Energiemanagement nach ISO 50001: Umweltschutz durch IoT-Einsatz

Digitales Business

Digitales Business

Datum 03.08.2018
Lesezeit 5 Min.

Energiemanagement nach ISO 50001: Umweltschutz durch IoT-Einsatz

Erfüllt Ihr Unternehmen bereits die ISO-Norm 50001 oder eine der anderen Normen und Richtlinien, die im Bereich des Umweltmanagements von der EU definiert wurden? Falls nein, entgehen Ihnen möglicherweise Steuererleichterungen im Rahmen des EEG und Sie zahlen zu hohe Kosten für Ihren Strombedarf. Mit Hilfe aktueller IoT-Technik können Sie Ihre Energiekosten nicht nur zu messen, sondern auch spürbar senken. Wir zeigen Ihnen, welche Möglichkeiten es gibt und was die Zertifizierung in der Praxis bedeutet.

Das Energieeffizienzziel der EU von 20 Prozent Einsparungen bis 2020 lässt sich nur erreichen, wenn alle Mitgliedsstaaten und die betroffenen Unternehmen an einem Strang ziehen. Mit den ISO-Normen 50001 und 14001 sowie dem EMAS-Gütesiegel wurden Orientierungsrahmen geschaffen, durch den Unternehmen des produzierenden Gewerbes sich nicht nur besonders hervorheben, sondern auch eine Menge Kosten sparen können. Das Internet der Dinge (IoT) spielt hierbei eine besondere Rolle.

 

Energiemanagement nach ISO 50001: Vom Nutzen der Standardisierung

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), zuletzt in der Fassung von 2017, legt fest, dass Strom nach und nach immer mehr aus regenerativen Energiequellen bezogen werden soll. In der Folge sind die Energiekosten gerade für kleine und mittelständische Betriebe nicht unerheblich gestiegen – sofern sie nicht von Ausnahmen profitieren. Gleichzeitig streben die Europäische Union und ihre Mitgliedsstaaten an, den Strombedarf der aktuell 28 Mitgliedsstaaten spätestens bis zum Jahr 2020 um mindestens 20% gegenüber dem Jahr 2009 zu senken. Für viele Betriebe ist das eine nicht unerhebliche Herausforderung.

Die Einführung eines Standards wie der ISO-Norm 50001 zur Prüfung, Überwachung und Anpassung der betriebsinternen Prozesse soll vor diesem Hintergrund dabei helfen, sich intensiv mit dem Thema Kostenmanagement im Energiebereich auseinandersetzen. So soll eine Art Kreislaufregelprozess nach und nach Einsparerfolge erzielen – und so die Voraussetzung(en) für eine Reduzierung der EEG-Umlage im Einzelfall schaffen.

Dieses sogenannte Plan-Do-Check-Act (PDCA)-Kreislaufsystem, das sich an den sogenannten KVP-Prozess zur fortlaufenden Verbesserung von Betriebsabläufen anlehnt, umfasst mehrere Stufen:

  • Planung („Plan“): Im Top-Management Ihres Unternehmens benennen Sie einen oder mehrere Verantwortliche, die sich mit der Festlegung Ihrer Energiepolitik, der Wahl eines Energiebeauftragten und einer Situationsbewertung beschäftigen.
  • Umsetzung („Do“): Die geplanten Maßnahmen setzen Sie nach und nach im Betrieb um, indem Sie Ressourcen bereitstellen und Ihre Mitarbeiter über die Maßnahmen informieren.
  • Prüfung („Check“): Überprüfen Sie die Maßnahmen auf Ihre Effizienz hin. Ermitteln Sie eventuellen Anpassungsbedarf und setzen Sie Veränderungen um. Lassen Sie den Prozess von internen Audits zur Qualitätssicherung begleiten.
  • Justierung („Act“): Das Top-Management bewertet die Maßnahmen, führt ein Review durch und legt neue Ziele beispielsweise für das nächste Jahr oder das nächste Quartal fest.

Durch die Umsetzung dieses Systems signalisieren Sie betriebsintern und nach außen, dass Sie sich mit dem Thema Umweltschutz aktiv auseinandersetzen, was auch die Unternehmenswahrnehmung positiv beeinflussen kann.

Nachstehendes Schaubild verdeutlich den Vorgang als Kreislaufsystem, an dessen Ende stets eine Verbesserung gegenüber dem Ausgangszustand stehen soll:

PDCA-Schema zur Optimierung von Abläufen zur Energieverbrauchsminimierung

Betriebe, die nach ISO 50001 zertifiziert werden wollen, müssen ein internes System zur Verbesserung ihrer Energieeffizienz nachweisen.

Bild: Eigenkreation

 

Der richtige Umweltschutz kann auch bei Ihnen bares Geld sparen

Gerade bei energieintensiven Unternehmen können bereits kleine Veränderungen große Auswirkungen haben. Wenn bei Ihnen der Stromkostenanteil mindestens 14 Prozent der Bruttowertschöpfung beträgt (in einigen Branchen: mindestens 20 Prozent) oder Ihr Stromverbrauch mindestens eine Gigawattstunde pro Jahr beträgt, können Sie zusätzlich zu den erreichten Einsparungen eine Ermäßigung der EEG-Umlage beantragen. Voraussetzung: Sie weisen eine Zertifizierung nach DIN EN ISO 50001, eine EMAS (Eco Management and Audit Scheme)-Registrierung oder (bei einem Verbrauch unter fünf Gigawattstunden pro Jahr) ein anderes, zertifiziertes System zur Verbesserung der Energieeffizienz nach. So erreichen Sie, dass verbesserter Umweltschutz nicht mit höheren, sondern niedrigeren Kosten verbunden ist, da eine eventuelle Anfangsinvestition durch die möglichen Einsparungen zügig aufgefangen wird.

 

Wie Sie die ISO-Norm 50001 auch in Ihrem Betrieb umsetzen können

Wie gehen Sie also vor, um in den Genuss der attraktiven Umlagereduzierung zu kommen und Ihre Energiekosten zu minimieren? Nachdem die oben angesprochenen Rahmenbedingungen geschaffen sind, geht es an die Vernetzung der einzelnen Verbrauchsmessgeräte. Normalerweise wird deren Stand mit Hilfe von digitalen, teils aber auch analogen Zählern erfasst. Die Ablesung und Auswertung erfolgt gerade bei herkömmlichen Geräten aber nicht kontinuierlich, sondern in gewissen zeitlichen Abständen und teils mit erheblichem personellem Aufwand. Was zwischen den Ableseintervallen passiert oder ob es eventuelle Ausreißer gibt und was deren Gründe sind, erfahren Sie als Unternehmer im Regelfall nicht.

Mit NB-IoT-Technik von Vodafone können Sie sowohl bestehende als auch für die Zukunft geplante Geräte und deren Sensoren intelligent miteinander vernetzen. Alles was Sie dazu brauchen, sind eine digitale Zählerstandsermittlung und ein entsprechendes NB-IoT-Kit. Mit diesem können Sie beinahe beliebige Geräte miteinander und standortunabhängig verbinden und die benötigten Daten im gewünschten Intervall in die Cloud übertragen lassen. So sehen Sie sofort, wenn der Bedarf an einer Verbrauchsstelle ungeplant in die Höhe schnellt und können eventuell sofort gegensteuern. Beim Energiedienstleister Techem wird Narrowband-IoT-Technologie von Vodafone bereits heute erfolgreich eingesetzt.

Dabei muss es im Rahmen der Optimierung nicht zwingend (nur) um Stromzähler gehen. Während sich die ISO-Norm 50001 vorwiegend mit dem Thema Energiemanagement beschäftigt, greift die ISO-Norm 14001 vor allem Umweltaspekte auf. Schließlich lassen sich auch andere emissionsbezogene Werte regelmäßig und zeitnah ermitteln:

  • Vermeiden Sie Leerlaufzeiten von Maschinen, indem Sie rechtzeitig Informationen über Meldebestände erhalten.
  • Stellen Sie umgehend fest, wenn Emissionen gewisse Grenzwerte überschreiten.
  • Lassen Sie sich laufend über Füllstände beispielsweise von Abfallcontainern informieren und optimieren Sie deren Leerungszeiten.
  • Messen Sie die Qualität und Beschaffenheit möglicher Abwässer fortlaufend und schreiten Sie bei Problemen sofort ein.

Die zugrunde liegenden Verfahren bei der Umsetzung der Normen sind weitgehend identisch, sodass eine parallele Umsetzung möglicherweise Sinn ergibt.

Video: YouTube / Vodafone Deutschland

Wie Sie Ihre Standorte mit Hilfe moderner Narrowband-Technologie intelligent miteinander vernetzen und die Netzverbindung vorab prüfen können, erfahren Sie in unserem separaten Ratgeber zu diesem Thema.

 

Zusammenfassung

  • Mit intelligentem Energiemanagement sparen Sie erhebliche Kosten ein und schonen gleichzeitig die Umwelt.
  • Durch eine entsprechende Zertifizierung nach ISO 50001 schaffen Sie die Grundlage für eine Reduzierung der EEG-Energiekostenumlage.
  • Vernetzen Sie bestehende Zähler und Sensoren auch an schwierig zu erreichenden Standorten mit Hilfe der Narrowband-IoT-Technologie von Vodafone.
  • So behalten Sie stets den Überblick über den Zustand und den Energieverbrauch Ihrer Systeme.
  • Auch in anderen umweltrelevanten Bereichen wie Ressourcenplanung, Emissionsbeschränkung und der Abfallwirtschaft hilft Ihnen IoT-Technologie, effizienter zu wirtschaften.
  • Auf unserer Produktseite zum Thema Narrowband-IoT erfahren Sie mehr zu den Einsatzmöglichkeiten auch in Ihrem Unternehmen.

 

Facebook Twitter WhatsApp LinkedIn Xing E-Mail