5 Strategien für mehr Kreativität bei Ihren Mitarbeitern

Digitales Business

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Datum 25.01.2019
Lesezeit 7 Min.

5 Strategien für mehr Kreativität bei Ihren Mitarbeitern

In fast allen Branchen gilt: Nur kreative Köpfe können dabei helfen, ein Unternehmen und dessen Produkte nachhaltig vom Wettbewerb abzugrenzen. Doch wie entsteht eigentlich zielgerichtete Kreativität bei Mitarbeitern und was ist notwendig, um sie zu fördern? Hier erhalten Sie wichtige Tipps.

Die Fähigkeit, etwas Neues und Nützliches zu schaffen – kurz gesagt: Kreativität – sollte in Unternehmen unbedingt gefördert werden, denn durch kreative Ideen entstehen Vorteile im Wettbewerb mit anderen. Sie lässt sich allerdings nicht erzwingen, sondern ist das Ergebnis der entsprechenden Rahmenbedingungen und einer Unternehmenskultur, die für Impulse und Anregungen empfänglich ist. Selbst für Start-ups, die quasi per Definition als Brutkästen für kreative Ideen gelten, ist es nicht ungewöhnlich, dass der kreative Spirit irgendwann abhanden kommt. Doch wie steuern Sie dagegen an und was können Sie tun, um Kreativität in Ihrem Unternehmen zu fördern?

 

Kreativität im digitalen Umfeld: Die drei Phasen der Innovation

Echte Innovationsprozesse funktionieren selten ohne Kreativität. Wenn Sie von einer Idee zum fertigen Produkt gelangen wollen, durchläuft ein solches Projekt in der Regel drei Phasen:

  • Ideenfindung und Entdeckung: Am Anfang jeder Innovation steht die Idee. Ob neue Software, eine Produktverbesserung oder eine Maschine, die es noch nicht gibt – meist ist der allererste Einfall noch wenig konkret. Eine Idee wird normalerweise davon inspiriert, das Leben von Kunden oder interne Prozesse zu vereinfachen. Solch eine Idee wird dann Schritt für Schritt konkretisiert – und möglicherweise wegen fehlender Realisierbarkeit auch wieder verworfen.
  • Entwicklungsphase: Aus der erfolgversprechenden Idee entsteht zunächst ein Entwurf mit Zeichnungen, Prototypen, Spezifikationen oder Konzepten. Hier halten Sie fest, welche Anforderungen die Innovation erfüllen soll und was dafür notwendig ist. Die Idee wird sozusagen „greifbar”.
  • Umsetzungsphase: Aus dem Konzept wird beispielsweise ein fertiges Produkt, eine Produktkomponente oder ein Dienstleistungsangebot. Diese Phase läuft häufig sequentiell ab und es geht weniger um Kreativität als um Machbarkeit. Die eigentliche Realisierung der Idee erfolgt dann beispielsweise gemeinsam mit Testkunden. Außerdem planen Sie an dieser Stelle häufig auch die Vermarktung und das (endgültig) notwendige Projektbudget für einen Markteintritt – falls es sich nicht um eine In-House-Anwendung handelt.

Doch wie schaffen Sie eigentlich Raum für den kreativen Spirit, der in Ihrem Unternehmen echte Innovation möglich macht? Schließlich entstehen neue Ideen nur selten in starren Umgebungen, die wenig Spielraum für eigenes Nachdenken lassen.

 

Schaffen Sie eine lockere, aber konzentrierte Arbeitsatmosphäre

Raum für kreative Ideen muss man zunächst schaffen: Die größte Phase der Kreativität durchleben die meisten Menschen normalerweise nicht im Erwachsenenalter, sondern bereits in Kindheitstagen. In vielen Kreativagenturen steht daher nicht ohne Grund Spielzeug bereit und die Arbeitsumgebung ist durch bunte und lebendige Elemente aufgelockert. Spielerische Momente im Arbeitsalltag und scheinbar kindliche Verhaltensweisen sind dort Teil des kreativen Schaffensprozesses.

Auch Start-ups fangen häufig so an: Vieles ist noch offen, es gibt kaum Strukturen und die wenigen Mitarbeiter haben idealerweise einen ganzheitlichen Blick auf die Herausforderungen des Marktes. Sie tauschen sich direkt aus, entwickeln Ideen gemeinsam und erkennen die Möglichkeiten und Potenziale, die Ihre Kernkompetenz eröffnet.

Mit wachsendem Unternehmen, steigenden Mitarbeiterzahlen und notwendigen Strukturierungen verschwindet naturgemäß häufig dieser Start-up-Charakter. Mitarbeiter werden mehr und mehr zu Erfüllungsgehilfen für notwendige Detailaufgaben – dabei steckt in jedem von ihnen normalerweise kreatives Potenzial, das letztlich einfach brachliegt.

Wie also vorgehen? Was es bedeutet, wirklich unvoreingenommen an Sachverhalte heranzugehen, verdeutlicht auch nachstehendes Video:

Video: YouTube / GEDANKENtanken

Sorgen Sie dafür, dass Ihre Mitarbeiter während ihrer „normalen” Arbeit nicht nur das notwendige Arbeitsgerät erhalten, sondern sich wertgeschätzt und wohl fühlen. Zufriedene Mitarbeiter werden gleichermaßen gefordert wie gefördert. Versuchen Sie außerdem, auf die individuellen Lebenssituationen Ihrer Mitarbeiter einzugehen, etwa mit Teilzeitarbeit oder Homeoffice-Möglichkeiten. Kurzum: Schaffen Sie ein motivierendes Klima, in dem jeder gern arbeitet. An anderer Stelle verraten wir Ihnen ausführlich, wie Sie grundlegend für mehr Motivation bei Ihren Mitarbeitern sorgen können.


Vermitteln Sie Ihre Unternehmenskultur glaubwürdig

Solange ein Unternehmen klein und jung ist, also möglicherweise noch den Start-up-Spirit lebt, glauben viele, dass sich die Unternehmenskultur einfach so verbreitet. Aber Sie sollten darauf achten, dass die Kultur gepflegt wird und sich in Ihrem Sinne entwickelt.

  • Vorbildfunktion: Arbeitet der Chef bei Ihnen aktiv mit oder sind Sie gar selbst der Chef oder Leiter eines Teams? Achten Sie stets darauf, dass Sie Ihrer Vorbildfunktion gerecht werden. Denn nur wer mit gutem Beispiel vorangeht, erntet den Respekt der Mitarbeiter und kann wirklich führen.
  • Gleichbehandlung: Regeln, die nur für bestimmte Mitarbeiter gelten, sorgen schnell für Frustration. Fairness und gleiche Behandlung für ähnliche Positionen sollte selbstverständlich sein. Wenn Ausnahmen notwendig sind, können Sie Betriebsvereinbarungen schließen, so dass klar ist, unter welchen Voraussetzungen etwa Homeoffice auch für andere Mitarbeiter möglich wäre.
  • Ziele und Werte: Formulieren Sie die wesentlichen Stärken Ihres Unternehmens und dessen Mission in einfachen und verständlichen Worten, und veröffentlichen Sie diese. Alle Mitarbeiter sollten die Ziele und Werte kennen, nach denen sich Ihr Unternehmen richtet – das hilft auch bei der Auswahl neuer, zur Unternehmenskultur passender Mitarbeiter.

Zeigen Sie außerdem verständlich auf, welche Kundenbedürfnisse Sie als Unternehmen bedienen wollen und können und wo Sie möglicherweise selbst noch Schwächen sehen. Bieten Sie jedem Mitarbeiter Zugriff auf Ihre Produktbeschreibungen und schulen Sie sie aktiv, sodass sie nicht nur ihre eigene Rolle, sondern auch die gesamte Wertschöpfungskette bei Ihnen im Unternehmen erfassen. So entsteht ein hohes Identifikationspotenzial, das Sie anschließend häufig in kreativen Ansätzen und Verbesserungsvorschlägen abgebildet wiederfinden.

 

Lassen Sie Ihre Mitarbeiter frei denken und handeln

Nicht zuletzt bedeuten moderne Führungsstrategien auch, dass Sie Ihren Mitarbeitern genügend Freiraum lassen, um überhaupt Ideen zu entwickeln. Nehmen Sie Vorschläge ernst und setzen Sie sich respektvoll damit auseinander, selbst wenn derselbe Vorschlag vielleicht schon gemacht wurde und nicht realisierbar schien – manchmal ändern sich die Rahmenbedingungen und Dinge verdienen eine neue Betrachtung. Schaffen Sie kreativen Freiraum für Innovationen, indem Sie einen Teil der Arbeitszeit hierfür reservieren. Achten Sie außerdem darauf, dass Sie Ihren Mitarbeitern möglichst viel Freiraum lassen, beispielsweise wann sie eine bestimmte Aufgabe und vor allem wie sie diese erledigen.

Was zunächst nach einer großen Investition und weniger Effizienz klingt, hilft im betrieblichen Alltag enorm dabei, Innovation überhaupt erst zu ermöglichen. Kreativität und Veränderung sind wichtig für die Weiterentwicklung Ihres Unternehmens und das kontinuierliche Bestehen am Markt.

Erlauben Sie Ihren Mitarbeitern, bestehende Strukturen, Ihre Produktgestaltung und laufende Prozesse aktiv zu hinterfragen und scheuen Sie sich nicht vor möglicher Kritik hieran. Kreativität bedeutet immer auch Veränderung, selbst wenn diese schmerzhaft oder zunächst nicht umsetzbar erscheint. Nur Mitarbeiter, die im Rahmen der notwendigen Vorgaben weitgehend frei denken und handeln können, sind in der Lage, neue Ideen zu denken.

Video: YouTube / Lehrerschmidt

 

Stellen Sie den Kunden in den Mittelpunkt

Der beste und kreativste Vorschlag nützt nichts, wenn es hierfür keinen Markt oder zumindest hausinternes Einsparpotenzial gibt. Kommunizieren Sie also klar, welches Ihre Kernzielgruppe ist und was deren Bedürfnisse sind. Kreativität darf somit nicht zum Selbstzweck verkommen und muss stets den Markt, in dem Sie sich bewegen, im Blick behalten.

Im Umkehrschluss bedeutet dies jedoch nicht, dass Sie dank der kreativen Fähigkeiten Ihrer Mitarbeiter nicht auch neue Märkte erschließen sollten. Kennen Sie die Lebensläufe und Erfahrungen Ihrer Mitarbeiter genau? Gibt es möglicherweise auch bei Ihnen Potenzial für Internationalisierung, Diversifikation oder Synergieeffekte in Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen? Fordern Sie Mitarbeiter auf, aktiv von ihren Erfahrungen in anderen Unternehmen, mit anderen Kunden und anderen Märkten zu berichten und lernen Sie von Erfolgsgeschichten, die hierbei möglicherweise zur Sprache kommen.

 

Auf die Vielfalt kommt es an

Nicht zuletzt bietet Vielfalt ein enormes Potenzial für kreativen und somit wirtschaftlichen Erfolg. In Unternehmen, die unterschiedliche kulturelle Hintergründe, verschiedene Ansichten und unterschiedliche Altersgruppen als Chance begreifen, steigt die Innovationskraft enorm an.

So können Sie durch geeignete Mitarbeiterauswahl hausintern nicht nur mehrere Sprachen bedienen (bei der Erschließung neuer Märkte ein besonders kritischer Faktor), sondern sorgen dafür, dass sich der Wissensaustausch nicht nur auf bestimmte Regionen oder kulturelle Prägungen beschränkt. Nicht zuletzt lernen in gemischten Strukturen die jungen Mitarbeiter von den älteren und umgekehrt.

Jeder kreative Prozess beginnt mit einer ersten Idee, die jemand hat. Und diese entsteht tendenziell selten in gleichförmigen Strukturen ohne Lern- und Wachstumsprozesse. Innovation heißt Veränderung und Vielfalt fördert Kreativität.

Wie auch Vodafone kreative Vielfalt fördert, erfahren Sie bei uns in einem separaten Beitrag.


Planen Sie Budgets langfristig

Ein russisches Sprichwort lautet: „Wer morgens einen Baum gepflanzt hat, kann nicht erwarten, dass dieser mittags schon Schatten spendet”. Innovation und notwendige Umstrukturierungen brauchen häufig Zeit – und kosten somit zunächst einmal Geld. Gerade kreative Prozesse lassen sich jedoch selten beschleunigen oder erzwingen. Daher ist es nicht nur wichtig, Kreativität ihren nötigen Freiraum zu lassen, sondern auch, Ideen langfristig Chancen einzuräumen, um sich zu etablieren und möglicherweise zu marktreifen Produkten zu werden.

Mit verwandten Produkten und Angeboten, die zu Ihrem bestehenden Portfolio passen, erreichen Sie meist kurzfristiger bestimmte Ziele und auch das bestehende Kerngeschäft sollte nie vernachlässigt werden. Jedoch ist kaum etwas so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Seien Sie hier, sobald die Zeit reif ist, möglichst ganz vorn dabei und nutzen Sie das kreative Potenzial Ihrer Mitarbeiter. Das gilt auch dann, wenn Ihnen nicht jede Idee zunächst sinnvoll erscheinen mag: Schließlich ist sie ja neu und verändert möglicherweise bestehende Denkmuster und Strukturen.

Ideen zu priorisieren und deren mögliche Umsetzung zu budgetieren, bleibt eine wichtige Aufgabe des betrieblichen Managements.

 

Wie fördern Sie hausintern Kreativität? Gibt es bei Ihnen ein betriebliches Vorschlagswesen und flache Hierarchien? Wir freuen uns auf Ihre Einschätzung zu diesem Thema.

 

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