PBX, IP-PBX, Cloud-PBX oder Hosted: Das können moderne Telefonanlagen

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Datum 13.01.2021
Lesezeit 5 Min.

PBX, IP-PBX, Cloud-PBX oder Hosted: Das können moderne Telefonanlagen

Telefonieren war noch nie so einfach: Inzwischen werden neben Tischtelefonen auch Notebooks, normale Computer, sowie Smartphones für die fernmündliche Kommunikation genutzt. Mit PBX-basierten Lösungen für Unternehmen bilden Sie flexible Telefonie-Lösungen hausintern ab und reduzieren dank neuer Cloud-Funktionalität dauerhaft Ihre gesamten Infrastrukturkosten. Doch was steckt eigentlich hinter dem Begriff PBX und was können moderne Telefonanlagen im Detail? Wir klären auf.


Noch bis vor einigen Jahren besaß so gut wie jede Firma eine eigene Telekommunikationsinfrastruktur mit separaten ISDN- und Internet-Leitungen für jeden Arbeitsplatz. Zusätzlich mussten analoge Faxgeräte in das Leitungsnetz eingebunden werden, was für ein regelrechtes Wirrwarr an Kabeln, Diensten und Endgeräten sorgte. 

Mittlerweile funktionieren die meisten Telefone über IP-Technologie, was sie von der zugrundeliegenden Leitung weitgehend entkoppelt. Faxe wiederum werden inzwischen nicht mehr auf Papier, sondern meist elektronisch empfangen und als PDF-Datei auf den Bildschirm des jeweiligen Empfängers gebracht.

 

PBX: Das steckt hinter dem Begriff

Die Abkürzung PBX steht für „Private Branch Exchange” also so etwas wie „private Anschlussvernetzung”. Gemeint ist die Entkopplung firmeninterner Anforderungen an das Thema Telefonie vom vorhandenen Telefon-Hauptanschluss. Was abstrakt klingt, steht im Falle (einfacher) PBX-Lösungen für nichts anderes als eine Telefonanlage. Sie sorgt dafür, dass Sie innerhalb einer Firma oder deren Niederlassung eigene Telefonanschlüsse betreiben können. Diese nutzen allesamt dieselbe(n) Amtsleitung(en) für die Außenkommunikation.

Solche PBX-Lösungen bieten gegenüber einzelnen Amtsleitungen für jeden Mitarbeiter des Unternehmens gleich mehrere, grundlegende Vorteile:

  • Schließen Sie so viele Geräte, wie es Ihre Telefonanlage erlaubt, an die interne Kommunikationsinfrastruktur an, ohne für diese jeweils einen Hauptanschluss bereithalten zu müssen.
  • Vergeben Sie eigene Durchwahlnummern für jeden Anschlussteilnehmer, ohne dass diese beim Anschlussbetreiber oder gar im Telefonverzeichnis „bekannt” gemacht werden müssen.
  • Telefonieren Sie hausintern „kostenlos” zwischen den einzelnen Teilnehmern.
  • Reduzieren Sie die Anzahl der benötigten externen (Amts-)Leitungen auf das notwendige Mindestmaß, da selten überall gleichzeitig telefoniert wird.

 

Bis vor einiger Zeit wurden an Unternehmen seitens der Telekommunikationsanbieter sogenannte ISDN-Rumpfrufnummern vergeben, die dann hausintern mit ein- bis vierstelligen Durchwahlen ergänzt wurden. Die Information, bei welchem Teilnehmer nun konkret das Telefon klingelte, wurde über die entsprechende hausinterne Durchwahl festgelegt. Diese musste innerhalb der Telefonanlage korrekt konfiguriert und einem physikalischen Anschluss zugeordnet werden – ansonsten lief der Anruf ins „Nichts” oder wurde auf die Zentrale mit der Durchwahl „0” „abgeworfen”. Handelte es sich bei der Durchwahl um ein Faxgerät, musste obendrein eine sogenannte Digital-Analog-Umwandlung vorgenommen werden (es sei denn, das Faxgerät war bereits ISDN-fähig).

Sollten mehrere Standorte vernetzt werden, kam bei PBX-Telefonanlagen meist eine sogenannte Standleitung zwischen den Niederlassungen zum Einsatz. Über diese werden dann mehrere Telefonanlagen zu einem sogenannten „Corporate Network” zusammengeschaltet. Da heute jedoch fast die gesamte Telefonie über das Internet abgewickelt wird, werden solche aufwändigen Zusammenschlüsse von Telefonanlagen inzwischen nur noch in Ausnahmefällen realisiert.

 

Testgerät. Telefonkabel, Crimpzange und ein altes Telefon

Crimpen, testen, aufschalten und verkabeln: Mit IP- und Cloud-PBX gehört das endgültig der Vergangenheit an.

IP-PBX: Telefonanlagen auf Basis der hausinternen Ethernet-Verkabelung

Während herkömmliche PBX-Telefonanlagen jeweils eine physikalische Leitung zwischen der Telefonanlage und dem jeweiligen Endgerät (sowie zwischen Niederlassungen) voraussetzen, arbeiten IP-basierte Telefonanlagen auf Basis von Internet-Paketen. Der große Vorteil hierbei ist, dass die physikalische Zusammenschaltung von Teilnehmern mit Hilfe von eigenen Leitungen entfällt. Statt dessen erfolgt sie auf Basis von Datenpaketen und somit „virtuell”. Über dieselbe Leitung werden also bei IP-PBX gleich mehrere Dienste wie Telefonieren, Surfen, Downloads und Co. abgewickelt.

Man spricht auch davon, dass die „Paketvermittlung” digitalisierter Sprachdaten die sogenannte „Leitungsvermittlung” seit Anfang der 2000er-Jahre ablöst und statt dessen im Internet-Protokoll (daher die Abkürzung „IP”) abgebildet wird.

Neben den bereits genannten, allgemeinen Vorteilen einer Telefonanlage entstehen durch IP-PBX-Lösungen weitere positive Aspekte:

  • Neben normalen Tischtelefonen können weitere Endgeräte wie Smartphones oder Festnetz-Anschlüsse an entfernten Orten mit in die hauseigene Infrastruktur eingebunden werden.
  • An welchem physikalischen Ort sich ein Telefon befindet, ist nicht mehr wichtig: Es identifiziert sich bei der IP-PBX-Telefonanlage über das hausinterne Ethernet-Netzwerk mit Hilfe seiner individuellen Identifikationskennung (ID). Das  früher notwendige Umstecken von Kabeln im Hausanschlussraum entfällt.
  • Da viele IP-Tischtelefone über einen eingebauten Ethernet-Switch verfügen, entfällt das zusätzliche Internet-Kabel für den meist ebenfalls vorhandenen Desktop-Rechner oder das Notebook.
  • Obendrein lassen sich IP-Telefone in den meisten Fällen via PoE („Power over Ethernet”) mit Strom versorgen, was dann auch deren Steckernetzteil überflüssig macht. 
  • Das Verlegen verschiedener Kabelarten für Analog-, ISDN- und Internet-Anwendungen entfällt (sofern diese Geräte entsprechend ersetzt werden).

 

Cloud- und Hosted-PBX: Telefoniedienste aus dem Internet

Noch einen Schritt weiter gehen Unternehmen, die auf Telefoniedienste aus der Cloud setzen. Wesentlicher Unterschied zu herkömmlichen PBX- und IP-PBX-Lösungen: Bei Cloud- oder Hosted PBX entfällt die physikalische Telefonanlage vor Ort komplett und „steht” gewissermaßen im Internet.

Video: YouTube / Vodafone Deutschland

Tatsächlich steckt hinter PBX-Cloud-Angeboten noch nicht einmal „echte” Telefonanlagen-Hardware. Statt dessen werden Telefoniedienstleistungen komplett virtuell auf Basis des Internet-Protokolls (IP) bereitgestellt. Die Verwaltung einer solchen Telefonanlage erfolgt mit Hilfe eines Webinterfaces, das speziell für Ihre Bedürfnisse eingerichtet wurde. Die technische Wartung im Hintergrund und eventuell notwendige Updates übernimmt der Anbieter.

Hierdurch entstehen für Unternehmen noch weitere Vorteile:

  • Anschaffung, Betrieb und Wartung einer Hardware-Lösung im hauseigenen Rechenzentrum entfallen.
  • Telefoniemerkmale wie eine bestimmte Anzahl gleichzeitiger Gespräche, Rufweiterleitungen und ähnliches lassen sich bequem in der Cloud konfigurieren.
  • Kommen neue Mitarbeiter hinzu oder verlassen den Betrieb, lässt sich eine solche Lösung bequem skalieren. Technische Arbeiten an der Gebäudeinfrastruktur und Hardware-Anschaffungen (außer gegebenenfalls IP-Telefonen) sind nicht mehr notwendig.

 

Die Zukunft liegt also ganz klar in cloudbasierten Telefonie-Lösungen: Selbst, wenn Sie bislang auf PBX oder IP-PBX setzen, gelingt der Umstieg auf echte Cloud-Telefonie im Handumdrehen. Alles, was Sie in den meisten Fällen brauchen, sind Ethernet-Leitungen an jedem Arbeitsplatz, sowie eine entsprechende Anzahl an VoIP (Voice-over-IP)-Telefonen. Wollen Sie auch darauf verzichten? Grundsätzlich lässt sich jedes beliebige Telefonie-Gerät in einer Cloud-PBX-Infrastruktur betreiben. Sogar Anrufe von Mobiltelefonen unter Verwendung Ihrer bekannten Festnetz-Rufnummer zu anderen Teilnehmern sind inzwischen möglich.

 

PBX, IP-PBX oder Cloud? Wie sieht Ihre hausinterne TK-Infrastruktur derzeit aus und was könnte verbessert werden? Wir sind gespannt auf Ihren Kommentar.

 


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