Für die Justiz ist der Fall klar: Maje hat ihren Ehemann auf dem Gewissen. Hinter dem Netflix-Thriller „Die schwarze Witwe“ steckt eine wahre Geschichte. Wir verraten Dir, was es mit der schwarzen Witwe von Patraix wirklich auf sich hat und wie es heute um Maje steht.
Das Wichtigste in Kürze
- Ingenieur Antonio Navarro Cerdán wird 2017 brutal niedergestochen und stirbt.
- Als tatverdächtig gilt seine Ehefrau María Jesús Moreno Cantó, auch Maje genannt, und einer ihrer Liebhaber. Ein aufsehenerregender Gerichtsprozess beginnt.
- Maje wird für schuldig befunden und zu einer Haftstrafe von 22 Jahren verurteilt; auch ihr Lover landet hinter Gittern.
Ein grausamer Mord
Was der neue Netflix-Thriller "Die schwarze Witwe" unglaublich spannend auf die Bildschirme bringt, geht auf eine wahre Geschichte zurück. Ein aufsehenerregender Mord erschüttert den idyllischen Stadtteil Patraix im spanischen Valencia: Am 16. August 2017 wird der Ingenieur Antonio Navarro Cerdán blutüberströmt in der Tiefgarage gefunden, in der er sein Auto parkt. Er ist mit mehr als sieben Stichen getötet worden.
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Die Garage gehört zu dem Haus, in dem er mit seiner Frau María Jesús Moreno Cantó lebt, die alle liebevoll Maje nennen. Erst vor rund einem Jahr haben sie geheiratet, nun muss sie ihren Mann zu Grabe tragen.
Witwe unter Verdacht
Die Polizei beginnt die Ermittlungen – und ein Raubmord kann relativ bald ausgeschlossen werden. Man konzentriert sich stattdessen auf das Umfeld des Opfers: Schnell nehmen die Beamt:innen die junge, schöne Witwe von Cerdán ins Visier: Maje. Sie vermuten ein Verbrechen aus Leidenschaft.
Bei ihren Ermittlungen bringen sie mehr über die lebenslustige junge Krankenschwester in Erfahrung. Sie soll Antonios erste feste Freundin gewesen sein. Sie ist 26 Jahre alt, als die beiden heiraten, Antonio 37. Aber Maje nimmt es mit der Treue offenbar nicht so genau. Bereits vor der Hochzeit verzeiht Antonio ihr eine Affäre. Doch danach folgen weitere Seitensprünge, zuletzt mit ihrem Arbeitskollegen Salvador Rodrigo Lapiedra, auch Salva genannt.
Eine Affäre mit Folgen
Stück für Stück enthüllen die Ermittler:innen durch ihre Arbeit die wahre Geschichte der schwarzen Witwe – oder auch „la viuda negra“, wie die lokale Presse Maje zu dem Zeitpunkt nennt.
Dabei kommt heraus: Für Maje ist Salva nicht der erste Seitensprung. Während ihrer Beziehung und Ehe mit Antonio hat sie Affären mit drei weiteren Männern. Aber die Gefühle zwischen ihr und Salva sind intensiv – das beweisen zahlreiche Liebesbriefe. Salva ist übrigens ebenfalls verheiratet. Für seine Frau bricht eine Welt zusammen, als sie von der Affäre ihres Mannes erfährt.
Die Theorie der Polizei ist, dass Maje ihren Mann loswerden wollte und den Mord an Antonio gemeinsam mit Salva geplant und ausgeführt hat. Sechs Monate lang sammeln sie akribisch Beweise. Die Polizei hört zum Beispiel mehrere Telefongespräche der Liebenden ab, in denen sie sich für anstehende Verhöre absprechen. Dabei kommt unter anderem ans Licht, dass Maje Salva offenbar den Schlüssel zur Tiefgarage ihres Gebäudes gegeben hat – damit er Antonio dort auflauern kann, um ihn zu töten.
Im Januar 2018 werden die schwarze Witwe und ihr Lover schließlich verhaftet. Salva ist derart in Maje verliebt, dass er die Tat vollständig auf sich nimmt. Nur wenige Tage danach findet die Polizei die Mordwaffe.
Der Prozess
Der Prozess beginnt im Oktober 2020 vor dem Regionalgericht in Valencia, mehr als drei Jahre nach dem grausamen Verbrechen. Insgesamt sagen vor Gericht 51 Zeug:innen und 14 Expert:innen aus – und der Fall erfährt ein gigantisches Medienecho. Die schwarze Witwe von Patraix ist in aller Munde und die Öffentlichkeit giert nach der Wahrheit.
Salva behauptet im Prozess, Maje habe ihn zum Mord an ihrem Ehemann angestiftet. Sie soll Salva gegenüber behauptet haben, dass ihr Ehemann sie misshandle und betrüge. Salva habe Angst gehabt, Maje zu verlieren, wenn er Antonio nicht töte.
Maje selbst leugnet vor Gericht jede Beteiligung an dem Mord. Weder habe sie Salva angestiftet, noch habe sie die Ermordung ihres Mannes geplant oder gewollt. Sie räumt lediglich ein, bei der Vertuschung des Verbrechens geholfen zu haben.
Die Juror:innen schenken dieser Geschichte allerdings keinen Glauben. Maje wird wegen Mordes und Anstiftung zum Mord zu 22 Jahren Haft verurteilt. Ihr Komplize und Ex-Liebhaber Salvador bekommt 17 Jahre. Die Revision vor Spaniens Oberstem Gerichtshof wird 2022 abgeschmettert.
Schwarze Witwe: Die wahre Geschichte – was macht Maje heute?
Knapp fünf Jahre nach ihrem Haftantritt im Picassent-Gefängnis in Valencia beginnt Maje eine Affäre mit einem dortigen Insassen und wird von ihm schwanger. Sie wird 2023 kurz vor dem Entbindungstermin in das Fontcalent-Gefängnis in Alicante verlegt, in einen Mutter-Kind-Flügel. Dort darf sie die ersten drei Jahre mit ihrem Kind verbringen, bevor sie den Rest ihrer langen Haftstrafe absitzen muss.
Den Film „Die schwarze Witwe“ kannst Du ab dem 30. Mai 2025 bei Netflix streamen. Falls Dich solche True-Crime-Geschichten begeistern, empfehlen wir Dir außerdem die Netflix-Serie „Der Fall Asunta“, die vom selben Team wie „Die schwarze Witwe“ stammt.