Die Medizin der Zukunft ist dank 5G digitaler denn je

Digitale Vorreiter

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Datum 16.07.2020
Lesezeit 5 Min.

Die Medizin der Zukunft ist dank 5G digitaler denn je

Ferndiagnosen noch im Rettungswagen, Mixed-Reality-Anwendungen im Operationssaal und ein digitaler Beschützer am Krankenbett: Die Medizin der Zukunft wird noch stärker von künstlicher Intelligenz, Big Data und Robotik-Anwendungen geprägt sein, als das bisher der Fall ist. Diagnosen, Therapien und medizinische Abläufe werden ebenfalls künftig noch stärker durch digitale Technik unterstützt. Um dies zu ermöglichen und prototypisch umzusetzen, hält jetzt das hochmoderne 5G-Netz als Spezialanwendung am Universitätsklinikum Düsseldorf Einzug. Unter dem Stichwort „Giga for Health” vernetzt Vodafone den Innenbereich und das Gelände des dortigen Medizin-Campus mit der neuesten Mobilfunk-Generation. Das Ziel: Eine noch bessere, präzisere und schnellere Patientenversorgung


Gerade, wenn es um schwer kranke Patienten und Patientinnen geht, zählt häufig jede Sekunde. Modernste Technologie hilft ab sofort in Düsseldorf dabei, die Versorgung von Patienten zu verbessern. Mit Hilfe von Echtzeit-Rechenzentren und winzigen 5G-Antennen im Innenbereich entsteht gemeinsam mit Vodafone in Nordrhein-Westfalen das erste 5G-Klinikum Europas. Welche medizinischen Leistungen im Einzelnen hiervon profitieren und wie das 5G-Campusnetz aufgebaut sein wird, erfahren Sie hier.

Spitzentechnologie für die Medizin der Zukunft: Wie 5G zum Wohl der Patienten beiträgt

Das 5G-Netz ist dem bestehenden Mobilfunkstandard 4G um einiges voraus: Es ermöglicht nicht nur weit höhere Datenübertragungsraten von bis zu 500 Megabit pro Sekunde via Mobilfunk, sondern Datenaustausch in Echtzeit. Mit dem neuesten Mobilfunkstandard können außerdem spezialisierte und eigens abgesicherte Hochleistungs-Sub-Netze für bestimmte Anwendungen aufgebaut werden. In der Folge lassen sich Medizinanwendungen auch spontan realisieren, die bislang nur durch aufwändige Verkabelung für den Einzelfall oder schlichtweg gar nicht möglich waren. Hier einige Beispiele:

  • Das digitale Notfall-Pflaster: Sogenannte „Monitoring Patches” übertragen Vitaldaten in der Notaufnahme oder bereits im Rettungswagen in Echtzeit an die zentrale Patienten-Überwachung vor Ort.
  • Mixed Reality im Operationssaal: Je mehr präzise und detailgenaue Informationen den Operateuren bei Eingriffen zur Verfügung stehen, umso höher sind die Erfolgschancen. Außerdem sinkt durch minimalinvasive Eingriffe die Belastung für die Patienten erheblich. Hochkomplexe 3D-Modelle übertragen bei Bedarf wesentliche Organfunktionen und deren Struktur jederzeit in den Operationssaal.
  • Virtuelles Lexikon und Konsil: So manche Komplikation während eines Eingriffs lässt sich abwenden, wenn wichtige Medizindaten ad hoc abgerufen werden können. Dazu zählt neben dem Zugriff auf einschlägige Lexika und Vorgehensmodelle auch der Kontakt mit anderen Fachspezialisten und -spezialistinnen. Das OP-Besteck muss dabei nicht mal aus der Hand gelegt werden, da alles via Sprachsteuerung und digitale Projektion abläuft.
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Vodafone wurde von der WirtschaftsWoche mit dem Siegel zum Top Mittelstands Dienstleister 2020 ausgezeichnet.

  • Verbesserte Forschung und Lehre: Auch die Ausbildung von medizinischem Personal und die Forschung an neuen Behandlungsmethoden lässt sich mit modernster 5G-Technologie deutlich verbessern. Wo früher Vorstellungskraft gefragt war, lassen sich körperbezogene Vorgänge schon jetzt in drehbaren 3D-Modellen abbilden. Außerdem lassen sich 360-Grad-Aufnahmen von Operationen sowohl zeitversetzt oder gar live in jeden Hörsaal übertragen.

All das soll nun am Universitätsklinikum Düsseldorf umgesetzt werden. Die Idee der automatisierten Eingriffe und der Robotersteuerung an sich ist nicht neu: Schon jetzt arbeiten Chirurgen und Chirurginnen mit einem Roboter namens „Da Vinci”, um urologische Eingriffe vorzunehmen. Die Steuerung der vier Arme des Roboters erfolgt jedoch direkt vor Ort und nicht als Tele-Operation. Mit einer verzögerungsfreien und leistungsstarken Übertragungstechnologie könnten Spezialisten weltweit aus der Ferne operieren, ohne ihre eigene Klinik verlassen zu müssen. Weder herkömmliche Festnetz-Leitungen noch der aktuelle Mobilfunkstandard können mit den niedrigen Latenzzeiten und enormen Bandbreiten von 5G mithalten. Durch die neue Mobilfunk-Generation dürften ferngesteuerte Operations-Roboter schon bald Realität sein und Leben auf der ganzen Welt retten.

„Unsere Wirtschaft braucht 5G. Wir bringen 5G – für jede Branche. Wir starten unsere 5G-Reise gemeinsam mit Partnern aus der Industrie, aus dem Sport und aus dem Gesundheitswesen. 5G wird viele Bereiche in unserem Alltag revolutionieren.”

Dr. Hannes Ametsreiter, CEO Vodafone Deutschland

5G am Medizin-Campus der Universitätsklinik Düsseldorf

Das 5G-Projekt „Giga for Health” ist eins von 13 Projekten, die erst kürzlich im Innovationswettbewerb „5G.NRW” zur Förderung vorgeschlagen wurden (hier geht es zur Pressemeldung). Es beinhaltet den Aufbau eines 5G-Campusnetzwerks an der Universitätsklinik Düsseldorf.

Herzstück der kommenden 5G-Vernetzung und entsprechender Anwendungen wird eine Vodafone RedBox sein. Hierbei handelt es sich um einen mobilen Serverschrank für die Vernetzung lokal abgegrenzter Innen- und Außenstandorte, welcher ein komplettes, eigenständiges 5G-Netz für Industrieanwendungen umfasst. In diesem Fall wird die RedBox für vernetzte Medizintechnik eingesetzt. Kleine 5G-Antennen werden an entsprechenden Stellen angebracht und sorgen so im Indoor- und Outdoorbereich des Medizin-Campus für die notwendigen Funkschnittstellen.

Ausklappbare Informationsgrafik

Mit der Vodafone RedBox können Sie ein räumlich begrenztes 5G-Netz im Innen- und Außenbereich aufbauen.

Neben Vodafone und der genannten Universitätsklinik wurden im Rahmen des Förderprojekts weitere Unternehmen und Organisationen mit der Weiterentwicklung modernster Spitzenmedizin beauftragt, darunter:

  • Brainlab: Die Münchener Medizinspezialisten sind Experten für fortschrittliche, minimal-invasive Patientenbehandlung.
  • Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): Die europaweit führende Behörde für Sicherheit in der Medizinversorgung will dafür sorgen, dass mögliche Risiken mit medizinischen Produkten wie Arzneimitteln demnächst unkompliziert und sicher via App gemeldet werden können.
  • Fachhochschule Dortmund: Das sogenannte Smart Edge Lab um Prof. Dr. Rolf Schuster kümmert sich im Rahmen des Projekts um die Entwicklung um Mixed-Reality- und 5G-Anwendungen für chirurgische Eingriffe und die medizinische Ausbildung.
  • Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein: Die KV Nordrhein ist im Rheinland für die Abrechnung von ärztlichen Leistungen, deren Bemessung und die Verteilung von Ärztehonoraren zuständig. Sie begleitet das Projekt in Fragen der Abrechnung und Zulassung neuartiger Therapie- und Behandlungskonzepte.
  • RWTH Aachen: Das Aachener IHF (Institut für Hochfrequenztechnik) misst hochfrequente elektromagnetische Felder im Umfeld von Mobilfunk-Basisstationen und stellt sicher, dass durch 5G keine medizinischen Geräte in ihrer Funktion beeinträchtigt werden.
  • Royal Philips: Die Niederländer von Royal Philips beschäftigen sich intensiv mit der Planung und Durchführung minimalinvasiver Eingriffe, beispielsweise am schlagenden Herzen. Die Ärzte und Ärztinnen werden hier durch Augmented-Reality-Komponenten unterstützt.

 

Video: YouTube / Vodafone Deutschland

Damit die Zukunft der Medizintechnik nicht nur in Düsseldorf, sondern darüber hinaus in ganz Deutschland und vielleicht weltweit Einzug halten kann, sind große Anstrengungen notwendig. Wann das Projekt, und somit die prototypische Realisierung abgeschlossen sein wird, ist derzeit nicht bekannt. Der Ausbau des 5G-Campus startet jedoch ab sofort, da der Startschuss im Rahmen des Projekts „5G.NRW” bereits gefallen ist. Insgesamt handelt es sich bei „Giga for Health” mit Beteiligung von Vodafone um das größte förderfähige Einzelprojekt aus dem Gesamttopf von insgesamt 26 Millionen Euro.

„Mit der Förderung der ‚Giga for Health‘-Projekte können wir digitalen Techniken im Krankenhaus einen wichtigen Schub geben. Ich freue mich daher sehr über die Empfehlung zur Förderung.”

Prof. Dr. Dr. Frank Schneider, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Düsseldorf

 


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