Wenn Sie eine globale statt einer Sovereign Cloud nutzen, ist das mit verschiedenen Risiken verbunden. Die wichtigsten finden Sie im Folgenden:
1. Konflikte mit ausländischen Gesetzen
Globale Cloud-Anbieter unterliegen oft extraterritorialen Regelungen wie dem US Cloud Act, der Behörden Zugriff auf weltweit gespeicherte Daten ermöglicht. Dies ist ein direkter Konflikt mit europäischen Datenschutz- und Souveränitätsanforderungen.
2. Fehlende Kontrolle über Daten und Infrastruktur
Bei globalen Clouds liegen Management‑Instanzen, Betriebsprozesse und Support-Strukturen häufig außerhalb der eigenen Rechtsordnung. Das erschwert die vollständige Kontrolle, Auditierbarkeit und Transparenz über Sicherheitsmaßnahmen und Datenflüsse.
3. Geopolitische Abhängigkeiten & Risiken
Globale Cloud-Modelle können von politischen Spannungen, Handelskonflikten oder regulatorischen Änderungen betroffen sein – auch kurzfristig und unerwartet. Souveräne Clouds reduzieren solche geopolitischen Risiken erheblich und schützen vor ungewollter staatlicher Einflussnahme.
4. Einschränkungen bei Compliance & Zertifizierungen
Viele regulatorische Vorgaben verlangen, dass sensible Daten lokal verarbeitet, getrennt gehostet und nachweisbar geschützt werden, etwa im öffentlichen Sektor oder KRITIS-Organisationen. Globale Angebote erfüllen diese Anforderungen oft nur teilweise oder gar nicht.
5. Risiko von Vendor-Lock‑in
Proprietäre Technologien globaler Hyperscaler erschweren meist den Wechsel zu einem anderen Cloud-Anbieter oder den Parallelbetrieb mehrerer Cloud-Modelle. Souveräne Clouds setzen hingegen stärker auf offene Standards und Portabilität, um Abhängigkeiten zu reduzieren.
Zusammengefasst: Globale Cloud-Dienste bieten zwar eine einfache Skalierung und großer Flexibilität, stehen aber häufig im Konflikt mit Anforderungen an nationale Kontrolle, Compliance und Unabhängigkeit. Souveräne Clouds adressieren diese Risiken durch lokale Datenspeicherung, strikte Zugriffsmodelle und transparente, auditierbare Betriebsmodelle.