EuGH-Urteil: Lückenlose Zeiterfassung per App, NFC oder vom PC.

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Datum 21.06.2019
Lesezeit 4 Min.

EuGH-Urteil: Lückenlose Zeiterfassung per App, NFC oder vom PC.

Wie der Europäische Gerichtshof kürzlich urteilte, ist eine lückenlose Zeiterfassung wohl auch für Unternehmer in Deutschland demnächst verpflichtend. Was zunächst nach hohem bürokratischem Aufwand klingt, könnte Unternehmer und Mitarbeiter durch eine teilautomatisierte Zeiterfassung via App sogar entlasten.

Schon jetzt sind unter anderem die Dienstleistungsbranche und Zeitarbeitsfirmen auf eine unkomplizierte und genaue Erfassung der Arbeitszeiten ihres Personals angewiesen. Doch auch Verwaltungs- und Produktionsunternehmen aller Art könnten demnächst verpflichtet sein, entsprechende Aufzeichnungen zu führen. Vodafone hat hierzu eine App inklusive Smartphone im Programm.

 

Das EuGH-Urteil zum Thema Zeiterfassung und die Auswirkungen     

Unbezahlte Überstunden, unklare Pausenzeiten und Diskussionen um den Arbeitslohn: All das will der Europäische Gerichtshof mit seinem Urteil zum Thema Zeiterfassung vom 14.05.2019 angehen (Aktenzeichen ECLI:EU:C:2019:402). Das Urteil soll Basis für Regelungen der einzelnen EU-Mitgliedsstaaten sein, die die Rechte der Arbeitnehmer stärken. Bislang war eine Dokumentation von Arbeitszeiten nur bei einer Überschreitung der maximalen werktäglichen Arbeitszeit von acht Stunden erforderlich.

Zur Begründung führt der EuGH an, dass nur durch eine lückenlose Dokumentation der geleisteten Arbeitszeiten etwaige Überschreitungen zuverlässig dokumentiert oder schon im Vorfeld vermieden werden können. In der Folge scheint eine lückenlose Dokumentation geleisteter Arbeitszeiten wohl auch in Deutschland bald verpflichtend zu werden. Insbesondere geht es um die Vorgaben aus dem deutschen Arbeitszeitgesetz, nach dem

  • Mitarbeiter pro Tag maximal acht und pro Woche maximal 48 Stunden arbeiten dürfen.
  • zwischen einzelnen Arbeitseinsätzen mindestens elf Stunden Ruhezeit am Stück liegen müssen.
  • nach maximal sechs Arbeitsstunden eine Pause von mindestens 30 Minuten gewährt wird.

Ausnahmen von diesen Regelungen sind grundsätzlich nur möglich, wenn innerhalb von sechs Monaten ein entsprechender Ausgleich stattfindet.

Die Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes wird bislang in vielen Unternehmen auf der Basis von Vertrauensregelungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sichergestellt. Eine genaue Dokumentation der Arbeitszeit gibt es aber häufig nicht. Unbezahlte Überstunden, Überschreitungen der Wochenarbeitszeit ohne Ausgleich und andere Verstöße sind daher keine Seltenheit. Das Arbeitszeitgesetz soll Arbeitnehmer unter anderem vor etwaigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen und Ausbeutung durch wiederholte Verstöße schützen.

Auf Unternehmer könnte durch diese Regelung eine Menge bürokratischer Aufwand zukommen, auch auf solche, die sich bislang völlig korrekt verhalten. Für alle stellt sich die Frage, wie die lückenlose Erfassung von Arbeitszeiten in der Praxis überhaupt möglich sein soll und mit wie viel Aufwand sie verbunden ist.

 

Diese Möglichkeiten zur Zeiterfassung gibt es

Um die Arbeitszeiten von Beschäftigten zu erfassen, bieten sich verschiedene Systeme an, die alle ihre spezifischen Vor- und Nachteile haben:

Der Klassiker: Das Arbeitszeitenbuch

Mit Hilfe eines Arbeitszeitenbuches werden geleistete Arbeitsstunden in Form einer Tabelle dokumentiert. Ähnlich wie bei einem Fahrtenbuch schreibt der Arbeitnehmer den Beginn und das Ende seiner Arbeitszeit jeweils auf und notiert dazu den Inhalt der geleisteten Tätigkeit sowie gegebenenfalls den Arbeitsort. Die erfassten Informationen werden dann meist in ein elektronisches System übertragen und dann regelmäßig an den Arbeitgeber übermittelt. Gerade in Ausbildungsbetrieben sind solche Arbeitsmappen nach wie vor verbreitet.

Tradition lässt grüßen: Die Stempel- oder Stechuhr

Gerade Industriebetriebe besitzen nach wie vor sogenannte Stempel- oder Stechuhren. Das Prinzip beruht darauf, dass Mitarbeiter eine Arbeitskarte besitzen, die sie (bei herkömmlichen Systemen) in eine sogenannte Stechuhr einführen, die den Beginn und das Ende der Arbeitszeit in die Arbeitskarte einsticht. Modernere Systeme nutzen elektronische Arbeitskarten, bei denen die Daten auf einem elektronischen Chip der Karte oder via Serveranbindung in einem zentralen System gespeichert werden.

Elektronische Zeiterfassung mit Toggl & Co.

Es gibt auch diverse Online-Tools zur Zeiterfassung wie beispielsweise Toggl oder Hubstaff. In derartigen Systemen halten Arbeitnehmer manuell den Beginn und das Ende ihrer Arbeitszeit an Mac, PC, Laptop oder Smartphone fest. Allerdings ist dieses System fehler- und manipulationsanfällig. Arbeitszeiten und andere Daten wie die Tätigkeitsbeschreibung können meist auch im Nachhinein noch verändert werden. Vergisst der Mitarbeiter, die Erfassung zu starten oder zu aktualisieren, kann es wiederum passieren, dass gearbeitet, aber die Zeit nicht erfasst wurde.

 

Handwerker erfasst seine Arbeitszeit via Smartphone

Eine lückenlose Arbeitszeiterfassung stellt gerade Handwerksbetriebe und Außendienstmitarbeiter vor Herausforderungen.

 

Zeiterfassung mit Vodafone: Per App, NFC und GPS Arbeitszeiten automatisch festhalten

Gerade Unternehmer mit Außendienstpersonal, aber auch Verwaltungs- und Industriebetriebe können aus dem zusätzlichen Aufwand durch das EuGH-Urteil letztlich eine Tugend machen und Diskussionen um Ruhe-, Pausen- und zusätzliche Arbeitszeiten in Zukunft überflüssig machen. Auch die Urlaubsplanung, Krankheit oder Sonderurlaub lassen sich vollständig digital abbilden.


Die digitale Zeiterfassung von Vodafone bietet Ihnen folgende Vorteile:

  • Erfassung von Arbeitszeiten live oder nachträglich
  • Einfache Verwaltung verschiedener Arbeitszeit-Modelle
  • Detaillierte Stundenabrechnung mit Zuschlagsberechnung
  • Prüfung von gesetzlichen Regelungen (Pausen, max. Arbeitszeiten)
  • Definierbare Workflows für Urlaubsanträge und Abwesenheit, inkl. Teamkalender
  • Personaleinsatzplanung mit Dienstplänen und Schichtmodellen
  • Projektzeiterfassung für einfache und komplexe Projektstrukturen inkl. Controlling
  • Sofort verfügbare Auswertungen, Exporte und Schnittstellen
    (z.B. DATEV, Sage, ERP Systeme)
  • Verfügbar für Desktop PC/Mac, iOS, Android und Windows Phone
  • Komfortable Einbindung von NFC-Terminals, Fingerabdruck-Terminals u.v.m.

 

Die Zukunft der Arbeitszeiterfassung ist voll digital

Mit intelligenten Lösungen gelingt eine lückenlose Arbeitszeitdokumentation ohne große Investition. Auch die laufenden Kosten für ein solches System sind überschaubar – insbesondere, wenn man die eingesparte Zeit für die sonst notwendige Dokumentation von Arbeitsvorgängen mit einbezieht. Dank intelligenter Nutzung der ohnehin in Smartphones verbreiteten Sensoren und des Mobilfunknetzes gelingt so eine beinahe vollautomatische und EU-rechtskonforme Arbeitszeiterfassung ohne großen Aufwand.

Bei dieser Lösung werden sämtliche Daten verschlüsselt abgelegt und übertragen, sodass sich die Arbeitszeiterfassung innerhalb der DSGVO-Anforderungen bewegt. Für weitere Informationen sprechen Sie bitte Ihren Vodafone Account Manager an.

 

Wie bereiten Sie sich auf die Vorgaben des Europäischen Gerichtshofs zur Zeiterfassung vor? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.

 

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