Bounce Rate, Verweildauer, Impressions: Website-KPIs optimieren

Digitales Business

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Datum 16.05.2018
Lesezeit 5 Min.

Bounce Rate, Verweildauer, Impressions: Website-KPIs optimieren

Wenn Sie eine erfolgreiche Website betreiben wollen, sollten Sie die wichtigsten Kennzahlen Ihrer Internet-Präsenz regelmäßig unter die Lupe nehmen. Doch welche sind das überhaupt und wie können Sie sie optimieren? Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Website noch optimaler gestalten – und so direkt oder indirekt für mehr Umsatz sorgen.

Time on site, Bounce Rate, Unique Visitors und Impressions: Bei Website-KPIs werden häufig Anglizismen und Schlagworte benutzt, deren Bedeutung nicht immer sofort klar ist. Dabei können schon Kleinigkeiten, die Sie verändern, über den Erfolg Ihrer Online-Präsenz entscheiden – oder zumindest gravierende Auswirkungen auf das Verhalten Ihrer Kunden haben. Doch zunächst müssen Ihre Ziele klar abgesteckt sein.

Der erste Schritt: Welche Ziele verfolgt Ihre Website?

Wenn Sie Erfolg im Internet aktiv gestalten und nichts dem Zufall überlassen wollen, sollten Sie zunächst Ihre Ziele definieren. Können und sollen Kunden auf Ihrer Website direkt etwas kaufen? Dann sollte dieser Faktor natürlich gemessen und analysiert und die gesamte Seite daraufhin optimiert werden. Oder betreiben Sie Ihre Website zur Imagebildung beziehungsweise um Werbung zu schalten? Dann sind andere Indikatoren erfolgsentscheidend. Und nicht zuletzt sollten Sie sich mit der Frage beschäftigen, woher und warum die Kunden eigentlich auf Ihrer Seite landen und ob Sie deren Erwartungen erfüllen.

Grundsätzlich gibt es normalerweise mindestens ein sogenanntes Makroziel, aus denen sich dann Teilziele für die Optimierung ableiten lassen. Und das Schöne am Internet ist: All diese Einzelziele lassen sich normalerweise messen. Während ein mögliches Makroziel der direkte Verkauf möglichst vieler Produkte in einem Shop sein kann, liefert die Frage, wie viele Kunden sich für Ihren Newsletter anmelden oder wie viele Produkte sie betrachtet haben, Hinweise auf Optimierungspotenzial und Chancen.

Video: YouTube / Metrika

Ist Ihre Website nutzbar und interessant (genug)?: Bounce Rate und Verweildauer

Stellen Sie sich vor, Sie haben ein Budget von mehreren tausend Euro ausgegeben und damit eine Unmenge an Besuchern auf Ihre Seite gelockt – doch die meisten von ihnen finden nicht, was sie suchen und sind schon nach einem Klick wieder weg. Die sogenannte Bounce Rate oder Absprungrate gibt an, wie viel Prozent Ihrer Webseitenbesucher nach nur einem Klick (meist auf die Startseite) Ihre Website wieder verlassen und woanders hingeklickt haben. Ist diese Rate (zu) hoch, kann das mehrere Gründe haben:

  • Sie bieten keine oder nicht genügend relevante(n) Informationen auf einen Blick.
  • Ihre Website lädt schlicht zu langsam oder hat technische Probleme.
  • Die Website ist nicht für mobile Geräte optimiert.
  • Sie haben in Ihrer Werbung die falsche(n) Zielgruppe(n) angesprochen.

Ist die Bounce Rate hingegen niedrig, findet die Mehrzahl der Nutzer offenbar Ihre Seite interessant. Schauen Sie sich nun die Verweildauer („Time on site”) an: Nehmen sich Ihre Kunden Zeit, sich die dargebotenen Inhalte durchzulesen? Entspricht die Verweildauer der Kunden der Zeit, die Sie für normal halten, um sich mit Ihren Produkten zu beschäftigen? Eine besonders hohe Verweildauer muss dabei nicht immer optimal sein: Sie kann auch darauf hindeuten, dass Ihre Produkte zwar interessant sind, die Kunden aber sehr lange brauchen, um diese zu finden. Hier sollten Sie an der Bedienbarkeit Ihrer Seite noch ein wenig arbeiten.

Schaubild zur KPI-Optimierung

Verschiedene KPIs beeinflussen das jeweilige Makroziel Ihrer Website-Optimierung.

Bild: Eigenkreation

Wie viele Klicks bekommen Sie? Von Seitenabrufen und Besuchern

Die Page Impressions oder Seitenabrufe sind ein wichtiger Indikator dafür, wie intensiv sich Ihre Kunden mit der Seite beschäftigen. Normalerweise deuten eine hohe Verweildauer und viele Seitenabrufe auf interessante Inhalte hin. Wenn Sie allerdings als Makroziel den Abverkauf von Produkten festgelegt haben, nützen Ihnen viele Seitenabrufe nur bedingt etwas, wenn dem keine oder nur wenige Verkäufe gegenüber stehen. Für das Schalten von Werbung hingegen sind viele Besucher und hohe Seitenabrufzahlen von besonderer Bedeutung – sofern Ihnen die Werbung der Anzahl an Einblendungen (TKP-Werbung) und nicht der Anzahl an Klicks (das sogenannte CPC-Modell) bezahlt wird.

Wenn Ihr Makroziel der Produktverkauf ist: Vergleichen Sie die Anzahl an Besuchern (beispielsweise pro Monat) mit der Anzahl der Seitenabrufe und der getätigten Umsätze. Bestehen hier starke Diskrepanzen, kann das folgende Ursachen haben:

  • Wenn Ihre Kunden lange und intensiv auf der Seite surfen, aber nichts kaufen, sind vielleicht Ihre Preise zu hoch (oder gar zu niedrig).
  • Verweilen die Kunden lange auf einzelnen Produktseiten, kaufen aber nichts, kann es sein, dass sie sich lediglich bei Ihnen informieren, dann aber woanders kaufen.
  • Allzu viele Seitenabrufe bei geringen Verweilzeiten können auf eine unübersichtliche Seitenstruktur hindeuten.
Video: YouTube / MSO Digital GmbH & Co. KG

Nur zufriedene Kunden kommen wieder: Die Returning Visitors

Die Anzahl der wiederkehrenden Besucher („Returning Visitors”) gibt an, wie viele Kunden schon einmal auf Ihrer Seite waren und diese erneut besuchen. Je höher diese Zahl ist, umso mehr Kundenbindung betreiben Sie offensichtlich mit Ihrer Seite. Sie können diese Kennzahl optimieren, indem Sie Ihren Produktkatalog stets aktuell halten, immer wieder neue Informationen auf der Seite anbieten und über Off-Site-Maßnahmen wie beispielsweise einen Newsletter-Versand nachdenken. Während die Akquisitionskosten für neue Seitenbesucher beispielsweise über Google-Werbung sehr hoch sein können, „schenkt” Ihnen ein Returning Visitor sozusagen seinen Besuch.

  • Wenn Sie jede Menge neue Besucher bekommen, ohne dafür Werbung zu schalten, ist Ihre Website gut auf Suchmaschinen optimiert. Ist dies nicht der Fall, sollten Sie über Ihre Keyword-Verteilung und -Optimierung nachdenken.
  • Erhalten Sie viele wiederkehrende Besucher, fanden diese Ihre Seite offenbar interessant und kehren gern zurück. Im Umkehrschluss kann ein Ausbleiben dieser Besuchergruppe darauf hindeuten, dass Sie diesbezüglich Anreize setzen sollten.
Video: YouTube / WebStrategie Wolf

Zusammenfassung

  • Der Erfolg Ihrer Website ist von verschiedenen Faktoren abhängig, die größtenteils messbar sind.
  • Wenn Sie vorab festlegen, welche Ziele Sie mit der Seite verfolgen, können Sie Teilziele optimieren und so Ihren Erfolg steigern.
  • Melden Sie sich in jedem Fall für ein Analytics-Tool wie Google Analytics an und integrieren Sie den für die Auswertung notwendigen Code an allen wichtigen Stellen auf der Seite.
  • Die Absprungrate und die Verweildauer geben an, wie viel Zeit Besucher auf Ihrer Website verbringen.
  • Je mehr Seitenabrufe und Besucher Sie haben, umso größer sind Ihre Umsatzpotenziale mit der Seite.
  • Kehren viele Besucher später zurück, spricht das für die Qualität Ihres Angebots.
  • Durchlaufen Sie in regelmäßigen Abständen den gesamten Verkaufs- und Nutzungsprozess Ihrer Website selbst und mit verschiedenen Geräten, um technische Fehler und lange Ladezeiten auszuschließen.

Wie viele Besucher können Sie im Monat verzeichnen? Wie lange bleiben diese bei Ihnen? Wir freuen uns über Ihren Kommentar.

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