Handy kaputt – was tun? Gewährleistung, Garantie & Deine nächsten Schritte

Dein Handy geht plötzlich kaputt? Keine Sorge: In vielen Fällen hast Du Anspruch auf eine kostenlose Reparatur oder einen Ersatz – abhängig davon, ob es sich um einen Garantiefall oder einen Gewährleistungsanspruch handelt. Doch was genau ist der Unterschied? Und wie kannst Du Deine Rechte durchsetzen? In diesem Ratgeber erfährst Du, was bei einem Defekt zu tun ist, wann Garantie oder Gewährleistung greifen und welche Schritte jetzt wichtig sind.

Ein kaputtes Handy ist immer ärgerlich – ganz gleich, ob es ein neues iPhone, Samsung, Xiaomi oder Pixel-Modell betrifft. Bevor Du an eine teure Reparatur oder einen Neukauf denkst, solltest Du prüfen, ob noch ein Anspruch auf Garantie oder gesetzliche Gewährleistung (rechtlich korrekt: Sachmängelhaftung) besteht.

In Deutschland gilt: Die Gewährleistung schützt Dich als Käufer:in für einen bestimmten Zeitraum – unabhängig vom Hersteller. Die Garantie ist dagegen eine freiwillige Zusatzleistung. Doch was genau bedeutet das? Wo liegen die Unterschiede – und was musst Du beachten, wenn Du einen Mangel meldest? In diesem Ratgeber erfährst Du, welche Rechte Du hast, wenn Dein Handy plötzlich kaputt ist, wann sie greifen und was Du im Schadensfall zu tun hast.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ob Garantie oder Gewährleistung greift, hängt von Ursache und Zeitpunkt des Schadens ab.
  • Die gesetzliche Gewährleistung gilt 2 Jahre ab Kauf – in den ersten 12 Monaten liegt die Beweislast beim Händler.
  • Die Herstellergarantie ist freiwillig, oft 12 bis 24 Monate lang, und deckt nur bestimmte Defekte ab.
  • Unfallschäden wie Displaybrüche oder Wasserschäden sind meist ausgeschlossen – hier hilft zum Beispiel eine Versicherung.
  • Vodafone-Kund:innen profitieren vom 5 Jahres-Versprechen mit verlängerter Garantie und kostenlosem Akku-Tausch.

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Garantie vs. Gewährleistung – was ist der Unterschied?

Bei einem Schaden fällt schnell das Wort „Garantie“. Doch häufig wird dabei übersehen, dass es auch eine gesetzlich geregelte Gewährleistung gibt. Beide Begriffe werden oft miteinander verwechselt, meinen aber rechtlich unterschiedliche Dinge. Hier erfährst Du kurz und verständlich, worauf Du achten solltest.

Gewährleistung: Gesetzlich geregelt und Pflicht für Händler

Hinweis: Rechtlich korrekt spricht man heute von Sachmängelhaftung – umgangssprachlich und in vielen Verbraucherinformationen wird jedoch weiterhin der Begriff Gewährleistung verwendet.

Die gesetzliche Gewährleistung verpflichtet den oder die Verkäufer:in, dafür zu sorgen, dass ein Produkt bei der Übergabe mangelfrei ist. Tritt ein Mangel auf, der von Anfang an bestand, muss der Händler nachbessern – in der Regel durch Reparatur, Austausch oder in Ausnahmefällen durch Rückerstattung, wie auch die Verbraucherzentrale erklärt.

Für neue Geräte gilt in Deutschland eine Gewährleistungsfrist von zwei Jahren ab Kauf. In den ersten zwölf Monaten geht der Gesetzgeber davon aus, dass ein auftretender Mangel schon beim Kauf vorhanden war – die Beweislast liegt in dieser Zeit also beim Händler. Danach kehrt sich das um: Ab dem 13. Monat musst Du als Kund:in nachweisen, dass der Fehler nicht durch Eigenverschulden entstanden ist.

Wichtig: Die Gewährleistung deckt nur ursprüngliche Mängel ab – also keine Schäden durch Eigenverschulden, Unfälle oder normale Abnutzung.

Garantie: Freiwillige Leistung von Hersteller oder Händler

Die Garantie ist eine freiwillige Zusatzleistung, die in der Regel vom Hersteller, manchmal aber auch vom Händler angeboten wird. Sie kann Umfang und Dauer individuell festlegen – etwa 12 oder 24 Monate. In den Garantiebedingungen wird genau geregelt, welche Defekte abgedeckt sind und unter welchen Umständen eine Reparatur kostenlos erfolgt. Ein Beispiel: Apple gewährt auf iPhones ein Jahr Herstellergarantie, Samsung und Google bieten meist zwei Jahre Garantie auf ihre Smartphones. Auch hier gilt, dass selbst verursachte Schäden oder Abnutzung in der Regel nicht eingeschlossen sind.

Kurz erklärt: Garantie vs. Gewährleistung 

  • Gewährleistung (Händler, 2 Jahre): Ist gesetzlich geregelt und gilt gegenüber dem Händler. Deckt Mängel ab, die beim Kauf bereits bestanden. In den ersten 12 Monaten liegt die Beweislast beim Händler, danach bei Dir. Keine Abdeckung bei Eigenverschulden oder Verschleiß.
  • Garantie (Hersteller, Dauer individuell): Freiwillige Leistung direkt vom Hersteller (oder seltener vom Händler). Gilt zusätzlich zur gesetzlichen Gewährleistung und deckt bestimmte Defekte ab, je nach Garantiebedingungen.

Wichtig zu wissen: Die Garantie ersetzt nicht die gesetzliche Gewährleistung – sie gilt zusätzlich. Du kannst also frei entscheiden, ob Du die Gewährleistung des Händlers oder die Garantie des Herstellers in Anspruch nehmen willst.

Praxisbeispiel

Du kaufst ein neues Smartphone, und nach ein paar Monaten funktioniert das Mikrofon nicht mehr – ohne äußere Einwirkung. In diesem Fall greift die gesetzliche Gewährleistung: Der Händler ist verpflichtet, den Mangel zu beheben, da der Defekt vermutlich schon beim Kauf bestand.

Hat der Hersteller zusätzlich eine Garantie gewährt – zum Beispiel ein Jahr bei Apple oder zwei Jahre bei Samsung –, kannst Du auch den Herstellerservice nutzen. In beiden Fällen sollte die Reparatur für Dich kostenlos sein.

 

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Wann greifen Garantie oder Gewährleistung?

Ob Garantie oder Gewährleistung im Einzelfall greifen, hängt vom Zeitpunkt und der Ursache des Schadens ab. Hier ein Überblick über die häufigsten Szenarien:

1. Herstellungsfehler innerhalb der ersten 12–24 Monate

Tritt der Schaden ohne äußere Einwirkung auf – etwa durch einen Defekt im Akku oder im Display – stehen die Chancen gut, dass Garantie oder Gewährleistung greifen.

Innerhalb der ersten 12 Monate wird gesetzlich vermutet, dass der Mangel schon beim Kauf vorhanden war. In dieser Zeit muss der Händler kostenlos reparieren oder ein Ersatzgerät bereitstellen. Ab dem 13. Monat musst Du nachweisen, dass es sich um einen ursprünglichen Fehler handelt.

Beispiele:

  • Das Display flackert oder bleibt schwarz.
  • Der Akku entlädt sich plötzlich extrem schnell und es handelt sich nicht um Verschleiß.
  • Das Mikrofon funktioniert ohne erkennbaren Grund nicht mehr.

Wenn zusätzlich eine Herstellergarantie besteht, kannst Du auch direkt den Service des Herstellers nutzen. Mehr zur Herstellergarantie erfährst Du in unseren Ratgebern:

Wichtig: Garantie und Gewährleistung decken in der Regel nur Material- und Produktionsfehler – keine Schäden durch äußere Einflüsse.

2. Unfallschäden, Eigenverschulden oder höhere Gewalt

Geht Dein Smartphone durch einen Sturz, Wasserschaden, unsachgemäße Nutzung oder äußere Ereignisse wie Blitzschlag oder ein Erdbeben kaputt, greift weder Gewährleistung noch Garantie. Solche Schäden gelten nicht als ursprünglicher Mangel – und sind damit vom Schutz ausgeschlossen.

Das gilt auch für Eigenverschulden: Wenn der Defekt durch Deinen eigenen Umgang mit dem Gerät verursacht wurde – etwa durch falsches Laden, unzureichenden Schutz oder unsachgemäßen Gebrauch – besteht kein Anspruch auf eine kostenlose Reparatur.

Typische Schäden, die nicht abgedeckt sind:

  • Displaybruch nach einem Sturz auf harten Boden
  • Wasserschaden durch ein versehentlich ins Waschbecken gefallenes Gerät
  • Überhitzung, weil das Smartphone längere Zeit in der Sonne lag
  • Defekter Ladeanschluss durch zu starkes oder schräges Einstecken des Ladekabels
  • Schäden durch Blitzschlag oder Stromüberspannung
  • Zerstörung durch Naturereignisse wie Erdbeben oder Überschwemmung

Hersteller schließen diese Fälle in der Regel in ihren Garantiebedingungen ausdrücklich aus. Dazu zählen zum Beispiel Apple, Google und auch Samsung.

In solchen Situationen hilft nur eine kostenpflichtige Reparatur – es sei denn, Du hast eine Handyversicherung oder ein Servicepaket wie AppleCare+ oder Samsung Care+ abgeschlossen.

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3. Defekt nach Ablauf von Garantie oder Gewährleistung

Tritt der Schaden erst nach Ablauf der gesetzlichen Gewährleistung (24 Monate) oder der Herstellergarantie auf, besteht kein Anspruch mehr auf eine kostenlose Reparatur.

Einige Hersteller und Anbieter bieten verlängerten Schutz – zum Beispiel:

  • AppleCare+: Erweiterter Geräteschutz für iPhones und andere Apple-Produkte, inklusive Unfallschäden (gegen Aufpreis)
  • Samsung Care+: Versicherungsschutz für Samsung-Geräte mit Leistungen wie Displayreparatur und Diebstahlschutz
  • Vodafone 5-Jahres-Versprechen: Bis zu 5 Jahre kostenloser Reparaturservice bei einem Garantiefall, wenn Du Dein Gerät mit Ratenzahlung und einem berechtigten Tarif direkt bei Vodafone gekauft hast.

Ohne solche Zusatzangebote bleibt bei älteren Geräten oft nur die Entscheidung:
kostenpflichtig reparieren lassen – oder in ein neues Smartphone investieren.

4. Sonderfälle: Austauschprogramme und Serienfehler

Manchmal treten bei bestimmten Geräten Serienfehler auf – etwa fehlerhafte Akkus oder Kameras. In solchen Fällen starten Hersteller oft freiwillige Austauschprogramme, auch außerhalb der Garantiezeit. Tipp: Informiere Dich auf den offiziellen Webseiten der Hersteller, ob es Rückrufaktionen oder Austauschprogramme für Dein Modell gibt.

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Handy kaputt? So gehst Du richtig vor!

Tritt ein Mangel an Deinem Smartphone auf, heißt es: schnell reagieren und strukturiert vorgehen. Denn je früher Du den Schaden meldest, desto besser stehen die Chancen, dass Garantie oder Gewährleistung greifen.

Schritt für Schritt: So sicherst Du Deine Ansprüche, wenn Dein Handy kaputt ist

  1. Defekt dokumentieren: Notiere Dir, wann der Fehler erstmals aufgetreten ist, und dokumentiere ihn mit Fotos oder Screenshots. So kannst Du später genau nachweisen, was passiert ist.
  2. Kaufbeleg und Gerätedaten bereitlegen: Halte Rechnung, Seriennummer und – falls vorhanden – Garantieunterlagen griffbereit. Viele Hersteller verlangen auch die IMEI-Nummer des Geräts. Diese kannst Du zum Beispiel auf der Geräteverpackung finden.
  3. Händler kontaktieren (bei Gewährleistung): Wende Dich bei einem Gewährleistungsfall zuerst an den Händler, bei dem Du das Gerät gekauft hast. Dieser ist gesetzlich verpflichtet, nachzubessern – auch wenn er Dich an den Hersteller verweisen möchte.
  4. Herstellerservice nutzen (bei Garantie): Handelt es sich um einen Garantiefall, kannst Du den Kundenservice des Herstellers direkt kontaktieren. Das geht meist über die Support-Seite, die Support-Hotline oder ein Kontaktformular.
  5. Reparatur oder Ersatz abwarten: Nach Prüfung Deiner Angaben entscheidet der Händler oder Hersteller, ob der Schaden übernommen wird. Im Idealfall bekommst Du eine kostenlose Reparatur oder ein Ersatzgerät.

Wichtig: Je nach Hersteller können die Abläufe variieren.

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Vodafone 5 Jahres-Versprechen: Garantieverlängerung & kostenloser Akku-Tausch

Seit 2025 profitieren Vodafone-Mobilfunk-Kund:innen vom 5 Jahres-Versprechen: Mit dem 5 Jahres-Versprechen verlängert Vodafone die Garantie des Smartphones im Anschluss an die Hersteller-Garantie auf bis zu 5 Jahre. Zusätzlich ist ein gratis Akku-Tausch inklusive, wenn die Akkukapazität in diesem Zeitraum unter 80 Prozent fällt.

Voraussetzungen:

  • Du kaufst ein Smartphone mit Ratenzahlung bei Vodafone.
  • Du wählst einen berechtigten Mobilfunk-Tarif: Ab GigaMobil M und GigaMobil Young M ist der Service automatisch enthalten. In kleineren Tarifen kann er optional hinzugebucht werden.
  • Der Defekt ist nicht selbstverschuldet (z. B. kein Sturz- oder Wasserschaden)

Mehr über das 5 Jahres-Versprechen erfährst Du hier: 5 Jahres-Versprechen: Garantieverlängerung & Akku-Tausch für Dein Handy

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Handy kaputt-FAQ: Häufige Fragen zu Garantie, Gewährleistung und Reparatur

Was versteht man unter einer Garantie?

Eine Garantie ist ein freiwilliges Versprechen des Herstellers oder Händlers, für ein Produkt innerhalb eines bestimmten Zeitraums einzustehen. Tritt in dieser Zeit ein Defekt auf, der laut Garantiebedingungen abgedeckt ist, übernimmt der Garant z. B. eine kostenlose Reparatur oder den Austausch. Garantiebedingungen unterscheiden sich je nach Anbieter. Meist sind Unfallschäden, unsachgemäße Nutzung oder Verschleißteile ausgeschlossen.

Gewährleistung oder Sachmängelhaftung?

Der Begriff „Gewährleistung“ ist umgangssprachlich weit verbreitet, korrekt heißt es seit einer Gesetzesreform 2002 allerdings Sachmängelhaftung. Gemeint ist in beiden Fällen dasselbe: Die gesetzliche Pflicht des Händlers, für Mängel am Produkt einzustehen, die schon beim Kauf bestanden haben.

Was ist der Unterschied zwischen Garantie und Gewährleistung?

  • Die Gewährleistung ist gesetzlich vorgeschrieben und gilt zwei Jahre ab Kaufdatum. Sie verpflichtet den Händler, Mängel zu beheben, die bereits beim Kauf bestanden.
  • Die Garantie ist eine freiwillige Leistung, meist vom Hersteller, mit individuell festgelegten Bedingungen und Laufzeiten.

Ein weiterer Unterschied:

  • In den ersten 12 Monaten der Gewährleistung liegt die Beweislast beim Händler.
  • Ab dem 13. Monat musst Du als Käufer:in nachweisen, dass der Mangel von Anfang an bestand.
  • Bei der Garantie gilt die Beweislastregelung nicht – hier ist entscheidend, ob der Defekt vom Garantieumfang abgedeckt ist.

Was braucht man, um Garantie geltend zu machen?

Um einen Garantieanspruch geltend zu machen, solltest Du in der Regel den Kaufbeleg (Rechnung oder Quittung), Seriennummer oder IMEI des Geräts und ggf. Garantieunterlagen (z. B. Garantiekarte)  bereithalten.

Typischer Ablauf bei einem Garantieanspruch:

  1. Dokumentiere den Schaden
  2. Kontaktiere den Hersteller-Support (online, per App oder telefonisch)
  3. Gib alle geforderten Daten zum Gerät an
  4. Reiche einen Nachweis über das Kaufdatum ein
  5. Der Hersteller prüft, ob der Defekt innerhalb der Garantiezeit liegt und ob er abgedeckt ist
  6. Falls ja, bekommst Du weitere Anweisungen zur Reparatur oder zum Austausch

Was fällt unter die Gewährleistung eines Handys?

Die Gewährleistung deckt alle Mängel ab, die zum Zeitpunkt des Kaufs bereits vorhanden waren, auch wenn sie erst später sichtbar werden. Konkret bedeutet das: Wenn Dein Handy von Anfang an kaputt war, also einen Mangel hatte, der sich innerhalb von 24 Monaten nach Kauf zeigt, kannst Du die Gewährleistung geltend machen.

Was kann ich tun, wenn mein Handy kaputt ist?

Wenn Dein Handy kaputtgeht, helfen Dir folgende Schritte:

  • Ursache feststellen: Ist es ein Defekt, ein Unfall oder nur ein Softwareproblem?
  • Garantie oder Gewährleistung prüfen: Wann gekauft? Was deckt die Garantie ab?
  • Reparaturmöglichkeit klären: Wende Dich an den Händler oder an den Herstellerservice – oder suche eine zertifizierte Werkstatt in Deiner Nähe.

Wie funktioniert eine Handygarantie?

Die Handygarantie ist ein freiwilliges Qualitätsversprechen des Herstellers: Wenn ein Material- oder Herstellungsfehler innerhalb der Garantiezeit auftritt, wird der Defekt in der Regel kostenlos behoben – per Reparatur oder Austauschgerät. In seltenen Fällen gibt es eine Rückerstattung.

Quellen: Verbraucherzentrale, Verbraucherzentrale Reklamation, Apple, Samsung, Google.