LibreOffice versus OpenOffice: Das können die Microsoft Office-Alternativen

Digitales Business

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Datum 09.06.2020
Lesezeit 6 Min.

LibreOffice versus OpenOffice: Das können die Microsoft Office-Alternativen

Mit LibreOffice und OpenOffice existieren zwei Komplett-Lösungen für Office-Anwendungen, die Sie kostenlos nutzen können. Wie diese im Vergleich zueinander und zu Microsoft Office abschneiden, erfahren Sie hier. 

So manches Unternehmen scheut nach wie vor die Investition in Arbeitsplatz-Lizenzen für Microsoft Office. Dabei bietet gerade Office 365 sehr komfortable Funktionen für das Arbeiten im Team: Darunter die überaus nützliche Online-Zusammenarbeit via Cloud, das mächtige E-Mail-Programm Outlook und die Kollaborations-Suite Teams. Was die kostenlosen Open-Source-Alternativen können und was für welchen Einsatz in Frage kommt, ist Gegenstand unseres großen Vergleichs der Office-Alternativen.

LibreOffice: Produktivitäts-Tools für alle Plattformen


Im Jahr 2018 schätzte die Document Foundation, eine Entwicklervereinigung rund um LibreOffice und dessen Weiterentwicklung, dass es etwa 200 Millionen aktive LibreOffice-Nutzer weltweit gibt. Etwa ein Viertel von ihnen sind Studenten und zehn Prozent Linux-Nutzer – LibreOffice ist in den meisten Linux-Distributionen bereits standardmäßig enthalten.

Ursprünglich stammen sowohl LibreOffice als auch OpenOffice aus dem Open-Source-Universum rund um das Betriebssystem Linux. Im Jahr 2010 hat sich LibreOffice vom OpenOffice-Universum getrennt und wird seither unabhängig weiterentwickelt. Es existieren von beiden Software-Paketen Download-Varianten nicht nur für Linux, sondern auch für Windows, MacOS und sämtliche gängigen Smartphones.

Im LibreOffice-Paket (wie auch im OpenOffice-Pendant) sind derzeit folgende Bestandteile enthalten:

  • Writer: Textverarbeitung ähnlich wie Microsoft Word
  • Calc: Tabellenkalkulation ähnlich wie Microsoft Excel
  • Impress: Präsentationen ähnlich wie Microsoft PowerPoint
  • Draw: Ein Tool zum Erstellen von Zeichnungen
  • Base: Ein Datenbankmanagementsystem
  • Math: Ein Formel-Editor, der auch innerhalb der anderen Anwendungen genutzt werden kann

Wenn Sie bereits mit OpenOffice gearbeitet haben, gelingt der Umstieg auf LibreOffice problemlos: Die jeweiligen Dateiformate sind untereinander nahezu identisch. Das System ist aktuell in mehr als 100 Sprachen verfügbar und nutzt das offene Standard-Dateiformat „OpenDocument”. Mit Microsoft Office ist es aber nur eingeschränkt kompatibel: Dateien aus MS Word und Co. lassen sich in LibreOffice zwar öffnen, Sie müssen jedoch mit Formatierungsfehlern rechnen. 

Gleiches gilt, wenn Sie OpenOffice-Dateien in Microsoft Office öffnen wollen: Solange es sich um einfache Standard-Dokumente handelt, gelingt dies problemlos. Sobald jedoch komplexe Formatierungen ins Spiel kommen, stößt die Kompatibilität schnell an Grenzen.

Für LibreOffice existiert seit einiger Zeit auch ein Online-Bearbeitungssystem. Um dieses zu nutzen, müssen Sie eine App auf einem eigenen Server installieren. Anschließend können Sie grundlegende Funktionen der Online-Zusammenarbeit im Webbrowser nutzen. An die Kollaborations-Funktionen von Microsoft Office reicht LibreOffice allerdings nicht heran. Außerdem fehlt ein E-Mail-Programm wie Microsoft Outlook: Viele Nutzer weichen hier auf Thunderbird (Opensource von der Mozilla Foundation) oder den Webclient ihres Anbieters aus.

Die wesentlichen Vorteile von LibreOffice:

  • Kostenlos und für viele Betriebssysteme und Geräte verfügbar
  • Großer, ansprechender Funktionsumfang
  • Weitgehend kompatibel zu anderen Office-Paketen
  • Open-Source-Projekt mit offenen Quellcodes und freier Weiterentwicklung
  • Häufige Updates stellen Aktualität sicher
  • Speichermöglichkeit in den aktuellen Office-Formaten „.docx”, „.xlsx” und Co.

Die Nachteile von LibreOffice:

  • Ein professionelles Support-Angebot fehlt – bei Fragen und Problemen müssen Sie sich an die Community wenden oder kostenpflichtig Drittanbieter beauftragen.
  • Die eingeschränkte Kompatibilität zu Microsoft Office erschwert den Austausch von Dokumenten mit Kunden, Auftraggebern oder anderen Microsoft-Nutzern.
  • Die PDF-Speicherfunktion entspricht zumindest in der Paket-Basisversion nicht dem aktuellen Standard.
  • Die Online-Kollaborationsfunktionen stehen noch am Anfang und erfordern administrativen Zusatzaufwand.
  • Kein E-Mail-Programm enthalten.

 

OpenOffice: Wie alles begann

Ursprünglich ist das heutige OpenOffice (und somit auch LibreOffice) eine Idee des damals 16jährigen Marco Börries aus Lüneburg. Er gründete 1984 die Firma Star Division und verkaufte das Office-Paket unter dem Namen StarOffice mehr als 25 Millionen mal. 1999 kaufte Sun Microsystems das Unternehmen Star Division auf und vertrieb StarOffice als kostengünstiges Konkurrenzprodukt zu Microsoft Office, das erst vier Jahre später erschien. Erst später wurde der Quelltext von StarOffice der Entwickler-Community zur Verfügung gestellt und das System in OpenOffice umbenannt.

OpenOffice: Der LibreOffice-Vorgänger punktet mit guter Performance

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OpenOffice wurde nach der Übernahme von StarDivision (ursprünglicher Anbieter eines OpenOffice-Vorläufers, siehe Infokasten) lange Zeit von Sun Microsystems weiterentwickelt. Im Jahr 2010 wurde Sun vom Datenbankspezialisten Oracle übernommen. Diese entschieden sich, OpenOffice als Basis für ein eigenes Office-Projekt zu nutzen: LibreOffice war geboren.Dass OpenOffice (siehe Infokasten) somit sozusagen der Vorgänger von LibreOffice ist, zeigt sich auch an den Versionsnummern, die bei LibreOffice gegenüber OpenOffice einfach fortgeführt wurden. 

OpenOffice ist seit 2011 Teil der Apache Software Foundation und heißt daher formal korrekt „Apache OpenOffice”. Auch OpenOffice ist für alle gängigen Betriebssysteme und Geräte verfügbar. Darunter sind sogar Exoten wie IBM OS/2, eComStation und FreeBSD. 

Wesentlicher Vorteil von OpenOffice ist somit, dass es auch auf älteren und exotischen Systemen läuft. Die Bedienung, der Funktionsumfang und die Kompatibilität unterscheiden sich kaum von LibreOffice.

Wesentliche Vorteile von OpenOffice:

  • Bessere Performance als Libre Office, speziell auf älteren Systemen
  • Unterstützt mehr Betriebssysteme und Plattformen
  • Läuft tendenziell stabiler als LibreOffice, da es weniger Neuerungen gibt

Die Nachteile von OpenOffice:

  • Keine eigene 64-Bit-Version verfügbar
  • Einige LibreOffice-Funktionen fehlen, da OpenOffice nicht so intensiv weiterentwickelt wird.
  • Import- und Export-Funktionen weniger umfangreich wie bei LibreOffice
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Fazit: LibreOffice siegt nach Punkten, kommt aber an Microsoft Office 365 nicht heran

Insgesamt stellt LibreOffice gegenüber OpenOffice das ausgereiftere System dar. Es wird fortlaufend aktualisiert und weiterentwickelt, während OpenOffice vergleichsweise schleppend vorankommt. Die Bedienoberflächen sind bei beiden Systemen sehr ähnlich und ähnlich intuitiv wie bei Microsoft Office 365. Wenn Sie also auf eine kostenlose Open-Source-Office-Alternative setzen wollen, ist LibreOffice zumindest auf aktuellen Systemen auch dank der 64-Bit-Unterstützung die bessere Wahl.

Was sowohl LibreOffice als auch OpenOffice fehlt, ist eine native Cloud-Unterstützung wie in Microsoft Office 365. Bei LibreOffice lässt sich diese zwar eingeschränkt herstellen – erfordert aber Kenntnisse in Serveradministration und reicht an den Funktionsumfang des kostenpflichtigen Microsoft-Pakets nicht heran. 

Dementsprechend sind beide Open-Source-Vertreter für die Offline-Bearbeitung von Office-Dokumenten und schnelle Resultate durchaus interessant. In Kombination mit Microsoft Office im selben Umfeld oder in der Kommunikation mit Empfängern treten jedoch Kompatibilitätsprobleme auf, besonders bei komplexen Formatierungen oder Formeln in Ihren Dokumenten. Im Zweifel sollten Sie sich also konsequent für eine der Varianten entscheiden.

Unser Tipp: Laden Sie sich die beiden Open Source-Alternativen herunter und probieren Sie diese aus – und testen Sie parallel dazu Microsoft Office 365. Speziell für Unternehmen mit mehreren Standorten und solche mit komplexen Office-Anforderungen führt am Microsoft-Angebot kaum ein Weg vorbei.

Ausklappbare Informationsgrafik

LibreOffice, OpenOffice und Microsoft Office im tabellarischen Vergleich

 

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Welche Office-Suite bevorzugen Sie und warum? Unsere Leser sind gespannt auf Ihre Meinung zum Produktivitäts-Favoriten.

 


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