Kollege Cobot – wenn Mensch und Roboter zusammen arbeiten

Digitaler Ausblick

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Datum 15.08.2016
Lesezeit 3 Min.

Kollege Cobot – wenn Mensch und Roboter zusammen arbeiten

Parallel zu automatisierten Anlagen, vernetzten Fahrzeugen und dem 3D-Druck haben auch Roboter ihren Weg in die industrielle Arbeitswelt gefunden. Wie vorherige disruptive Technologien der Digitalisierung wird auch der „neue Kollege“ teils noch mit Skepsis betrachtet. Dabei erweist sich die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Cobots bereits in vielen Bereichen als durchaus profitabel.

Sie schweißen, lackieren, löten und kleben: Im letzten Jahr verzeichnete die International Federation of Robotics ein Wachstum von zwölf Prozent und damit einen globalen Absatzrekord von Industrierobotern. Hierzulande ist spätestens seit dem Karrierehoch des Augsburger Roboterarms Kuka klar, dass den elektronischen Fabrikarbeitern in der industriellen Zukunft eine Schlüsselrolle zukommt. Ob ausdauernde Präzisionsarbeiten oder physisch harte Knochenjobs: mittlerweile greifen „collaborative robots“, kurz Cobots, Beschäftigten im Industrie (- und Dienstleistungs)sektor tatkräftig unter die Arme.

Die neuen Kollegen: Smarte Assistenten am Arbeitsplatz

Im Gegensatz zu automatisierten Maschinen sind Cobots auf die Zusammenarbeit mit dem Menschen „geschult“. Mittels ausgeklügelter Sensortechnik können die elektronischen Arbeitskräfte auf Mitarbeiter reagieren und mit ihnen interagieren. So bieten die Cobots vor allem mit Blick auf die demografische Entwicklung vielfältige Chancen in den industriellen Werkshallen. Ältere Beschäftigte können ihre Arbeit länger ausführen, wenn die Leichtbauroboter sie bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten unterstützen. Zugleich erweitern die Cobots bereits ihr berufliches Einsatzfeld auf kundenorientierten Service im Einzelhandel oder auch der Gastronomie. Im „alternden“ Japan hilft zum Beispiel der empathische Roboter „Pepper“.

Cobots statt Robots: Entlastung für Beschäftige

Hingegen einiger Befürchtungen sind die Cobots keine Elite künstlicher Intelligenz, die den Job des Menschen autonom oder vollständig übernehmen könnte. Viel mehr sind sie programmierte Zuarbeiter, bei dessen Beschäftigung sich die Automobilbranche als Vorreiter erwies. Seit bereits drei Jahren setzt BMW bei der Serienfertigung kollaborative Roboter ein, die den menschlichen Kollegen unter anderem beim Anbringen von Türdichtungen assistieren. 30 dieser Cobots sollen bei BMW mittlerweile an internationalen Standorten im Dienst sein. VW und Daimler zogen kurz darauf nach.

cobots unterstützen einen mechaniker

Robotik als Baustein der Industrie 4.0: Chancen für die Wirtschaft

Hinsichtlich der „Roboter-Dichte“ liegt Deutschland laut des Maschinenbauverband VDMA weltweit auf dem dritten Platz hinter Südkorea und Japan. Dabei fällt auf, dass die Zahl der Beschäftigten währenddessen keineswegs gesunken ist. Aktuell kommen hierzulande 292 Roboter auf 10.000 Mitarbeiter im Industriebereich. Selbst die Bundesregierung sieht in Robotik-Spezialisten wie Kuka einen wichtigen Baustein der Industrie 4.0, mit dem die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland gefördert werden kann.

Ebenso, wie mit Beginn der Fließbandarbeit, der Digitalisierung sowie fortschreitenden Automatisierung in der industriellen Fertigung die Effizienz und Produktivität gesteigert werden konnte, zeugen auch die assistierenden Cobots für Unternehmen unterschiedlicher Branchen von erheblichem Potential. Denn die Interaktion zwischen Mensch und Maschine ebnet auch mittelständischen Betrieben einen neuen Weg, ihre Fertigung auf technisches Spitzenniveau zu automatisieren, die Präzision und Produktivität zu erhöhen und damit kostensparend die eigene Wettbewerbsposition zu sichern.

Bis 2018 sieht die VDMA den Absatz von Industrierobotern weltweit jährlich um durchschnittlich 15 Prozent wachsen. Für die Umsetzung dieses „connected industrial Workforce“ braucht es wiederum stabile Netze und Software-Spezialisten zur Steuerung, Koordination sowie Wartung der Cobots.

Was halten Sie von den elektronischen Arbeitskräften und in welchen Bereichen sehen Sie besondere Chancen für die assistierenden Cobots? Hinterlassen Sie uns Ihre Anregungen gerne in den Kommentaren.

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