Optimales Fahrverhalten lernen: Die Driving Academy-App

Technologie

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Datum 25.06.2019
Lesezeit 5 Min.

Optimales Fahrverhalten lernen: Die Driving Academy-App

Jedes Jahr passieren in Deutschland mehr als 2,5 Millionen Unfälle im Straßenverkehr. Autofahren ist und bleibt somit eine der risikoreichsten Fortbewegungsmethoden. Das will Vodafone mit der Driving Academy ändern – und führt damit nebenbei eine nutzerbasierte Risikobewertung für Versicherer ein. Zudem ergeben sich auch für Unternehmer völlig neue Möglichkeiten.

Vermeidbare Risiken wie überhöhte Geschwindigkeit, Ablenkung beim Fahren und plötzliche Bremsmanöver zählen zu den häufigsten Unfallursachen im Straßenverkehr. Die Vodafone Driving Academy-App nimmt sich genau dieses Problems an. Sie bewertet das individuelle Fahrverhalten, ohne dass Hardware-Installationen am Fahrzeug notwendig sind. Der Fahrer muss hierfür lediglich ein halbwegs aktuelles Smartphone mitführen. Durch ein ausgeklügeltes Belohnungssystem sollen auch, aber nicht nur junge Autofahrer animiert werden, ihren Fahrstil zu verbessern.

 

Intelligente Telematik an Bord jedes Fahrzeugs: Die Driving Academy-App

In einem gemeinsamen Projekt mit Vodafone hat die Württembergische Versicherung 2017 in Deutschland erstmals einen risikoabhängigen Tarif für Autofahrer eingeführt. Mit ihm können vor allem Fahranfänger bis zu 30 Prozent ihrer Versicherungsprämie einsparen – einfach, indem sie den Versicherer via App von einer umsichtigen und angemessenen Fahrweise überzeugen.

Doch nicht nur Kunden des Versicherungsunternehmens aus Stuttgart profitieren von der intelligenten Telematik-Lösung via Smartphone: Als Driving Academy-App steht das System ohne jegliche Hardware-Installation an Bord jedes beliebigen Fahrzeugs für alle bereit, die ihren Fahrstil verbessern wollen – eine entsprechende Kooperation mit Vodafone vorausgesetzt.

Die Driving Academy-App zeichnet während der Autofahrt unter anderem diese Parameter auf:

  • Fahrzeugposition und genaue Fahrtroute
  • Beschleunigungsvorgänge
  • Bremsvorgänge
  • Geschwindigkeit des Fahrzeugs
  • Querbeschleunigung des Fahrzeugs (beispielsweise in Kurven)
  • Ablenkungen durch Bedienung des Smartphones während der Fahrt

Die gemessenen Werte werden via Mobilfunk an eine zentrale Plattform übertragen und zur Bewertung des persönlichen Risikos eines bestimmten Fahrers herangezogen. Der Fahrer erhält durch den Vergleich mit festgelegten Optimalwerten nach jeder Fahrt eine gewisse Anzahl an Punkten.

Da es sich um sensible, personenbezogene Daten handelt, erfolgt die Übertragung verschlüsselt und die Fahrparameter werden ausschließlich zu dem genannten Zweck und zur Risikoeinstufung erhoben – denn selbstverständlich muss auch die Driving Academy-App DSGVO-konform sein.

 

Besser Autofahren lernen dank automatischer Fahrstil-Auswertung

Doch damit nicht genug: Werte, die von der Norm abweichen, werden dem Fahrer auf Wunsch nach Beendigung der Fahrt auf einer Karte angezeigt. So kann jeder sein oder ihr persönliches Fahrprofil verbessern und eine Menge über den eigenen Fahrstil lernen. Hierzu zählen unter anderem diese typischen „Fahrfehler”:

  • Zu starkes Beschleunigen: Das System registriert, wenn der Fahrer zu stark beschleunigt, und zeigt an, wann und wo dies der Fall war.
  • Abruptes Bremsen: Wer zu häufig unvermittelt auf die Bremse tritt, riskiert, dass der Hintermann dies nicht rechtzeitig mitbekommt und auffährt.
  • Überhöhte Geschwindigkeit: Wer andauernd die Geschwindigkeitsbegrenzungen überschreitet, geht unnötige Risiken ein und gefährdet auch andere Verkehrsteilnehmer.
  • Scharfe Kurvenfahrten: Gerade, wenn der Fahrbahnbelag nicht hundertprozentig  in Ordnung ist, können zu scharfe Kurvenfahrten für Unfälle sorgen. Dies gilt umso mehr in Kombination mit nicht angepasster Geschwindigkeit.
  • Mangelnde Konzentration und Ablenkung: Nutzer, die während der Fahrt auf eingehende Nachrichten am Smartphone reagieren oder gar ohne Freisprecheinrichtung telefonieren, verstoßen nicht nur gegen die Straßenverkehrsordnung. Sie stellen zudem ein großes Risiko für die übrigen Verkehrsteilnehmer dar. Immerhin sind etwa 25% aller Unfälle im Straßenverkehr auf die Smartphone-Nutzung während der Fahrt zurückzuführen.

Gerade für junge Fahrer dürfte das Abzeichen-System interessant sein: Wer angepasst fährt, erhält nach einer bestimmten Anzahl an ordnungsgemäßen Fahrten als Belohnung ein entsprechendes Abzeichen. Derartige Gamification-Elemente erhöhen den Anreiz, die App zu nutzen, da so auch eine Vergleichbarkeit beispielsweise mit Freunden über soziale Medien et cetera möglich ist.

Die oben genannten Parameter dienen als Grundlage für das zugrunde liegende Belohnungssystem. Die Belohnungsschwellen können vom Versicherer individuell konfiguriert werden. Allgemeine Tipps zur Fahrweise runden das Informationsangebot für den Nutzer ab und sorgen für einen nachhaltigen Lerneffekt.

Ausklappbare Informationsgrafik

Die Vodafone Driving Academy basiert auf einem Zusammenspiel von Telemetriedaten, Feedback-Elementen und Mobilfunk via App.

Infografik: Eigenkreation / Vodafone

 

Warum die nutzungsbasierte Versicherung (UBI) sinnvoll ist

Das Thema Usage-Based Insurance (UBI) ist nur bedingt neu. Schon seit Langem werden Autofahrer für schadenfreie Jahre mit teils erheblichen Rabatten belohnt. Da laut Statistik außerdem Fahranfänger prozentual mehr Unfälle verursachen als erfahrene Fahrzeuglenker, zahlen diese teils sogar einen Aufschlag auf die eigentliche Standard-Versicherungsprämie für die Fahrzeug- und Regionalklasse.

Das verbreitete System ist letztlich eigentlich ungerecht: Auch ältere Autofahrer stellen eine Risikogruppe dar, wenn sie etwa trotz gesundheitlicher Probleme und eingeschränkter Wahrnehmung weiterhin ein Fahrzeug führen. Zudem findet der individuelle Charakter keine Berücksichtigung: Auch ein junger Mensch, der sich in der Fahrschule als ruhig und besonnen erwiesen hat, zahlt bis zu 300 Prozent der sonst üblichen Versicherungsprämie.

Die nutzungsbasierte Versicherung hilft also nachhaltig dabei, im Bezug auf den Fahrstil der Versicherten die Spreu vom Weizen zu trennen und Versicherungstarife gerechter zu gestalten.

 

Auch Autovermietungen und Fuhrparkbesitzer können profitieren

Doch auch für Firmen mit eigenem Fuhrpark oder Autovermietungen ist ein solches System interessant: So können Mitarbeiter, wie beispielsweise Lieferfahrer, konsequent in ihrem Fahrverhalten nachgeschult werden. Verleihfirmen wiederum können ihren Mietwagenkunden einen Rabatt anbieten, wenn sie die Driving Academy-App nutzen. 

Das Vorhandensein einer solchen Selbstkontrolle allein sorgt bereits dafür, dass der eine oder andere im Vorfeld über seine Fahrweise nachdenkt.

 

Mithilfe der Demo-Version können Sie unverbindlich mehr erfahren

Die Vodafone Driving Academy-App steht in der Vollversion sowohl für Android- als auch für iOS-Smartphones zur Verfügung. Für Android-Smartphones ist außerdem eine kostenlose Demo-Version verfügbar, in der Sie sich über die Funktionsweise des Systems näher informieren können. Sprechen Sie uns an, um mehr zu erfahren. 

 

Wie finden Sie die individuelle Risikobewertung als Geschäftsmodell für Versicherer? Und: Kann eine App wirklich helfen, den eigenen Fahrstil zu verbessern? Wir sind gespannt auf Ihren Kommentar.

 

Titelbild: Eigenkreation / Vodafone Automotive Italia S.p.A.

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