Hackerangriffe sind kein abstraktes Risiko. Die folgenden Fälle zeigen, wie unterschiedlich sie Unternehmen und Verwaltungen treffen und was sich daraus lernen lässt.
Continental: Datendiebstahl beim Großkonzern
Im Sommer 2022 drang die Erpressergruppe LockBit in die Systeme des Automobilzulieferers Continental ein und blieb dort rund einen Monat lang unbemerkt. Die Kriminellen erbeuteten etwa 40 Terabyte Daten und forderten zunächst 50, später 40 Millionen US-Dollar Lösegeld, das der Konzern nicht zahlte. Laut Continental konnten alle Systeme wiederhergestellt werden.
Lektion: Auch große Unternehmen mit eigener IT-Abteilung bleiben verwundbar, wenn Angreifer:innen lange unentdeckt im Firmennetzwerk agieren.
Südwestfalen IT: Wenn die Verwaltung stillsteht
In der Nacht zum 30. Oktober 2023 verschlüsselten Kriminelle die Server des kommunalen IT-Dienstleisters Südwestfalen IT. Circa 70 Kommunen, die mit dem Unternehmen zusammenarbeiteten, waren betroffen – und damit etwa 1,6 Millionen Bürger:innen. Rathäuser blieben geschlossen und Mitarbeitende mussten etwa Urkunden per Hand ausfüllen.
Lektion: Hängen viele Stellen an einem zentralen Dienstleister, trifft ein Angriff besonders viele Unternehmen und Personen auf einmal.
Oettinger: Auch der Mittelstand ist Ziel
Im April 2025 meldete die Oettinger-Brauerei einen Angriff mit Verschlüsselung ihrer Daten. Das Unternehmen schaltete IT-Forensiker:innen ein (Fachleute, die digitale Spuren auswerten) und informierte die Datenschutzbehörde. Dadurch ließ sich der Angriff sehr früh eindämmen. Es flossen zwar Daten ab, aber die Produktion lief ungestört weiter.
Lektion: Schnelles Melden und externe Fachleute können dabei helfen, den Schaden zu begrenzen und rechtlich sauber zu bleiben.