Cloud & Hosting

Managed Cloud-Hosting

So erhalten Sie maximale Leistung und Sicherheit

Die Mehrzahl der deutschen Unternehmen nutzt inzwischen Cloud-Services. Viele Firmen setzen dabei ganz auf Managed Cloud-Services und vergeben Einrichtung und Betrieb der Unternehmens-Cloud an einen Dienstleister. Wie funktioniert das Modell und worauf sollten Sie dabei unbedingt achten?

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste zu Managed Cloud-Hosting in Kürze

  • Mit Managed Cloud-Hosting lagern Sie die Einrichtung und den Betrieb Ihrer Firmen-Cloud an einen externen Dienstleister aus.
  • Managed Cloud-Hosting ist besonders für Firmen interessant, die servernahe und cloudspezifische Services nutzen möchten, ohne ein eigenes Rechenzentrum dafür zu errichten.
  • Für die Wahl eines passenden Anbieters sollten Sie einen genauen Leistungskatalog erstellen, der alle für Sie wichtigen Kriterien umfasst.
  • Die sogenannten Hyperscaler Microsoft, Amazon und Google bieten Managed Cloud-Hosting für Firmenkunden in unterschiedlichen Leistungspaketen an.

Was ist Managed Cloud-Hosting? Definition und Abgrenzung

Beim Managed Cloud-Hosting übernimmt ein externer Dienstleister die Einrichtung und Verwaltung Ihrer Firmen-Cloud. Sie als Kunde nutzen die Funktionalitäten einer Cloud wie Rechenleistung, Speicherplatz und cloudbasierte Software, ohne sich um Einrichtung, Wartung und Sicherheit der Cloud selbst kümmern zu müssen.
Häufig stellt der Dienstleister beim Managed Cloud-Hosting die Cloud als Infrastructure-as-a-Service (IaaS) zur Verfügung. Es gibt aber auch Kombinationsprodukte mit anderen Cloud-Modellen wie Platform-as-a-Service (PaaS) oder Software-as-a-Service (SaaS). Die meisten Ressourcen werden dabei virtualisiert, also mittels Software auf einer darunter liegenden Hardware-Ebene in einem Rechenzentrum nachgebildet.
In vielen Schlüsselbereichen geht die Firmen-Cloud dabei über das einfache Webhosting hinaus: Sie unterstützt etwa die Arbeit mit Software-Containern oder echte Kollaborations-Funktionen für die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit auf großen teilstrukturierten Datenbeständen. Damit ist die Cloud nicht nur für innovative, datengetriebene Unternehmen interessant, sondern auch für Organisationen im öffentlichen Sektor – sofern das Managed Cloud-Hosting die jeweiligen Compliance- und Sicherheitsrichtlinien erfüllt.
Insgesamt ist Managed Cloud-Hosting besonders für Unternehmen interessant, die Cloud-Anwendungen aktiv nutzen wollen, sich aber ganz auf ihr Kerngeschäft konzentrieren möchten, anstatt Zeit und Ressourcen in die Verwaltung ihrer virtualisierten IT-Infrastruktur zu investieren.
Eine Frau steht vor einem Server-Schrank und führt Wartungsarbeiten durch.

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Was übernimmt der Provider? Der konkrete Leistungsumfang

Welche Aufgaben ein Provider beim Managed Cloud-Hosting übernimmt, können Sie mit dem Dienstleister frei vereinbaren. Einige Hoster bieten vordefinierte Standardpakete an. Diese umfassen immer mindestens die Basisleistungen wie:
  • Server-Administration
  • Wartung
  • Sicherheit
  • Support
Daneben gibt es umfassende Komfort-Pakete, die Ihr Unternehmen maximal von IT-Aufgaben entlasten. Dabei können die Leistungen des Anbieters über das klassische Cloud-Management hinausreichen. Sie schließen dann auch andere IT-Bereiche ein, etwa:
  • Einen unternehmensweiten Cyberschutz
  • Die generelle Beschaffung und Wartung der IT-Hardware
  • Den Support für Endgeräte der Mitarbeitenden
Großunternehmen mit komplexeren Cloud-Infrastrukturen setzen meist auf individuelle Enterprise-Verträge, in denen sie alle Verantwortungen detailliert zwischen sich und ihrem Dienstleister aufteilen. Die Zuständigkeiten können sich auch über mehrere Clouds mit unterschiedlicher Funktionalität erstrecken, wie Großunternehmen sie häufig parallel nutzen.
Je nach Vertragsmodell erbringt der Dienstleister folgende Leistungen
Planung und Projektierung: Der Dienstleister macht vor Einrichtung der Firmen-Cloud zuerst eine Soll- und Ist-Analyse. Auf dieser Basis schlägt er eine kundenspezifische und auf das Geschäftsmodell ausgerichtete Architektur vor.
Angebotsvergleich: Der Dienstleister empfiehlt nach einer Marktanalyse eine oder mehrere passende Cloud-Dienstleister oder bietet eine eigene Cloud an. Oft sind Anbieter von Managed Cloud-Hosting zugleich Partner eines großen Hyperscalers wie Amazon, Microsoft oder Google. Sie errichten auf der Infrastruktur des Partners eine eigene dedizierte Cloud für ihre Firmenkunden. Als Hyperscaler werden die weltweit führenden Cloud-Anbieter bezeichnet, die ihre Cloud-Services bei Bedarf extrem hoch skalieren („hyperskalieren“) können.
Bereitstellung der Cloud: Der Dienstleister kümmert sich um Einrichtung und Bereitstellung der Firmen-Cloud. Dazu gehört die Anbindung an das Firmennetz, aber auch die Installation oder Programmierung von Schnittstellen zu Datenbanken und Branchen-Lösungen, Office-Programmen oder einem vorhandenen ERP Cloud Computing.
Schulung der Mitarbeitenden und Support: Der Dienstleister kann Ihre Belegschaft für das Cloud Computing schulen. Das geht bis hin zu den Besonderheiten von Software-as-a-Service (SaaS) als Ersatz für bisherige Desktop-Applikationen. Im laufenden Betrieb bietet der Dienstleister Support, wenn Mitarbeitende Rückfragen haben oder neue Mitarbeitende eingearbeitet werden müssen.
Patch- und Update-Management: Der Dienstleister sorgt dafür, dass alle genutzten Programme innerhalb der Cloud immer auf dem neuesten Stand sind. Er spielt regelmäßig Updates und sogenannte Patches ein (Reparaturdateien für Programmfehler).
Cyberschutz: Der Anbieter installiert auf Wunsch Intrusion-Detection-Systeme und andere Sicherheits-Software in der Cloud. Außerdem richtet er eine oder mehrere Firewalls ein und überwacht den Datenverkehr im Hinblick auf verdächtige Inhalte oder Port- und Dateizugriffe.
Workload-Management (Load Balancing): Während des laufenden Cloud-Betriebs erfasst der Dienstleister permanent die Auslastung aller Hard- und Software-Ressourcen innerhalb der Cloud. Bei Bedarf gibt er weitere Ressourcen frei bzw. reserviert diese beim Cloud-Anbieter, falls er nicht selbst der Anbieter ist.
Back-up-Management: Der Dienstleister sichert im laufenden Betrieb alle Firmendaten permanent auf einem Speichermedium oder in der Cloud. Je nach Kundenwunsch werden die Daten an unterschiedlichen Standorten gesichert (Rechenzentren in verschiedenen Städten). Bei entsprechender Beauftragung können die Daten im laufenden Betrieb ohne Unterbrechung wieder eingespielt werden (Hot Back-up).
Infrastruktur-Management: Über entsprechende Monitoring-Tools überwacht der Dienstleister alle Server und Netzwerkkomponenten bis hin zur Energieversorgung und Klimatisierung im Rechenzentrum. Bei Ausfällen sorgt er für umgehende Reparatur, Ersatzschaltung oder Austausch. Diese Aufgabe entfällt, wenn ein anderer externer Dienstleister die Cloud zur Verfügung stellt, etwa ein Hyperscaler.
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Vorteile von Managed Cloud-Hosting für Unternehmen und typische Kostenstruktur

Eine Stärke der gemanagten Firmen-Cloud gegenüber klassischer Server-Infrastruktur ist ihre hohe Flexibilität. Die virtualisierten Ressourcen lassen sich je nach Bedarf schnell erweitern, umverteilen oder auch abmanagen, wenn Sie sie nicht mehr benötigen.
Managed Cloud-Hosting verbindet die Vorteile des Cloud Computings – wie Skalierbarkeit und Kosteneffizienz – mit einer extern gemanagten IT-Infrastruktur.
Damit unterscheidet sie sich vom Rechenzentrum auf dem eigenen Firmengelände (On-Premises) und von der sogenannten Self Managed Cloud, bei der Sie zugleich Betreiber Ihrer eigenen Cloud sind. In beiden Fällen müssen Sie eigenes IT-Personal mit entsprechender Qualifikation vorhalten, was gerade für kleinere Unternehmen und IT-Etats wirtschaftlich sehr herausfordernd sein kann.
Kosten beim Managed Cloud-Hosting
Je nach gewähltem Kostenmodell zahlen Firmen beim Managed Cloud-Hosting häufig einen Grundbetrag für das eigentliche Management der Cloud sowie eine variable Komponente, die Lasten- oder Inhalte-abhängig ist (Pay-per-Use).
Bei bestimmten höherwertigen Services wird auch die grundsätzliche Bereitstellung in Rechnung gestellt. Das gilt beispielsweise für Cloud-Ressourcen der Verfügbarkeitsklasse 5 mit 99,999 % Erreichbarkeit und somit weniger als 5 Minuten Ausfallzeit pro Jahr.
Trotz dieser variablen Kostenkomponenten ist Managed Cloud-Hosting gerade für kleine Firmen und Mittelständler insgesamt besser plan- und kalkulierbar als die Errichtung und der Betrieb eines Rechenzentrums auf dem eigenen Firmengelände.
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Anbieter in Deutschland: Auswahlkriterien und Vergleich

Bevor Sie sich für einen Managed-Cloud-Hosting-Anbieter entscheiden, sollten Sie zuerst einen Kriterienkatalog erstellen, mit dem Sie die verschiedenen Dienstleister vergleichen. Folgende Punkte sollten Sie in Ihren Katalog aufnehmen:
Datenstandort: Falls Sie Personendaten speichern, sollten Sie auf einen DSGVO-konformen Datenstandort achten. Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verlangt für Personendaten die Speicherung an einem sicheren Standort innerhalb der EU oder in einem anerkannten Drittstaat. Außerhalb der EU dürfen Sie Daten nur verschlüsselt speichern – und das auch nur, wenn gewährleistet ist, dass die dortigen Landesbehörden keinen Zugriff auf die Daten haben. Einen solchen Zugriff erlaubt z.B. der CLOUD Act in den USA.
Support-Verfügbarkeit: Ihr Anbieter für Managed Cloud-Hosting sollte für Rückfragen und bei Störungen möglichst rund um die Uhr erreichbar sein, damit Sie auch an Wochenenden oder nachts bei Problemen schnell Hilfe erhalten.
Leistungsumfang: Jede Firmen-Cloud ist anders und jeder Kunde hat andere Anforderungen. Möglicherweise benötigen Sie bestimmte Services oder Schnittstellen, die nicht in jeder Cloud verfügbar sind. Prüfen Sie daher vorab, ob eine Cloud alle erforderlichen Programmiersprachen, Dienste und APIs (Programmierschnittstellen) darstellen kann und Ihr Anbieter diese auch beherrscht.
Compliance und Zertifizierung: Stellen Sie sicher, dass Ihr Anbieter neben der DSGVO auch die einschlägigen Sicherheitsrichtlinien Ihrer Branche erfüllt und eine Zertifizierung nach ISO 27001 vorweisen kann. Sofern Ihr Anbieter mit den großen Hyperscalern zusammenarbeitet, sollten seine Mitarbeitenden über die entsprechenden Qualifizierungen verfügen. Dies sind:
  • Google Cloud: Professional Cloud Security Engineer
  • Microsoft Azure: Microsoft Certified Azure Security Engineer Associate (AZ 500)
  • Amazon: AWS Certified Security – Specialty Exam
Anpassbares Service Level Agreement (SLA): Über das Service Level Agreement vereinbaren Sie mit Ihrem Dienstleister die Servicequalität der bereitzustellenden Cloud. Das umfasst Verfügbarkeit, Skalierbarkeit und Sicherheit. Ein guter Anbieter sollte auf Ihre individuellen Wünsche eingehen und beispielsweise branchenspezifisch geforderte Dienstqualitäten, Schnittstellen oder Verschlüsselungsstandards rechtsverbindlich gewährleisten können.
Vergleich der drei führenden Anbieter anhand ihrer Spezialisierungen
Spezialisierung auf
Start-ups bis Konzerne
Unternehmen mit Microsoft-Umgebung
Datenanalyse, KI, moderne Anwendungen
Besonderheiten
Größtes Serviceangebot, globale Skalierung, viele Managed Services
Starke Integration mit Microsoft 365, Windows und Active Directory
Führend bei KI, Big Data und Kubernetes
Eigene Rechenzentren in Deutschland
Ja
Ja
Ja
Umfang der Managed Services
Sehr umfangreich
Sehr umfangreich
Umfangreich
Eignung für Mittelstand
++
+++
++
Eignung für Behörden
+
++
+
Eignung für KI- und Data-Services
++
++
+++
Amazon Web Services (AWS)
Microsoft Azure
Google Cloud
Neben den großen Hyperscalern gibt es kleinere Anbieter von Managed Cloud-Hosting. Sie arbeiten auf der Infrastruktur von Amazon, Google oder Microsoft und errichten dort Branchenlösungen, etwa für den Einzelhandel oder Start-ups. So bietet etwa Salesforce Speziallösungen für Handel und Gesundheitswesen, die im Hintergrund wiederum auf Hyperscaler-Infrastruktur errichtet werden. Die Capmo-Cloud für das Baugewerbe läuft auf Infrastruktur von Amazon AWS. Auch solche Anbieter könnten für Sie interessant sein – je nach Geschäftsmodell und Branchenzugehörigkeit.

Fazit: Wie Sie mit Managed Cloud-Hosting Ressourcen sparen

Mit Managed Cloud-Hosting sichern Sie sich ein breites Portfolio an Cloud-Services, ohne sich um Aufgaben wie die Einrichtung Ihrer Firmen-Cloud oder deren Betrieb kümmern zu müssen. So können Sie sich auf Ihr eigentliches Geschäft konzentrieren und dennoch alle Vorteile des Cloud Computings nutzen.
Dabei können Sie mit Managed Cloud-Hosting auch Services nutzen, die Ihnen bei einfachen cloudbasierten Webservices nicht zur Verfügung stehen. Das kann etwa der Einsatz von Software-Containern in Ihrer Entwicklungsabteilung sein, die Sie mittels Kubernetes oder Docker verwalten. Mit Managed Cloud-Hosting können Sie aber auch virtualisierte Server auf einer IaaS-Plattform errichten oder selbst eigene Services für Ihre Kund:innen bereitstellen.
Wenn Sie einen Dienstleister für Managed Cloud-Hosting beauftragen, profitieren Sie von dessen Wissen über Planung und Betrieb von Rechenzentren und Firmen-Clouds. Außerdem macht es Ihre Ausgaben für die Unternehmens-IT besser planbar und reduziert Kostenrisiken.
Eine Frau steht vor einem Server-Schrank und führt Wartungsarbeiten durch.

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Managed Cloud-Hosting: Häufig gestellte Fragen (FAQ)

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