IaaS (Infrastructure as a Service): Das steckt dahinter

Technologie

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Datum 30.04.2019
Lesezeit 6 Min.

IaaS (Infrastructure as a Service): Das steckt dahinter

Mit IaaS, also Infrastructure as a Service, können Sie Infrastruktur wie Hardware, Switches und Rechenleistung im Mietmodell und aus der Cloud beziehen. Wir zeigen auf, wann sich der Wechsel auf IaaS lohnt, was die Vorteile sind und wie ein solcher Umzug auch teilweise und unter Beachtung der DSGVO erfolgen kann.

Ein hauseigenes Rechenzentrum zu betreiben, erfordert nicht nur jede Menge Platz, sondern auch regelmäßige Wartungsarbeiten, die Zeit und Geld kosten. Mit IaaS-Angeboten bleiben Sie jederzeit flexibel und profitieren dennoch von den üblichen Vorteilen einer eigenen Server-Infrastruktur.

 

IaaS (Infrastructure as a Service): Mieten Sie Hardware als Dienstleistung an

Wie der Begriff bereits andeutet, können Sie unter dem Schlagwort „Infrastructure as a Service” Infrastruktur, die früher durch ein hauseigenes Rechenzentrum abgedeckt wurde, in Form verschiedener Dienstleistungen buchen. Hierzu zählen vor allem:

  • Hardware: Ganze physische Server mit den für sie typischen, auf Webanwendungen optimierten Komponenten lassen sich als IaaS-Dienstleistung mieten.
  • Rechenleistung: Die Auswertung von Big-Data-Analysen oder komplexe Berechnungsaufgaben können auf Cloud-Servern realisiert werden, ohne dass Sie hierfür Kapazitäten reservieren müssen.
  • Speicherplatz: Lagern Sie große Datenmengen auf einen Cloud-Dienst aus, um die Anschaffung von Festplatten-Racks zu vermeiden.
  • Netzwerkressourcen: Bezeichnet üblicherweise die Anmietung von Bandbreite und Router- oder Firewall-Komponenten.
  • Wartung: Die Instandhaltung, das Einspielen notwendiger Updates und das Tauschen defekter Hardware übernimmt der IaaS-Anbieter.

Genau wie bei einer hauseigenen Lösung steht im Hintergrund von IaaS-Dienstleistungen auch ein Serververbund in einem Rechenzentrum. Allerdings wird dieser Verbund so aufgebaut, dass sich die einzelnen Komponenten flexibel einrichten und skalieren lassen.

Auf den meist riesigen IaaS-Verbünden in einem oder mehreren Rechenzentren laufen häufig nicht nur die Anwendungen eines einzelnen, sondern gleich mehrerer Kunden. Diese sind durch entsprechende Konfiguration und Firewall-Mechanismen jedoch so voneinander getrennt, dass eine Vermischung der Daten praktisch ausgeschlossen ist.

Der Kunde erhält dadurch gleich mehrere Vorteile:

  • Wird die Infrastruktur lediglich für einen begrenzten Zeitraum benötigt (beispielsweise, um ein Event zu begleiten oder bestimmte Berechnungen durchzuführen), ergibt die (dauerhafte) Anschaffung eigener Hardware meist keinen Sinn.
  • Reicht die hauseigene Infrastruktur für die Bewältigung anstehender Aufgaben nicht aus, lässt sich eine IaaS-Lösung jederzeit zusätzlich einsetzen und beliebig skalieren, ohne dass Einmalinvestitionen in Form von Hardware oder Installationszeit notwendig sind.
  • Reduzieren sich die Anforderungen oder sind diese Schwankungen unterworfen, können Sie IaaS-Dienstleistungen beliebig herunterskalieren, ohne dass Hardware im eigenen Rechenzentrum ungenutzt „herumsteht”.
  • Themen wie mögliche Serverausfälle, unterbrechungsfreie Stromversorgung und Backups sowie Einbruchschutz sind meist kein Thema mehr, da diese vom IaaS-Dienstleister betreut und abgedeckt werden.

Zu den bekanntesten Anbietern von IaaS-Dienstleistungen zählen Amazon mit den Amazon Web Services (AWS) und Microsoft mit der Azure-Cloud. Mit der Vodafone Alibaba Cloud können Sie ebenfalls ohne Anschaffung eigener Hardware IaaS-Dienstleistungen flexibel nutzen. Ein großer Vorteil dieser Lösung ist, dass sie komplett auf Servern mit Standort in Deutschland betrieben wird. Dies hilft, Ihre DSGVO-Konformität sicherzustellen.

 

Video: YouTube / Vodafone Deutschland

 

Mit IaaS zu sinkenden Infrastrukturkosten und besserer Skalierbarkeit

IaaS-Lösungen reduzieren in erster Linie also sämtliche Infrastrukturkosten deutlich. Normalerweise wird bei Beauftragung einer IaaS-Dienstleistung ein sogenanntes Service-Level-Agreement (SLA) vereinbart, das die Anforderungen an den Cloud-Dienst festhält und den Zulieferer zur Einhaltung bestimmter Standards wie Cloud-Verfügbarkeit verpflichtet, eine mögliche Skalierbarkeit festhält und vertragliche Laufzeiten beinhaltet – einschließlich Kündigungsfristen, wenn das System nicht mehr benötigt wird.

Außerdem unterstützt Sie der IaaS-Anbieter auf Wunsch meist bei der Konfiguration und dem Umgang mit der gemieteten Infrastruktur.

Im Unterschied zu SaaS-Lösungen (Software as a Service) und PaaS-Lösungen (Platform as a Service) beziehen sich reine IaaS-SLAs allerdings in erster Linie auf die Anmietung von Serverhardware und damit verbundene Komponenten – entsprechende zusätzlich genutzte Cloud-Software wird meist separat gemietet und unterliegt eigenen Kündigungsfristen. Durch diese Trennung zwischen Hardware, Software und Plattformen entsteht noch mehr Flexibilität beim Kunden, da nicht benötigte Hardware bei Bedarf abgestoßen werden kann, ohne auf die Nutzung bestimmter Anwendungen verzichten zu müssen.

Je nach Grad der Dedizierung einer IaaS-Lösung auf ein bestimmtes Unternehmen gibt es verschiedene Arten von Server-Infrastruktur als Dienstleistung:

 

Public-, Private- und Hybrid-IaaS-Cloud: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Public-IaaS-Cloud: Ein Rechnerverbund für mehrere Kunden

Üblicherweise werden IaaS-Lösungen als Public-Cloud-System realisiert. Das bedeutet, dass mehrere Kunden ein und dieselbe Serverinfrastruktur gleichzeitig nutzen. Die einzelnen Mandantenstrukturen sind normalerweise durch softwareseitige Mechanismen voneinander getrennt und teilen sich flexibel die insgesamt im Verbund zur Verfügung stehende Rechenleistung.

Wesentlicher Kundenvorteil ist hier, dass der Preis für die Anmietung eines Public-Cloud-Systems üblicherweise weit unter dem für eine Private Cloud liegt, bei der dem Kunden ein Server oder Serververbund exklusiv zur Verfügung steht. Nachteil hierbei ist allerdings, dass Sie je nach Standort der Server möglicherweise bei der Übertragung von Daten gegen geltende Gesetze wie die europäische Datenschutzgrundverordnung verstoßen. Auf die Vodafone Alibaba Cloud trifft dies allerdings nicht zu.

 

Private-IaaS-Cloud: Ihr eigenes Serverrack oder eine ganze Serverfarm mieten

Im Unterschied zur Public-IaaS-Cloud erhalten Sie in einer „privaten” IaaS-Cloud exklusiven Zugriff auf einen angemieteten Server oder Serververbund, meist inklusive einer für Sie reservierten Internetbandbreite im Up- und Downstreambereich.

Die zuvor vereinbarte Rechenleistung wird also physisch vom IaaS-Anbieter in Form entsprechender Hardware zur Verfügung gestellt. Diese können Sie dann exklusiv nutzen. Bei einer solchen Lösung ist es auch denkbar, dass „Ihr” Rack oder Ihre Serverfarm zusätzlich gegen Datendiebstahl (beispielsweise mit Hilfe eines abgetrennten Bereichs im Rechenzentrum) geschützt wird. Derartige Lösungen sind meist zwar mit hohen Kosten verbunden, sind aber häufig trotzdem günstiger als eine hauseigene Infrastruktur.

 

Hybrid-IaaS-Cloud: Der richtige Kompromiss zwischen den Lösungen?

Unter einer Hybrid-IaaS-Cloud versteht man das Zusammenspiel zwischen Public- und Private-IaaS-Cloud-Ansätzen. Dabei werden zwar bestimmte Server dediziert für einen bestimmten Kunden vorbehalten – jedoch besteht die Option, das Angebot jederzeit über einen Public-Cloud-Anteil zu skalieren. Diese Lösung ist besonders dann interessant, wenn bestimmte Daten nicht sicherheitskritisch sind und somit in der Public Cloud liegen können, während ein anderer Teil sicher auf der Private Cloud lagert.

 

Mixed-IaaS-Cloud: Beziehen Sie Ihr eigenes Rechenzentrum mit ein

Vor allem datenschutzrechtliche Bedenken halten viele deutsche Unternehmen weiterhin davon ab, ihre Infrastruktur in die Cloud auszulagern. Wenn Sie sich also nicht sicher sind, ob Ihr gewünschter Cloud-Anbieter sich jederzeit an alle gültigen Standards hält oder es sensible Daten gibt, die in der Cloud gar nichts zu suchen haben, sollten Sie auf einen passenden Mischansatz setzen.

Das kann in der Praxis bedeuten, dass Sie Ihr hauseigenes Rechenzentrum, in dem Ihre sensiblen Daten liegen, mit einem Public-, Private- oder Hybrid-Cloud-Ansatz kombinieren und so eine Art Mischcloud aufbauen, die die Flexibilität der IaaS-Cloud mit der vollständigen Kontrolle über ein eigenes Serversystem verbindet.

 

Video: YouTube / Ecourse Review

 

Zusammenfassung

  • Nutzen Sie Infrastructure-as-a-Service-Dienstleistungen, um flexibel auf steigende oder sinkende Hardwareanforderungen im Unternehmen zu reagieren.
  • In einer IaaS-Cloud können Sie neben Serverhardware auch einfach benötigte Rechenleistung, Speicherplatz oder Netzwerkdienstleistungen anmieten.
  • Entsprechende Service-Level-Agreements (SLAs) regeln Art und Umfang der Zusammenarbeit mit dem Cloud-Anbieter.
  • Eine Public Cloud teilen Sie sich mit mehreren Kunden, während Ihnen eine Private Cloud ausschließlich allein zur Verfügung steht.
  • Die Ansätze lassen sich miteinander und sogar mit der Hardware des vorhandenen, hauseigenen Rechenzentrums kombinieren.

 

Haben Sie IaaS-Komponenten bereits im Einsatz oder vertrauen Sie weiterhin allein auf eine hauseigene Server-Infrastruktur? Verraten Sie uns Ihre Einschätzung doch gern via Kommentar.

 

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