Berufliche Weiterbildung: Fit für die #Digitalisierung

Digitales Business

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Datum 10.12.2019
Lesezeit 5 Min.

Berufliche Weiterbildung: Fit für die #Digitalisierung

Die Arbeitswelt ist im Zeitalter der Digitalisierung einem schnelleren Wandel unterlegen: Traditionelle Berufsbilder verändern sich, manche verschwinden ganz – andererseits entstehen auch völlig neue Berufe. Dabei steigt die Eigenverantwortung von Mitarbeitern, doch auch Unternehmen tut ein Umdenken gut: Denn viel zu oft erreicht das Budget für Fortbildungen nicht die Mitarbeiter, die es am Nötigsten haben. Dabei ist berufliche Weiterbildung auf allen Hierarchieebenen eines Unternehmens von zunehmender Bedeutung, um die digitale Transformation zu begleiten. 

Bisher kommen bevorzugt High Potentials und Manager in den Genuß von Weiterbildungen: Oft werden Seminare und Coachings als „Incentive” genehmigt – für gute Leistungen oder als Vorbereitung für eine neue Führungsverantwortung. Dabei kommen viele normale Arbeitnehmer zu kurz. Laut einer Studie des Weltwirtschaftsforums aus dem Jahr 2018 werden bis zum Jahr 2022 voraussichtlich fast 60 Prozent aller Arbeitnehmer eine erhebliche Neu- oder Weiterqualifizierung benötigen. 

 

Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt

Gerade in Hinblick auf die Digitalisierung vieler Industrie- und Handwerksbetriebe rückt die berufliche Weiterbildung noch stärker in den Fokus. Dabei sind es bisher vor allem Angestellte, die an entsprechenden Maßnahmen teilnehmen. Von den insgesamt mehr als 7,2 Millionen Menschen, die im Jahr 2017 an beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen teilgenommen haben, waren über 5 Millionen Angestellte (Daten: Statistisches Bundesamt). Dagegen wurden nur 577.000 Arbeiter und Arbeiterinnen als Teilnehmer an Weiterbildung erfasst. Die meisten Weiterbildungen finden in Unternehmen mit 250 und mehr Beschäftigten statt. Bei den Branchen haben Finanz- und Versicherungsdienstleister zusammen mit ITK-Unternehmen die Nase vorn. 


Die Digitalisierung erfasst jedoch inzwischen alle Branchen: Angefangen bei einfacher Terminvereinbarung über entsprechende Tools und vermehrter Aufmerksamkeit durch gezielte Onlinepräsenz und Google-My-Business-Einträge, die auch für vermeintlich nicht-digitale Berufe wie Friseure, Physiotherapeuten oder Klempner relevant sein können. Digitalisierung bedeutet mehr als eine komplett digitale Fertigung mit IoT-Anbindung und Digital-Twin-Konzeption in der Produktentwicklung, sie verändert auch Berufe wie Verkäuferin, Kranführer oder Elektriker: Eine traditionelle Ausbildung reicht für die neuen Anforderungen irgendwann nicht mehr aus. Zudem führt der Mangel an qualifiziertem Nachwuchs dazu, dass sich die Lebensarbeitszeit in vielen Bereichen verlängert.

Um mit den Veränderungen in der Arbeitswelt Schritt zu halten, müssen sich Arbeitnehmer weiterbilden. Als Arbeitgeber tun Sie gut daran, dies zu fördern. Berufliche Weiterbildung von langjährigen und erfahrenen Mitarbeitern ist eine gute Investition – besonders, wenn es immer schwerer wird, Stellen qualifiziert zu besetzen. 

 

Mutter mit Baby zuhause vor dem Laptop

Berufliche Weiterbildung mit E-Learning funktioniert auch in der Elternzeit.

Zusammenarbeit gleicht Unterschiede aus

Weiterbildung muss nicht immer extern stattfinden. Bei der Einführung von neuen Technologien oder Geräten bieten die Hersteller häufig passende Einführungsseminare. Nehmen Sie entsprechende Angebote für Inhouse-Veranstaltungen wahr, und lassen Sie Ihre Mitarbeiter schulen. Außerdem können Sie vom Wissen Ihrer jüngeren Mitarbeiter profitieren: Vielleicht bringen diese Kompetenzen aus der Berufsschule oder der Universität mit, die für langjährige Mitarbeiter vorteilhaft sein könnten. Möglicherweise ist dann das sogenannte Reverse Mentoring ein passender Ansatz für Ihr Unternehmen: Gemischte Teams, in denen Kolleginnen und Kollegen mit unterschiedlichen Erfahrungshorizonten zusammenarbeiten, können für alle Beteiligten neue Erkenntnisse bringen.

 

E-Learning gewinnt an Bedeutung

Digitales Lernen am PC, Smartphone oder Tablet ist eine interessante Alternative zu Präsenz-Veranstaltungen. Besonderer Vorteile für Unternehmen sind die zeitliche und räumliche Flexibilität des Lernens. Dazu kommt auch ein attraktiver Kostenvorteil, denn gerade bei externen Fortbildungsveranstaltungen sind Reisezeit und -kosten ein nicht unwesentlicher Faktor im Budget. Das E-Learning-Angebot reicht vom Sprachkurs über Webdesign- und Programmierkurse bis hin zu Führungs- oder Marketing-Workshops. Neben vielen kommerziellen Anbietern gibt es übrigens auch viele Universitäten, die Onlinekurse teilweise sogar kostenlos anbieten.

 

Neue Anforderungen und neue Berufe

Der vielfach veränderte Arbeitsalltag bringt neue Anforderungen an bestehende Berufe mit sich. Dazu gehört vor allem der Umgang mit digitalen Medien und vernetzten Technologien. So muss beispielsweise ein Elektriker heutzutage nicht nur in der Lage sein, die Hauselektrik zu installieren: Zu den Kundenwünschen kann beispielsweise auch die Installation und Inbetriebnahme von Smart-Home-Geräten gehören. Ein Einzelhandelsverkäufer kassiert heute möglicherweise an einer Kasse, die mit dem Warenwirtschaftssystem und dem Internet verbunden ist: Grundkenntnisse der IT-Sicherheit gehören daher auch für ihn zum Berufsbild. Arbeiter bekommen zunehmend „Blech-Kollegen”, nämlich Roboter, die bei schweren Arbeiten assistieren oder eintönige Wiederholungen ausführen: Diese Geräte müssen jedoch auch bedient und gewartet werden. 

Menschen, die schon länger in solchen traditionellen Berufen tätig sind, müssen sich in ihrem Berufsleben immer weiterbilden, um nicht den Anschluss zu verpassen. Manche der Berufe könnten ganz verschwinden, wie in der Studie des Weltwirtschaftsforums „The Future of Jobs” beschrieben. 

Die Digitalisierung beeinflusst jedoch nicht nur die Profile bestehender Berufe, sie hat bereits eine Vielzahl neuer Beschäftigungen hervorgebracht. Darunter beispielsweise:

  • Programmierer in den verschiedenen Bereichen
  • Systemadministratoren mit Kenntnissen in Cloud-IT
  • Experten für IT-Sicherheit,
  • Marketingexperten für SEO (Suchmaschinenoptimierung) und SEA (Suchmaschinenwerbung)
  • Contentmanager
  • Conversion Manager
  • Spezialisten für 3D-Druck

 

Für viele der neuen Berufe werden Umschulungen angeboten, so dass sich Arbeitnehmer von einem möglichen Verschwinden ihres Berufsbildes nicht irritieren lassen sollten. Berufliche Weiterbildung wird auch und gerade in solchen neuen Tätigkeiten weiter erforderlich sein.

 

Wie handhaben Sie das Thema Weiterbildung in Ihrem Unternehmen? Lieber inhouse, extern oder online? Wir freuen uns auf Ihre Beiträge in den Kommentaren. 

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