Home-Office-Setup: Wie Sie ideale Arbeitsbedingungen schaffen

Digitales Business

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Datum 18.03.2020
Lesezeit 7 Min.

Home-Office-Setup: Wie Sie ideale Arbeitsbedingungen schaffen

Wenn es darum geht, einen Home-Office-Arbeitsplatz einzurichten, haben Arbeitnehmer einen großen Vorteil: ihren kreativen Freiraum und ihre gewohnte Umgebung. Doch zunächst muss ein Arbeitsplatz, wie er im Büro vorhanden ist, daheim erst einmal geschaffen werden – nicht nur vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse ein wichtiges Thema. Oft ist es mit einer schnellen Internetverbindung, einem großen Monitor und ein paar Aktenschränken nicht getan. Richtig eingeführt können jedoch von einer solchen Regelung Arbeitgeber und Arbeitnehmer dauerhaft profitieren.


Einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zufolge könnten mehr als 40 Prozent aller Arbeitnehmer ihren Job genauso gut auch zuhause ausüben. Dank umfassender Vernetzung sind wir in den meisten Bereichen heute nicht mehr abhängig vom festen Arbeitsplatz im Unternehmen.

In der aktuellen Situation scheint das aktueller denn je: Wer jetzt noch keinen Home-Office-Arbeitsplatz hat, den unterstützt Vodafone gern unkompliziert mit einem GigaCube Business zum sofortigen Lossurfen, einem Kabel-Anschluss mit bis zu 1.000 Megabit pro Sekunde oder einem Red Business Prime-Vertrag, dem optimalen Mobilfunk-Vertrag für Geschäftskunden. Und für die passende Büro-Software daheim sorgen wir auch: Mit Office 365 für Unternehmen inklusive Word, Excel, PowerPoint und Teams für die Online-Zusammenarbeit. Mehr dazu erfahren Sie auf unserer Home-Office-Essentials-Seite. #WeKeepYouGoing

In den Niederlanden haben Arbeitnehmer seit Juli 2015 sogar einen gesetzlichen Anspruch auf die Arbeit im Home-Office, sollten Kinder krank oder Angehörige pflegebedürftig sein. In Deutschland hat der Arbeitgeber allein das letzte Wort zum Arbeitsort – egal unter welchen Umständen. Lassen es die Aufgaben zu, sind viele Arbeitgeber heute gerne bereit, ihren Mitarbeitern diese attraktive Möglichkeit einzuräumen. Selbst wenn im Arbeitsvertrag die Arbeit im Home-Office nicht vorgesehen ist: Eine Vereinbarung kann noch im Nachhinein oder zusätzlich getroffen werden.

Auf was es ankommt und was Sie tun müssen, damit Home-Office in der Praxis gelingt, erfahren Sie hier:

Einen Home-Office-Arbeitsplatz einrichten: Wichtige Tipps

Neben dem genannten Breitband-Internetanschluss sind ein Computer, ein dienstlich erreichbares Telefon und eine (weitgehend) störungsfreie Umgebung vonnöten. Aber es gibt auch ergonomische Arbeitsplatzfragen, die geklärt werden müssen: Egal, ob Sie als Unternehmer Ihren Mitarbeitern einen Home-Office-Platz einrichten oder als Arbeitnehmer selbst tätig werden: Bei der Gestaltung des Home-Office-Arbeitsplatzes sollten Sie einige wichtige Punkte beachten.

„Störungsfreies Arbeiten ist eine wichtige Voraussetzung, aber auch, dass Kommunikationsmittel schnell und zuverlässig sind.“
Niclas Schaper, Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Paderborn

In erster Linie ist der Erfolg von Home-Office an einen Wandel der Unternehmensrichtlinien geknüpft. Möglich wird das professionelle Arbeiten von Zuhause aber erst durch moderne Telekommunikationslösungen und netzbasierte Telefonanlagen. Ankommende Anrufe auf der Büro-Durchwahl können „unsichtbar” an den Anschluss im Home-Office umgeleitet werden – falls der Mitarbeiter nicht ohnehin fast nur noch übers Smartphone telefoniert.

Die notwendige EDV-Ausstattung für Heimarbeiter

Neben einem schnellen Internet-Anschluss müssen auch Geräte im Home-Office den heutigen Anforderungen entsprechen. Ein aktuelles Smartphone ist in diesem Zusammenhang schon fast selbstverständlich. Selbst abgehende Anrufe lassen sich dabei inzwischen so einstellen, dass im Display des Gesprächspartners die Firmen-Durchwahl erscheint. Für die Rechnerausstattung empfiehlt sich ein ausreichend leistungsfähiger Laptop – auch um vertrauliche Firmendaten vom Privat-PC des Mitarbeiters fernzuhalten.

Keine Chance für Hacker: Technische Vorgaben für das Home Office

Ein sicherer VPN-Zugang ins Firmennetz ist Grundvoraussetzung, um sicheren Datenverkehr auch aus der Ferne zu ermöglichen. Auf diese Art surfen Sie oder Ihre Mitarbeiter daheim über die Firmenanbindung – einschließlich der dort eingerichteten Policies (beispielsweise gesperrte Internet-Seiten) und Firewall-Regeln. Soweit möglich, sollte die Verwendung privater Geräte daheim jedoch auf ein Minimum begrenzt oder gar untersagt werden. Insbesondere private E-Mails, die dort nebenbei eintreffen, könnten Viren und andere Schadsoftware enthalten – und im schlimmsten Fall auch Firmenrechner infizieren. Stellen Sie daher sicher, dass die private und berufliche Internet-Nutzung strikt getrennt bleiben.

Falls dennoch private Geräte zugelassen werden sollen oder müssen, sollten diese zwingend über alle notwendigen Updates verfügen und aktuell gehalten werden. Außerdem gilt: Je mehr Anwendungen bei Ihnen in der Cloud und nicht lokal laufen, umso geringer ist das Infektionsrisiko.

Diese technischen Lösungen empfehlen sich für die Anbindung aus der Ferne:

  • VPN-Anbindung: Durch VPNs (Virtual Private Networks) werden private, nicht öffentlich zugängliche Netzwerke über einen öffentlichen Kanal abgebildet. Die Kommunikation über die Verbindung ist dank Verschlüsselung sehr sicher. VPNs dienen der Sicherheit und Abschottung des Unternehmensnetzwerks gegenüber Dritten. Informieren Sie sich am besten bei einem IT-Spezialisten, wie Sie die VPN-Verbindung zum Unternehmensnetzwerk aus dem Home-Office heraus herstellen können.
  • VPC-Anbindung: Ein ähnliches Verfahren nutzen sogenannte Virtual Private Clouds (VPC). Sie bieten eine sichere Datenübertragung zwischen Mitarbeitern im Home-Office und dem Unternehmen übers öffentliche Internet. So wird garantiert, dass Daten trotz der heimischen Internet-Verbindung geschützt bleiben.
  • MDM-Software-Anwendungen: Hilfreich sind auch sogenannte MDM-Software-Anwendungen. Sie sorgen dafür, dass registrierte Geräte automatisch mit den entsprechenden Einstellungen und E-Mail-Profilen des Unternehmens konfiguriert werden. So müssen beispielsweise VPN-Verbindungen nicht jedes Mal manuell hergestellt werden, sondern werden automatisch erstellt. Darüber hinaus werden Unternehmenspasswörter in einer sicheren Cloud gespeichert.

Videokonferenzen sowie Collaboration-Plattformen wie Office 365 erlauben es darüber hinaus, im Team zu arbeiten, ohne dass alle Mitglieder sich ständig physisch am selben Ort treffen müssten.

Ergonomie: Thema richtiges Sitzen und Körperhaltung

Vermutlich werden Teleworker viele Stunden an Ihrem neuen Heim-Arbeitsplatz verbringen. Achten Sie daher auf ergonomische Büromöbel. Das gilt insbesondere für Ihren Schreibtischstuhl: 80 Prozent der chronischen Rückenschmerzen finden im Sitzen und dem fehlenden Ausgleich hierzu ihren Ursprung. Dementsprechend sollten Sie auf jeden Fall einen hochwertigen, höhen- und neigungsverstellbaren Schreibtischstuhl anschaffen. Dieser sollte natürlich drehbar sein und verfügt im gegebenenfalls über ebenfalls verstellbare Armlehnen. Des weiteren sollte der Stuhl robust ausgeführt werden – immerhin werden Sie diesen im Idealfall des öfteren auch verlassen und umherlaufen wollen.

Achten Sie beim Sitzen darauf, dass der Winkel Ihrer Beine 90 Grad zwischen Stuhl und Boden beträgt. Ebenso bilden die Unterarme, wenn sie auf dem Tisch aufliegen, im Idealfall einen 90-Grad-Winkel zu den Oberarmen. Achten Sie beim aufrechten Sitzen zudem darauf, dass die Oberkante des Bildschirms auf Höhe der Augen ist. Die Unterkante des Bildschirms sollte einen Abstand von ca. 60 Zentimetern Luftlinie zu den Augen haben. Mit dieser Anordnung und Position kommt es nicht so schnell zu Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich.

Achten Sie bei der Wahl Ihres Tisches unbedingt darauf, dass dieser groß genug und höhenverstellbar ist. In den seltensten Fällen entspricht eine feste Tischhöhe genau Ihren Bedürfnissen. Desgleichen ist es sinnvoll, sowohl einen Schreib- als auch einen Stehtisch vorzuhalten.

Übrigens: Die Faustformel für einen rückenfreundlichen Arbeitstag lautet Medizinern zufolge: 60 Prozent dynamisches Sitzen, 30 Prozent Stehen und 10 Prozent Umherlaufen.

Wichtige Unterlagen sollten weggeschlossen werden können

Viele Arbeitsplätze verfügen in Büros über einen oder mehrere sogenannte Rollcontainer. In ihnen können Sie wichtige Unterlagen aufbewahren, die für Ihre Arbeit notwendig sind. Häufig sind diese abschliessbar – schaffen Sie ein solches Exemplar am besten auch für zu Hause an. So können Sie besonders wichtige Dinge vor den Augen Dritter schützen. Doch selbst, wenn diese Gefahr nicht wirklich bestehen sollte: Vertrauliche Unterlagen dürfen auch aus rechtlichen Gründen im Home-Office nicht offen herum liegen.

Wie steht es mit der Versicherung?

Während der Arbeitszeit im Home-Office gilt der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Damit sind dienstliche Tätigkeiten im Arbeitszimmer genauso versichert, wie Arbeitswege zu Kunden oder in die Firma. Verletzen Sie sich auf dem Weg vom häuslichen Arbeitszimmer zur privaten Küche, liegt allerdings kein Wegeunfall vor. Denn Arbeitswege gelten erst ab der Haustür des Wohngebäudes. Wer also auf dem Weg zur Kaffeemaschine ausrutscht, ist zuhause nicht unfallversichert. Auch die gesetzliche Unfallversicherung greift erst hinter der Haustür – passieren Unfälle im Home-Office, ist das nicht versichert.

Was zahlt der Arbeitgeber und was nicht?

Hinsichtlich der Finanzierung einer bestehenden oder geplanten Home-Office-Relegung empfiehlt sich ein offenes Gespräch zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Klären Sie, welche Kosten von wem übernommen und welche Arbeitsmittel von welcher Seite zur Verfügung gestellt werden. Halten Sie die Vereinbarung schriftlich fest.

Grundsätzlich müssen Unternehmen ihren Mitarbeitern die notwendigen Arbeitsmittel am Arbeitsplatz zur Verfügung stellen. Das kann in bestimmten Fällen auch für das häusliche Arbeitszimmer gelten. Zu den notwendigen Arbeitsmitteln zählen je nach Tätigkeitsbereich unter anderem Büromöbel, Telefone, Computer oder Schreibmaterialien. Ob der Arbeitnehmer ein Anrecht auf Bezuschussung hat, ist wie immer stark vom Einzelfall abhängig. Ist die Haupttätigkeit des Arbeitnehmers vorrangig das Telefonieren, führt das vermutlich nicht zu einem Erstattungsanspruch für Büromöbel gegenüber dem Arbeitgeber.

Sollten durch die Nutzung des Home-Office-Arbeitsplatzes laufende Kosten entstehen, beispielsweise Miete, Internet oder Telefon, ist der Arbeitgeber in der Regel nicht verpflichtet, sie zu ersetzen. Wenn jedoch hauptsächlich aus dem Home-Office heraus gearbeitet wird, ist es üblich, eine gewisse Aufwandsentschädigung hierfür zu zahlen. Am sinnvollsten ist, ein offenes Gespräch zu führen und vorab zu regeln, welche Kosten vom Arbeitgeber und welche vom Arbeitnehmer getragen werden. Am besten schriftlich. Denn so kommt es später nicht zu Missverständnissen.

 

Video: YouTube / Bird & Bird Deutschland

 

Was ist Arbeitszeit – und was nicht?

Für gewöhnlich gilt der Weg ins Unternehmen nicht als bezahlte Arbeitszeit. Im Home-Office entfällt dieser Arbeitsweg: Der gesamte Arbeitstag daheim zählt als Arbeitszeit. Der Weg zum örtlichen Bäcker zwischendurch hingegen nicht.

So entsteht die richtige Wohlfühlatmosphäre

Bei all der Ordnung und Überlegungen zur Ergonomie vergessen Sie nicht: Das häusliche Arbeitszimmer sollte immer auch das mögliche Maximum an Wohlfühl-Ambiente ausstrahlen. Nur wer sich wohlfühlt, bringt Top-Leistungen. Hier können Farben, Pflanzen, Bilder oder auch Düfte helfen, das häusliche Arbeitszimmer möglichst gemütlich zu machen.

Zuhause können Sie alle Ihre Büro-Einrichtungsideen ausleben. Am besten immer unter Beachtung der Ergonomie. Optisch gefallen muss es ja nur Ihnen. Investieren Sie in eine schöne Lampe mit angenehmem Licht. Das hält Sie wach und wirkt sich positiv auf Ihr Wohlbefinden aus. Geeignete Pflanzen machen das Büro-Klima besser. Sie sorgen für eine höhere Luftfeuchtigkeit. Das vermeidet Trockenheit von Haut, Augen und Hals.

 

Stellen Sie klare Regeln auf und treffen Sie Vereinbarungen

Grundsätzlich gilt: Arbeitgeber, die Home-Office-Regelungen anbieten, sollten das für alle Beschäftigten tun – soweit es die Art der Tätigkeit zulässt. Nicht immer ist dies möglich und Ausnahmen sind somit gegebenenfalls begründbar. Insofern besteht kein allgemeines „Anrecht” auf Home-Office. Außerdem muss sichergestellt sein, dass die Mitarbeiter zu Hause über dieselben oder ähnliche Arbeitsmittel verfügen, wie vor Ort im Büro.

Wenn es beim Thema Home-Office in der Praxis zu Schwierigkeiten kommt, liegt dies meist daran, dass aufkommende Fragen nicht vorab und eindeutig geregelt wurden. Zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber sollte es deshalb auch zu alltäglichen Aspekten wie Arbeitszeiten, Erreichbarkeit oder der Übernahme von Kosten keine Unklarheiten geben.

Feste Regeln schaffen Struktur und sorgen für Produktivität

Stellen Sie am besten im Voraus klare Home-Office-Regeln auf. So vermeiden Sie, dass Mitarbeiter nicht erreichbar sind, ihre Produktivität in der häuslichen Komfortzone nachlässt oder der Chef dauernd anruft oder schreibt. Das gilt nicht nur für die Zusammenarbeit zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Auch die Mitarbeiter untereinander sollten Absprachen treffen und regelmäßig kommunizieren. Denn nur so funktionieren Teams trotz räumlicher Trennung. Manchen Selbständigen und Freiberuflern hilft es, sich selbst durch einige softe und stringente Regelungen zu disziplinieren und zu motivieren.

Haftung, Datenschutz, Ergonomie des Arbeitsplatzes, geldwerter Vorteil und andere steuerliche Folgen, Dokumentationspflichten – wenn Angestellte weisungsgebunden in ihren eigenen vier Wänden arbeiten, müssen eine ganze Reihe von Fragen beachtet und geregelt werden. Deshalb sollten Rechtsabteilung beziehungsweise Hausjurist und Steuerberater miteinbezogen werden, und im Arbeitsvertrag klare Regelungen zu diesen Fragen getroffen werden.

Erwägen Sie als Arbeitgeber die Bereitstellung von Diensthandys

Wer viel im Home-Office arbeitet und dort telefonieren muss, braucht ein Firmen-Handy. Es hat 2 entscheidende Vorteile: Es gewährleistet absolute Erreichbarkeit während der Arbeitszeit. Und, wenn es abgeschaltet ist, einen vollkommenen Feierabend. Gerade durch die Arbeit im Home-Office vermischt sich Frei- und Arbeitszeit. Ein Diensthandy hilft, klare Grenzen zu ziehen. So vermeiden Sie Stress durch permanente Erreichbarkeit.

Laut der ARAG-Trendforschung sind tatsächlich knapp 49 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland immer erreichbar. Rund 41 Prozent nutzen ihr privates Handy oder Smartphone auch für berufliche Zwecke. 34 Prozent kontrollieren ihre dienstlichen E-Mails während ihrer Freizeit. Was auf der einen Seite zu Dauerstress führen kann, bedeutet aber auch: Die meisten Menschen beschäftigen sich ohnehin von zuhause aus mit ihrer Arbeit – ein Argument mehr für die Arbeit im Home-Office.

Home-Office-Regelungen am besten schriftlich festhalten

Machen Sie zunächst eine Art Vertrag. So räumen Sie alle Eventualitäten und Missverständnisse aus. Die schriftliche Vereinbarung sollte Angaben zur Anzahl der Home-Office-Tage, zur generellen Arbeits- und Verfügbarkeitsdauer an den Heimarbeitstagen und die etwaige Definierung der Aufgabenfelder enthalten. Auch wenn mündliche Vereinbarungen zählen, lassen sich diese im Nachhinein schlecht beweisen.

Gerade das Modell Home-Office braucht Vertrauen und transparente Kommunikation. Je nach Aufgabenbereich können Stundenzettel, eine elektronische Arbeitszeiterfassung oder Feedback-Bögen Struktur geben. Und haben gleichzeitig eine Kontrollfunktion am häuslichen Arbeitsplatz. Halten Sie darin die einzelnen Tätigkeiten und die Arbeitszeiten fest. Bestenfalls verraten diese Übersichten also auch, welche Projekte Sie bearbeiten. Und wie lange die Bearbeitung gedauert hat oder noch dauern wird. Das vermeidet außerdem eine Über- oder Unterforderung durch zu viele oder zu wenige Aufgaben.

Kontrollpflicht der Arbeitgeber – mit Einschränkungen

Arbeitgeber sind übrigens laut Arbeitsschutzgesetz und Bildschirmarbeitsverordnung dazu verpflichtet, Arbeitsplätze und die Arbeitsbedingungen zu kontrollieren. Das Gesetz soll vor einer fahrlässigen Einrichtung des Arbeitsplatzes und so vor möglichen Gesundheitsschäden schützen. Bei der Kontrolle des Home-Office ist die Einhaltung des Gesetzes schwierig. Denn es gilt auch das allgemeine Persönlichkeitsrecht und das Recht auf Unverletzlichkeit der Wohnung. Im Bestfall kann es sein, dass Arbeitgeber sich finanziell am heimischen Büro beteiligen. Zum Beispiel mit einer monatlichen Pauschale oder durch die Erstattung der Einrichtung. Hier kann vorab auch die Qualität der Geräte durch den Arbeitgeber kontrolliert und abgesegnet werden. Sollte sich der Arbeitgeber nicht am Büro beteiligen, können Arbeitnehmer, ebenso wie Selbständige, ihre Ausgaben in bestimmten Fällen in der Steuererklärung geltend machen.

Auch daheim sollten feste Arbeitszeiten gelten

Auch zuhause sind feste Arbeitszeiten sinnvoll. Natürlich nützt Heimarbeit keinem etwas, wenn man nicht auch flexibel in der Planung sein darf. Aber – Struktur ist alles und das gilt auch für die Zeitplanung. Wer sonst von acht bis 17 Uhr arbeitet, sollte (vor allem seinem Biorhythmus zuliebe) nicht vollständig konträr oder gar mit ständigen langen Pausen zuhause arbeiten. Eine Anpassung an den persönlichen Wohlfühl-Rhythmus ist natürlich dennoch möglich und ein entscheidender Vorteil des Home-Office. Auch im Home-Office gilt das Arbeitszeitgesetz: Mehr als 10 Arbeitsstunden am Stück sind nicht erlaubt.

Auch zuhause gilt die Empfehlung, den Arbeitsplatz in den Pausen zu verlassen. Machen Sie neben kürzeren kleinen Pausen immer eine feste große Pause. In dieser tun Bewegung und Entspannung mindestens genauso gut, wie an Arbeitstagen im Bürogebäude.

Ist Ihr Home-Office nicht zu weit vom normalen Arbeitsplatz entfernt? Oder wohnen Kollegen in der Nähe? Verbringen Sie doch mal die Mittagspausen gemeinsam. Das stärkt die sozialen Beziehungen innerhalb des Teams und hilft, beruflich und zwischenmenschlich auf dem Laufenden zu bleiben.

Festgelegte Uhrzeiten und Zeiträume für Gespräche helfen außerdem, Struktur in den Home-Office-Tag zu bringen. Wer Fragen und Anregungen sammelt und sie gebündelt vorträgt, vermeidet Störungen durch unnötigen Dauerkontakt. In den vereinbarten Zeiträumen muss dann allerdings auch die absolute telefonische Erreichbarkeit gewährleistet sein. Natürlich lassen sich solche Regelungen nicht immer konsequent einhalten. Hier sollten im Zweifelsfalle beide Seiten ein Nachsehen haben. Andersherum können auch Vertrauenszeiten eingeräumt werden. Zu bestimmten Zeiten ist der Arbeitnehmer dann nicht erreichbar, kann also konzentriert arbeiten und beispielsweise beim nächsten Gespräch vom Ergebnis berichten. Um den Teamgeist beizubehalten, machen Sie mit den Kollegen beispielsweise kurze Skype-Stand-Up-Meetings.

Deadlines setzen und To-Do-Listen schreiben

Deadlines schützen vor Prokrastination. So heißt das ständige Aufschieben von Aufgaben. Das ist nichts Neues, aber deshalb nicht weniger wichtig. Wer sich selbst oder anderen Abgabezeitpunkte und To Do-Listen vorgibt, sorgt für effizienteres Arbeiten. Deadlines ersetzen die Überwachung am Arbeitsplatz im Unternehmen. Außerdem fördern abgehakte To Do’s nachweislich die Motivation. Sortieren Sie die Listen nach Abgabedaten und Prioritäten. Im Internet finden Sie dazu strukturierte Vorlagen. Bleiben Sie beim Verfassen von To-Do-Listen immer realistisch. Wenn zu viele Punkte am Ende des Arbeitstages übrig bleiben, kann anfängliche Euphorie schnell in Frustration umschlagen.

Der Mehraufwand für klare Regelungen lohnt sich

Möglicherweise bereiten diese Themen zunächst etwas Mehrarbeit. Doch denen stehen klare Mehrwerte gegenüber: Der Arbeitgeber bekommt qualifizierte, motivierte und zufriedene Mitarbeiter. Der Arbeitnehmer kann private und berufliche Erfordernisse besser vereinbaren, spart unter Umständen viel unnötige Pendel-Zeit und kann nach kurzer Eingewöhnung im Home-Office genauso effizient arbeiten wie im Büro.

Um solch anspruchsvolle Lösungen umzusetzen, sind hochmoderne und leistungsfähige Netze die Grundvoraussetzung. Sie stellen eine sichere und zuverlässige Vernetzung von Geräten und Komponenten sicher. Mehr Infos zu unserem Giga-Netz auf vodafone.de/ready.

 

Video: YouTube / BAUEN UND WOHNEN

Von einer sinnvollen Regelung profitieren beide Seiten

Machen Sie sich vor der Umsetzung Gedanken über klare Richtlinien zum Thema Remote-Arbeitsplatz und besprechen Sie diese auch mit Ihren Arbeitnehmern. Von einer durchdachten und wohl umgesetzten Strategie werden schlussendlich Arbeitnehmer und Arbeitgeber profitieren; davon ist nicht nur Nicholas Bloom überzeugt.

„Die Notwendigkeit, fünf Tage in der Woche an einen Arbeitsplatz zu gehen, fußt auf Zeiten, in denen die Menschen noch in eine Fabrik gingen, um Produkte am Fließband herzustellen.“

Unternehmen, die in Ihren festen und starren Strukturen verharren, werden nach und nach ihre Attraktivität für den Arbeitnehmer verlieren und somit ins Hintertreffen geraten, so der Forscher.

Home-Office kann also – bei richtigem Einsatz und strategisch sinnvoller Umsetzung – ein Plus für beide Seiten sein, ist aber auch immer eine individuelle Charaktersache. Besonders in kleineren Unternehmen mit kollaborativem Ansatz und gelebter Meetingkultur sollte mit diesem Thema bedacht umgegangen werden.

Das Wichtigste zum Thema Home-Office-Setup im Überblick

  • Der Gesundheit und insbesondere dem Rücken zuliebe lohnt es sich, in ergonomische, dynamische Büromöbel zu investieren. Wechseln Sie die Arbeitspositionen Sitzen, Stehen und Gehen im Laufe des Tages so häufig wie möglich.
  • Achten Sie auf die optimale Anordnung von Bildschirm und Tastatur. Das fördert eine gute Haltung. Und vermeidet Verspannungen.
  • Vertrauliche Unterlagen dürfen auch im Home-Office nicht offen herum liegen. Schließen Sie sie besser ein.
  • Wie Sie Ihr Home-Office einrichten und gestalten, ist grundsätzlich Ihnen überlassen.
  • Hinsichtlich der Finanzierung empfiehlt sich ein offenes Gespräch zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Klären Sie, welche Kosten von wem übernommen und welche Arbeitsmittel zur Verfügung gestellt werden.
  • Um den häuslichen Arbeitsplatz steuerlich geltend machen zu können, darf er natürlich nicht vom Arbeitgeber finanziert oder bezuschusst werden. Außerdem muss der Home-Office-Raum ausschließlich zu beruflichen Zwecken genutzt werden
  • Die gesetzliche Unfallversicherung greift erst hinter der Haustür – passieren Unfälle in den eigenen 4 Wänden, ist das nicht versichert.
  • Achten Sie auf ausgereifte und sichere Technik in Ihrem Heimbüro. So schützen Sie vertrauliche Daten vor Dritten.

 

Gibt es in Ihrem Unternehmen flexible Home-Office-Regelungen? Wie sehen diese aus und wo gibt es eventuelle Probleme? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.

 


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