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Arbeiten mit flexiblen Arbeitszeiten: Eine Kombination für Erfolg

Der klassische Arbeitstag ist passé. Mit der Digitalisierung und neuen Konzepten der Arbeitsorganisation haben sich auch die täglichen Arbeitszeiten in vielen Unternehmen verändert. An die Stelle des Bürotags mit festen Anfangs- und Endzeiten sind häufig variable Arbeitszeitmodelle getreten. Sie eröffnen Beschäftigten und Unternehmen eine größere Flexibilität – und für viele Menschen ist dieser Punkt entscheidend bei der Wahl des Arbeitgebers.

Viele Unternehmen arbeiten schon lange mit flexiblen Arbeitszeiten – andere Firmen wiederum haben ihre zuvor starren Arbeitszeitmodelle erst in jüngerer Vergangenheit aufgelöst. Mittlerweile erwarten Mitarbeiter:innen, ihre Arbeitszeiten in verhandelten Grenzen flexibel gestalten zu können, um Beruf und Privatleben besser miteinander zu vereinen.

Welche Modelle es bei flexiblen Arbeitszeiten gibt, welche Gründe für flexible Arbeitszeiten sprechen und welches Modell das geeignetste für Ihr Unternehmen ist, erfahren Sie in diesem Artikel.

Inhaltsverzeichnis

Was bedeuten flexible Arbeitszeiten?

Eine flexible Arbeitszeit bedeutet, dass Ihre Mitarbeiter:innen eine Tätigkeit nicht täglich und in immer denselben Zeiten ausführen. Stattdessen vereinbaren Sie eine variable Handhabung der Arbeitszeiten. Dazu schließen Sie mit Ihren Arbeitnehmer:innen eine Vereinbarung, die die sogenannte Normalarbeitszeit auflöst. Stattdessen können die Angestellten ihre Arbeitszeit flexibel gestalten – immer unter Berücksichtigung der Erfordernisse und Möglichkeiten des Unternehmens.
Die Normalarbeitszeit ist gewöhnlich so definiert, dass Arbeitnehmer:innen an fünf Tagen in der Woche innerhalb eines festen Zeitrahmens arbeiten, etwa von 8 bis 16 Uhr. Die Wochenarbeitszeit beträgt üblicherweise 35 bis 40 Stunden – je nach Tarifvertrag oder betrieblicher Vereinbarung. Was davon abweicht, fällt nicht mehr in die Normalarbeitszeit, sondern stellt ein flexibles Arbeitszeitmodell dar.
Flexible Arbeitszeitmodelle bieten sowohl Ihnen als Arbeitgeber:in als auch Ihren Angestellten mehr Gestaltungsspielraum in Bezug auf das betriebliche und persönliche Zeitmanagement. In beiden Fällen geht es also darum, die Ressource Arbeit möglichst gut zu nutzen.
Viele verstehen unter flexibler Arbeitszeit allgemein das Gleitzeit-Modell. Die Gleitzeit koppelt Beginn und Ende der täglichen Arbeit nicht an bestimmte Uhrzeiten, sondern vielmehr an einen Zeitkorridor: Innerhalb festgelegter Zeiten können Angestellte ihre Arbeitszeit frei einteilen.
Auch das Prinzip des Homeoffice ist in den vergangenen Jahren in diesem Zusammenhang immer populärer geworden. Daneben gibt es viele weitere flexible Arbeitszeitmodelle, die wir Ihnen weiter unten erläutern.
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Das Arbeitszeitgesetz

Die rechtliche Grundlage für flexible Arbeit bildet das Arbeitszeitgesetz (ArbZG), das zum Beispiel Höchstarbeitszeiten für unterschiedliche Arbeitsmodelle und Branchen festsetzt. Ein häufiger Irrtum dabei ist: Das Gesetz ermöglicht zwar eine flexible Arbeitszeitgestaltung, garantiert aber keinen Anspruch darauf. Zum Beispiel legt es die maximale Wochenarbeitszeit auf 48 Stunden fest. Generell entscheiden aber die Tarifparteien beziehungsweise die Unternehmen und ihre Mitarbeiter:innen, wie sie flexible Arbeitszeiten handhaben.
Das Arbeitszeitgesetz gibt also den Rahmen vor, in dem Sie flexible Arbeitszeiten in Ihrem Unternehmen umsetzen können. Das Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) wiederum regelt die Mitbestimmung Ihrer Arbeitnehmer:innen bei der Umsetzung flexibler Arbeitszeitmodelle. Üblicherweise schließen Betriebsrat und Unternehmen auf dieser Basis eine Betriebsvereinbarung, sofern Arbeitszeiten nicht in einem Tarifvertag geregelt sind.

Beispiele für flexible Arbeitsmodelle

Im Rahmen flexibler Arbeitszeiten gibt es unterschiedliche Modelle. Sie sind je nach Branche und Tätigkeit der betreffenden Personen geeigneter oder ungeeigneter für Ihr Unternehmen. Allgemein gilt: Die Digitalisierung in der Arbeitswelt hat dafür gesorgt, dass viele Tätigkeiten deutlich flexibler gehandhabt werden können. Darüber hinaus entstehen immer neue Arbeitsmodelle.

Gleitzeit

Bei diesem Modell bestimmen Ihre Arbeitnehmer:innen selbst, wann sie mit der Arbeit beginnen und wann sie diese beenden. Meist geschieht dies im Rahmen sogenannter Kernarbeitszeiten. Das bedeutet, dass zu bestimmten Tageszeiten alle Beschäftigten einer Abteilung oder des ganzen Unternehmens gleichzeitig anwesend sein müssen, etwa von 10 bis 14 Uhr.
Je nach Erfordernis und Kernzeit können einige Mitarbeiter:innen also zum Beispiel von 6 bis 14 Uhr ihrer Arbeit nachgehen, andere von 10 bis 18 Uhr. Auch eine Aufteilung in zwei Blöcke mit je vier Stunden und einer längeren Pause dazwischen ist in manchen Unternehmen möglich.

Teilzeit

Die Gesamtarbeitszeit fällt geringer aus als bei einer Vollzeittätigkeit. Ihre Beschäftigten haben hierbei in der Regel die Möglichkeit, ihre Wochenarbeitszeit flexibel auf einzelne Tage aufzuteilen. Die tägliche Arbeitszeit kann dabei unterschiedlich ausfallen, auch tätigkeitsfreie Tage können dazwischenliegen.
Besonders im Handel und Gesundheitswesen ist dieses Modell beliebt, da es Mitarbeiter:innen zum Beispiel erlaubt, Arbeit und Familie besser miteinander zu vereinbaren. Häufig arbeiten Angestellte bei diesem Modell vormittags, um sich nachmittags um familiäre Dinge zu kümmern.

Vertrauensarbeitszeit

Vertrauensarbeitszeit basiert auf einer Übereinkunft zwischen Ihnen und Ihren Beschäftigten. Es gibt keine festen Arbeitszeiten mit entsprechender Überprüfung, sondern Fristen, in denen Mitarbeiter:innen bestimmte Arbeitsergebnisse erzielen sollen. Das setzt eine realistische Projektplanung durch Vorgesetzte sowie ein gutes eigenverantwortliches Zeitmanagement seitens der Beschäftigten voraus.

Jahresarbeitszeit

Statt täglichen oder wöchentlichen Arbeitszeiten definieren Sie bei der Jahresarbeitszeit, wie viele Stunden Beschäftigte jährlich abzuleisten haben. Wie Ihre Angestellten sich diese Arbeitszeit einteilen, ist nicht festgelegt. Auf diese Weise lässt sich Zeit ansparen, um Überstunden später besser abzubauen. Unternehmen können auf diese Weise auch flexibler auf saisonale oder konjunkturelle Schwankungen reagieren.

Teamorientierte Arbeitszeit

Hierbei entscheiden einzelne Abteilungen oder Projektteams Ihres Unternehmens, wie sie die individuelle Arbeitszeit auf die einzelnen Beschäftigten verteilen. Je nach Auftragslage und Projekt lassen sich in diesem Rahmen persönliche Wünsche und Teamanforderungen sehr flexibel miteinander vereinbaren.

Homeoffice

Bei diesem Modell arbeiten Ihre Mitarbeiter:innen nicht am Büroarbeitsplatz im Unternehmen, sondern von zu Hause aus. Genau genommen regelt das Homeoffice damit den Arbeitsort, nicht zwingend die Arbeitszeit. Auch im Homeoffice gelten also die Regelungen für Gleit- und Kernarbeitszeiten.
Um ihre Tätigkeiten im Homeoffice sinnvoll ausführen zu können, benötigen Ihre Mitarbeiter:innen entsprechende Hardware sowie eine möglichst schnelle und stabile Internetverbindung. Die verwendeten Geräte sollten in das Gerätemanagement und die IT-Sicherheitsarchitektur Ihres Unternehmens eingebunden sein.
Mit Homeoffice bieten Sie Ihren Beschäftigten eine Zeitersparnis durch den Wegfall des Arbeitswegs – dadurch lässt sich gleichzeitig die Arbeitszeit flexibler nutzen. Außerdem steigen in der Regel Eigenverantwortung und Motivation der Mitarbeiter:innen. Auch für Ihr Unternehmen ergeben sich Vorteile: Sie können die Anzahl der Büroarbeitsplätze reduzieren sowie Anschaffungs- und Unterhaltungskosten für Hardware einsparen.
Um regelmäßig im Team oder der Abteilung zusammenzukommen, können Sie feste Anwesenheitstage im Büro vorgeben oder eine Kombination aus Vor-Ort-Tätigkeit und Homeoffice definieren.

Funktionszeit

Das Modell der Funktionszeit koppelt eine bestimmte Tätigkeit beziehungsweise Funktion an eine bestimmte Zeit. Ähnlich wie bei der Kernarbeitszeit innerhalb des Gleitzeitmodells sollen Arbeitnehmer:innen in dieser Zeit bestimmte Funktionen erfüllen. Beispielsweise kann das heißen, dass zu festgelegten Zeiten immer mindestens eine zuständige Person für spezifische Funktionsbereiche anwesend oder zumindest verfügbar sein muss. Das kann etwa im Wartungsbereich oder der IT-Administration gelten.

Mobile Arbeit

Die mobile Arbeit hebt wie das Homeoffice-Modell die Bindung an den fest eingerichteten Arbeitsplatz im Ihrem Unternehmen auf. Sofern die Tätigkeit damit vereinbar ist, können Ihre Mitarbeiter:innen somit von theoretisch jedem Ort aus arbeiten – natürlich auch im Büro vor Ort. Dann ist in der Regel von hybridem Arbeiten die Rede. Meist sind ein Internetzugang und gegebenenfalls die telefonische Erreichbarkeit Grundvoraussetzung dafür.
Das Arbeitsgerät besteht meist aus einem Notebook oder einem Tablet, oft auch einem Diensthandy. Diese Hardware sollte im betrieblichem Gerätemanagement erfasst sein und dessen Standards in puncto Leistung und Sicherheit erfüllen.

Schichtarbeit

Die Schichtarbeit ist ein klassisches Arbeitsmodell aus der produzierenden Industrie, aber auch darüber hinaus. Mit diesem Modell stehen in einer Fabrik "die Bänder niemals still", und im Gesundheitssektor ist zum Beispiel eine durchgehende Bereitschaft gewährleistet. Möglich ist der Zweischichtbetrieb mit zwei aufeinanderfolgenden Achtstundenschichten oder ein Dreischichtsystem, das einen Betrieb rund um die Uhr ermöglicht.
Die Flexibilität bei der Schichtarbeit ist für Ihre Arbeitnehmer:innen üblicherweise eher gering. Sie können aber in festen Intervallen zwischen den Schichten wechseln, also beispielsweise in einer Woche in der Frühschicht arbeiten und in der darauffolgenden in der Spätschicht.

Jobsharing

Jobsharing bezeichnet die Aufteilung einer vollen Stelle auf zwei oder mehr Teilzeitstellen. Je nach den spezifischen Anforderungen der Tätigkeit können die Arbeitnehmer:innen in Ihrem Unternehmen gemeinsam oder zeitversetzt arbeiten. Dabei ist eine gleichmäßige Aufteilung der Arbeitszeit nicht zwingend erforderlich.

Unbegrenzter Urlaub

Dieses besonders flexible Arbeitsmodell hört sich zunächst etwas utopisch an. Natürlich geht es nicht darum, permanent "freizumachen". Das Modell basiert auf hoher Eigenverantwortung, Vertrauen und guten Absprachen. In Teams können eine positive Atmosphäre und ein gut abgestimmter Urlaubsplan dafür sorgen, dass dieses Arbeitszeitmodell funktioniert. So setzen Sie Ihre Belegschaft besonders flexibel ein. Außerdem steigert es die Motivation Ihrer Mitarbeitenden, wenn sie wissen, dass sie sich (fast) jederzeit eine Auszeit nehmen können.
Die Grundvoraussetzung für dieses Modell ist Ihr Vertrauen in alle Beteiligten, dass diese das System nicht ausnutzen. Darüber hinaus sollte sich Ihre Belegschaft mit den Kolleg:innen und dem Projekt verbunden fühlen – das steigert die Wahrscheinlichkeit, dass niemand eine andere Person hängen lassen möchte.
Um einen gewissen Rahmen zu setzen, können Sie oder Ihre Projektleiter:innen Kernarbeitszeiten und Funktionszeiten definieren, in denen eine bestimmte Anzahl von Personen anwesend sein muss oder die Beteiligten keinen Urlaub nehmen dürfen.
Viele der vorgestellten Modelle für flexible Arbeitszeiten sind Teil des sogenannten New Work. Mehr über die Konzepte, die dahinterstehen, erfahren Sie im verlinkten Artikel.
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Vorteile und Nachteile flexibler Arbeitszeiten

Flexible Arbeitszeiten bieten sowohl Ihnen als Unternehmer:in als auch Ihren Angestellten viele Vorteile gegenüber der strikten Normalarbeitszeit.
Vorteile für Angestellte:
  • bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Familie
  • mehr Einbindung und Eigenverantwortung, zum Beispiel bei der Projektplanung
  • höhere Zufriedenheit und Motivation durch Flexibilität
  • weniger Stress und geringere Fehlzeiten
  • höhere innere Bindung an und Identifikation mit dem Unternehmen
Vorteile für Unternehmen:
  • genauere Bedarfs- und Produktivitätsplanung
  • flexiblere Reaktionen auf saisonale oder konjunkturelle Schwankungen des Auftragsvolumens
  • bessere Nutzung der betrieblichen Ressource Arbeit im Rahmen eines effektiveren Arbeitszeitmanagements
  • höhere Produktivität und bessere Arbeitsergebnisse durch niedrigeren Krankenstand und motiviertere Mitarbeiter:innen
  • höhere Attraktivität des Unternehmens auf dem Arbeitsmarkt
Flexible Arbeitszeiten können auch Nachteile mit sich bringen. Wie diese aussehen, hängt vom gewählten Modell ab. Traditionelle Schichtmodelle oder allgemein übliche Gleitzeitmodelle haben üblicherweise wenige Nachteile. Moderne, dezentrale Lösungen wie teamorientierte oder Vertrauensarbeitszeit können zur Herausforderung werden. Denn sie verlangen ein größeres Maß an Vertrauen von Ihnen als Arbeitgeber:in und eine hohe Eigenverantwortung Ihrer Angestellten.
Gerade bei Firmen und Mitarbeiter:innen, die sich bislang in traditionellen Arbeitszeitmodellen bewegt haben, kann es zu folgenden Problemen kommen:
  • Zu wenig Vertrauen in die Mitarbeiter:innen seitens des Unternehmens führt zu Misstrauen und übertriebener Kontrolle.
  • Mangelnde Eigenständigkeit, schlechte Zeitplanung und zu wenig Kontrolle senken unter Umständen Motivation und Produktivität der Angestellten.
  • Schwierigkeiten bei der Kommunikation durch versetzte Arbeitszeiten oder unterschiedliche Arbeitsorte können zu schlechterer Abstimmung und weniger Teamgeist führen.
  • Unzureichende Schulungen oder mangelhafte technische Ausstattung kann Security-Probleme und Gefahren für das Unternehmensnetzwerk nach sich ziehen. Das gilt etwa für veraltete Geräte im Homeoffice oder den zu laxen Umgang mit betrieblichen Compliance-Richtlinien im Rahmen der mobilen Arbeit.
  • Flexible Arbeitszeiten können zu einer tatsächlichen oder gefühlten ständigen Abrufbarkeit führen. Die Trennung zwischen Arbeitszeit und Freizeit fällt einigen Mitarbeiter:innen schwerer als bei der fixen Normalarbeitszeit.
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Welche Berufe eignen sich am besten für flexibles Arbeiten?

Nicht alle Berufe und Branchen eignen sich für flexibles Arbeiten. Manche Tätigkeiten können nur sehr begrenzt von der Normalarbeitszeit abweichen, beispielsweise im Rahmen von Gleit- und Teilzeit. Andere Unternehmen können wiederum bestimmte Tätigkeiten sehr flexibel handhaben.
Ein entscheidendes Kriterium ist in den meisten Fällen: Muss eine Person physisch an einem bestimmten Ort anwesend sein, um ihren Beruf auszuüben? Ist die Antwort ja, sind meist nur Modelle wie Gleitzeit und Teilzeit sowie die traditionelle Schichtarbeit möglich – wie etwa in der Produktion und im Einzelhandel. Besteht diese Voraussetzung nicht, sind die Möglichkeiten zur Flexibilisierung deutlich größer. Das gilt zum Beispiel für viele Bürotätigkeiten mit projektorientierter (Online-)Arbeit.
Im Folgenden finden Sie einige Beispiel für Branchen und Tätigkeiten, in denen unterschiedliche flexible Arbeitsmodelle zum Einsatz kommen können:
  • Produzierendes Gewerbe/Handwerk: Gleitzeit, Teilzeit und Schichtarbeit sind in diesem Sektor verbreitete Arbeitsmodelle. Viele Branchen und Tätigkeiten bewegen sich aber noch immer im Rahmen der Normalarbeitszeit. Das ist etwa in der Baubranche der Fall, wo eine Flexibilisierung häufig nicht möglich ist, weil zum Beispiel Arbeiter:innen zu bestimmten Zeiten anwesend sein müssen.
  • Kaufmännische Berufe/Handel: Im Einzelhandel mit direktem Kundenkontakt sind vor allem Teilzeitmodelle und Schichtarbeit verbreitet. Bürotätigkeiten im Hintergrund bieten noch mehr Möglichkeiten wie Gleitzeit, Homeoffice, mobile Arbeit und Funktionszeit. Da Mitarbeiter:innen meist tagesaktuell agieren und reagieren müssen, bieten sich Vertrauens- und Projektarbeitszeitmodelle nicht an.
  • Technische Berufe: In technischen Berufen sind sehr unterschiedliche Arbeitszeitmodelle denkbar. Die Abteilungsleitung und die IT-Administration in großen Unternehmen sind zwar oft an Schichten und bestimmte Kernarbeitszeiten gebunden – doch das Web- und Grafikdesign sowie das Projektmanagement können sich häufig flexibel auf die aktuellen Erfordernisse einstellen.
  • Medien und Kommunikation: In diesen Bereichen hat in den vergangenen Jahren die größte Flexibilisierung stattgefunden. Durch das verbreitete Outsourcing an selbstständige Einzelunternehmer (Freelancer:innen) kommen je nach Branche und konkreter Tätigkeit nahezu sämtliche flexible Arbeitsmodelle zur Anwendung. Auch die Arbeitszeiten von Angestellten sind häufig sehr flexibel und projektbezogen organisiert, etwa im Marketing- und PR-Bereich.
  • Bildung: Je nach Beruf kommen im Bildungsbereich vor allem Teilzeit und Homeoffice infrage. Ist der Job mit einer Lehrtätigkeit verbunden, besteht das Arbeitsmodell meist aus fixen Unterrichtszeiten und flexibel handhabbaren Bürozeiten, etwa bei Lehrer:innen an Schulen und Dozent:innen an Hochschulen. In der Onlinebildung ist naturgemäß eine größere Flexibilität möglich: Hier kann auch der Unterricht aus dem Homeoffice oder dem mobilen Büro stattfinden.
  • Medizinische Berufe: Auch hier kommt es auf die Art der Tätigkeit an und ob der direkte Patientenkontakt nötig ist. Ärzt:innen mit eigenen Praxen haben in der Regel fixe Arbeits- und Sprechzeiten, während in Krankenhäusern vor allem Schichtarbeit verbreitet ist. In Laboren können auch die Funktionszeit und andere Modelle zum Einsatz kommen. In der Administration ist wie in den meisten Bürotätigkeiten eine weitergehende Flexibilisierung möglich.
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Flexible Arbeitszeit: Das Wichtigste in Kürze

  • Flexible Arbeitszeit bezeichnet alle Arbeitszeitmodelle, die von der sogenannten Normalarbeitszeit mit festen Anfangs-, End- und Wochenarbeitszeiten abweichen.
  • Flexible Arbeitszeiten sind heute nicht mehr die Ausnahme, sondern weitverbreitet. In welchem Umfang flexible Arbeitszeitmodelle in Unternehmen möglich sind, hängt von der Branche sowie den konkreten Tätigkeiten der Belegschaft ab.
  • Das Arbeitszeitgesetz gibt den Rahmen für flexible Arbeit vor. Die konkrete Ausgestaltung obliegt den Tarifparteien beziehungsweise Unternehmen, Beschäftigten und Betriebsräten.
  • Verbreitete flexible Arbeitszeitmodelle sind beispielsweise Teilzeit, Gleitzeit, Schichtarbeit und Vertrauensarbeitszeit. Homeoffice und mobile Arbeit entkoppeln diese Zeitmodelle in vielen Berufen zudem vom festen Arbeitsplatz im Unternehmen.
  • Nicht alle Branchen und Berufe eignen sich für flexible Arbeitszeitmodelle: In Berufen, in denen physische Anwesenheit zu festen Zeiten gefordert ist, bieten sich vor allem die Teilzeit, Gleitzeit und Schichtarbeit an. Das gilt etwa für die Produktion und im Handel.
  • Büroberufe mit projektorientierten Tätigkeiten lassen sich heutzutage häufig sehr flexibel gestalten, wie zum Beispiel im Medien- und Kommunikationsbereich.
  • Flexible Arbeit bietet viele Vorteile: Sie vereinfacht zum Beispiel für Arbeitnehmer:innen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Unternehmen können die Arbeitskraft ihrer Belegschaft effizienter nutzen, etwa im Hinblick auf schwankende Marktsituationen und Auftragslagen. Außerdem sind Firmen, die flexible Arbeitszeitmodelle anbieten, auf dem Arbeitsmarkt besonders attraktiv.
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Was ist mobiles Arbeiten und wie integrieren Sie das Konzept optimal in Ihr Unternehmen?

Auch nach dem offiziellen Ende der Coronapandemie können sich viele Arbeitnehmer:innen kaum noch vorstellen, in ein klassisches Arbeitsverhältnis mit täglichem Erscheinen in einem Büro zurückzukehren. Dies sagen rund drei Viertel der in einer aktuellen Studie der Hans-Böckler-Stiftung Befragten. Moderne Arbeitsformen wie mobiles Arbeiten haben sich demnach etabliert und sind gekommen, um zu bleiben. Die in der Studie befragten Arbeitnehmer:innen möchten auch weiterhin wenigstens teilweise im Homeoffice tätig sein. Nur noch 15 Prozent geben an, dass ihren Vorgesetzten Anwesenheit vor Ort sehr wichtig sei. Vor der Pandemie waren es noch 60 Prozent. Auch im Ausland ist dieser Trend zu beobachten. Eine Studie der Europäischen Zentralbank (EZB) wiederum fand heraus, dass innerhalb der Euro-Zone rund ein Drittel der Beschäftigten auch weiterhin (noch) mehr Arbeit im Homeoffice wünschen. Als einer der Hauptgründe für das wachsende Interesse an diesem Arbeitsmodell nennt die EZB-Studie die teilweise immer länger werdenden Pendelzeiten. Arbeitnehmer:innen, die mehr als eine Stunde pro Strecke pendeln, wünschen sich im Schnitt bis zu zehn Homeoffice-Tage pro Monat. Doch mobiles Arbeiten ist nicht dasselbe wie Homeoffice oder Telearbeit. Lesen Sie hier, wo die Unterschiede liegen und was es beim mobilen Arbeiten aus Sicht von Arbeitgebern zu beachten gibt.

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