Fuhrpark-Telematik-Lösungen verbinden Fahrzeuge, mobile Netzwerke und Unternehmens-Software miteinander.
Die Systeme erfassen Fahrzeug- und Betriebsdaten in Echtzeit und stellen diese Daten für Anwendungen bereit, die die Disposition oder das Fuhrparkmanagement am Firmenstandort nutzt. Die einzelnen Komponenten eines solchen Systems sind:
Telematik-Technik (bei neuen Lkw serienmäßig vorinstalliert, kann bei älteren Fahrzeugen nachgerüstet werden)
Satellitennavigation
Weitere Sensoren und Diagnosewerkzeuge im Fahrzeug
Funktechnologie für die bidirektionale Datenübertragung
Zentrale Telematik-Plattform am Unternehmensstandort, häufig als Cloud-Lösung Anwendungen, die über digitale Schnittstellen auf die Telematik-Plattform zugreifen
Für die Datenübertragung sind die Fahrzeuge meist dauerhaft über Mobilfunk mit ihrer Zentrale verbunden. Das funktioniert im Fernverkehr über die öffentlichen LTE- und 5G-Mobilfunknetze und im Nahbereich oft auch über leistungsfähige, dedizierte Campus-Netze speziell für Unternehmenskunden. Telematik-Lösungen erfüllen unterschiedliche Funktionen:
Touren- und Einsatzplanung
Die Dispositionsabteilung kann Fahrzeugflotten effizienter verplanen und einsetzen und dabei auch aktuelle Verkehrsinformationen berücksichtigen. Bei Staus oder bei Verzögerungen beim Be- und Entladen können Touren an andere Fahrzeuge vergeben werden.
Für wichtige Terminfracht, etwa in der Automobilindustrie, lässt sich rechtzeitig Ersatz über eine andere Route disponieren, wenn das erste Fahrzeug im Stau steht und nicht mehr rechtzeitig am Zielort eintreffen wird. Umgekehrt können Fahrzeuge kurzfristig Beifracht annehmen, wenn sie eine Route sonst nur halb beladen fahren würden.
Kosten- und Verbrauchskontrolle
Durch die Analyse von Routen und Verbrauchsdaten lassen sich Einsparpotenziale identifizieren. Eine angepasste Fahrweise kann beispielsweise den Kraftstoff- oder Energieverbrauch reduzieren. Bei Elektrofahrzeugen können zusätzlich Ladezustand, Ladezeiten und Ladezyklen in die Fuhrparksteuerung einfließen.
Wartungsfunktionen helfen dabei, Inspektionen und Reparaturen mittels Predictive Maintenance zu planen, etwa anhand von Laufleistung oder Fahrzeugzustand. So können Unternehmen Ausfallzeiten reduzieren und Wartungsarbeiten besser organisieren. Sicherheit
Im Ernstfall können bestimmte Sicherheitsfunktionen unterstützen, etwa automatische Unfallmeldungen, Diebstahlerkennung und Geofencing (Einschränkung der zulässigen Regionen oder Länder, in denen ein Fahrzeug unterwegs sein darf). Bei empfindlichen Gütern (z.B. Kühltransporte) überwachen Telematik-Systeme auch Thermometer, Türsensoren oder den Zustand der transportierten Waren.
Nutzen für kleine und mittlere Unternehmen
Auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit Flotten von weniger als 100 Fahrzeugen profitieren messbar von den Vorteilen moderner Telematik-Systeme. Denn gerade bei ihnen gibt es oft erhebliche Optimierungsmöglichkeiten, etwa durch die konsequente Nutzung automatisierter Routenplanungen oder ein vorausschauendes Wartungsmanagement für die Fahrzeuge.
Eine repräsentative Befragung des Bitkom unter 502 deutschen Logistikunternehmen mit mindestens 20 Beschäftigten zu digitalen Telematik-Systemen ergab:
58 % der Firmen profitieren von einer direkten Zeitersparnis bei der Disposition.
55 % beobachten eine sinkende Fehler- und Ausfallanfälligkeit der Fahrzeuge, etwa durch bessere Wartungsplanung
49 % der Unternehmen melden geringere Kosten unter anderem durch den Rückgang von Kraftstoffverbrauch und Leerfahrten.