Nach der grundlegenden Definition werfen wir einen Blick auf die verschiedenen Erscheinungsformen. Denn nicht jede Variante verfolgt dieselben Ziele oder nutzt identische Methoden.
Keylogger
Keylogger zählen zu den bekanntesten Formen von Spyware. Sie zeichnen Tastatureingaben auf und übermitteln die gesammelten Informationen an Angreifende.
Auf diese Weise gelangen Kriminelle unter anderem an:
Besonders kritisch wirkt sich ein erfolgreicher Angriff auf Führungskräfte oder Mitarbeitende mit erweiterten Zugriffsrechten aus. Erbeuten Täter:innen entsprechende Zugangsdaten, können sie sich oft weitreichenden Zugriff auf Unternehmensressourcen verschaffen.
Einige Varianten erfassen nicht nur Tastatureingaben. Zusätzliche Funktionen ermöglichen beispielsweise Bildschirmaufzeichnungen oder das Mitlesen von Zwischenablagen.
Adware
Adware konzentriert sich hauptsächlich auf Werbezwecke. Die Programme sammeln Nutzungsdaten und erstellen daraus Profile über das Verhalten der Anwender:innen.
Anschließend erscheinen gezielte Werbeanzeigen oder unerwünschte Pop-ups. Zwar gilt Adware häufig als weniger gefährlich als andere Schadprogramme, dennoch birgt sie Risiken für Unternehmen.
Viele Varianten erfassen unter anderem:
Surfverhalten
Suchanfragen
Standortdaten
Geräteinformationen
Darüber hinaus öffnen manche Anwendungen zusätzliche Sicherheitslücken, über die weitere Schadsoftware eindringen kann.
Passwort-Stealer
Eine Unterart der Infostealer sind die Passwort-Stealer (Passwortdiebe), die speziell nach Benutzernamen und Passwörtern auf Ihrem Computer suchen. Aktivieren Sie bei Ihrem Browser beispielsweise das Speichern von Zugangsdaten und Passwörtern, so macht sich der Passwort-Stealer dies zunutze und stiehlt gleich die ganze Datei, in der Ihr Browser Ihre Passwörter abgelegt hat.
Trojaner
Trojaner tarnen sich als legitime Programme oder nützliche Anwendungen. Nach der Installation führen sie jedoch versteckte Funktionen aus.
Viele Angriffe beginnen mit einer scheinbar harmlosen Datei, einem Software-Update oder einer E-Mail. Sobald Nutzer:innen die Anwendung starten, installiert sich die Schadsoftware auf dem System.
Einige Trojaner enthalten integrierte Spyware-Komponenten. Andere öffnen Hintertüren, über die Angreifer:innen weitere Werkzeuge nachladen.
Dadurch entstehen häufig komplexe Angriffsszenarien, bei denen mehrere Schadprogramme zusammenarbeiten. Unternehmen bemerken solche Aktivitäten oftmals erst nach längerer Zeit.
Mobile Spyware
Smartphones und Tablets spielen im Geschäftsalltag eine immer wichtigere Rolle. Deshalb rücken mobile Geräte zunehmend in den Fokus von Cyberkriminellen.
Mobile Spyware kann zahlreiche Informationen erfassen:
Kontaktlisten
Standortdaten
E-Mails
Kurznachrichten
Kalenderdaten
Zugangsinformationen
Besonders problematisch kann es sein, wenn Ihre Mitarbeitenden private Endgeräte für berufliche Zwecke nutzen: Fehlen klare Sicherheitsrichtlinien, steigt das Risiko für Datenabflüsse erheblich.
Moderne Spyware-Varianten greifen teilweise sogar auf Mikrofone oder Kameras zu. Dadurch erhalten Angreifer:innen zusätzliche Einblicke in Unternehmensabläufe.