VR-Lösungen in Unternehmen – Hype oder neue Geschäftsfelder?

Digitales Business

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Datum 22.08.2017
Lesezeit 3 Min.

VR-Lösungen in Unternehmen – Hype oder neue Geschäftsfelder?

Erinnern Sie sich noch an das Holodeck im Raumschiff Enterprise? Wäre es nicht auch eine tolle Vorstellung, wenn Unternehmen ihren Kunden so Produkte vorführen könnten oder Auszubildende und Mitarbeiter die Bedienung von Maschinen so lange üben könnten, bis jeder Handgriff sitzt? Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) Lösungen ermöglichen genau das.

Ganz so weit wie bei Star Trek ist die Technik aktuell noch nicht. Nachdem sie 2013 bereits totgesagt wurde, erleben VR-Lösungen als Teil des Internet der Dinge nun nach Hype und Desillusionierung ein Ankommen in der Wirklichkeit und im sinnvollen Einsatz in Unternehmen. Neben den technischen Herausforderungen stand auch der Zugang zu wirklich schnellem Rechner und Grafikleistung einer umfassenden Anwendung im Weg.

Für Unternehmen kristallisierten sich in den letzten Jahren Anwendungen für verschiedene Unternehmensbereiche heraus:

  • Produktentwicklung: Automobilunternehmen wie Mercedes Benz oder Volkswagen machen es vor: In ihrem „Virtual Reality Center“ (Mercedes) oder dem „Volkswagen Digital Reality Hub“ werden im Unternehmen VR-Anwendungen, Mitarbeiter und Werkzeuge gebündelt. Mit diesen Plattformen können dann zunehmend mehr Möglichkeiten getestet und umgesetzt werden. So können Mitarbeiter zum Beispiel virtuell an Trainings anderer Standorte teilnehmen oder im virtuellen Raum persönliches Know-how austauschen. In Automobilunternehmen werden schon lange VR-Techniken eingesetzt: So konnten Fahrzeuge im Entwicklungsprozess simuliert und gemeinsam weiterentwickelt werden.

 

  • Ausbildung und Training: In der Medizin und Rehabilitation wird bereits schon länger mit VR-Technologie gearbeitet. Ärzte können so zum Beispiel komplizierte Operationen trainieren oder auch Vorgänge im Körper virtuell erfahrbar machen. Auch in der Ausbildung oder im Training an neuen Maschinen lässt sich VR gut einsetzen. Wichtig dabei ist allerdings, dass die Umgebung glaubhaft dargestellt wird und die Anwender auch Feedback auf ihr Tun erhalten.

 

  • Employer Branding: VR kann hier eingesetzt werden, um Mitarbeiter und Bewerber miteinander bekannt zu machen, ohne sich vor Ort treffen zu müssen. So nutzt Siemens VR-Technologie, um Siemens-Mitarbeiter aus aller Welt virtuell vorzustellen und zeigt so potenziellen Bewerbern ein persönlich erfahrbares Bild des Unternehmens.

 

  • E-Commerce und Handel: Gerade in Deutschland ist die Retourenquote sehr hoch, was bei eCommerce-Unternehmen zu hohen Kosten führt. Mit AR-Anwendungen lässt sich Passform oder Farbe eines Produkts bereits zu Hause ausprobieren – was so langfristig zu einer geringeren Retourenrate führen könnte.

 

  • Marketing: In Autohäusern und Maklerunternehmen werden bereits länger 3D-Anwendungen eingesetzt, um Produkte zu konfigurieren und erlebbar zu machen – VR-Lösungen heben diese Ansätze nun auf eine neue Ebene. So kann man zum Beispiel das neue Haus vorab besichtigen, sich in das neue Auto hineinsetzen und die Ausstattung immer wieder neu konfigurieren.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Durch die virtuelle Zusammenarbeit lassen sich Zeit, Arbeits- und Reisekosten sparen. So weist KPMG in der Studie „Neue Dimensionen der Realität“, die das Beratungsunternehmen zusammen mit present4D erstellte, darauf hin, dass Unternehmen im Durchschnitt 1.100 Euro pro Mitarbeiter und Jahr an Reisekosten entstehen. Auch Entscheidungszeiträume lassen sich durch die virtuelle Zusammenarbeit verkürzen, was den kürzeren Produktlebenszyklen entgegenkommt und so auch Geld spart. Diese Kostenersparnis könnte auch für den Handel ein gutes Argument für den Einsatz von VR sein.

Bis sich VR-Lösungen allerdings flächendeckend durchsetzen, arbeiten die Entwickler an immer besserer Hardware. So wird die Entwicklung von VR-Brillen mit 4K und 8K Auflösung als sehr wichtig angesehen. Noch werden auch die Verkabelung und das Gewicht der Brillen als unhandlich angesehen. Doch wer sich einmal daran erinnert, wie klobig und schwer erste Laptops waren, weiß, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sich hier elegante und vor allem immer preiswertere Lösungen ergeben werden.

Wenn sich alles so weiterentwickelt, treffen wir uns irgendwann zum Kaffee auf dem Holodeck.

Auch Vodafone setzt VR im Marketing und bei der Kundenberatung ein. So können Geschäftskunden bei einer VR-Experience in den eigenen Firmenräumen beispielsweise den virtuellen Messestand von Vodafone auf der CeBIT erkunden. Anwendungsmöglichkeiten für die Digitalisierung von Unternehmen werden dabei virtuell „anfassbar“ gemacht.

Setzen Sie bereits VR in Ihrem Unternehmen ein? Für welche Anwendungszwecke können Sie sich die neue Technologie in Ihrem Business-Alltag vorstellen?

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