Parallel zur wachsenden Verbreitung von IoT-Geräten in Unternehmen hat sich ein entsprechendes Angebot an Software-Lösungen für das IoT Device Management entwickelt. Einige Produkte sind Teil von IoT-Clouds, über die Unternehmen ihre IoT-Geräte zentral anbinden und mit Speicherplatz verknüpfen können. Beispiele hierfür sind das AWS IoT Device Management und der Azure IoT Hub.
Andere Lösungen sind hingegen allein für das Management der Geräte konzipiert; oder können bei Bedarf an die Cloud eines Drittanbieters angebunden werden. Dabei gibt es große Unterschiede hinsichtlich des Leistungsspektrums und der Funktionalität. Welches Produkt am besten zu Ihrem Unternehmen passt, hängt somit von Ihrem Anforderungsprofil ab.
Kriterien für die Wahl einer IoT-Device-Management-Software
Bei der Wahl einer IoT-Device-Management-Lösung sollten Unternehmen nicht allein auf den Funktionsumfang achten. Mindestens ebenso wichtig ist, ob die Plattform die eigenen Geräte zuverlässig über ihren gesamten Lebenszyklus verwalten, absichern und in die bestehende IT-Landschaft integrieren kann. Außerdem sollte sie flexibel und erweiterbar sein.
Achten Sie bei Ihrer Entscheidung auf folgende Kriterien:
Worauf Unternehmen achten sollten
Unterstützt die Lösung die eingesetzten Sensoren, Gateways, Steuerungen und Betriebssysteme? Auch unterschiedliche Hersteller und Gerätetypen sollten möglichst zentral verwaltbar sein.
Eine gute Plattform sollte jederzeit erweiterbar sein und nicht nur einige hundert, sondern idealerweise auch mehrere tausend Geräte verwalten können. So kann die Lösung mit Ihrem Unternehmen und Ihren Prozessen mitwachsen.
Wichtig sind individuelle Geräteidentitäten, sichere Authentifizierung, Verschlüsselung, Zertifikatsmanagement, Rollen- und Rechteverwaltung sowie eine Möglichkeit, mit Malware befallene Geräte zu sperren. Eine leistungsfähige Lösung kann Firmware, Betriebssysteme und Updates aus der Ferne aktualisieren. Idealerweise unterstützt die Lösung gestaffelte Updates. Außerdem sollte es möglich sein, bei Problemen zu älteren Softwareversionen zurückzukehren.
Die Software sollte den kompletten IoT-Geräte-Lebenszyklus erfassen und bedienen – von der automatisierten Registrierung und Installation über Überwachung und Wartung bis zur Außerbetriebnahme.
Protokolle und Schnittstellen
Je nach benötigter Funktionalität und Bandbreite an unterschiedlichen IoT-Geräten und Anwendungen ist die Unterstützung möglichst vieler gängiger Protokolle wie MQTT, HTTP/HTTPS, CoAP oder LwM2M sinnvoll. Offene Programmierschnittstellen und Standardformate reduzieren die Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter. Das ist insbesondere bei der Arbeit mit Multi-Cloud-Umgebungen für Ihre IoT-Geräte interessant. Monitoring und Fernwartung
Ein IoT Device Management sollte wichtige Parameter wie Gerätestatus, Verbindungsqualität, Ressourcenverbrauch und erkannte Fehler oder Probleme zentral anzeigen; und möglichst auch eine Ferndiagnose unterstützen.
Schnittstellen zu Cloud-Plattformen, ERP Cloud Computing, Datenbanken und Netzwerk-Managementsystemen machen Ihr IoT-Netzwerk leistungsfähiger und erweiterbar. Neben den reinen Lizenzkosten sollten Unternehmen auch die Aufwendungen für Datenübertragung, Speicher, Support, Updates oder zukünftige Erweiterungen betrachten.
Nachfolgend einige viel genutzte Lösungen:
Amazon Web Services – AWS IoT Device Management
AWS IoT Device Management unterstützt die Registrierung, Gruppierung, Überwachung und Fernverwaltung auch sehr großer IoT-Geräteflotten. Deshalb nutzen es viele Großunternehmen.
Mit AWS IoT Device Management können Sie Geräte beispielsweise nach Eigenschaften oder Standort gruppieren, suchen und zentral verwalten. Auch Software- und Firmware-Updates können Sie über sogenannte „Jobs“ (automatisierte Aufgaben) bequem ausführen.
Microsoft – Azure IoT Hub
Azure IoT Hub bietet Ihnen zahlreiche Funktionen, um IoT-Geräte über deren gesamten Lebenszyklus zu verwalten. Mittels sogenannter Device Twins, also „Digitaler Zwillinge“, können Sie gewünschte und tatsächliche Gerätezustände abgleichen und Konfigurationen für Gerätegruppen automatisiert verteilen. Azure IoT Hub unterstützt außerdem Remote-Aktionen wie Neustarts und Firmware-Updates. ThingsBoard
ThingsBoard ist eine Open-Source-IoT-Plattform, die Geräteverwaltung, Datensammlung, Verarbeitung und Visualisierung miteinander verbindet. Das Basispaket für bis zu fünf IoT-Geräte ist kostenlos. ThingsBoard unterstützt die Protokolle MQTT, CoAP und http. Unternehmen könnenThingsBoard sowohl in der Cloud betreiben als auch auf dem Firmengelände auf eigenem Server (On-Premises). Mit der Software können Sie Ihre Geräte registrieren, überwachen und über APIs (Programmierschnittstellen) oder Remote Procedure Calls fernsteuern.
Siemens Insights Hub
Siemens Insights Hub ist eine cloudbasierte Plattform für industrielle IoT-Anwendungen und richtet sich insbesondere an Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe. Die Plattform kann physische Anlagen und unterschiedliche Systeme über mehrere Protokolle hinweg verbinden und deren Daten in einem gemeinsamen Modell verarbeiten. Ein Schwerpunkt liegt darauf, mithilfe von Anlagendaten und digitalen Zwillingen industrielle Prozesse zu analysieren und zu optimieren.
Balena
Balena ist eine Plattform, die auf Linux-basierte Edge- und IoT-Geräte spezialisiert ist. Mit ihr können Unternehmen ihre Geräteflotten entwickeln, bereitstellen und verwalten.
Über die balenaCloud können Unternehmen Anwendungen und Updates auf ihre IoT-Geräte verteilen, Gerätezustände überwachen, Logdaten analysieren und IoT-Geräte über sichere Verbindungen aus der Ferne verwalten. Die Plattform unterstützt zahlreiche Gerätetypen und ist dabei besonders auf containerbasierte Anwendungen wie Docker und auf größere Edge-Geräteflotten ausgerichtet. Tipp: Probieren Sie die für Sie vielversprechendste Lösung zuerst mit einer kleinen Auswahl möglichst unterschiedlicher IoT-Geräte aus, bevor Sie sich langfristig an einen Anbieter binden. Denn wenn erst einmal mehrere hundert Geräte im System eingebunden sind, ist der Umstieg auf eine möglicherweise besser passendere oder wirtschaftlichere Lösung meist mit erheblichem Aufwand verbunden.
Prüfen Sie insbesondere, ob die bevorzugte Lösung auch Ihre betrieblichen Sicherheitsrichtlinien abdecken kann und zu Ihren bereits vorhandenen Sicherheitslösungen passt, also etwa Antivirensoftware, Endpoint Security, Security Information and Event Management.