IoT

IoT Device Management

So verwalten Unternehmen ihre Geräteflotte zentral

Vernetzte IoT-Geräte übernehmen immer mehr Aufgaben in der Arbeitswelt – von der Anlagensteuerung über das Flottenmanagement bis hin zur Gebäudeklimatisierung. Ihre IoT-Endgeräte könne Sie besonders bequem mit einem IoT Device Management verwalten. Am Markt gibt es verschiedene Lösungen für diese Aufgabe.

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste zu IoT Device Management in Kürze

  • Das IoT Device Management ist eine Software, um die IoT-Geräte in Ihrem Unternehmen zu verwalten und zu überwachen.
  • Neben Management-Lösungen gibt es weitere IoT-Programme, beispielsweise Cyberschutz-Lösungen oder Cloud-Schnittstellen; besonders leistungsfähige Suites übernehmen gleich mehrere Aufgaben parallel.
  • Eine IoT-Device-Management-Lösung erfasst und verwaltet IoT-Geräte über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg von der Ersteinrichtung bis zum Löschen aller Datenspeicher bei der Außerbetriebnahme.
  • Gute Plattformen sind einfach erweiterbar, sodass wachsende Unternehmen stets ausreichend Ressourcen und Geräteslots zur Verfügung haben.

IoT Device Management: Definition, Aufgaben und Abgrenzung

Das Internet of Things (IoT, auf Deutsch: Internet der Dinge) ist die Gesamtheit aller Geräte, die über das Internet vernetzt sind und selbständig Daten mit dem Internet austauschen. In Unternehmen gehören dazu beispielsweise die dort genutzten mobilen Endgeräte, aber auch mit dem Internet verbundene Produktionsanlagen und vernetzte Lieferfahrzeuge.
Weil die Anzahl der IoT-Geräte in den meisten Firmen stetig zunimmt, gibt es am Markt Software-Lösungen für das IoT Device Management. Damit können Unternehmen ihre IoT-Endgeräte verwalten und überwachen.

Abgrenzung zu anderen IoT-Anwendungen

Es gibt Software-Lösungen, die speziell für Administration und Monitoring von Endgeräten gedacht sind. Daneben gibt es viele andere Software-Suites, die IoT-Geräte vor Malware schützen, in IoT-Clouds integrieren oder die Verbindung zu Plattformen, Programmierumgebungen oder Office-Suites herstellen.
Weil die meisten Anwendungen mit fortschreitender Entwicklung immer leistungsfähiger werden, wachsen viele dieser Suites inzwischen zusammen und übernehmen dabei jeweils auch Aufgaben aus benachbarten Bereichen. Damit verschwinden die Grenzen zwischen den einzelnen Produktfamilien.
Junger Mann telefoniert am Schreibtisch

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  • Besserer Datenschutz
  • Individuelle Konfiguration

Der Lebenszyklus eines IoT-Geräts: Von der Provisionierung bis zur Außerbetriebnahme

Eine IoT-Device-Management-Lösung erfasst und verwaltet IoT-Geräte über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg. Man spricht hierbei auch vom Cradle-to-Grave-Prinzip; also „von der Wiege bis zum Grab“, beziehungsweise von der Provisionierung bis zur Außerbetriebnahme.
Um Geräte möglichst lange zu nutzen und innerbetriebliche Kosten zu senken, steht hierbei zunehmend auch das sogenannte Cradle-to-Cradle-Prinzip im Fokus. Dazu recyclen Unternehmen Geräte oder verwenden sie wieder, nachdem sie außer Betrieb genommen wurden.
Entsprechend muss eine professionelle Lösung für das IoT Device Management einmal angeschaffte IoT-Geräte nicht nur im laufenden Betrieb verwalten, sondern auch alle Lebensstufen davor und danach mit betrachten und bedienen, also:
  • Neue Geräte inventarisieren, installieren und auf den Produktionssystemen anmelden
  • Inventarisierte Geräte mittels Updates und Patches aktuell halten
  • Verlorene, gestohlene oder mit Schadprogrammen kompromittierte Geräte im Netzwerk sperren
  • Planmäßig abgemanagte Geräte aus dem Netzwerk entfernen und darauf gespeicherte Daten sichern
  • Wieder zu verwendende Geräte (Cradle-to-Cradle-Prinzip) entsprechend ihrer angestrebten Nachnutzung neu einrichten, beziehungsweise wieder freischalten
Agrarwirtin arbeitet am Tablet. Im Hintergrund sind Erntemaschinen zu sehen.

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Remote-Verwaltung von IoT-Geräten: Fernzugriff, OTA-Updates und Monitoring

IoT-Geräte können über viele unterschiedliche Technologien mit dem Internet verbunden werden. Gängige Standards sind:
Die genannten Technologien sind bidirektional, funktionieren also in zwei Richtungen. IoT-Geräte senden also nicht nur Daten, sondern empfangen – bis auf wenige Ausnahmen wie Temperatursensoren oder Bewegungsmelder – auch Daten über das jeweilige Netz; und werden außerdem darüber administriert.
Entsprechend bieten Lösungen für das IoT Device Management auch Funktionen für:
  • Einen Fernzugriff zum Administrieren, etwa für die Rechteverwaltung
  • Over-the-Air-Updates (OTA), also das Einspielen von Software-Aktualisierungen über die Luftschnittstelle
  • Ein Sicherheits-Monitoring im Rahmen des Cyberschutzes, um beispielsweise Malware auf IoT-Geräten zu erkennen
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IoT-Device-Management-Software: Tools und Plattformen richtig auswählen

Parallel zur wachsenden Verbreitung von IoT-Geräten in Unternehmen hat sich ein entsprechendes Angebot an Software-Lösungen für das IoT Device Management entwickelt. Einige Produkte sind Teil von IoT-Clouds, über die Unternehmen ihre IoT-Geräte zentral anbinden und mit Speicherplatz verknüpfen können. Beispiele hierfür sind das AWS IoT Device Management und der Azure IoT Hub.
Andere Lösungen sind hingegen allein für das Management der Geräte konzipiert; oder können bei Bedarf an die Cloud eines Drittanbieters angebunden werden. Dabei gibt es große Unterschiede hinsichtlich des Leistungsspektrums und der Funktionalität. Welches Produkt am besten zu Ihrem Unternehmen passt, hängt somit von Ihrem Anforderungsprofil ab.

Kriterien für die Wahl einer IoT-Device-Management-Software

Bei der Wahl einer IoT-Device-Management-Lösung sollten Unternehmen nicht allein auf den Funktionsumfang achten. Mindestens ebenso wichtig ist, ob die Plattform die eigenen Geräte zuverlässig über ihren gesamten Lebenszyklus verwalten, absichern und in die bestehende IT-Landschaft integrieren kann. Außerdem sollte sie flexibel und erweiterbar sein.
Achten Sie bei Ihrer Entscheidung auf folgende Kriterien:
Kriterium
Worauf Unternehmen achten sollten
Geräteunterstützung
Unterstützt die Lösung die eingesetzten Sensoren, Gateways, Steuerungen und Betriebssysteme? Auch unterschiedliche Hersteller und Gerätetypen sollten möglichst zentral verwaltbar sein.
Skalierbarkeit
Eine gute Plattform sollte jederzeit erweiterbar sein und nicht nur einige hundert, sondern idealerweise auch mehrere tausend Geräte verwalten können. So kann die Lösung mit Ihrem Unternehmen und Ihren Prozessen mitwachsen.
Sicherheit
Wichtig sind individuelle Geräteidentitäten, sichere Authentifizierung, Verschlüsselung, Zertifikatsmanagement, Rollen- und Rechteverwaltung sowie eine Möglichkeit, mit Malware befallene Geräte zu sperren.
Over-the-Air-Updates
Eine leistungsfähige Lösung kann Firmware, Betriebssysteme und Updates aus der Ferne aktualisieren. Idealerweise unterstützt die Lösung gestaffelte Updates. Außerdem sollte es möglich sein, bei Problemen zu älteren Softwareversionen zurückzukehren.
Lifecycle Management
Die Software sollte den kompletten IoT-Geräte-Lebenszyklus erfassen und bedienen – von der automatisierten Registrierung und Installation über Überwachung und Wartung bis zur Außerbetriebnahme.
Protokolle und Schnittstellen
Je nach benötigter Funktionalität und Bandbreite an unterschiedlichen IoT-Geräten und Anwendungen ist die Unterstützung möglichst vieler gängiger Protokolle wie MQTT, HTTP/HTTPS, CoAP oder LwM2M sinnvoll. Offene Programmierschnittstellen und Standardformate reduzieren die Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter. Das ist insbesondere bei der Arbeit mit Multi-Cloud-Umgebungen für Ihre IoT-Geräte interessant.
Monitoring und Fernwartung
Ein IoT Device Management sollte wichtige Parameter wie Gerätestatus, Verbindungsqualität, Ressourcenverbrauch und erkannte Fehler oder Probleme zentral anzeigen; und möglichst auch eine Ferndiagnose unterstützen.
Integration
Schnittstellen zu Cloud-Plattformen, ERP Cloud Computing, Datenbanken und Netzwerk-Managementsystemen machen Ihr IoT-Netzwerk leistungsfähiger und erweiterbar.
Kosten und Lizenzierung
Neben den reinen Lizenzkosten sollten Unternehmen auch die Aufwendungen für Datenübertragung, Speicher, Support, Updates oder zukünftige Erweiterungen betrachten.

Nachfolgend einige viel genutzte Lösungen:

Amazon Web Services – AWS IoT Device Management
AWS IoT Device Management unterstützt die Registrierung, Gruppierung, Überwachung und Fernverwaltung auch sehr großer IoT-Geräteflotten. Deshalb nutzen es viele Großunternehmen.
Mit AWS IoT Device Management können Sie Geräte beispielsweise nach Eigenschaften oder Standort gruppieren, suchen und zentral verwalten. Auch Software- und Firmware-Updates können Sie über sogenannte „Jobs“ (automatisierte Aufgaben) bequem ausführen.
Microsoft – Azure IoT Hub
Azure IoT Hub bietet Ihnen zahlreiche Funktionen, um IoT-Geräte über deren gesamten Lebenszyklus zu verwalten. Mittels sogenannter Device Twins, also „Digitaler Zwillinge“, können Sie gewünschte und tatsächliche Gerätezustände abgleichen und Konfigurationen für Gerätegruppen automatisiert verteilen. Azure IoT Hub unterstützt außerdem Remote-Aktionen wie Neustarts und Firmware-Updates.
ThingsBoard
ThingsBoard ist eine Open-Source-IoT-Plattform, die Geräteverwaltung, Datensammlung, Verarbeitung und Visualisierung miteinander verbindet. Das Basispaket für bis zu fünf IoT-Geräte ist kostenlos. ThingsBoard unterstützt die Protokolle MQTT, CoAP und http. Unternehmen könnenThingsBoard sowohl in der Cloud betreiben als auch auf dem Firmengelände auf eigenem Server (On-Premises). Mit der Software können Sie Ihre Geräte registrieren, überwachen und über APIs (Programmierschnittstellen) oder Remote Procedure Calls fernsteuern.
Siemens Insights Hub
Siemens Insights Hub ist eine cloudbasierte Plattform für industrielle IoT-Anwendungen und richtet sich insbesondere an Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe. Die Plattform kann physische Anlagen und unterschiedliche Systeme über mehrere Protokolle hinweg verbinden und deren Daten in einem gemeinsamen Modell verarbeiten. Ein Schwerpunkt liegt darauf, mithilfe von Anlagendaten und digitalen Zwillingen industrielle Prozesse zu analysieren und zu optimieren.
Balena
Balena ist eine Plattform, die auf Linux-basierte Edge- und IoT-Geräte spezialisiert ist. Mit ihr können Unternehmen ihre Geräteflotten entwickeln, bereitstellen und verwalten.
Über die balenaCloud können Unternehmen Anwendungen und Updates auf ihre IoT-Geräte verteilen, Gerätezustände überwachen, Logdaten analysieren und IoT-Geräte über sichere Verbindungen aus der Ferne verwalten. Die Plattform unterstützt zahlreiche Gerätetypen und ist dabei besonders auf containerbasierte Anwendungen wie Docker und auf größere Edge-Geräteflotten ausgerichtet.
Tipp: Probieren Sie die für Sie vielversprechendste Lösung zuerst mit einer kleinen Auswahl möglichst unterschiedlicher IoT-Geräte aus, bevor Sie sich langfristig an einen Anbieter binden. Denn wenn erst einmal mehrere hundert Geräte im System eingebunden sind, ist der Umstieg auf eine möglicherweise besser passendere oder wirtschaftlichere Lösung meist mit erheblichem Aufwand verbunden.
Prüfen Sie insbesondere, ob die bevorzugte Lösung auch Ihre betrieblichen Sicherheitsrichtlinien abdecken kann und zu Ihren bereits vorhandenen Sicherheitslösungen passt, also etwa Antivirensoftware, Endpoint Security, Security Information and Event Management.
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IoT System Management: Geräte, Netz und Plattform als Gesamtsystem steuern

Ein gutes IoT System Management verwaltet Ihre unterschiedlichen IoT-Geräte einheitlich als harmonisiertes Gesamtsystem. Das bedeutet unter anderem:
  • Auszuspielende Sicherheitsstandards werden für unterschiedliche Protokolle und Betriebssysteme passend übersetzt, sodass sie auf allen Geräten gleichermaßen umgesetzt werden.
  • Die Übersichten der Software administrieren unterschiedliche Gerätetypen einheitlich und stellen diese übersichtlich dar.
  • Alle Geräte werden einheitlich angesprochen und erfasst – unabhängig davon, über welche Teil-Cloud oder welches Netzwerk oder Netzwerkprotokoll sie aktuell angebunden sind.
Tipp: Mit einem Unified Endpoint Management (UEM) verwalten Sie alle Endgeräte in Ihrem Unternehmen über eine einheitliche Oberfläche.

Unser Fazit: Auch kleine und mittlere Unternehmen sollten ihre IoT-Geräte automatisiert verwalten

Das Management von IoT-Geräten von der Provisionierung bis zur Außerbetriebnahme erfordert auch in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) erfahrungsgemäß viel Zeit. Mit jeder weiteren Applikation und Schnittstelle und mit jedem neuen Endgerätetyp wächst dieser Aufwand in der Regel überproportional an.
Daher können auch kleine und mittlere Unternehmen durch den Einsatz eines IoT Device Managements viel Zeit und Ressourcen sparen. Einmalig höheren Kosten für die Anschaffung stehen insgesamt geringere Kosten im laufenden Betrieb gegenüber.
Bei einer Cloud-Lösung wie dem Microsoft Azure IoT Hub oder dem AWS IoT Device Management können Sie die einmalige Anschaffung durch ein Mietmodell ersetzen und erhalten zugleich nützlichen Cloudspeicher.
Praktisch: Mit einem IoT System Management können Sie Ihre Sicherheitsrichtlinien einheitlich auf allen verwalteten Geräten einrichten. So reduzieren Sie das Risiko von Sicherheitslücken.
Hinzu kommt, dass ein solches System seine Sicherheits- und Management-Funktionalität jederzeit bereitstellt und Ihre Geräte rund um die Uhr überwacht und schützt.
Dies alles sind auch für kleine und mittlere Unternehmen gute Gründe, um das eigene IoT-Management über ein entsprechendes IoT Device Management zu automatisieren.
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Durch die intelligente Vernetzung von Maschinen und Gegenständen werden unter anderem Produktion und Logistik effizienter gestaltet. So sparen Sie wichtige Ressourcen und erweitern Ihre Geschäftsmodelle.

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IoT Device Management: Häufig gestellte Fragen (FAQ)

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