bietet inzwischen ein Angebot für gewerbliche Aktivitäten.

Auch aus diesem Grund hat Amazon seine Online-Welt für gewerbliche Drittanbieter längst weit geöffnet. Seit 2017 macht der Anteil der sogenannten Marketplace-Händler in Deutschland mehr als die Hälfte vom gesamten Amazon-Umsatz aus, während der Verkauf von eigenen Produkten bei Amazon schon lange stagniert.

Wie sich mit dem eigenen Online-Shop bei eBay gegen Ihre Konkurrenz durchsetzen und Anfänger-Fehler vermeiden, lesen Sie hier.

Auf eBay gewerbliche Angebote platzieren: Die ersten Schritte 

Zuerst brauchen Sie bei eBay ein (gewerbliches) Verkäufer-Konto. Hierbei müssen Sie entscheiden, ob Sie Ihr eventuell bereits vorhandenes privates Konto in ein Geschäftskonto umwandeln oder ein neues Business-Konto anlegen. Verwenden Sie Ihr privates Konto weiter, sollten Sie es zukünftig für private Käufe nicht mehr benutzen, um Geschäft und Privates sorgfältig zu trennen. Das ist auch rechtlich und steuerlich sinnvoll. Bewertungen, die Sie bereits in der Vergangenheit als Privatverkäufer oder -käufer erhalten haben,  bleiben Ihnen bei der Umstellung erhalten.

Gewerbliches Verkäuferkonto anlegen

Alternativ können Sie ein neues Konto anlegen. Wenn Sie dies tun möchten, klicken Sie zum Registrieren auf der Webseite von eBay oben links auf „neu anmelden“ und dann auf „Gewerbliches eBay-Konto erstellen“. Durchlaufen Sie nun das Registrierungs-Prozedere, wobei Sie Ihre Kontaktdaten und den Unternehmensnamen so eingeben, wie er in Ihrem Gewerbeschein vermerkt ist. Ohne Gewerbeschein können Sie kein gewerbliches Verkäuferkonto eröffnen.


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Sofern Sie keine andere Unternehmensform gewählt haben, agieren Sie rechtlich als Einzelunternehmer und müssen unter „Offizieller Name des Unternehmens“ Ihren Vor- und Zunamen eingeben. Dies ist nicht gleichbedeutend mit dem Nutzernamen, den Sie im nächsten Eingabefenster auswählen und den Ihre Kunden auf eBay später hinter Ihren Auktionen sehen.

Im nächsten Fenster machen Sie Angaben zur Unternehmensanschrift, zum Unternehmenstyp (beispielsweise „Einzelhändler“), zur Rechtsform (beispielsweise „Einzelunternehmer“) und zu Ihrer Kontaktadresse. Falls vorhanden, tragen Sie hier auch Ihre Handelsregisternummer ein.

Anschließend prüft eBay noch Ihre Kontaktdaten, zum Beispiel durch einen Kontrollanruf oder eine Email an Ihre Adresse, die Sie bestätigen müssen. Hat dies alles funktioniert, können Sie Ihr Geschäftskonto direkt nutzen.

 

Video: YouTube / Erfolgreich Verkaufen

 

Darauf sollten Sie bei eBay-Online-Auktionen achten

Um auf eBay erfolgreich zu sein, sollten Sie beim Aufsetzen eigener Auktionen oder Sofort-Kaufen-Angebote einige Dinge beachten:

  • Aussagekräftige Fotos: Machen Sie stets gut ausgeleuchtete, scharfe und aussagekräftige Fotos von allen Ihren Produkten. Viele Kunden werden durch eine schlechte Bebilderung oder Texte voller Rechtschreibfehler abgeschreckt.
  • Passende Beschreibung: Nehmen Sie sich Zeit, um jedes eingestellte Produkt sorgsam zu verschlagworten. Ein Produkt, das unter einer unüblichen Bezeichnung abgelegt wird, wird von Käufern in der Masse der Auktionen nicht gefunden.
  • USP herausstellen: Prüfen Sie immer wieder, wie Ihre Produkte gegenüber Angeboten der Konkurrenz herausstechen können und wie sie möglichst nach oben in den Auktionslisten wandern. Die wenigsten Käufer scrollen in den eBay-Listings bis zur zweiten Seite oder gar darüber hinaus.
  • Korrekte AGB: Formulieren Sie Ihre Angebots-Texte und Ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) sehr sorgfältig und greifen Sie dabei möglichst auf die Hilfe eines Anwaltes oder auf seriöse Mustertexte zurück. Viele Händler wurden bereits abgemahnt, weil sie in ihren Auktions-Texten beispielsweise den seit 2016 verpflichtenden Hinweis auf das Online-Streitbeilegungsverfahren der EU vergessen hatten.
  • Markenrechte prüfen: Prüfen Sie, ob Sie die Rechte an allen verwendeten Begriffen und Handelsbezeichnungen haben. Etliche Händler wurden in der Vergangenheit kostenpflichtig abgemahnt, weil sie „Innensechskantschlüssel“ (erlaubt) leichtfertig als „Inbusschlüssel“ (markenrechtlich geschützt) verkauft haben.
  • Produkte korrekt kennzeichnen: Achten Sie besonders bei Nahrungsergänzungsmitteln, Diätprodukten oder Medizinischen Hilfsmitteln auf die genauen Produktbezeichnungen. Verkaufen Sie beispielsweise Mundschutzmasken als Atemschutzmasken, gelten diese als Medizinprodukte und Sie müssen viele Auflagen erfüllen, um diese überhaupt anbieten zu dürfen. Sonst löscht eBay Ihre Auktion. Mehr Informationen dazu finden Sie hier
  • CE-Kennzeichen oder nicht: Achten Sie bei Importwaren auf die CE-Kennzeichnung, die für viele Produkte in Deutschland bei „Inverkehrbringung“ durch Importeur oder Händler vorgeschrieben ist. Auch hier drohen Abmahnungenfür Händler, die dies nicht wissen.

 

Werkzeuge für den gewerblichen eBay-Handel: Verkäufer Cockpit Pro und Afterbuy

Das gewerbliche Geschäft über eBay ist häufig ein Massengeschäft. Am einzelnen Produkt verdienen Händler oft  nur wenig, erst die Menge macht in diesem Fall die Marge. eBay bietet Ihnen daher Online-Tools an, mit denen Sie Ihre Einstellprozesse beschleunigen und automatisieren oder den Marktplatz rund um die Uhr beobachten können.

Das sogenannte Verkäufer Cockpit Pro ist Nachfolger des einstigen Turbo-Listers von eBay. Damit haben Sie Ihre Angebote im Blick und verwalten Ihren gesamten Online-Shop. Hier sehen Sie beispielsweise in der Traffic-Übersicht welche Klick- und Konversionsraten Sie mit Ihren Angeboten erzielt haben oder wieviel Aufrufe Ihrer Seiten es gab. 

Im Marketing-Bereich des Cockpits können Sie Verkaufsaktionen starten oder Anzeigen bei eBay schalten. Über die Performance-Werkzeuge kontrollieren Sie Ihre Umsatz-Entwicklung oder die Traffic-Zahlen vergangener Monate bei eBay Deutschland insgesamt gegenüber Ihren Angeboten.

Bildschirmansicht des Verkäufer Cockpit Pro von eBay

Mit dem Verkäufer Cockpit Pro managen Sie Ihre Auktionen und haben alle Ihre Umsätze im Blick.

Afterbuy ist ein anderes Verkäufertool, mit dem Sie Ihren Online-Handel erfassen. Damit können Sie auch Transaktionen über unterschiedliche Marktplätze erfassen, also eBay-Verkäufe mit Verkäufen über den Amazon Marketplace oder einem anderen Online-Shop vergleichen.

Wichtig: Die Wahl der richtigen Verkäufer-Software ist entscheidend für Ihren Geschäftserfolg. Nur wenn die Software gut mit Ihrer möglicherweise schon vorhandenen Warenwirtschaft harmoniert, können Sie Ihre Geschäftsprozesse zügig abwickeln. Händisches Übertragen von Versanddaten oder Auktionsnummern führt schnell zu Verzögerungen im Geschäftsablauf. Die aber werden von Online-Käufern unnachgiebig mit Negativ-Bewertungen quittiert, was bei eBay fast immer zu sinkenden Umsätzen führt.

Zusätzliche Tipps für den Online-Handel nicht nur bei eBay

Neueinsteiger im Online-Handel stellen meist schon nach kurzer Zeit fest: Vieles, was im Präsenzhandel im kleinen Ladenlokal um die Ecke funktioniert, läuft im Internet deswegen noch lange nicht.

Andere Geschäftsideen, die offline angesichts immer höherer Ladenmieten und steigender Personal- und Nebenkosten nicht realisierbar sind, lassen sich über Verkaufsplattformen im Internet hingegen problemlos umsetzen. Der Handel im Internet funktioniert somit nach ganz eigenen Regeln. Als Verkäufer sollten Sie folgende Punkte daher unbedingt beachten:

  • Das Internet-Geschäft bietet häufig nur geringe Margen. Nirgendwo können Ihre Kunden so leicht Preise vergleichen, wie per Suchmaschine im Internet. Hohe Erlöse erreichen Sie bei austauschbaren Produkten nur über hohe Stückzahlen und sehr viele Verkäufe in kurzer Zeit.
  • Die Konkurrenz schläft nicht. Rechnen Sie damit, dass erfolgreiche Produktideen schnell kopiert werden.
  • Ein eigener Online-Shop erspart Ihnen eBay- und Amazon-Gebühren. Er sollte aber professionell aufgesetzt werden. Fast jeder Shop-Betreiber hat schon einmal vierstellige Abmahngebühren an Abmahn-Anwälte zahlen müssen. Für den Laien ist es nahezu unmöglich, ein Shop-System aufzusetzen, dass alle gesetzlichen Vorgaben des Verbraucherschutzes und des Wettbewerbsrechtes erfüllt.
  • Fahren Sie möglichst mehrgleisig. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass ein einzelnes Produkt dauerhaft funktioniert und stetig Erlös bringt. Nutzen Sie mehrere Absatzkanäle parallel, denn sonst kann eine plötzliche Gebührenerhöhung bei Ihrem bevorzugten Online-Shop urplötzlich Ihre Marge ruinieren.
  • Handel ist Wandel. Der Online-Handel wandelt sich noch schneller als der Präsenzhandel. Rechnen Sie damit, dass Ihr Geschäftsmodell und Ihr Produktportfolio in fünf oder zehn Jahren ganz anders aussehen werden als heute.
  • Seien Sie fair zu Ihren Kunden, aber rechnen Sie nicht mit einer ähnlich starken Kundenbindung wie im Präsenzhandel. Die Konkurrenz ist für Ihre Besucher immer nur einen Mausklick entfernt.
  • Zum Geschäftsmodell von Handelsplattformen wie eBay und Amazon gehört es, gegenüber Privatkunden sehr kulant zu sein und bei Streitfällen regelmäßig gegen den Online-Händler zu entscheiden. Berücksichtigen Sie dies bei Ihrer Kalkulation und auch bei der Wahl Ihres Versand-Dienstleisters. Bedenken Sie: Alle Transportrisiken liegen in Deutschland beim Verkauf von gewerblichen Anbietern an Privatkunden allein beim Verkäufer. Dies gilt sogar bis hin zur Nachweispflicht, dass Ihre Ware tatsächlich und mängelfrei zugestellt wurde. Ein Abwälzen von Risiken auf den Versanddienstleister ist nicht zulässig (BGB §309).

 

Sind Sie selbst schon länger im Online-Handel aktiv und haben Sie bereits umfangreiche Erfahrungen gesammelt? Oder machen Sie als Neueinsteiger gerade die ersten Schritte auf dem Online-Parkett? Unsere Leser freuen sich, zu erfahren,, was Sie im Internet-Geschäft bereits gelernt haben.

 


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