Security

Denial-of-Service-Angriffe

DoS verstehen, sich schützen und optimal reagieren

Cyberkriminelle nehmen mit Denial-of-Service-Angriffen (DoS) zunehmend Unternehmen ins Visier und attackieren über das Internet Webserver oder ganze Firmennetze. Allein die Anzahl der DDoS-Angriffe als Sonderform von DoS hat sich 2025 weltweit mehr als verdoppelt: auf rund 50 Millionen. Dabei gibt es effektive Möglichkeiten, Mitarbeitende und Unternehmen vor dieser Art von Cyberattacken zu schützen.

Inhaltsverzeichnis

DoS: Das Wichtigste in Kürze

  • Die Zahl der DoS- und DDoS-Attacken auf Unternehmen steigt rasant.
  • DDoS nutzt Botnets aus Millionen von gekaperten Geräten und ist im Gegensatz zu einfachen DoS-Attacken schwerer abzuwehren.
  • Klassische Firewalls und Provider-Schutz reichen meist nicht aus. Wirksamer Schutz vor DoS- und DDoS-Angriffen erfordert cloudbasierte Mitigation und vor allem saubere Endgeräte.
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Denial of Service (DoS): Definition und Bedeutung

Hinter dem Kürzel „DoS“ steckt der Begriff „Denial of Service“; „DDoS“ hingegen steht für „Distributed Denial of Service“. Ein DDoS-Angriff ist eine der häufigsten und gefährlichsten Cyberbedrohungen unserer Zeit: Tausende oder Millionen manipulierter Geräte „überschwemmen“ dabei gleichzeitig die Server eines Unternehmens, bis kein Datenverkehr mehr möglich ist. Doch so bedrohlich diese Entwicklung ist, so wirksam sind auch die verfügbaren Gegenmaßnahmen.

DoS vs. DDoS: Unterschiede zwischen Denial of Service und Distributed Denial of Service

Der entscheidende Unterschied zwischen DoS- und DDoS-Attacken liegt darin, dass ein klassischer DoS-Angriff aus einer einzigen Quelle stammt. Der:die Angreifer:in erzeugt mit einem oder wenigen Systemen ein derart hohes Anfragevolumen, dass der Zielserver überlastet wird und Nutzer:innen keinen Zugriff mehr erhalten.
Ein DDoS-Angriff setzt dagegen ein ganzes Botnet aus Tausenden oder Millionen kompromittierten Geräten ein, die über die ganze Welt verteilt sein können, aber aus einer Zentrale gesteuert werden. Diese koordinierten Systeme starten ihren Angriff synchron aus allen möglichen Richtungen und multiplizieren das Traffic-Volumen. So erschweren sie eine effektive Abwehr, da der überlastende Datenstrom aus dem gesamten Internet kommt.
Kurz gesagt: DoS-Angriffe lassen sich in der Regel auf einzelne Quellen eingrenzen und blockieren. DDoS-Angriffe treffen Unternehmen aus beliebigen Richtungen im globalen Netz und können auch große IT-Infrastrukturen lahmlegen. Genau das macht Distributed-Denial-of-Service-Attacken meist noch gefährlicher als DoS-Angriffe.
Vergleich von DoS- und DDoS-Attacken
Definition
Angriff zur Überlastung eines Systems oder Dienstes durch eine einzelne Quelle
Angriff zur Überlastung eines Systems oder Dienstes durch viele verteilte Quellen gleichzeitig
Anzahl der Angreifer-Systeme
Ein einzelnes Gerät oder eine einzelne Internetverbindung
Hunderte, Tausende oder sogar Millionen kompromittierte Geräte
Angriffsquelle
Eine IP-Adresse oder ein einzelner Rechner
Viele unterschiedliche IP-Adressen und Rechner weltweit
Komplexität des Angriffs
Vergleichsweise einfach durchzuführen
Deutlich komplexer, da die Angriffe koordiniert werden müssen
Angriffsvolumen
Vergleichsweise niedrig, da die Angriffe von wenigen Quellen stammen
Höher, da legitimer und bösartiger Datenverkehr vermischt sein kann
Abwehrmaßnahmen
Blockieren der angreifenden IP-Adresse oder Filtern des Datenverkehrs
Einsatz von DDoS-Schutzdiensten, Traffic-Filterung und aktive Lastverteilung erforderlich
Verwendete Infrastruktur
Einzelne Systeme
In der Regel Botnetze aus heimlich kompromittierten Computern oder IoT-Geräten
Auswirkungen
Kann einzelne Dienste oder Server zeitweise lahmlegen
Kann große Plattformen, Rechenzentren oder ganze Netzwerke beeinträchtigen
Beispiel
Massenhafte Anfragen eines einzelnen Rechners an einen Webserver
Gleichzeitige Anfragen von Tausenden infizierter Geräte an denselben Webserver
Typische Ziele
Kleine Websites, einzelne Server oder Anwendungen
Große Unternehmen, Behörden, Cloud-Dienste oder Online-Shops
Kriterium
DoS (Denial of Service)
DDoS (Distributed Denial of Service)
Zusammenfassung
Der wesentliche Unterschied zwischen einem DoS- und einem DDoS-Angriff besteht in der Anzahl der beteiligten Systeme: Während ein DoS-Angriff von einer einzelnen Quelle ausgeht, nutzt ein DDoS-Angriff viele verteilte Systeme gleichzeitig. Dadurch sind DDoS-Angriffe deutlich leistungsfähiger und schwerer abzuwehren.
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So funktioniert ein DoS- oder DDoS-Angriff

Potenzielle Ziele für DoS- und DDoS-Attacken sind Router, Webserver, Mailserver, DNS-Server sowie Dienste und Schnittstellen im Netzwerk. Meist befinden sich diese im (öffentlich zugänglichen) Internet und beantworten Systemanfragen der unterschiedlichsten Art, wie beispielsweise Webservices, E-Mail-Dienste oder Datenserver.
DoS-Attacken durchzuführen, ist vergleichsweise einfach, weil nur wenige Ressourcen benötigt werden – in der Regel nur ein einziges System mit Internetzugang.
Zum Start eines DDoS-Angriffs greifen Kriminelle hingegen auf große Netze infizierter Systeme zurück, sogenannte Botnetze. Über Sicherheitslücken werden zuvor harmlose Geräte mit Schadsoftware versehen und anschließend zentral gesteuert, um zeitgleich eine massive Angriffslast zu erzeugen. So setzt das Aisuru-Kimwolf-Botnet, das 2025 für viele Attacken verantwortlich war, unter anderem auf simple TV-Geräte mit dem Betriebssystem Android.
Computer oder andere infizierte Geräte, die an so einem Botnet-Angriff beteiligt sind, bezeichnet man als „Bot“, „Zombie“ oder auch „Slave“. Diese nehmen häufig nicht nur am Angriff selbst teil, sondern sorgen auch für die Verbreitung der zugrunde liegenden Malware.
Über diese Botsysteme ist es den Kriminellen überhaupt erst möglich, DDoS-Attacken zu steuern, um beispielsweise massenhaft Anfragen an andere Rechner zu senden. Ein angegriffenes System, das über keinerlei Schutzvorrichtung gegen solche Attacken verfügt, ist meist innerhalb von Sekunden nicht mehr in der Lage, die Last zu bewältigen.
Mögliche Folgen sind ein eingeschränktes Antwortverhalten oder der komplette Ausfall von Systemen. Im Zuge dieser Eliminierung von Systemen folgen häufig nachgelagerte Attacken durch andere Malware, was den Schaden erheblich vergrößert.
Grafische Darstellung eines klassischen DDoS-Angriffs über mehrere Slave-Rechner.
Bei einem DDoS-Angriff steuern Cyberkriminelle zahlreiche kompromittierte Geräte, die das Zielsystem gleichzeitig mit Anfragen überlasten.

Arten von Denial-of-Service-Angriffen (SYN-Flood, DNS-Amplification, DRDoS)

Cyberkriminelle nutzen unterschiedliche Arten von DoS- und DDoS-Angriffen, wobei die Methoden nach den Netzwerkschichten des OSI-Modells klassifiziert sind. „OSI-Modell“ steht für „Open Systems Interconnection Modell“ und ist ein Referenzmodell für Netzwerkprotokolle. Das OSI-Modell kennt insgesamt sieben Schichten.
Jede Schicht des OSI-Modells repräsentiert einen bestimmten Teil des Netzwerks. Angreifer:innen zielen auf verschiedene Ebenen ab; je nachdem, welche Art von web- oder internetbezogenen Ressourcen sie stören möchten.
Die einfachste Form des Angriffs besteht darin, Systemressourcen oder Netzwerkbandbreiten zu überlasten. Dabei werden die Netzwerk- und die Transportschicht des Netzwerks (Layer 3 und 4) blockiert. Die Angreifer:innen setzen hierbei auf Volumen und Masse der Anfragen, um ihre Ziele zu erreichen. Die Menge des erzeugten Traffics führt dabei in der Summe beim Anfrageziel zu einer Überlastung der Systeme.
Protokollangriffe hingegen ziehen sich durch mehrere Schichten des OSI-Modells. Über die klassischen Internetprotokolle (XMPP, https, DNS, SMTP, TCP, UDP usw.) versuchen Angreifer:innen, die Rechenkapazität verschiedener Netzwerkinfrastrukturressourcen zu überlasten, wie Router, Server oder Firewalls.
Weitverbreitet ist auch die Blockade auf Anwendungsebene (Layer 7). Die Angriffsmuster von DoS- und DDoS-Attacken ändern sich jedoch ständig und stehen im Wettbewerb mit immer besseren Schutzmaßnahmen. Diese orientieren sich an aktuellen Angriffsmustern und werden laufend weiterentwickelt.
Grafische Darstellung der übereinander angeordneten sieben Schichten des ISO/OSI-Schichtenmodells mit der Anwendungsschicht als oberster bis hin zur Bitübertragungsschicht als unterster Ebene.
In der Netzwerktechnik hat sich das OSI-Schichtenmodell etabliert, um komplexe Vorgänge innerhalb des Netzes aufzugliedern.

DDoS-Mechanismen und die verwendeten Methoden

DoS- und DDoS-Angriffe unterscheiden sich stark in ihrer technischen Umsetzung, verfolgen jedoch stets dasselbe Ziel: Systeme durch Überlastung lahmzulegen. Je nach Angriffstyp setzen sie auf Protokollmissbrauch, Anwendungsanfragen oder die gezielte Verstärkung von Datenströmen. Zu den wichtigsten DoS- und DDoS-Attacken zählen nachfolgende Methoden. Die meisten davon begannen ursprünglich als DoS-Angriffe, sind inzwischen aber auch längst als koordinierte DDoS-Attacken etabliert:

Ping-Flood über ICMP-Echo-Requests

Mit Ping-Flood-Attacken überfluten Kriminelle ihre Zielsysteme über das Internet mit Anfragen über das Internet Control Message Protocol (ICMP-Echo-Requests). Solche ICMP-Anfragen dienen eigentlich dazu, die Verbindungsqualität auf der Vermittlungsschicht (Layer 3) zu überprüfen.
Wenn sie massenhaft gestellt werden, überlasten sie jedoch die Systemressourcen der Gegenseite und bringen diese so temporär zum Erliegen. Andere Anfragen werden dann nicht mehr bearbeitet. Derartige Ping-Flood-Angriffe gibt es als DoS- und als DDoS-Attacken.

SYN-Flood

Bei SYN-Flood-Angriffen missbrauchen Angreifer:innen den TCP-Verbindungsaufbau. Der Server hält zahlreiche halboffene Verbindungen bereit, bis er keine neuen Anfragen mehr verarbeiten kann. Die Folge: Legitime Nutzer:innen kommen nicht mehr durch.

HTTP-Flood

HTTP-Floods setzen auf eine Vielzahl scheinbar normaler Webanfragen. Da sie sich kaum von regulärem Traffic unterscheiden, werden sie oft zu spät erkannt. Wirksamer Schutz erfordert eine Analyse auf Anwendungsebene, z.B. durch eine Web Application Firewall (WAF).

Slowloris

Slowloris-Angriffe halten Verbindungen bewusst lange offen und binden so Serverressourcen. Die Attacke entwickelt sich schleichend, kann aber über längere Zeit massive Auswirkungen haben. Klassische Schutzmechanismen greifen hier oft zu spät.

DNS-Amplification

Bei DNS-Amplification-Angriffen nutzen Cyberkriminelle offene DNS-Server, um Datenströme stark zu vervielfachen. Kleine Anfragen erzeugen extrem lange Antworten, die das Zielsystem überlasten. Die eigentlichen Angreifer:innen bleiben dabei meist verborgen.

DRDoS

„DRDoS“ steht für „Distributed Reflected Denial of Service“. Es bedeutet sinngemäß „verteilte Ausführung und Reflexion über Drittsysteme“. Solche Angriffe leiten die Attacke über unbeteiligte Drittsysteme um. Durch IP-Spoofing erscheint der Traffic legitim, während das Zielsystem überlastet wird. Die Identifikation der Angreifer:innen ist besonders schwierig.
Die Übersicht zeigt, auf welchen Ebenen DoS- und DDoS-Angriffe ansetzen und welche Auswirkungen sie haben.
Ping-Flood
Netzwerk-/Vermittlungsebene (Layer 3)
Server werden überlastet
Angreifer:innen nutzen meist gefälschte IP-Adressen, sodass die Rückmeldungen an falsche Adressat:innen gehen
SYN-Flood
Protokollebene (Layer 4)
Server können keine neuen Verbindungen mehr annehmen
Ausnutzen halboffener TCP-Verbindungen
HTTP-Flood
Anwendungsebene (Layer 7)
Webanwendungen brechen unter Last zusammen
Anfragen wirken wie legitimer Traffic
Slowloris
Anwendungsebene (Layer 7)
Ressourcen werden über lange Zeit blockiert
Langsam, schwer zu erkennen
DNS-Amplification
Netzwerkebene (Layer 3)
Massive Traffic-Spitzen
Verstärkung kleiner Anfragen
DRDoS
Netzwerkebene (Layer 7)
Überlastung über Drittsysteme
Verschleierung der Angreifer:innen
Angriffstyp
Angriffsebene
Typische Wirkung
Besonderheit

Folgen von DoS- und DDoS-Angriffen für Unternehmen

Ein DoS- oder DDoS-Angriff auf ein Unternehmen kann zu Serviceausfällen führen, Umsatzverluste verursachen und das Vertrauen der Kund:innen erschüttern. Neben den technischen Ausfällen mit Folgeschäden nehmen häufig auch die Marke und das Image des Unternehmens Schaden.
Dazu kommen regulatorische Konsequenzen, wenn personenbezogene Daten betroffen sind oder wenn das Unternehmen Compliance-Anforderungen nicht erfüllt. Insgesamt kann ein DDoS-Angriff die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens beeinträchtigen und erhebliche finanzielle Folgen nach sich ziehen.
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Unser Fazit: DoS und DDoS zählen zu den größten Geschäftsrisiken und brauchen wirksame Maßnahmen

DoS- und DDoS-Angriffe nehmen seit Jahren an Häufigkeit, Dauer und Komplexität zu. Gleichzeitig werden Attacken gezielter – und schwerer von regulärem Datenverkehr zu unterscheiden.
DDoS-Angriffe gehören heute zu den größten Risiken für die Verfügbarkeit digitaler Geschäftsprozesse. Sie treffen Unternehmen oft unerwartet, verursachen Ausfälle, Umsatzverluste und Imageschäden – und lassen sich mit klassischen Schutzmechanismen kaum zuverlässig abwehren.
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DoS und DDoS: Häufig gestellte Fragen (FAQ)

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