Google Firebase: Alles Wichtige zur cloudbasierten App-Entwicklerplattform

Technologie

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Datum 11.09.2018
Lesezeit 6 Min.

Google Firebase: Alles Wichtige zur cloudbasierten App-Entwicklerplattform

Mit Firebase hat Google eine mächtige Entwicklerplattform auf Cloud-Basis geschaffen. Sie bietet Ihnen umfangreiche API-Funktionen, die Möglichkeit, Ihre App-Downloads beliebig zu skalieren und jede Menge Auswertungsmöglichkeiten in einem einzigen System. Sogar eine mobile Variante ist verfügbar.

Bei Google Firebase handelt es sich um ein weitgehend kostenlos nutzbares System sowohl für die Entwicklung für iOS, als auch für Android, für webbasierte Apps und sogar für Java, C++ und Unity. Gerade, wenn Sie parallel für mehrere Betriebssysteme und Plattformen entwickeln wollen, kann ein universelles Programmiersystem, noch dazu cloudbasiert, wertvolle Dienste leisten. Und nach der Entwicklung stehen Sie spätestens vor der Frage, wo und wie Sie das Ganze hosten sollten – auch hier gibt es ein passendes Angebot. Davon abgesehen bietet die Firebase-Plattform nicht ganz zufällig eine umfangreiche Integration mit Google-Diensten wie beispielsweise Analytics, so dass Sie auch die Performance Ihrer neuen Anwendung(en) stets im Blick behalten können. In Sachen Skalierbarkeit, Datenbankanbindung und Zukunftsfähigkeit macht der Google-Entwicklerplattform aktuell so schnell keiner etwas vor. Ein ausführlicher Blick lohnt sich also.

 

Google Firebase: So funktioniert die Cloud-Entwicklerplattform

Dass der Suchmaschinen- und Play Store-Betreiber Google ein großes Interesse an qualitativ hochwertigen und vielfältigen Apps hat, liegt auf der Hand. Dementsprechend steckt das Unternehmen viel Geld und Mühe in den Aufbau und die Pflege nicht nur des App-Marktes Play Store, sondern auch in die dazugehörigen Entwicklerwerkzeuge. Erst kürzlich haben wir über die Google-App Grasshopper berichtet, die Neulingen den Einstieg in die Welt der App-Programmierung erleichtern soll. Mit Firebase geht Google einen Schritt weiter und kombiniert die Vorteile eines cloudbasierten Hostingsystems mit professionellen Entwickler-Tools und einer intuitiven, grafischen Oberfläche.

Vor allem die Cloud-Integration spart Ihnen als Entwickler eine Menge Arbeitsaufwand. Bei der verwendeten NoSQL-Datenbank namens „Cloud Firestore” können Sie sämtliche Daten zwischen mobilen und Web-Apps synchron halten. Ein eigener Server für die entwickelten Komponenten entfällt also. Über das Hosting Ihrer App und mögliche Updates für Ihre App-Server müssen Sie sich somit ebenfalls keine Gedanken mehr machen.

Weiterhin bietet Ihnen die Google Firebase-Plattform diese Features:

  • Cloud-Speicherplatz zum Hosting der App und zugehöriger Materialien
  • Quasi beliebige Skalierbarkeit von Rechenleistung und verfügbaren Kapazitäten
  • Die Möglichkeit der zentralen Nutzer-Authentifizierung
  • Echtzeit-Datenbankfunktionen für die Live-Abfrage bestimmter Datensätze ohne Zeitverlust („Cloud Firestore”)
  • Umfangreiche Bugtracking-Funktionen
  • Großes, virtuelles Testlabor „Firebase Test Lab” für den Test der App auf verschiedenen Geräten, ohne diese beschaffen zu müssen
  • Stufenweises Rollout der App an bestimmte Nutzergruppen
  • Mehrere intuitiv nutzbare APIs verpackt in einem einzigen SDK – daher weniger Verwaltungsaufwand innerhalb der App
  • Google Analytics-Integration zur Analyse des Nutzerverhaltens
  • Vorhersagefunktion für das Nutzerverhalten mithilfe von Machine Learning-Verfahren
  • Integration von Maschinenlern-Features wie Text-, Sprach- oder Gesichtserkennung
  • Synchronisierung beispielsweise von Chatnachrichten über mehrere Geräte hinweg
  • Mobiles Backend, um Ihre App auch auf tragbaren Geräten wie einem Tablet pflegen zu können

 

Video: YouTube / Firebase

 

So arbeiten Sie mit Google Firebase

Um in Google Firebase arbeiten zu können, benötigen Sie zunächst, wie beim Suchmaschinenriesen üblich, ein sogenanntes Google-Konto. Nachdem Sie sich auf der Firebase-Projektseite angemeldet haben, sollten Sie zunächst einen Blick auf das Demoprojekt werfen. Dieses zeigt Ihnen auf der „Project Overview”-Seite bereits eindrucksvoll, wie später, nach dem Launch Ihrer App, diverse Statistiken automatisch generiert werden. Unter anderem sehen Sie hier, wie viele aktive Nutzer Sie (im Beispiel) verzeichnen und welchen Umsatz die App in einem bestimmten Zeitraum generiert.

Richtig los geht es mit einem Klick oben in der Menüleiste auf „Projekt erstellen”. Vergeben Sie anschließend einen aussagekräftigen Namen, legen Sie den Speicherort für die Analytics-Daten und den für Ihr eigentliches Projekt in der Firestore-Cloud fest.

Nachdem Sie die Nutzungsbedingungen akzeptiert und das Projekt angelegt haben, steht Ihnen direkt der volle Umfang der Plattform zur Verfügung. Zu den meisten angebotenen und weiter oben erwähnten Funktionen erhalten Sie durch Anklicken von „Dokumentation ansehen” umfangreiche Hilfestellung – zumeist jedoch in englischer Sprache.

Wollen Sie nun Firebase zu Ihrer iOS-, Android- oder Web-App hinzufügen, klicken Sie auf „Einstellungen | Allgemein” und dort auf das Symbol für die jeweilige Plattform. Beachten Sie hierbei, dass die App-Entwicklung selbst in der von Ihnen gewohnten Umgebung wie beispielsweise AppYourself oder Android Studio abläuft. Insofern stellt Firebase vor allem eine Plattform für die Verwaltung, das Hosting und die Analyse Ihrer Projekt dar.

Nachdem Sie einen ersten Prototypen erstellt haben, können Sie diesen anschließend mit Hilfe des „Firebase Test Lab” einer ausgiebigen Prüfung unterziehen. Dieses virtuelle Testlabor zeigt Ihnen, wie Ihre Anwendung auf verschiedenen Geräten aussieht: So erleben spätere Anwender keine unliebsamen Überraschungen mit deplatzierten Buttons oder „zerschossener” Grafik.

Eine Besonderheit bei Google Firebase ist auch das Feature „Cloud Functions”. Über dieses können Sie ereignisbasierte Funktionen anlegen, die immer dann aktiviert werden, wenn etwas bestimmtes passiert – beispielsweise eine Neuregistrierung in Ihrer Anwendung.

Bei all den angebotenen Funktionen hält sich die Preisgestaltung durchaus im Rahmen. Wesentliche Funktionen der Plattform lassen sich kostenlos nutzen – für erweiterte Bedürfnisse wird je nach Paket ein monatlicher, ein- oder zweistelliger Obolus fällig.

 

Screenshot der Authentifizierungssektion innerhalb der Google Firebase-Plattform

Mit Google Firebase können Sie verschiedene Login-Methoden für Ihre App bereitstellen, darunter Facebook oder die klassische Variante mit Benutzername und Passwort.

Bild: Eigenkreation / Google

 

Die Vorteile einer universellen App-Plattform

Die Google Firebase-Plattform bietet die Integration von Apps für sämtliche Plattformen. Vor allem aber – und das ist der entscheidende Vorteil des Systems – können Sie sich dank ihrer Hilfe auf die Entwicklung der eigentlichen Funktionalität Ihrer App konzentrieren, ohne Zeit und Budget auf bestimmte Nebenarbeiten zu verwenden. Die Kernvorteile von Google Firebase im Überblick:

  • Keine Suche nach einem geeigneten Hostingdienst, kein Aufsetzen von eigenen Servern notwendig
  • Skalierung der Kapazitäten aufgrund steigender Downloadzahlen problemlos möglich
  • Umfangreiche Analysemöglichkeit der wichtigsten App-Daten mit verschiedenen Online-Tools, ohne etwas installieren zu müssen oder separate Registrierung
  • Einfache Möglichkeit zum A/B-Testing, für Zielgruppentests oder Usability-Analysen
  • Beantwortung von Fragen durch einen eigenen, kostenlosen Support innerhalb der Plattform
  • Faire Preisgestaltung mit umfangreichem Kostenlos-Angebot

Um die notwendige Promotion Ihrer App im Google Play Store oder Apples App Store kommen Sie allerdings nicht herum. Außerdem sollten Sie bedenken, dass Google bei diesem System nicht nur Ihre App, sondern auch Ihre App-Nutzerdaten hostet und die Server vermutlich in den USA stehen. Insoweit sollten Sie prüfen, ob Ihr Vorhaben nicht eventuell gegen die geltenden Datenschutzbestimmungen (DSGVO) verstößt.

 

Titelbild: Eigenkreation / Google / Spotify

 

Was halten Sie von Googles Entwicklerplattform Firebase? Löst sie die drängendsten Probleme Ihrer aktuellen App-Entwicklung? Wir sind gespannt auf Ihre Meinung.

 

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