Verwirrenderweise werden die Begriffe „Mobile Edge Computing“ und „Multi-Access Edge Computing“ gleich abgekürzt, nämlich als „MEC“ – dabei gibt es inhaltliche Unterschiede. Der Hauptunterschied besteht in der Art der jeweils unterstützen Netzwerke.
Die Abkürzung „MEC“ umfasste ursprünglich nur Mobilfunknetzwerke. Computing-Services bezogen sich also vor allem auf mobile Geräte und darauf installierte Anwendungen. Deshalb konzentrierte sich die ETSI-Initiative, aus der das MEC-Computing hervorgegangen ist, zunächst darauf, Edge-Knoten im Mobilfunknetz zu platzieren. Später stellte sie dann aber fest, dass der Begriff „Mobile Edge Computing“ andere Zugangspunkte ausschloss. Dabei hatte sich schnell gezeigt, dass Mobiltelefone nicht die einzigen Endgeräte sind, die von einer geringeren Latenz und höheren Bandbreite profitierten.
Mit der Zunahme vernetzter Geräte und intelligenter Technologien, beispielsweise im Rahmen von IoT in der Fertigung, wurde MEC dann auf andere Netze wie Wi-Fi und Glasfaser erweitert. Zusammen mit dem Mobilfunk wurden sie in einem konvergenten Netz zusammengeführt.
Um das volle Potenzial von Edge Computing zu betonen – also über den Bereich der Telekommunikation per Mobilfunk hinaus –, führte die ETSI-Gruppe daher den Begriff „Multi-Access Edge Computing“ ein.