Was ist die grüne Cloud?

Technologie

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Datum 30.08.2021
Lesezeit 6 Min.

Was ist die grüne Cloud?

Was verbirgt sich hinter dem Begriff „grüne Cloud“? Die meisten Menschen haben von Cloud-Diensten zumindest schon einmal gehört, viele Privatpersonen und Betriebe verwenden sie auch täglich – direkt oder indirekt. Zahlreiche Unternehmen konkurrieren mit verschiedenen Lösungen auf dem Markt, um den Anforderungen der Kund:innen bestmöglich gerecht zu werden.

Seit kurzer Zeit sorgt in diesem Zusammenhang ein relativ neuer Begriff für Aufsehen: „grüne Cloud“. Die Farbe Grün deutet auf das Thema Nachhaltigkeit hin. Doch was genau haben Umweltfreundlichkeit und Cloud-Dienste miteinander zu tun? Und wie kann Ihr Unternehmen vielleicht in Zukunft daran teilhaben? Wir erklären im Folgenden, was es mit dem „Green Cloud Computing“ auf sich hat.

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„Grüne Cloud“ und „Green Cloud Computing“: Definition

Grüne Cloud

Der Begriff „grüne Cloud“ soll hervorheben, welche ökologischen – und manchmal auch ökonomischen – Vorteile die Nutzung einer Cloud mit sich bringt. Unter Cloud verstehen die meisten Menschen eine Plattform, über die verschiedene Dienste im Netzwerk oder Internet angeboten werden.

Im Fokus steht im Zusammenhang mit der „grünen Cloud“ vor allem der Energieaufwand für Rechenzentren. Durch die Verbreitung von Cloud-Diensten soll langfristig der Energieverbrauch durch Rechenzentren deutlich zurückgehen. Nicht zuletzt der anhaltende technische Fortschritt spielt demnach eine Rolle dabei, dass Rechenzentren energieeffizienter werden. Somit werden auch Cloud-Dienste gleichzeitig günstiger und „grüner“.

 

Green Cloud Computing

Im Zusammenhang mit der grünen Cloud fällt oft auch der Begriff „Green Cloud Computing“ (GCC). Dahinter verbirgt sich ein gemeinsames Projekt von Umweltbundesamt, Öko-Institut e.V. (Berlin), tippingpoints GmbH (Bonn) und dem Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM). Diese Institutionen wollen im Rahmen des gemeinsamen Projektes herausfinden, wie sich Cloud-Computing auf die Umwelt auswirkt. Daraus folgen Ideen für eine nachhaltigere Cloud-Nutzung und Handlungsempfehlungen an die Politik.

In dieser Folge von Digitale Vorreiter:innen berichtet Daniel Knoeppel vom Startup IAMPLASTICFREE, wie er die weltweite Umweltverschmutzung durch Plastikmüll bekämpfen will. Sein junges Unternehmen vermarktet aktuell überwiegend gastronomische Einwegartikel, die jedoch nicht aus normalem Plastik, sondern aus nachhaltiger Pflanzenstärke bestehen. Mit dem Hashtag #implasticfree konnte das Startup laut Knoeppel binnen kurzer Zeit eine breite Öffentlichkeit erreichen und auf die Problematik der weltweiten Plastik aufmerksamen machen. Wie der IAMPLASTICFREE-Gründer und seine Mitarbeiter während einer Asienreise auf die Idee kamen, bei der Produktion von Einwegartikeln hauptsächlich Stärke anstatt erdölhaltigen Kunststoffs zu verwenden, erklärt er im aktuellen Podcast mit Christoph Burseg.

Positive Auswirkungen von Cloud-Nutzung

Grundsätzlich kann Cloud-Nutzung bereits dazu beitragen, den Energieverbrauch von Unternehmen zu reduzieren. Denn in der Cloud gespeicherte Daten benötigen keine physischen Speichermedien vor Ort. Die Serverfarmen großer Anbieter arbeiten in der Regel deutlich effizienter als beispielsweise die eigenen Server von mittelständischen Unternehmen. Durch die Cloud-Nutzung schrumpft also im besten Fall der ökologische Fußabdruck eines Unternehmens.

Als Nebeneffekt sinken außerdem die Kosten. Denn die Unternehmens-Server bedeuten in der Regel neben dem Energieverbrauch auch einen personellen Aufwand für die Pflege. Wie Sie durch effektive Cloud-Nutzung etwa einer Multi-Cloud Ausgaben sparen können, haben wir für Sie an anderer Stelle ausführlich beschrieben.

 

Vorteile der Cloud-Nutzung in der Übersicht:

  • Ökologischer Fußabdruck schrumpft durch höhere Energieeffizienz.
  • Interne Aufwände werden reduziert, was zu niedrigeren Kosten führt.

 

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So wird die Cloud grüner

Das Speichern von Daten in der Cloud kann langfristig dazu beitragen, dass weniger physischer Speicherplatz in Rechenzentren benötigt wird. Die Rechenzentren selbst sollen langfristig deutlich weniger Energie verbrauchen als aktuell. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle: so zum Beispiel die erhöhte Energieeffizienz, neue Kühlsysteme und fortschrittliche Laufwerktechnologien. Aber auch das Einsparen an Platz für die gespeicherten Daten soll das Cloud Computing künftig grüner machen. Dabei helfen etwa die Virtualisierung von Speicherplatz oder das automatisierte Löschen von doppelt gespeicherten Daten.

 

Maßnahmen für energieeffiziente Rechenzentren in der Übersicht:

  • neue Kühlsysteme
  • fortschrittliche Laufwerke
  • virtueller Speicherplatz
  • automatisches Löschen doppelter Daten

 

Die klimaneutrale Cloud: Ein Beispiel

Einige Anbieter wie Green Webspace gehen sogar so weit, sogenanntes „klimaneutrales Cloud Computing“ anzubieten. Sie zeigen auch auf, wie die Symbiose aus Umweltschutz und Cloud Computing in der Praxis funktionieren kann: Sie arbeiten nicht nur mit 100% Ökostrom, sondern investieren nach eigenen Angaben parallel in nachhaltige Projekte. In der Summe nennen sie dieses Vorgehen „klimapositives Arbeiten“. In der Theorie gibt es also bereits sehr vielversprechende Ansätze. Wie so oft kommt es vor allem auf die Umsetzung an.

Wenn Sie sich dazu entschließen, auf einen „klimapositiven“ Anbieter zu setzen, kann dieses Vorgehen mehrere Vorteile mit sich bringen. Zum einen fördern Sie so direkt den Umweltschutz und reduzieren im besten Fall gleichzeitig Kosten. Zum anderen können Sie den Schritt für die Unternehmens-PR nutzen – und das Bemühen um Nachhaltigkeit an die Öffentlichkeit tragen.

Auch als Anwender können Sie – zumindest indirekt – grüne Cloud- und IT-Lösungen fördern. So gibt es zum Beispiel die Suchmaschine Ecosia, die sich Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben hat. Datensicherheit steht für die Betreiber ebenfalls im Fokus, wie die Deutschland-Chefin von Ecosia, Génica Schäfgen, im Interview für V-Hub verrät.

 

„Green Cloud Computing“: Ziele

Das Projekt „Green Cloud Computing“ will untersuchen, wie sich die Verlagerung bestimmter IT-Leistungen in die Cloud auf Klima und Ressourcen auswirkt. Laut Fraunhofer Institut wird dabei auch der komplette Lebensweg der benötigten Geräte einbezogen. Außerdem soll untersucht werden, inwieweit der Einsatz von Rohstoffen und Energie zu Synergien oder Konflikten in der Zielsetzung führt.

Wirkungskategorien sind demnach:

  • Kumulierter Energieaufwand
  • Treibhauseffekt
  • Abiotischer Ressourcenverbrauch
  • Wasserverbrauch

 

 

Handlungsempfehlungen des GCC-Projektes

Ein erklärtes Ziel des Projekts ist es, konkrete Empfehlungen an die Politik zu erarbeiten. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass die Ergebnisse des „Green Cloud Computing“ auch zu mehr Nachhaltigkeit in digitalen Infrastrukturen beitragen können. Die Empfehlungen der Projektteilnehmer:innen gliedern sich in vier Bereiche:

  1. Umweltwirkungen digitaler Infrastrukturen sichtbar machen
  2. Netze energieeffizient und ressourcenschonend ausbauen
  3. Rechenzentren umweltgerecht planen, betreiben und entsorgen
  4. Verbraucher:innen bei der Reduzierung des Daten- und Hardwarekonsums unterstützen

1. Im Detail fordern die Teilnehmenden unter anderem, dass Rechenzentren einen Energieausweis erhalten sollen. Auf diese Weise soll etwa die Förderung effizienter Zentren vereinfacht werden. Auch die grüne Cloud nimmt einen prominenten Platz in der Liste ein: An zweiter Stelle des Ergebnisdokuments steht die Empfehlung, dass Cloud-Dienstleistungen einen CO2-Fußabdruck pro Serviceeinheit erhalten. Dadurch würden Anbieter motiviert, verstärkt auf nachhaltige Dienstleistungen zu setzen.

2. Für einen möglichst energieeffizienten Netzausbau empfehlen die Forschenden vor allem die Förderung von Glasfasernetzen. Weitere Maßnahmen beinhalten ein nationales Roaming sowie den Ausbau von 5G-Infrastrukturen, um damit veraltete 3G-Netze zu ersetzen.

3. Betreiber von Rechenzentren sollen deren gesamten Lebenszyklus nachhaltiger gestalten. Dazu gehöre etwa eine Ausrichtung der Planung am tatsächlichen Bedarf. Wichtig sei es außerdem, die Menge an Elektroschrott in Rechenzentren zu reduzieren.

4. Auch zur Reduzierung von Datenmengen und Hardware geben die Forschenden konkrete Empfehlungen ab. So sollten etwa Anbieter die Auflösung von Videoinhalten an die Endgeräte anpassen. Autoplay-Funktionen sollten per Standard ausgeschaltet sein. Letztlich stünden auch die Mobilfunkanbieter in der Pflicht: Sie sollten die Verbraucher:innen durch richtige Anreize motivieren, weniger Daten zu verbrauchen und Geräte länger zu nutzen.

Diving Deeper” ist das Videoformat von Vodafone Business und OMR. Wir verbinden MyMüsli Co-Founder Max Wittrock mit spannenden digitalen Startups und sprechen über ihre Geschichte, Business-Modelle und Erfolgsgeheimnisse. Inspirierende, wertvolle Einblicke und ein Blick hinter die Kulissen von Foodboom, Ecosia, Appinio, Independesk und Boxine  und ihren Gründer*innen.

In der dritten Folge der Reihe trifft Max Wittrock auf Génica Schäfgen. Sie leitet das Deutschland-Geschäft von Ecosia, einem ökologisch-innovativen Suchmaschinen-Anbieter aus Berlin. Von ihr erfahren wir nicht nur, welchen Wachstumsschub ihr Konzept seit 2018 und den „Fridays for Future”-Protesten erfährt, sondern auch, wie sich Arbeitsmarkt, Wirtschaftswachstum und Nachhaltigkeit dauerhaft in Einklang bringen lassen.

 




Video: YouTube / Vodafone Deutschland

 

 

Was halten Sie von dem Ansatz der „grünen Cloud“? Unter welchen Bedingungen würden Sie eine nachhaltigere Cloud-Lösung in ihrem Unternehmen nutzen? Schreiben Sie uns Ihre Meinung gerne in einem Kommentar!

 


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