Eines der wichtigsten Kriterien bei der Entscheidung zwischen Server- und Cloud-Lösungen ist die Wirtschaftlichkeit. Ein Blick auf die Kosten:
Initialkosten: Invest in IT-Architektur und Lizenzen
Ein großer Vorteil von Cloud-Speicher ist der effiziente Einsatz teurer Hardware. Während eigene Server auf dem Firmengelände vergleichsweise kostenintensiv sind, kommen beim Cloud-Speicher verschiedene Skalierungseffekte zum Tragen:
Große Hyperscaler erwerben ihre Hardware besonders günstig in großer Stückzahl direkt beim Hersteller. Außerdementwickeln sie zum Teil eigene Chips und Server speziell für ihre Rechenzentren.
Die Hardware in Rechenzentren wird bestmöglich ausgenutzt, um Leerlauf zu vermeiden. Zu unterscheiden ist hierbei zwischen der Private Cloud, die exklusiv nur für einen einzigen Kunden errichtet wird; und der Public Cloud, in der sich mehrere Kunden die Ressourcen miteinander teilen. Dabei haben alle Kunden nur Zugriff auf ihre Daten, nutzen aber die darunter liegende Hardware gemeinsam. Das spart Kosten, weshalb die Public Cloud noch einmal günstiger ist als Platz in einer Private Cloud. Ein wichtiger Kostenfaktor in der Unternehmens-IT sind die Lizenzgebühren für die benötigte Software. Je nach Branche, Automatisierungsgrad und Einsatzgebiet können die Software-Kosten über den Anschaffungs- und Betriebskosten für die Hardware liegen.
Entscheiden Sie sich für eine Basis-Cloud ohne darin vorinstallierte Software, gibt es keinen großen Unterschied zur On-Premises-Variante: Sie müssen in beiden Fällen Software-Lizenzen für jeden Arbeitsplatz erwerben und diese erst wieder erneuern, wenn die Software veraltet ist und Sie eine neue Version benötigen. Anders sieht es bei SaaS-Anwendungen aus: Hier entfällt die einmalige Anschaffung und Sie zahlen stattdessen üblicherweise eine monatliche Miete je Arbeitsplatz.
Sondereffekte durch künstliche Intelligenz
Seit Mitte 2025 sorgt der ansteigende Ressourcen-Bedarf durch die wachsende Nutzung von künstlicher Intelligenz für eine hohe Nachfrage und damit steigende Preise am Hardware-Markt. Diese Preissteigerungen schlagen sich auch in den Tarifen für Cloud-Speicher nieder, weil Rechenzentren-Betreiber die steigenden Beschaffungskosten an ihre Kunden weitergeben.
Wer hingegen vor den jüngsten Preissteigerungen noch eigene Unternehmens-Server angeschafft hat, arbeitet auf vergleichsweise günstiger Hardware und ist von den hohen Preisen erst wieder bei der nächsten Neuanschaffung betroffen.
Allerdings: In den letzten 40 Jahren sind die Preise für Hardware fast immer gesunken und nur sehr selten gestiegen. Bei sinkenden Preisen wird die Anschaffung eigener Hardware jedoch zum Kostennachteil, weil in der Cloud häufig schon günstigere und schnellere Hardware verfügbar ist. Demgegenüber müssen Sie den eigenen Server-Park noch teuer abschreiben, den Sie zu einem höheren Preis angeschafft haben und der technisch bereits wieder veraltet ist.
Kosten für Betrieb und Wartung
Große Cloud-Anbieter optimieren immer wieder die Technik in ihren Rechenzentren. Sie verwenden besonders energiesparende Hardware und nutzen die Abwärme ihrer Server für Gebäudeheizungen oder Warmwasserbereitung. Die Power Usage Effectiveness (PUE, auf Deutsch: Energieverbrauchseffektivität) ist daher bei Cloud-Rechenzentren in der Regel deutlich besser als bei Serverräumen oder kleinen Rechenzentren auf dem eigenen Firmengelände. Das macht sich gerade bei rechenintensiven Anwendungen in Regionen mit hohen Strompreisen deutlich bemerkbar.
Stichwort Wartung: Rechenzentren arbeiten mit vielen Gleichteilen und nutzen künstliche Intelligenz und Predictive Maintenance, um den Wartungsaufwand und Ausfallzeiten zu reduzieren. Das spart Wartungs- und damit auch Betriebskosten. Personalkosten
Bei einer Cloud-Lösung können Sie viele Aufgaben wie das Identity and Access Management oder die Datensicherung an Ihren Cloud-Anbieter übertragen. So sparen Sie Arbeitszeit und damit auch Personalkosten. Ganz ohne IT-Fachpersonal wird aber auch eine Cloud-Lösung nicht funktionieren, weil Sie in der Regel nicht alle IT-Aufgaben auslagern können. Deutlich mehr Personal benötigen Sie, wenn Sie Server auf dem eigenen Firmengelände betreiben. Denn dann verbleiben nicht nur die oben genannten Aufgaben bei Ihnen, sondern auch das Geräte- und Updatemanagement, die Cybersicherheit und das Software Asset Management (Verwaltung von Lizenzen). Grundsätzlich können Sie auch diese Aufgaben extern vergeben. In der Regel ist der Aufwand für einen externen Dienstleister – und damit auch die Kosten – dann jedoch höher als bei einer Cloud-Lösung.
Expert:innen gehen davon aus, dass Aufbau und Betrieb eigener Server zwischen 50 und 100 Prozent mehr IT-Personalkosten gegenüber der Cloud-Nutzung mit sich bringt.
Vergleich nach TCO
Die Betrachtung der Total Cost of Ownership (TCO, auf Deutsch: Gesamtkosten für Nutzung und Betrieb) ergibt folgende Unterschiede:
Für das Cloud-Computing fallen vor allem operative Kosten (Operative Expenditures, kurz: OpEx) an, etwa für monatliche und jährliche Abonnements, zugebuchte Rechenleistung, ausgelagerte Managed Services und Support.
Betrieb und Nutzung eigener Server ist hingegen mit höheren Investitionskosten (Capital Expenditures, kurz: CapEx) verbunden. Diese fallen an für Bau und Einrichtung der benötigten Räumlichkeiten, für Server, Netzwerktechnik und Kauflizenzen. Hinzu kommen aber auch einige OpEx-Positionen, etwa die Personalkosten, die für eigene Server in der Regel höher ausfallen als bei der Cloud-Nutzung.