All-IP-Umstellung einfach erklärt: Dienste statt Hardware

Technologie

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Datum 04.10.2019
Lesezeit 7 Min.

All-IP-Umstellung einfach erklärt: Dienste statt Hardware

Die Umstellung geschäftlich genutzter Telefon- und Breitband-Anschlüsse auf All-IP Technik läuft auf Hochtouren. Das altgediente ISDN wird im Laufe der nächsten Jahre komplett abgeschaltet und durch das leistungsfähige und flexible All-IP-Netz ersetzt. Die Vorteile gehen weit über verbesserte Sprachqualität und Telefon-Komfortfunktionen hinaus. Denn wenn alle Kommunikations-Endgeräte dieselbe Sprache sprechen, können sich Mitarbeiter und Kunden effizienter vernetzen und abstimmen. Wir zeigen Ihnen, was hinter All-IP steckt und warum sich ein Wechsel lohnt.

Die IP-Technologie hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten erhebliche Fortschritte gemacht. Schließlich handelt es sich beim Internet-Protokoll um ein wesentlich robusteres und universelleres Übertragungsverfahren als das in den 1980ern entwickelte ISDN, das ausschließlich für Festnetztelefonie und -daten mit geringer Übertragungsbandbreite konzipiert wurde. Von herkömmlichen, analogen Telefonanschlüssen einmal ganz zu schweigen. Jetzt ist es Zeit für einen Technologiewechsel – bei dem Sie Dienste einfach hinzubuchen können, anstatt für alles teure, zusätzliche Hardware anzuschaffen. Auch Ihre alte Telefonanlage könnte bald ausgedient haben – muss es aber nicht.

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All-IP: Was ist das eigentlich und wo liegen die Unterschiede zu ISDN?

Mit All-IP ist gemeint, dass sämtliche üblichen Telekommunikationsdienste wie Internet, Telefon und Fax und sogar Mobilfunk über eine einzige „Leitung”, nämlich Ihren Internet-Anschluss, bereitgestellt werden. Die Basis hierfür sind nicht länger jeweils eigene Protokolle wie ISDN oder analoge Telefonie, sondern das Internet-Protokoll (IP). Das gesprochene Wort wird digitalisiert, in Datenpakete umgewandelt und anschließend genau wie „normale” Internet-Daten über dieselbe Leitung verschickt. Eine Anschlusstrennung wie bei ISDN und DSL üblich in Sprach- und Datendienste entfällt. In der Summe ist auch vom „Next Generation Network” (NGN) die Rede.


Bei ISDN handelt es sich um einen veralteten, einheitlichen Digitalstandard für eine Internet-Anbindung und zwei parallel dazu nutzbare Telefonleitungen seit dem Jahr 1989. Spätestens 2022 hat kein Anbieter mehr diesen Standard im Programm: Die Zukunft gehört somit der Internettelefonie, also Voice-over-IP oder All-IP. Für Privathaushalte, Freiberufler und Unternehmen heißt das: Nahezu beliebig viele freie Telefonleitungen, Internet-Geschwindigkeiten von einem Gigabit und mehr und deutliche Vorteile beim Thema Flexibilität und Sprachqualität. Die Umstellung ist völlig unkompliziert und die Vorteile überwiegen bei weitem. Grund genug also, bald umzusteigen.

VoIP ist dabei Teil der digitalen Transformation, die zunehmend alle Lebensbereiche, von Freizeit bis Beruf, umkrempelt: Komfort, höhere Effizienz und eine höhere Lebensqualität gelten als Hauptargumente für diesen Wandel. Auch beim Telefonieren mit VoIP wird einiges besser. So ist der Nutzer nicht mehr ortsgebunden. Das bedeutet beispielsweise für Mitarbeiter, sie können auch im Homeoffice über die Festnetznummer der Firma via Internet telefonieren. VoIP ist außerdem flexibel und skalierbar. Wenn die Teenager-Tochter in ständigem Kontakt mit Freundinnen sein muss, kann eine schnell eingerichtete, weitere Leitung nicht schaden. Chats, individuelle Mailboxen oder über den Browser leicht einstellbare Rufumleitungen sind weitere Zusatzfunktionen von VoIP, die Telefonieren komfortabler machen.

 

Video: YouTube / Vodafone Deutschland

 

So läuft der Umstieg auf die neue, universelle Technologie ab

Bei der Umstellung herkömmlicher Anschlüsse gibt es normalerweise keine Probleme. Ein vorkonfigurierter Router des Netzanbieters muss lediglich angesteckt werden und ist startbereit. Seit der Abschaffung des Routerzwangs im August 2016, der Netzbetreiber verpflichtete, dem Kunden die Wahl des Routers zu überlassen, kommt es darauf an, wie der Netzanbieter verfährt. Wer umsteigen will, sollte sich jetzt informieren und geeignete Lösungen für sich finden. Normalerweise erklären die Hersteller das Thema sehr anschaulich, wie hier am Beispiel einer FRITZ!Box 7490.

Besonders wichtig: Steht eine schnelle Internetverbindung zur Verfügung? Denn bei geringer Bandbreite können Gespräche stocken oder gar abreißen, kurz, es leidet die Sprachqualität. Liegen alle Voraussetzungen vor, steht dem Wechsel nichts mehr im Weg. Hybridlösungen, die ISDN und VoIP unterstützen, lohnen sich angesichts der ISDN-Abschaltung in ein paar Jahren nicht mehr. Und: Wer jetzt umsteigt, kann die Vorteile der Internettelefonie schon heute nutzen.

Welche Vorteile der Umstieg im Detail bringt, sehen Sie hier:

 

All-IP-Vorteil #1: Glasklare Sprachqualität

All-IP-Anschlüsse mit geeigneten Endgeräten wie HD-Voice-tauglichen Telefonen und Telefonanlagen über Voice over IP (VoIP) bieten dank einer größeren Übertragungsbandbreite eine erheblich bessere Sprachqualität. Doch das ist kein Luxus-Feature, wie Untersuchungen an Hochschulen wie der TU Berlin und von Herstellern wie Polycom nachgewiesen haben. Eine erhöhte Sprachverständlichkeit beim Telefonieren vermeidet bei den Gesprächspartnern unbewussten Stress. Zudem sinkt die Gefahr von Missverständnissen etwa bei Diktieren von Telefonnummern oder E-Mail-Adressen.

Im Vergleich zu ISDN ist die Anzahl der Sprachkanäle bei der Internet-Technik Voice-over-IP (VoIP, Teil des All-IP-Ansatzes) nicht mehr begrenzt. Dieses Verfahren der Internettelefonie verwandelt Sprache in digitale Signale und komprimiert sie zu kleinen Datenpaketen. Dadurch kann eine Leitung viel mehr Informationen transportieren. Dieser Ansatz ist für die vielfältige digitale Kommunikation von heute erheblich besser geeignet als ISDN. Mit sogenannten All-IP-Anschlüssen lässt sich sogar die komplette Telefonanlage in die Cloud, also in einen Zusammenschluss mehrerer Server, verlagern.

 

Klare Sprachqualität durch All-IP

 

All-IP-Vorteil #2: Auch Mobiltelefone integrierbar

Darüber hinaus bieten IP-gestützte Anschlüsse ganz neue Möglichkeiten – an erster Stelle die Einbindung von Mobilgeräten in Telefonanlagen. So sind mobile Mitarbeiter auf ihrem Smartphone nicht nur für Kunden unter ihrer Festnetz-Durchwahl erreichbar, sondern lassen sich auch problemlos in Telefonkonferenzen, Videokonferenzen und Rufbereitschaften mit einbeziehen. Nachrichten auf der Mailbox lassen sich an IP-basierte Anschlüsse auf Wunsch einfach als Audiodatei per E-Mail an den Empfänger übermitteln. Auch die Integration von IP-Nebenstellen oder Mobiltelefonen in Dienste wie Web-Conferencing ist dank der Internet-basierten Telefontechnik kein Problem.

Ausklappbare Informationsgrafik
Mit All-IP können Sie sämtliche Kommunikationsanforderungen unter einem Dach vereinen.

 

All-IP-Vorteil #3: Kommunikation mit All-IP ermöglicht Web- und Videokonferenzen

Die gemeinsame Vernetzung auf Basis des IP-Standards bringt Kommunikationsdienste und -Endgeräte enger zusammen. Smartphones, Tablets, Computer, Telefone sprechen eine gemeinsame Sprache und können je nach Bedarf und Anwendung die Funktionen anderer Endgeräte mit übernehmen. Und das ist nicht nur für Techniker interessant, sondern ist die Basis für effiziente Zusammenarbeit unabhängig von Standort und Endgerät. So werden Teams schlagkräftiger und reaktionsschneller, Daten lassen sich problemlos und schnell teilen und gemeinsam bearbeiten. Abstimmungsprozesse ob per Sprachtelefonie, E-Mail, Messaging oder Collaboration-Plattform gelingen schneller und mit besseren Ergebnissen.

Angesichts dieser Vorteile sollten Unternehmen aller Größenordnungen der sich nun verabschiedenden ISDN-Technik keine Tränen nachweinen. Die IP-Zukunft hat längst begonnen und hält viele handfeste Vorteile bereit.

 

All-IP-Vorteil #4: Virtuellen Telefonanlagen gehört die Zukunft

Gegenüber herkömmlichen Telefonanlagen bieten ihre virtuellen Pendants, die ohne eigene Hardware auskommen, jede Menge Vorteile. Hierzu gehören:

Zusatzfunktionen jederzeit ergänzen: Cloud-Telefonanlagen bündeln viele Kommunikationswege einheitlich auf einer Plattform. Unified Communications heißt das Zauberwort. Weil es sich um eine softwarebasierte Lösung handelt, lassen sich Zusatzfunktionen wie Instant Messaging oder Konferenz-Plattformen einfach ergänzen. Denn neben Festnetz, Fax, E-Mail und Webseiten dienen immer öfter auch Chats und Video-Telefonate zum Austausch.

Auch unterwegs erreichbar sein: Selbst der Mobilfunk wird Teil der Telefonanlage. Dadurch sind Mitarbeiter auch außerhalb des Büros per Festnetz erreichbar. Davon profitieren etwa Selbstständige, die häufig auf Achse sind. Dass Cloud-Telefonie den Alltag von Selbstständigen erleichtert, zeigt auch unsere Reportage.

Geld sparen und flexibel bleiben: Cloud-Telefonanlagen sind kostengünstiger als stationäre Lösungen, weil der Anbieter Hosting, Wartung und Updates übernimmt. Flexibler sind sie ebenfalls, da sich die Anzahl der Nebenstellen und der Umfang der Funktionen skalieren lassen.

Wenn Sie vor nicht allzu langer Zeit in eine IP-fähige, stationäre ISDN-Telefonanlage investiert haben oder bislang nicht „in die Cloud” möchten, können Sie trotz baldiger ISDN-Abschaltung noch auf eine hybride Lösung zurückgreifen. Mittels sogenanntem SIP-Trunking werden Gespräche zwar ebenfalls via Voice-over-IP übertragen, Anrufe lassen sich aber auch über herkömmliche Telefone führen. Allerdings stehen dann nicht sämtliche Funktionen einer virtuellen Telefonanlage zur Verfügung.

 

Haben Sie Ihre Unternehmenskommunikation schon auf All-IP umgestellt? Wie sind Ihre Erfahrungen hinsichtlich der genannten Vorteile? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.

 

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