Schnelle und zuverlässige Konnektivität bildet das Rückgrat jedes IoT-Projekts. Unternehmen in Deutschland setzen auf Technologien wie 5G für hochperformante Anwendungen und Zigbee für lokale Smart-Home-Netze; aber auch zunehmend auf Low-Power-Wide-Area-(LPWA)-Standards: Narrowband-IoT (NB-IoT) und LTE-M. Beide nutzen das bestehende LTE-Netz von Vodafone und bieten lizenzierte, sichere Frequenzen für energieeffiziente, weitreichende Sensorvernetzung.
Narrowband-IoT (NB-IoT)
NB-IoT arbeitet mit einer sehr schmalen Bandbreite von 180 kHz pro Kanal und erreicht theoretische Spitzen-Datenraten bis zu zirka 250 kbit/s. In der Praxis liegen die Datenraten jedoch deutlich darunter. Es zeichnet sich durch hervorragende Gebäudedurchdringung aus und bis zu +20 dB besser als herkömmlicher GSM-Mobilfunk, dadurch deutlich zuverlässigere Übertragung in Gebäuden, Kellern oder unterirdischen Anlagen.
Bei Reichweiten von über 10 km im ländlichen Bereich bietet sich die Technik auch für stationäre Sensoren in schwer zugänglichen Umgebungen an. Die typischerweise verbauten Batterien erreichen unter optimalen Bedingungen bis zu 10 Jahre oder deutlich länger, da der Sensor nur sporadisch sehr kleine Datenmengen sendet und dank PSM (Power Saving Mode) sowie eDRX sehr stromsparend arbeitet.
Typische Einsatzbereiche sind:
Smart Metering bei Strom-, Wasser- und Gaszählern
Füllstandsüberwachung in Tanks und Silos
Smart-City-Anwendungen wie z. B. intelligente Mülltonnen, Parkraum-Management, Straßenbeleuchtung)
Umwelt- und Infrastruktur-Monitoring in abgelegenen oder signaltechnisch schwierigen Gebieten
LTE-M (Cat-M1)
LTE-M (auch Cat-M1 genannt) schließt die Lücke zu bandbreitenintensiven Technologien und liefert höhere Datenraten von bis zu 1 Mbit/s (in manchen Erweiterungen bis ~4 Mbit/s) bei deutlich geringerer Latenz als NB-IoT. Es unterstützt volle Mobilität mit nahtlosem Handover zwischen Funkzellen, Voice-over-LTE (VoLTE) und echte bidirektionale Kommunikation – ideal für mobile Anwendungen wie Fuhrpark-Tracking, Telematik oder Wearables.
Die Batterielaufzeit erreicht unter optimalen Bedingungen bis zu 10 Jahre oder länger – dank PSM und eDRX. Die Reichweite liegt bei bis zu 15 bis 20 km im ländlichen Bereich mit guter Gebäudedurchdringung und bietet ein zirka+15 dB besseres Link-Budget als herkömmlicher GSM-Mobilfunk.
LTE-M bietet hohe Sicherheit durch 3GPP-Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und ist skalierbar auf hunderttausende Geräte pro Funkzelle. Im Vergleich zu unlizenzierten Alternativen wie LoRaWAN profitieren Unternehmen von der hohen Zuverlässigkeit lizenzierter Netze, besserer globaler Abdeckung und nahtloser Integration in bestehende LTE/5G-Infrastrukturen.
In manchen Beschreibungen ist auch immer noch von Cat-M2 die Rede (3GPP Release 14, 2017), was eine erweiterte Spezifikation von Cat-M1 darstellt. Stand 2026 existiert Cat-M2 jedoch nur auf dem Papier. Die Industrie unterstützt diesen Standard bislang nich, also beispielsweise GSMA, Ericsson sowie Geräte- und Modul-Hersteller. Viele Quellen wie beispielsweise das IoT-Portal 2025, 1oT und Soracom bezeichnen Cat-M2 als „on paper“ (nur auf dem Papier), „spec-wise“ (Spezifikation), „under development“ (in Entwicklung) oder „not realized in the wild“ (in freier Wildbahn nicht existent).