SD-WAN ist eine auf Software basierende Netzwerktechnologie speziell für ein Wide-Area-Network (WAN), die mehrere Übertragungswege effizient bündelt.
In der Informationstechnik gibt es verschiedene Netzwerkkategorien und -größen. Ein lokales Netzwerk, auch Local-Area-Network (LAN) genannt, erstreckt sich meist nur über einen Firmenstandort oder ein einzelnes Gebäude. Der Abstand zwischen Geräten innerhalb eines LANs liegt in der Regel bei unter 100 Metern. Die technische Anbindung erfolgt üblicherweise per Ethernet-Datenkabel oder auf dem Funkweg via Wireless Local-Area-Network (WLAN).
Schließt man mehrere, weit voneinander entfernte Geräte oder lokale Netze zu einem größeren Netzwerk zusammen, bilden diese ein sogenanntes Wide-Area-Network, also ein Großbereichsnetzwerk. Auch das Internet ist technisch gesehen ein WAN.
Für ein WAN gibt es spezielle Netzwerktechnologien, da es mehrere Bedingungen erfüllen muss, um zuverlässig und sicher zu arbeiten. Ein WAN muss:
Datenverkehr verzögerungs- und verlustfrei über große Distanzen abwickeln
Gegen den unerlaubten Zugriff durch Dritte geschützt sein
Das wachsende Segment der Cloud-Lösungen effizient einbinden
Auf verschiedenen Leitungswegen mit unterschiedlichen Übertragungstechnologien funktionieren
Eine besonders leistungsfähige Form der Standortvernetzung per WAN ist das softwarebasierte bzw. Software-Defined WAN (SD-WAN). Hierbei sind die Netzwerk-Hardware und die Netzwerksteuerung technisch voneinander getrennt.
Unterschiede zwischen SD-WAN und WAN-Optimierung
Klassische Optimierungen in einem bestehenden WAN schaffen noch kein SD-WAN. Zwischen den beiden Ansätzen gibt es große Unterschiede.
Optimiertes WAN dient hauptsächlich der bestmöglichen Auslastung vorhandener Bandbreiten durch Kompression, Caching oder Duplikatvermeidung in der Datenübertragung. Dies ist jedoch nur in TCP-basierten Netzwerken sinnvoll, die nicht verzögerungssensibel sind, z.B. das Überspielen von Back-ups zwischen Standorten. Im Voice-over-IP-Bereich, also bei der Internet-Telefonie, können solche Optimierungsmaßnahmen sogar zu schlechter Tonqualität, Aussetzern und Gesprächsabbrüchen führen. SD-WAN setzt auf der Ebene des Daten-Routings an. Die steuernde Software routet Daten automatisiert und dynamisch über den jeweils am besten geeigneten Verbindungsweg. Die Wahl der Verbindung ergibt sich aus den aktuellen Netzwerkbedingungen, den Sicherheitsanforderungen und den individuellen Transportkosten auf dem jeweiligen Datenpfad. Entsprechende Routing-Richtlinien gewährleisten, dass alle Datenformate, einschließlich übertragener Sprache, optimal und störungsfrei übermittelt werden.