Beide Plattformen betreiben ein weltumspannendes Netz aus Rechenzentren. Je mehr Standorte ein Anbieter hat, desto näher sind seine Server an Ihren Nutzer:innen – und desto schneller und ausfallsicherer können Ihre Anwendungen laufen.
AWS-Infrastruktur
AWS ist weltweit in mehreren Dutzend Regionen präsent, jede davon mit mehreren voneinander unabhängigen Rechenzentren. Fällt eines aus, übernehmen die anderen automatisch – das sorgt für hohe Ausfallsicherheit. Für Anwendungen, die eine besonders niedrige Latenz erfordern, bietet AWS Local Zones: Das sind Infrastrukturerweiterungen in Ballungsgebieten, die Rechenleistung noch näher an Endnutzer:innen bringen.
Dazu kommen weltweit zahlreiche Edge-Standorte für die schnelle Auslieferung von Inhalten. Mit AWS Outposts können Unternehmen AWS-Dienste zudem direkt im eigenen Rechenzentrum betreiben, etwa wenn gesetzliche Vorgaben es erfordern.
Google-Cloud-Infrastruktur
Google Cloud ist ebenfalls weltweit in zahlreichen Regionen mit mehreren Zonen präsent. Google nutzt dafür ein eigenes privates Glasfasernetz, das sehr niedrige Übertragungszeiten zwischen den Diensten ermöglicht. Auch Google Cloud verfügt über ein weltweites Netz an Edge-Standorten. Und für Unternehmen, die Cloud-Dienste im eigenen Rechenzentrum betreiben möchten, bietet Google Distributed Cloud eine vergleichbare Lösung zu AWS Outposts.
In Europa – und speziell in Deutschland – sind beide Anbieter gut aufgestellt. Google hat in den vergangenen Jahren massiv in neue Regionen investiert und ist heute auch bei der geografischen Abdeckung sehr gut positioniert.
Automatische Skalierung
Beide Plattformen passen Ressourcen automatisch an den aktuellen Bedarf an: Bei hohem Andrang starten sie zusätzliche Server, die sich bei geringer Last wieder abschalten. Eine Schlüsseltechnologie dafür ist Kubernetes – eine Open-Source-Software, die containerbasierte Anwendungen automatisch verteilt, überwacht und skaliert, sodass sie auch bei Ausfällen einzelner Server weiterlaufen.
AWS und Google bieten dafür jeweils eigene Lösungen an – mit einem wichtigen Unterschied beim Verwaltungsaufwand:
Amazon EKS (AWS): Dies ist eine Kubernetes-Lösung von AWS, erfordert aber mehr eigenen Aufwand beim Einrichten und Verwalten der Server.
Amazon ECS (AWS): Das ist eine einfachere und günstigere Container-Lösung, die ohne Kubernetes auskommt. Ideal für Teams mit weniger komplexen Anforderungen. ECS bietet weniger Funktionen als Kubernetes, etwa bei der Verwaltung komplexer Anwendungen über mehrere Standorte hinweg. Mit Amazon ECS Anywhere lassen sich ECS-Container auch auf eigenen Servern im eigenen Rechenzentrum betreiben. Die Steuerung bleibt dabei bei AWS.
AWS Fargate: Dies ist eine vollständig verwaltete AWS-Variante, bei der AWS die gesamte Serverinfrastruktur übernimmt. Fargate lässt sich sowohl mit EKS als auch mit ECS kombinieren. Sie erhalten dann z. B. die Kubernetes-Funktionalität von EKS, ohne sich um die zugrundeliegenden Server kümmern zu müssen. Anders als bei GKE müssen Sie das bei AWS jedoch aktiv einrichten.
Google Kubernetes Engine (GKE) Standard: Hier bekommen Sie eine verwaltete Kubernetes-Lösung, bei der Google die Steuerungsebene übernimmt. Sie sind jedoch weiterhin für die Verwaltung der zugrundeliegenden Server (Worker Nodes) zuständig. Vergleichbar mit Amazon EKS.
GKE Autopilot: Das ist eine vollständig verwaltete Variante von GKE. Google übernimmt hier auch die gesamte Knotenverwaltung. Das direkte Google-Pendant zur Kombination aus Amazon EKS und AWS Fargate.
Google Cloud Run: Dies ist eine einfachere Alternative ohne Kubernetes, vergleichbar mit Amazon ECS. Sie laden Ihren Code hoch und Google kümmert sich um alles andere. Weniger flexibel als GKE, aber einfacher einzurichten. Cloud Run läuft jedoch ausschließlich auf Google Cloud und unterstützt keine Multi-Cloud-Szenarien. Immerhin: Cloud Run basiert auf dem Open-Source-Standard Knative, was die eigentlichen Container-Pakete etwas portabler macht.
Kurzfazit
Beide Plattformen sind global gut aufgestellt und für die meisten Unternehmen praktisch gleichwertig. Unterm Strich gilt: Die Infrastruktur allein sollte bei den meisten Unternehmen kein ausschlaggebendes Entscheidungskriterium sein.