IoT

IoT-Cloud

So nutzen Unternehmen das Internet der Dinge effizient

IoT-Cloud: Das Wichtigste in Kürze

  • Cloudlösungen virtualisieren IT-Ressourcen und vernetzen Ihre Hardware. Mit der IoT-Cloud managen Sie Ihre Endgeräte besonders einfach.
  • Jede IoT-Cloud benötigt ein Cyberschutz-Konzept. Sie sollten sensible Daten zusätzlich besonders absichern und müssen sie DSGVO-konform verwahren.
  • Das Angebot an Cloud-Produkten ist groß. Ihr Anwendungsprofil und Ihr Lastenheft entscheiden, welcher Anbieter am besten zu Ihren IoT-Plänen passt.
  • Neben den bekannten Cloud-Dienstleistern gibt es auch Spezialangebote wie die Arduino IoT-Cloud, die ihre Stärken im Bildungsbereich und im Prototypenbau hat.

Was ist eine IoT-Cloud?

Als Cloud werden allgemein IT-Ressourcen bezeichnet, die auf einer anderen Hardware-Plattform nachgebildet werden. Das kann beispielsweise die Festplatte eines Arbeitsplatzcomputers sein, die in den Speicher eines Rechenzentrums ausgelagert (virtualisiert) wird. Aus Sicht der Nutzenden verhält sich ein solcher Cloud-Speicher genau wie die lokale Festplatte. Er hat ihr gegenüber aber entscheidende Vorteile:
  • In Rechenzentren werden riesige Datenspeicher errichtet, die dann auf viele einzelne Nutzer:innen aufgeteilt werden. Nicht mehr benötigter Speicherplatz wird zeitnah anderen Kunden zugeteilt. Durch diese extrem effiziente Hardware-Ausnutzung und zusätzliche Skaleneffekte ist Cloud-Speicher günstiger als die persönliche Festplatte am Arbeitsplatz.
  • Anschaffungs-, Betriebs- und Wartungskosten für lokale IT-Infrastruktur („On-Premises“) entfallen durch eine Cloud weitgehend. Das spart Personalkosten in der firmeneigenen IT-Abteilung.
  • In einem Rechenzentrum kommen besonders zuverlässige Festplatten zum Einsatz, die Spezialisten überwachen. Nähert sich eine Festplatte im Rechenzentrum dem errechneten Ende ihrer Lebenszeit, werden alle darauf gespeicherten Daten im laufenden Betrieb auf andere Festplatten verschoben. Dadurch sind Datenverluste sehr selten.
  • Je nach kundenseitig beauftragtem Bereitstellungsmodell werden Cloud-Daten in einem anderen Rechenzentrum zusätzlich gespiegelt. So sind sie selbst bei einem größeren Schadensereignis am Standort des ersten Rechenzentrums immer noch sicher – anders als beispielsweise lokale Daten, die sich nur auf einem einzelnen Arbeitsplatzcomputer befinden.
  • Viele Cloud-Anbieter unterstützen Back-ups im laufenden Betrieb, ohne dass die Anwender:innen hierdurch bei ihrer Arbeit unterbrochen werden. So sind die Daten rund um die Uhr ohne Wartungspausen verfügbar. Vergleichbare Live-Back-ups sind bei lokalen Datenspeichern am Arbeitsplatz oft nur mit großem Aufwand realisierbar.
Neben Datenspeicher können Sie auch viele andere Ressourcen per Cloud virtualisieren, beispielsweise einzelne Office-Programme als Software-as-a-Service oder komplette Computer als Infrastructure-as-a-Service. Zu jeder gewünschten Cloud-Anwendung gibt es auch eine entsprechende Cloud, die Ihnen die dazu passende IT-Ressource virtuell bereitstellt.
Auch die IoT-Cloud ist zuerst einmal eine weitere Unterart des Cloudspeichers. Dabei ist sie speziell konzipiert, um IoT-Geräte zu vernetzen und zu verwalten. Welche unterschiedlichen IoT-Clouds es gibt und worauf Sie bei der Wahl eines Anbieters achten sollten, erfahren Sie in den folgenden Kapiteln.
Agrarwirtin arbeitet am Tablet. Im Hintergrund sind Erntemaschinen zu sehen.

Internet of Things: Alles aus einer Hand

Durch die intelligente Vernetzung von Maschinen und Gegenständen werden unter anderem Produktion und Logistik effizienter gestaltet. So sparen Sie wichtige Ressourcen und erweitern Ihre Geschäftsmodelle.

Optimieren Sie jetzt Ihre Prozesse: Wir sind mit über 118 Millionen Connections führend im Bereich IoT und diese Zahl wächst täglich.

Technische Grundlagen: Wie IoT-Clouds funktionieren

Eine IoT-Cloud besitzt in der Regel eine mehrstufige Hard- und Software-Architektur, die sich aus den Anforderungen an die IoT-Infrastruktur ergeben:
  1. Die Basis einer IoT-Cloud sind die verschiedenen Server, Netzwerkelemente und Datenspeicher als Komponenten der sogenannten Hardware-Schicht. Man spricht hierbei auch von der Infrastrukturebene eines Cloudspeichers. Auf dieser Ebene unterscheidet sich eine IoT-Cloud nicht wesentlich von den meisten anderen Cloud-Arten.
  2. Auf der Infrastrukturebene installiert der Cloud-Anbieter eine Betriebssystem-Plattform. Hierzu gehören neben dem Betriebssystem auch weitere globale Applikationen wie die sogenannte Middleware. Diese stellt später eine Verbindung zwischen dem Betriebssystem und den darauf installierten Anwendungen her.
  3. Die nächste Schicht ist die Anwendungs- oder Softwareebene. Hier werden jene Programme installiert, die Daten von den anzubindenden IoT-Geräten auslesen; beziehungsweise diese Daten speichern, auswerten, den Nutzer:innen zur Verfügung stellen oder nach vorgegebenen Regeln an andere IoT-Geräte weiterleiten.
Über alle drei Schichten hinweg gibt es verschiedene Schnittstellen und Netzwerkprotokolle, mit denen die einzelnen IoT-Geräte der Kund:innen an die IoT-Cloud angebunden werden. Diese Schnittstellen können beispielsweise die Nutzer:innen selbst auf der Anwendungseben errichten.
Der Cloud-Betreiber kann sie aber auch direkt auf der untersten Hardware-Ebene zur Verfügung stellen. Für die Nutzer:innen ist hierbei in erster Linie interessant, dass alle benötigten Übertragungsstandards unterstützt werden und die erforderlichen Bandbreiten und Latenzen dabei erreicht werden.
Einige IoT-Anwendungen arbeiten mit sehr großen Datenmengen oder benötigen eine besonders schnelle Cloud-Anbindung mit kurzen Datenlaufzeiten. Man spricht hierbei auch von der Echtzeitdatenverarbeitung. Hierfür gibt es spezielle IoT-Clouds mit besonders leistungsfähigen Schnittstellen und sogenannte Edge-Infrastrukturen, die dann in räumlicher Nähe zu den jeweiligen IoT-Geräten errichtet werden. Für die meisten IoT-Anwendungen sind klassische IoT-Clouds aber in der Regel schnell genug.

Das sind die Vorteile der Cloud der Dinge

Die IoT-Cloud ist ein Dach, unter dem die IoT-Technik Ihres Unternehmens zusammenkommt. Das können beispielsweise sein:
  • Sensoren
  • Aktoren
  • Endgeräte
  • Datenspeicher
Ob Sie beispielsweise alle Stromverbrauchssensoren in Ihrem Gebäude gemeinsam erfassen, um ein Internet of Things für effizientes Energiemanagement zu schaffen; oder ob Sie Ihre IoT-Geräte zu einer Sensorwolke verbinden, die am Wochenende Ihr Firmengelände gegen ungebetene Besucher:innen absichert: All dies ist über eine IoT-Cloud möglich.
Beispielsweise überwacht digitaler Diebstahlschutz via IoT und GPS-Tracker heute bereits viele Kräne und Bagger auf deutschen Baustellen. Immer ist es die Intelligenz in der Cloud, die durch die optimale Verknüpfung aller Komponenten ein smartes Gesamtsystem erschafft.
Eine IoT-Cloud ist also viel mehr als nur ein Datenspeicher, ein Server oder eine Schnittstelle für internetfähige Endgeräte.

Kommunikationsstandards und Datenübertragung in der IoT-Cloud

Eine IoT-Cloud muss die Kommunikationsprotokolle aller anzubindenden Geräte unterstützen. Neben TCP/IP via LAN, WAN oder WLAN gibt es viele weitere Protokolle wie ZigBee, DECT und Z-Wave, die heute als Quasi-Standards für Sensorik und Gebäudeautomation gelten.
Für die Nahbereichskommunikation kommen Bluetooth und RFID/NFC hinzu. Noch vielfältiger wird es, wenn auch Industriemaschinen direkt an die Cloud angebunden werden sollen, da es hier viele unterschiedliche und häufig proprietäre (also speziell für eine bestimmte Hardware entwickelte) Kommunikationsprotokolle gibt. Dazu gehören beispielsweise:
  • Modbus
  • Siemens S7Comm
  • HART
  • Feldbus für Speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS)
  • Powerlink für Industrieroboter
  • openSafety speziell für sicherheitsrelevante Informationen
Grundsätzlich können Sie viele dieser Standards und Protokolle auch über zusätzliche Hardware, sogenannte Gateways, an Ihre Cloud andocken.
Doch komfortabler und schneller geht es, wenn Ihre Cloud selbst die entsprechenden Standards unterstützt. Besonders für die Echtzeitkommunikation ist dies wichtig, denn jedes zwischengeschaltete Gerät verlängert und verlangsamt die Kommunikationswege.
Praktischerweise haben Campus-Netze mit dem Mobilfunkstandard 5G die IoT-Signallaufzeiten zuletzt stark verkürzt. Damit wird beispielsweise autonomes Navigieren auf dem Firmengelände möglich. Denn hierfür brauchen Fahrzeuge Echtzeitzugriff auf ihre lokale IoT-Cloud. Nur so können sie ihre Position jederzeit zentimetergenau bestimmen und zugleich zuverlässig Abstand von anderen autonomen Fahrzeugen halten, mit denen sie über die IoT-Cloud kommunizieren.
Ein Quasi-Standard für alle Systeme, die sich automatisiert mit anderen Geräten per Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M) austauschen, ist „Message Queuing Telemetry Transport (MQTT)”. Dieses offene Netzwerkprotokoll für Telemetriedaten wurde speziell für Umgebungen mit geringer Empfangsqualität und langen Signallaufzeiten entwickelt. Es funktioniert daher auch in Randbereichen von Unternehmensnetzen sehr zuverlässig.
MQTT arbeitet mit einem sogenannten Message Broker. Das ist eine auf Seiten der Cloud eingerichtete Software, die den Nachrichtenverkehr mit ihren IoT-Endgeräten verwaltet und protokolliert. Zugleich fungiert sie als Übersetzer zwischen unterschiedlichen Endgeräten. Der Message Broker kommt auch bei der Anwendungsprogrammierung zum Einsatz, wenn externe Software über eine Programmierschnittstelle (Application Programming Interface, kurz: API) auf die Geräte Ihrer IoT-Cloud zugreifen will.
Außerdem wichtig: Durch die Anbindung über die Mobilfunkstandards GSM, LTE und 5G erreichen Sie in Ihrem IoT auch all jene Geräte, die außerhalb Ihres Unternehmens unterwegs sind. Hierfür gibt es spezielle IoT-Mobilfunktarife.

Gerätemanagement und Skalierung

Ihre IoT-Cloud sollte nicht nur mit Ihren Geräten kommunizieren können, sondern auch ein übergeordnetes Management-Tool sein. Über dieses Tool haben Sie alle Ihre Komponenten stets im Blick, können auf Ausfälle reagieren oder weitere Maschinen und Geräte schnell hinzufügen. Je nach Größe Ihres Unternehmens kommen leicht hunderte oder tausende IoT Clients zusammen. Ihr Management-Tool sollte daher auch Gerätegruppen bilden können und das Verteilen von gemeinsamen Aufgaben an diese Gruppen unterstützen.

Künstliche Intelligenz in der IoT-Cloud nutzen

Mithilfe von KI machen Sie Ihre IoT-Cloud noch leistungsfähiger. Setzen Sie beispielsweise eine größere Anzahl autonomer, selbstfahrender Transportroboter ein? Oder haben Sie auf Ihrem Werksgelände ein Netzwerk aus Wettersensoren oder Brandmeldern, die Sie über einen Server fernüberwachen möchten?
Mit Funktionen der künstlichen Intelligenz (KI) finden Sie zielsicher jene Roboter, die eine Wartung benötigen. Die KI prüft unter anderem das Lade- und Entladeverhalten der darin verbauten Lithium-Polymer-Akkus. Hat einer dieser Akkus das Ende seiner Lebenszeit erreicht, gibt das System Ihrem Wartungsteam einen entsprechenden Hinweis.
Ebenso erkennt die KI anhand von Sensordaten aus Ihrem Firmennetz, ob ein lokaler Temperaturanstieg in einer Fabrikhalle ein Indiz für einen möglichen Schwelbrand ist; oder ob dort lediglich sommerliche Sonneneinstrahlung das Hallendach gerade stark erwärmt.
Das sind nur einige Einsatzgebiete für KI-Funktionen im Internet der Dinge. Je mehr Aktoren, Sensoren und Maschinen Sie über Ihre IoT-Cloud verknüpfen, desto mehr Daten und Datenkorrelationen erhalten Sie auch, die Sie händisch nicht mehr auswerten können. Die Auswertung übernimmt dann die KI für Sie. Falls Ihre eigene Cloud keine KI-Funktionen beinhaltet, können Sie diese auch über einen anderen Anbieter als Function-as-a-Service (FaaS) zubuchen.
Zusätzlich können Sie die KI Ihrer IoT-Cloud auch mit möglichen KI-Funktionen Ihrer Endgeräte koppeln. So besitzen viele Überwachungskameras und Infrarot-Bewegungsmelder heute eine Basis-KI, die menschliche Eindringlinge von Tieren zu unterscheiden hilft.
Eine solche lokale KI an den Rändern Ihres Unternehmensnetzes wird auch als Edge AI bezeichnet (frei übersetzt: künstliche Intelligenz im Randbereich). Die Kameras und Bewegungsmelder können Sie mit der leistungsfähigeren KI Ihrer IoT-Cloud verbinden, um eine noch bessere Erkennungsrate zu erreichen und so die Zahl der Fehlalarme zu minimieren.
Empfohlener externer Inhalt
Hier ist ein Video-Inhalt von YouTube. Er ergänzt die Informationen auf dieser Seite.
Sie können ihn mit einem Klick anzeigen und wieder ausblenden.
Ich bin einverstanden, dass externe Inhalte angezeigt werden. So können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr in unserer  Datenschutzerklärung.
Datenschutzerklärung

Unterschied IoT-Clouds versus Plattform: Warum es mehr ist als nur Speicher

Das Gesamtsystem aus dem IoT-Cloudspeicher mit seinen Schnittstellen und Werkzeugen wird oft auch als IoT-Plattform bezeichnet. Eine solche IoT-Plattform gibt es inzwischen bei vielen Anbietern als fertiges Produkt. Mit dem entsprechenden Fachwissen können Sie sich auch eine eigene Cloud-Plattform in einer Cloud zusammenstellen. Per Definition besteht eine IoT-Plattform aus den folgenden drei Schichten:
  • Programmierschnittstelle (API): Über diese Schnittstelle greifen Anwendungen auf die IoT-Daten zu, um diese beispielsweise per KI auszuwerten und zu aggregieren.
  • Vorverarbeitungs- und Datenverwahrschicht: Auf dieser Ebene werden alle Daten aus dem IoT zwischengespeichert und für die weitere Verarbeitung vorbereitet.
  • IoT-Hub: Diese Ebene kommuniziert über verschiedene Netzwerkprotokolle mit den einzelnen Endgeräten im IoT.
Manchmal wird auch noch die Geräteebene mit ihren Sensoren, Aktoren und anderen Endgeräten als vierte Schicht der IoT-Cloud bezeichnet.
Eine Frau und ein Mann stehen auf einer Baustelle

Jetzt mit IoT Easy Connect durchstarten

Zwei sorgenfreie IoT-Prepaid-Tarife ermöglichen Ihr eigenes IoT-Projekt auf Basis unseres Hochleistungsnetzes:

  • IoT Easy Connect 2G/4G für hohe Datenraten
  • IoT Easy Connect 2G/NB-IoT/LTE-M für schwierige Bedingungen

Datenschutz und Sicherheit als Auswahlkriterien für die IoT-Cloud

In Ihrer IoT-Cloud liegen höchstwahrscheinlich auch schützenswerte Daten. Schließlich sind viele IoT-Geräte in der Industrie 4.0 mit anderen Plattformen und Cloud-Speichern verbunden und tauschen mit diesen Geräten permanent Informationen aus. Indem sie alle Systeme in Ihrem Unternehmen miteinander verknüpft, spielt die IoT-Cloud Ihre volle Stärke aus. Somit kann Ihre IoT-Cloud beispielsweise folgende sensiblen Daten enthalten:
  • Kundendaten inklusive Namen, Adressen und Bankverbindungen
  • Biometrische Daten von Mitarbeitenden und Besucher:innen, die Ihre Zugangssysteme nutzen
  • Statistikmodelle für noch nicht patentgeschützte Technologien aus Ihrer Forschung und Entwicklung
  • Auftragsdaten, Einkaufspreise und buchhalterische Kalkulationen
  • Informationen über Zugangs- und Sicherungssysteme sowie Kamerastandorte und Einsatzpläne Ihres Wachschutzes
  • Strategische Daten zur weiteren Unternehmensentwicklung und zum Marktumfeld sowie Informationen zu bevorstehenden Marketingkampagnen
Alle diese Daten müssen Sie innerhalb Ihres Cloudspeichers schützen; besonders aber auch an den Kommunikationsschnittstellen zu den einzelnen IoT-Geräten. Gerade „Embedded Systems“(eingebettete Computer-Steuerungen) in vernetzten Maschinen sind inzwischen ein beliebtes Ziel für Hackerangriffe. Denn auch eine ein Multimedia-Terminal am Point-of-Sale oder ein Diagnosegerät mit eigenem Display kann im Zweifel zum Auslesen vertraulicher Daten genutzt werden, sofern es nicht entsprechend geschützt ist.
Bekannt ist ein Fall aus den USA, wo Hacker:innen über ein smartes Aquarium-Thermostat im Foyer eines Spielcasinos auf dessen gesicherte Netzwerkserver zugreifen konnten. Alle IoT-Geräte mit eigenem Datenspeicher und eigenem Mikroprozessor/Mikrocontroller oder einer Ausgabeschnittstelle sollten Sie daher über die IoT-Cloud entsprechend überwachen und nach außen absichern.
Cloud Security setzt sich aus einer Vielzahl von Einzelmaßnahmen zusammen, mit denen Sie nicht nur Ihre IoT-Geräte, sondern auch die darauf gespeicherten Daten wirksam gegen Angriffe von innen und außen schützen.
Datenstandort Ihrer IoT-Cloud beachten
Die Daten innerhalb Ihrer IoT-Cloud werden nicht unbedingt an dem Ort gespeichert, an dem sich Ihr Geräte- und Sensorenpool befindet. Daher sollten Sie bei Cloud-Lösungen immer auch den sogenannten Datenstandort abklären.
Bei der Wahl eines Cloud-Anbieters sollten Sie sich folgende Fragen stellen:
  • In welchem Land werden Ihre Daten gehostet?
  • Welche Datenschutzbestimmungen gelten dort und wie dürfen oder müssen Ihre Daten dort verschlüsselt sein, um die jeweiligen Landesgesetze zu erfüllen?
  • Welche Daten dürfen dort überhaupt gespeichert werden – oder müssen nach einer bestimmten Frist gelöscht werden (Prinzip der Datensparsamkeit)?
Die Europäische Union hat mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) klare Vorgaben für das Hosting unverschlüsselter personenbezogener Daten gemacht. Die Verordnung regelt, dass nicht-chiffrierte persönliche Informationen grundsätzlich im Europäischem Wirtschaftsraum (EWR) zu verwahren sind. Der EWR umfasst die EU-Staaten sowie Norwegen, Liechtenstein und Island.
Möchten Sie unverschlüsselte personenbezogene Daten in ein Drittland transferieren, muss für dieses Land ein sogenannter Angemessenheitsbeschluss der EU-Kommission vorliegen. Ein solcher Beschluss gewährleistet, dass dieser Staat Datenschutzstandards garantiert, die denen des EWR entsprechen. Für die USA gibt es aktuell beispielsweise keinen Angemessenheitsbeschluss der EU-Kommission.
Daher sollten Sie der Wahl Ihres Cloud-Anbieters unbedingt auf den Datenstandort achten. Denn in der Praxis enthält nahezu jede IoT-Cloud auch persönliche Daten und fällt damit unter die DSGVO.
Außerdem wichtig: Sollen auch Ihre Kund:innen über ein Web-Interface auf Ihre IoT-Cloud oder einzelne Endgeräte daraus zugreifen dürfen? Dann müssen Sie auch an Cookie-Hinweis und Datenschutzerklärung auf der entsprechenden Website denken. Denn auch hierzu macht die DSGVO klare Vorgaben, deren Nichteinhaltung im Zweifel teure Folgen haben kann.

Ihre Unternehmensziele definieren den passenden Cloud-Anbieter

Die eingangs genannten Anwendungsbeispiele zeigen, wie viele unterschiedliche Einsatzgebiete es für IoT-Clouds gibt. Jedes Unternehmen stellt in der Praxis andere Anforderungen an seine Cloud und gestaltet seine Cloud-Architektur entsprechend individuell. Somit gibt es auch nicht „den einen” idealen Anbieter für alle Cloud-Kunden.
Sie sollten daher anhand verschiedener Kriterien prüfen, welches Produkt zu Ihrem IoT und Ihren Anforderungen passt. Im nachfolgenden Kapitel finden Sie einen Kriterienkatalog, der Ihnen bei der Entscheidung hilft.
Bekannte Anbieter und Cloud-Produkte sind:
  • Microsoft mit Azure IoT
  • Amazon mit AWS IoT (Amazon Web Services)
  • Google mit den Google-Cloud-IoT-Diensten und der Google Cloud Platform (GCP)
  • Oracle mit Fusion Cloud Internet of Things
  • IBM mit der Watson IoT Platform
  • Salesforce mit Salesforce IoT-Cloud
  • Siemens mit Siemens Mindsphere
  • SAP mit Leonardo
  • als Sonderfall: Arduino mit Arduino IoT-Cloud
Bei den meisten Anbietern steht Ihnen ein Baukastensystem zur Verfügung, aus dem Sie Ihre Speicherlösung, Wunschanwendungen und Schnittstellen individuell zusammenstellen. So können Sie Ihre IoT-Plattform beispielsweise als fertigen SaaS-Dienst anmieten, aber auch händisch in einer noch völlig leeren IaaS-Cloud aufsetzen.

IoT-Cloud: So finden Sie den richtigen Dienstleister

Haben Sie den Markt gesichtet und eine erste Vorauswahl getroffen, sollten Sie bei der Wahl des passenden Anbieters folgende Kriterien berücksichtigen:
  • Welches Vorwissen ist in Ihrem Unternehmen vorhanden? Suchen Sie eher eine vorkonfektionierte Cloud-Lösung? Oder möchten Sie Ihre IoT-Cloud komplett selbst entwickeln und auf einem IaaS-Produkt aufsetzen? Amazon AWS, Microsoft Azure und die Google Cloud sind weit verbreitet. Daher finden Sie viele Anleitungen und Hilfen zu diesen Produkten im Internet. Außerdem gibt es zahlreiche Dienstleister, die Sie beim Einrichten einer solchen Cloud unterstützen.
  • Welche Sicherheitsstandards benötigen Sie bei der Kommunikation? Üblich ist der verschlüsselte Datenaustausch via TLS mit Zwei-Wege-Authentifizierung. Prüfen Sie, wie gut Ihre Wunsch-Cloud abgesichert ist.
  • Welche Endgeräte möchten Sie in Ihrer IoT-Cloud verknüpfen? Welche Protokolle benötigen Sie hierfür? Bei den großen Cloud-Anbietern können Sie auch exotische Protokolle über entsprechende Tools hinzufügen.
  • Welche weiteren Cloud-Lösungen setzen Sie bereits im Unternehmen ein? Wollen Sie vorhandene Produkte mit Ihrer IoT-Cloud zu einer Multi-Cloud verbinden oder möchten Sie für alle Clouds einen Anbieter haben? Dann sollten Sie prüfen, ob Ihr bisheriger Cloud-Dienstleister auch IoT unterstützt.
  • Gibt es in Ihrer Branche besondere Standards und Regularien, die Sie einhalten müssen? Einige Cloud-Anbieter haben sich auf Branchenlösungen spezialisiert, beispielsweise mit “Internet of Healthcare Things” (IoHT?) für Unternehmen aus dem Gesundheitswesen. Es gibt auch IoT-Angebote für die Landwirtschaft, die Baubranche und die Logistik. SAP Leonardo ist wiederum für den Einzelhandel sehr interessant. Siemens Mindsphere ist in der Industrie verbreitet und außerdem leicht mit den IoT-Geräten desselben Herstellers zu verbinden.
  • Wo soll der Datenstandort Ihrer IoT-Cloud sein? In den meisten Fällen wird Ihre Cloud auch persönliche Daten enthalten, die möglicherweise unverschlüsselt gespeichert werden. Dann müssen Sie die entsprechenden Vorgaben der DSGVO einhalten und sollten sich die DSGVO-Konformität Ihrer Cloud auch von Ihrem Cloud-Dienstleister garantieren lassen.
  • Möchten Sie die Daten aus Ihrer IoT-Cloud mittels künstlicher Intelligenz auswerten und hieraus neue Erkenntnisse gewinnen? Bei Microsoft finden Sie hierfür das intuitive ML Studio. Aber auch viele andere Anbieter haben mittlerweile entsprechende Werkzeuge im Angebot.

Arduino IoT-Cloud: Newcomer mit steigender Beliebtheit

Die Mikrocontroller-Plattform Arduino erfreut sich seit vielen Jahren großer Beliebtheit – in Studium und Lehre und inzwischen auch im industriellen Prototypenbau. Es gibt auch zahlreiche Projekte zum Nachbauen auch für gewerbliche Anwender. Mit dem Controllino erhalten Sie sogar eine eigene Ausführung des Arduino als industrietaugliche, frei programmierbare SPS.
Mit entsprechenden WLAN, GSM-, und Bluetooth-Modulen („Shields“) verbinden Sie Ihre Arduino-Schaltungen sehr einfach untereinander oder mit dem Internet of Things. Passend dazu hat der Hersteller zwischenzeitlich auch eine eigene Arduino-IoT-Cloud für vernetzte Arduiono-Clients aufgesetzt.
Die Arduino-IoT-Cloud gibt es in unterschiedlichen Ausbaustufen. Basisprodukt ist der kostenfreie „Free Plan”, der allerdings keine API-Zugriffe erlaubt und den Speicher für Programme („Sketches“) auf 100 MB limitiert. Mit den kostenpflichtigen Varianten Entry, Maker und Maker Plus können Sie dagegen auch größere Arduino-Gerätewelten vernetzen. Praktisch: Der Anbieter hat mittlerweile eine IoT-Cloud-App für iPhone und Android erstellt. Damit können Sie Ihre IoT-Cloud auch mobil aufrufen und verwalten.
Arduino IoT-Cloud im Vergleich mit anderen IoT-Clouds
Die Arduino-Welt ist eine Programmier- und Ausprobier-Umgebung für Maker:innen, Schüler:innen, Studierende und für den Prototypenbau. Daher gibt es ein riesiges Angebot an preisgünstigen Sensoren, Shields, Kommunikationsmodulen und Aktoren, mit denen Sie sehr leicht Schaltungen entwerfen und ausprobieren können. Im dauerhaften gewerblichen Einsatz kommen einige dieser Geräte allerdings an ihre Grenzen.
Sie möchten eine IoT Sandbox erschaffen, in der Sie Prototypen gefahrlos austesten können, ohne dabei auf vitale Produktionssysteme zuzugreifen? Sie suchen eine Umgebung, in der Auszubildende in Ihrem Unternehmen erste Erfahrungen mit einer IoT-Cloud sammeln? Für diese Einsatzzwecke ist die Arduino IoT-Cloud ideal. Mit einer Einschränkung: Ausgerechnet die Unterstützung für das wichtige und verbreitete MQTT-Protokoll fehlt hier bisher noch. Wenn Sie darauf verzichten können, erhalten Sie mit dem Arduino-Angebot eine gute Cloud-Lösung für die genannten Anwendungen.
Eine Frau sitzt lächelnd vor einem Notebook

Vodafone Modbus Cloud Connect

Das All-in-One-Produkt für eine direkte Verbindung von Modbus-RTU-Geräten über LPWA (NB-IoT & LTE-M) in die Cloud.

  • Einfache Installation & Inbetriebnahme
  • Einfaches IoT-Upgrade von Bestandsgeräten (Retrofit)
  • Einfache, autarke Datenkommunikation über Narrowband-IoT & LTE-M
  • Einfacher und gesicherter Betrieb über den Lebenszeitraum

Unser Fazit: Darum ist eine IoT-Cloud wertvoll für Ihr Business

Wie die vorhergehenden Ausführungen zeigen, gibt es bereits über alle Branchen hinweg zahlreiche Einsatzgebiete für IoT-Clouds und IoT-Geräte in Unternehmen. Viele Technologien werden überhaupt erst durch das IoT möglich, beispielsweise der Einsatz von autonomen Transportfahrzeugen in der Unternehmenslogistik oder selbstfahrende Erntemaschinen in der Landwirtschaft.
Auch bei der Implementation in den Firmen selbst gibt es große Unterschiede: Die Bandbreite reicht von Komplettpaketen, die ein externer Anbieter schlüsselfertig installiert und anlernt, bis hin zu kompletten Selbstbaulösungen, etwa auf Basis der kostengünstigen Arduino-Mikrocontroller.
Mit den IoT-Lösungen von Vodafone erhalten Sie den passenden Rahmen für Ihre IoT-Lösungen. Das Vodafone-Portfolio bietet Ihnen aufeinander abgestimmte Cloud-Infrastrukturen, IoT-Anwendungen und IoT-Geräte, mit denen Sie Prozesse in Ihrem Unternehmen effizient automatisieren, steuern und überwachen.
Agrarwirtin arbeitet am Tablet. Im Hintergrund sind Erntemaschinen zu sehen.

Internet of Things: Alles aus einer Hand

Durch die intelligente Vernetzung von Maschinen und Gegenständen werden unter anderem Produktion und Logistik effizienter gestaltet. So sparen Sie wichtige Ressourcen und erweitern Ihre Geschäftsmodelle.

Optimieren Sie jetzt Ihre Prozesse: Wir sind mit über 118 Millionen Connections führend im Bereich IoT und diese Zahl wächst täglich.

IoT-Cloud: Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Das könnte Sie auch interessieren:
Cloud & Hosting

Serverless Computing

Beim Serverless Computing übernimmt Ihr Cloud-Anbieter das Server-Management und stellt Ihnen Rechenleistung skalierbar zur Verfügung. So können Sie sich ganz auf Software und Programmierung konzentrieren. Wie das funktioniert und was das für Ihr Unternehmen bedeutet, erfahren Sie hier.

Digitalisierungsberatung

Die Beraterinnen und Berater helfen Ihnen kostenlos und unabhängig bei praktischen Fragen und geben konkrete Tipps. Vereinbaren Sie einen unverbindlichen Termin um Ihr Anliegen zu besprechen.

Termin vereinbaren