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Mobile Edge Computing

Effizienz und Performance für Ihr Business

Firmen setzen zunehmend auf Mobile Edge Computing (MEC), um ihre Daten direkt am Netzwerkrand zu verarbeiten. Das entlastet vorhandene Netze und macht Industrieanlagen fit für Anwendungen mit künstlicher Intelligenz und smarter Sensorik. Erfahren Sie hier, welche Vorteile Mobile Edge Computing auch für Ihr Unternehmen bereithält.

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste zu Mobile Edge Computing in Kürze

  • Mobile Edge Computing (MEC) dezentralisiert Rechenleistung und verlegt die Funktionen des Cloud Computings an den Rand (Edge) eines mobilen Netzwerks.
  • MEC ermöglicht niedrige Latenzzeiten sowie eine hohe Zuverlässigkeit und Skalierbarkeit von Netzwerkarchitekturen. Die Daten müssen nicht (mehr) an ein zentrales Rechenzentrum übermittelt werden.
  • In mobilfunkgestützten IoT-Umgebungen sammelt und verarbeitet Mobile Edge Computing bei einer Vielzahl von Geräten große Datenmengen nahezu in Echtzeit.
  • Mobiles Edge Computing ist eine Antwort auf ständig steigende Datenmengen, deren Verarbeitung bisherige IT-Architekturen überlasten kann.
  • In Verbindung mit dem Ausbau der 5G-Netze gewinnt Mobile Edge Computing enorm an Bedeutung.
  • Mobile Edge Computing bringt neue Geschäftsmöglichkeiten für Unternehmen aller Größen mit sich – auch in Regionen, in denen das Internet nur sporadisch verfügbar ist.
  • Typische Anwendungsfälle sind die autonome Mobilität, die Überwachung und vorausschauende Wartung von Maschinen sowie Gaming-Anwendungen.
  • In der zunehmend vernetzten Welt ist Mobile Edge Computing ein geeignetes Werkzeug für verschiedenste Unternehmen, Branchen und Einsatzgebiete.

Was ist Mobile Edge Computing?

Mobile Edge Computing (MEC) beschreibt die Verwendung von Mobilgeräten, um aufwendige Rechenoperationen direkt dort vorzunehmen, wo sie anfallen, beispielsweise an einer Werkzeugmaschine in der Produktion oder unterwegs auf dem Werksgelände.
Der Begriff „Mobile Edge Computing“ geht auf das European Telecommunications Standards Institute (ETSI) zurück, das MEC als Norm formulierte. Zunächst auf Mobiltelefone und Mobilfunknetze bezogen, wurde das Konzept ab 2017 auf weitere Netzwerktypen ausgedehnt und wurde so zum „Multi-Access Edge Computing“ – mehr dazu lesen Sie weiter unten im Beitrag.

Wie funktioniert Mobile Edge Computing?

Beim MEC werden nicht mehr alle Geschäftsdaten zur Verarbeitung in das sogenannte Kernnetz oder die Firmen-Cloud weitergeleitet, dort errechnet und wieder zurückgeleitet. Die Berechnung erfolgt direkt im „Edge“ (auf Deutsch: „Randbereich“) eines Netzwerks. Das reduziert den Datenverkehr in Firmennetzen und beschleunigt Prozesse.
Kleine mobile Edge-Clouds sammeln, speichern und verarbeiten Daten in der Nähe von drahtlosen Geräten. Diese Nähe zu den Geräten ermöglicht beim Datentransfer kürzere Reaktionszeiten und damit beispielsweise eine schnellere Entscheidungsfindung. Netzwerkarchitekturen werden zugleich zuverlässiger und besser skalierbar.
Beim Mobile Edge Computing finden viele Prozesse direkt
  • in den Basisstationen,
  • Zugangsknoten oder
  • speziellen Aggregationspunkten
von Firmennetzen statt.
Grafische Darstellung der Datenverarbeitung beim Mobile Edge Computing
Beim Mobile Edge Computing finden viele Prozesse direkt in den Basisstationen und Zugangsknoten auf sogenannten Edge-Servern statt.

Wann ist Mobile Edge Computing sinnvoll?

Die Nutzung von immer mehr mobilen Geräten, die im Internet-of-Things (IoT) vernetzt sind, ist eine Herausforderung für viele IT-Infrastrukturen. Gleichzeitig wächst der Datenverkehr in vielen Firmennetzen schnell an:
  • Viele Anwendungen mit künstlicher Intelligenz speichern und bewegen sehr große Datenmengen, beispielsweise für das maschinelle Lernen.
  • Durch den Einsatz von mehr und höher auflösenden Sensoren und Sensor-Netzwerken wachsen die dort anfallenden Datenmengen.
  • Neue Anwendungen im Business-Development wie Big-Data-Analytics werten alle Geschäftsdaten eines Unternehmens aus, um die dahinterliegenden Geschäftsprozesse zu untersuchen und zu optimieren oder neue Geschäftsfelder zu identifizieren. Auch hier fallen also sehr große Datenvolumen an.
Eine zentrale Cloud kann solche Datenmengen in aktuellen Netzen zwar übertragen, braucht dafür aber mitunter (zu) lange. Hier bietet Mobile Edge Computing eine gute Lösung: MEC verlagert das Cloud-Computing in die Nähe der Nutzer:innen. Dadurch entfällt der Datentransfer zwischen dem Netzwerkrand und dem Kernbereich (Core) des Firmennetzes. Im Core befindet sich beispielsweise das eigene Rechenzentrum oder heute meist eine leistungsfähige Private Cloud.

Einsatzszenarien für Mobile Edge Computing

Sie wollen Daten schnell vor Ort an einer Maschine oder in einem Fahrzeug analysieren? Dann sollten Sie darüber nachdenken, einen Teil der Rechenleistung Ihres Unternehmens hin zu den Anwendungen und Endgeräten zu verlagern.
  • Sie wollen Mensch-Maschine-Schnittstellen für die Übertragung von Maschinendaten auf Bildschirme einsetzen? Fachkräfte müssen dann weder eine Maschine abwischen (etwa beim Fräsen oder Schleifen), noch sich in der Nähe aufhalten, um die Leistung einer Anlage abzulesen.
  • Sie wollen Anwendungen auf Basis künstlicher Intelligenz in Ihre Prozesse integrieren? Dann können Sie mit Verlagerung dieser Prozesse an den Netzwerkrand Datentransportwege verkürzen, Ihr Firmennetz entlasten und Maschinen smarter machen.
Wie Ihr Bedarf auch immer aussieht: Mobile Edge Computing stellt skalierbare Netzwerkarchitekturen bereit, die Sie immer passend zu Ihren Anforderungen ausbauen können.
Virtual Reality, Smart Cities, Smart Homes und Smart Devices generieren heute enorme Datenmengen. Expert:innen schätzen, dass sich das im Jahr 2030 erzeugte Datenvolumen auf weit über 500 Zettabyte belaufen wird. Ein Zettabyte entspricht einer Billiarde Terabyte.
Bereits jetzt geschieht der Austausch von rund der Hälfte des weltweiten Datenvolumens nicht mehr zwischen Menschen, sondern zwischen:
  • Mobilen Geräten
  • Cloud-Speichern
  • Sensoren im Internet of Things
  • Fahrzeugen
  • Sonstigen vernetzten Geräten
Edge Computing ist daher notwendig, um diese explosionsartig ansteigenden Datenmengen besser zu bewältigen.
Ein Mann und eine Frau sitzen lächelnd vor einer Tischplatte, auf der mehrere Computer stehen. Beide blicken auf ein Tablet.

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Mobile Edge Computing und Multi-Access Edge Computing im Vergleich

Verwirrenderweise werden die Begriffe „Mobile Edge Computing“ und „Multi-Access Edge Computing“ gleich abgekürzt, nämlich als „MEC“ – dabei gibt es inhaltliche Unterschiede. Der Hauptunterschied besteht in der Art der jeweils unterstützen Netzwerke.
Die Abkürzung „MEC“ umfasste ursprünglich nur Mobilfunknetzwerke. Computing-Services bezogen sich also vor allem auf mobile Geräte und darauf installierte Anwendungen. Deshalb konzentrierte sich die ETSI-Initiative, aus der das MEC-Computing hervorgegangen ist, zunächst darauf, Edge-Knoten im Mobilfunknetz zu platzieren. Später stellte sie dann aber fest, dass der Begriff „Mobile Edge Computing“ andere Zugangspunkte ausschloss. Dabei hatte sich schnell gezeigt, dass Mobiltelefone nicht die einzigen Endgeräte sind, die von einer geringeren Latenz und höheren Bandbreite profitierten.
Mit der Zunahme vernetzter Geräte und intelligenter Technologien, beispielsweise im Rahmen von IoT in der Fertigung, wurde MEC dann auf andere Netze wie Wi-Fi und Glasfaser erweitert. Zusammen mit dem Mobilfunk wurden sie in einem konvergenten Netz zusammengeführt.
Um das volle Potenzial von Edge Computing zu betonen – also über den Bereich der Telekommunikation per Mobilfunk hinaus –, führte die ETSI-Gruppe daher den Begriff „Multi-Access Edge Computing“ ein.
Gut gelaunter Mann mit einem Headset vor einem Notebook.

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Anwendungsbeispiele für Mobiles Edge Computing

Es gibt nicht die eine Hauptapplikation für Mobile Edge Computing. Vielmehr ist MEC ein vielseitiges Werkzeug, das bestehende Anwendungen verbessert. Das ist insbesondere dann sinnvoll, wenn diese Anwendungen geringe Latenzen zwingend erfordern. Das gilt beispielsweise für das autonome Fahren, für Augmented Reality, die Videoüberwachung in Echtzeit oder viele Prozesse aus der Industrie 4.0. Dabei ist MEC ein maßgeblicher Wegbereiter für neue Anwendungen.
Wichtige Einsatzgebiete für Mobile Edge Computing sind:
  • Maschinenüberwachung: Mobile Edge Computing kann Maschinendaten direkt an den Geräten erfassen und auswerten – über den gesamten Betriebszyklus eines Systems. So ist der Leistungsstatus stets bekannt und damit eine anstehende Wartung besser planbar, bevor es zu einem Ausfall kommt.
  • Mobilitätssteuerung: Ein weiteres Beispiel sind Ampeln und Schilder mit variablen Tempolimits, die sich automatisch an veränderte Verkehrsbedingungenanpassen, ohne dass vorher Daten an ein Kontrollzentrum weitergeleitet werden müssen.
  • Virtual Reality, Augmented Reality: In Branchen wie dem Bau- und Ingenieurwesen vereinfachen viele Fachkräfte ihre Arbeitsabläufe mit Virtual Reality und nutzen komplexe 3D-Renderings. MEC erspart es, diese Daten von mobilen Geräten an Rechenzentren zu übertragen, was hohe Latenzen bedeuten würde. Ähnlich ist es bei Wartungsarbeiten: Techniker:innen können sich über ein VR-Headset umfangreiche Informationen zu einer Anlage anzeigen lassen, die sie gerade reparieren.
  • Computerspiele: Cloudbasierte Gaming-Anwendungen mit der dazugehörigen Hardware wie VR-Headsets kommen zunehmend mit lokaler Software aus. Gamer:innen profitieren dank MEC auch bei datenintensiven immersiven Spielen von sehr geringer Latenz.
  • Autonomes Fahren: Im Bereich der automatisierten und autonomen Mobilität stellt Mobile Edge Computing Rechenleistung für mobile Nutzer:innen bereit. Fahrzeuge sind damit in der Lage, nahezu in Echtzeit auf das Straßengeschehen zu reagieren.
  • Mobile Roboter: Mobile Roboter verarbeiten konstant Daten und brauchen robustes maschinelles Lernen, um stets schnell und zuverlässig Entscheidungen treffen zu können. MEC gewährleistet unmittelbare Datenanalysen, sodass die Roboter auch bei Störungen oder Umgebungseinflüssen ihre Aufgaben ohne Ausfallzeiten ausführen können.
Mittlerweile entwickeln sich immer mehr individuelle Use Cases, besonders wenn sich Datenmengen und die Verarbeitungslogistik ohne künstliche Intelligenz nicht mehr bewältigen lassen. Nicht immer gibt es eine passende Strategie, um das neue Konzept gleich in der Fläche auszurollen. An dieser Stelle besteht Raum für Entwicklung.
Doch die wesentlichen Vorteile liegen auf der Hand: MEC sorgt dafür, dass viele einzelne Geräte an einem Standort nicht mehr auf ein zentrales Management angewiesen sind. So können sie sich nahtlos verbinden, miteinander kommunizieren und autonom reagieren. So schaffen Sie eine verbesserte, resilientere Infrastruktur, die in der Lage ist, auch auf unerwartete Ereignisse schnell zu reagieren.
Unternehmen haben die Möglichkeit, cloudähnliche Lösungen erst einmal lokal im Kleinen zu testen und anzupassen. So kann mobiles Edge Computing in Betrieben dazu dienen, den Weg für Innovationen in der Praxis auszuloten und möglicherweise erst später die Vorteile der Cloud in andere Bereiche hineinzutragen.
Eine Frau in roter Bluse sitzt an einem Mac und telefoniert via Headset

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Mobile Edge Computing und 5G

Die Abkürzung „5G“ steht für „5. Generation“ und beschreibt den aktuell schnellsten und leistungsfähigsten digitalen Mobilfunk-Standard. 5G-Netze bieten Ihrem Unternehmen zahlreiche Vorteile, darunter:
  • Datenlaufzeiten zwischen Empfänger- und Senderseite und zurück (sogenannte Latenzzeiten) von oft weniger als 10 Millisekunden
  • Datenübertragungsraten von bis zu 1.000 Megabit pro Sekunde
  • Erweiterbarkeit um eigene Firmennetze mittels Vodafone Business Campus Private
5G-Netze besitzen leistungsfähige Mobilfunk-Basisstationen, damit viele aufwendige Berechnungen direkt im Edge-Bereich der Mobilnetze stattfinden können.
Damit ist 5G genau die passende Plattform für mobile Business-Anwendungen und für schnelles Mobile Edge Computing. Am Markt gibt es bereits zahlreiche Endgeräte und Netzwerklösungen, die Mobile Edge Computing in 5G-Netzen unterstützen. Viele Anwendungen mit großem Datenaufkommen, etwa das autonome Fahren oder VR-Anwendungen, werden erst durch 5G überhaupt mobil.

Unser Fazit: So bringt Mobile Edge Computing Unternehmen weiter

Mit Mobile Edge Computing öffnen Sie Ihr Firmennetz für mobile Anwendungen, die schnell und effizient direkt am Rand Ihres Firmennetzes arbeiten. Gleichzeitig entlasten Sie Ihr Core-Netz und reduzieren unnötige Datenverkehre zwischen Core-Netz und Außenbereich. Viele interessante Business-Modelle und Services werden erst durch Edge Computing und Mobile Edge Computing möglich. Sein volles Potenzial nutzt Mobile Edge Computing in Kombination mit einem leistungsfähigen Cloud-Paket, etwa der Cloud-Computing-Plattform Azure und Microsoft Fabric.

Mobile Edge Computing: Häufig gestellte Fragen (FAQ)

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