- Das Wichtigste in Kürze
- Genombrottet: Diese wahre Geschichte steckt hinter der Serie
- Was passiert am 19. Oktober 2004 in Linköping?
- Schwedens zweitgrößter Kriminalfall: Durch Beharrlichkeit zum Erfolg
- Die wahre Geschichte hinter Genombrottet: So ermittelte forensische Genealogie den Täter
- Genombrottet: Von der wahren Geschichte zur spannenden Netflix-Serie
Mord steckt vielleicht nicht in den Genen, doch unsere Gene können Morde aufklären. Das zeigt die schwedische Krimiserie "Genombrottet" (engl. "The Breakthrough"), die Du Dir auf Netflix anschauen kannst. Was Du vielleicht nicht weißt: "Genombrottet" basiert auf einer wahren Geschichte. Wir verraten Dir, wie Ahnenforschung bei einem ungelösten Mordfall in Schweden zum Durchbruch verhalf.
Das Wichtigste in Kürze
- 2004 gibt es in der schwedischen Stadt Linköping einen Doppelmord, der 16 Jahre lang ungeklärt bleibt.
- Zur Verhaftung des Täters führen schließlich forensische DNA-Analysen und Ahnenforschung.
- Das Sachbuch des beteiligten Ahnenforschers sowie der Krimi "Genombrottet" bereiten den Fall spannend auf.
Genombrottet: Diese wahre Geschichte steckt hinter der Serie
Am 7. Januar 2025 nahm Netflix einen schwedischen Krimi ins Programm: "Genombrottet". Bei dem Streamingdienst findest Du die vierteilige Miniserie auch unter dem Titel "The Breakthrough".
Genombrottet bedeutet auf Schwedisch so viel wie "Durchbruch". Im schwedischen Wort steckt jedoch auch "Genom", was sich auf die Rolle der Ahnenforschung bezieht, die in der Serie zum Ermittlungserfolg führt.
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Für den spannenden Nordic-Noir-Vierteiler zeichnet sich Regisseurin Lisa Christina Siwe verantwortlich. "Genombrottet" ist ihr erster Vorstoß ins Krimigenre. Spannend: "Genombrottet" basiert auf einer wahren Geschichte! Du erhältst einen Einblick in die forensische Genealogie, die in einem der größten Kriminalfälle Schwedens den Täter überführte.
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Was passiert am 19. Oktober 2004 in Linköping?
19. Oktober 2004, 07:50 Uhr morgens: Im Stadtteil Kanberg in der schwedischen Universitätsstadt Linköping tötet der 21-jährige Daniel Nyqvist den achtjährige Mohammed Ammouri mit einem Schmetterlingsmesser. Die Lehrerin Anna-Lena Svensson (56) beobachtet die Attacke. Sie wird beim Versuch einzugreifen ebenfalls tödlich verletzt.
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Was als Attacke aus dem Nichts beginnt, entwickelt sich in den nächsten 16 Jahren zur zweitgrößten Ermittlung der schwedischen Polizei. Die Auflösung des Cold Cases ermöglicht schließlich eine neuartige und für die Polizeiarbeit ungewöhnliche Ermittlungsmethode: die Ahnenforschung.
Schwedens zweitgrößter Kriminalfall: Durch Beharrlichkeit zum Erfolg
Als die Polizei nach der Attacke in Linköping eintrifft, ist Daniel Nyqvist längst vom Tatort verschwunden. Spuren, die später zu seiner Verhaftung führen, hat er dennoch mehr als genug hinterlassen. Dazu zählen das blutige Butterflymesser sowie eine Wollmütze mit seinen Haaren.
Anhand von DNA-Analysen kann die schwedische Polizei schnell ermitteln, dass es sich beim Täter um einen Nordeuropäer handelt. Auch die Haarfarbe ist schnell geklärt. Trotzdem wird das erste Phantombild erst 2010 im TV veröffentlicht. Acht weitere Jahre ziehen anschließend erfolglos ins Land, bis ein DNA-basiertes Phantombild nach niederländischem Vorbild erstellt wird.
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Insgesamt verhören die Beteiligten bei Schwedens zweitgrößtem Ermittlungsaufwand 9.000 Zeug:innen, untersuchen 40.000 Dokumente und analysieren etwa 6.500 DNA-Proben. Die Beharrlichkeit und die Modernisierung der Ermittlungsmethoden führen schließlich am 9. Juni 2020 zum Durchbruch: Mit Unterstützung eines schwedischen Ahnenforschers und inspiriert von ähnlichen Ermittlungserfolgen aus den USA kann Daniel Nyqvist ermittelt und verhaftet werden.
Die wahre Geschichte hinter Genombrottet: So ermittelte forensische Genealogie den Täter
Die forensische Genealogie ist eine Technik, die genetische Stammbaumforschung zur Aufklärung von Cold Cases nutzt. Sie führt 2018 in den USA zu einem der größten DNA-basierten Fahndungserfolge: Anhand von DNA-Analysen und Verwandtschaftsverhältnissen kann der Serienmörder Joseph DeAngelo, besser bekannt als Golden State Killer, im Alter von 72 Jahren verhaftet werden. Auch in den Niederlanden führt die forensische Genealogie bereits 2012 zum Durchbruch.
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Im Fall von Linköping spielt der schwedische Ahnenforscher Peter Sjölund eine entscheidende Rolle. Durch Sjölunds Hilfe können über die Stammbaum-Datenbank "familytreedna" Vorfahren von Daniel Nyqvist bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zurückverfolgt werden. Als nur noch Daniel Nyqvist und sein Bruder bei der Stammbaumanalyse in Frage kommen, gesteht der Täter schließlich den Doppelmord. Mit einer psychischen Störung diagnostiziert, sitzt er heute seine lebenslange Haftstrafe in einer forensischen Psychiatrie ab.
Genombrottet: Von der wahren Geschichte zur spannenden Netflix-Serie
Forensische Genealogie als Ermittlungsverfahren hat nicht nur die Polizeiarbeit im 21. Jahrhundert maßgeblich verändert, sondern auch die fiktive Verarbeitung von Kriminalfällen. Das zeigt unter anderem David Finchers True-Crime-Thriller "Zodiac – Die Spur des Killers".
Auch das Krimigenre zeigt zunehmend ein Ermittlerteam, das nicht nur aus Kommissar:innen und Detektiv:innen, sondern auch aus Gerichtsmediziner:innen, Forensiker:innen sowie Ahnenforscher:innen besteht.
Bestes Beispiel ist die Sachbuchvorlage für die "Genombrottet"-Serie: "Genombrottet: så löste släktforskaren dubbelmordet i Linköping" stammt von der Journalistin Anna Bodin und dem an den Ermittlungen beteiligten Ahnenforscher Peter Sjölund.
In der schwedischen Adaptation von 2025 schlüpft Darsteller Mattias Nordkvist in die Rolle des Ahnenforschers Per, der dem Ermittlerteam bei der Aufklärung des Doppelmordes in Linköping hilft.
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Netflix hat übrigens noch mehr Serien und Filme im Angebot, die auf wahren Begebenheiten beruhen, zum Beispiel "Die Schwarze Witwe". Der Thriller basiert auf einem aufsehenerregenden Mordfall, der sich 2017 im spanischen Valencia ereignet hat.
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