Security

Advanced Persistent Threats (APTs)

So schützen Sie Ihr Unternehmen

Stellen Sie sich vor: Ein neues Projekt nimmt gerade richtig Fahrt auf – und plötzlich tauchen Ihre vertraulichen Daten im Netz auf. Oder jemand erpresst Sie mit internen Zahlen, die eigentlich nur der Führungsebene bekannt sind. Hinter solchen Fällen steckt oft ein Advanced Persistent Threat (APT): eine besonders gefährliche Form des Cyberangriffs, bei dem sich Kriminelle unbemerkt, langfristig und gezielt in Unternehmensnetze schleichen.

Laut Bitkom war bereits jedes dritte deutsche Unternehmen von solchen Angriffen betroffen – mit Schäden, die im schlimmsten Fall die Existenz gefährdeten. Wie APTs funktionieren, wer dahintersteckt und wie Sie sich schützen, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Inhaltsverzeichnis

Advanced Persistent Threats: Das Wichtigste in Kürze

  • „Advanced Persistent Threats“ (APTs) bedeutet übersetzt „fortschrittliche, anhaltende Bedrohungen“. Sie gehören zu den gefährlichsten Cyberattacken auf Unternehmen und andere Organisationen.
  • Eine APT-Attacke zielt auf den andauernden Diebstahl von Informationen ab: Industriespionage und die Kenntnis sensibler staatlicher Infrastrukturen stellen die Hauptziele dar (z.B. im Bereich der Energieversorgung).
  • APT-Angriffe erfolgen meistens durch gut organisierte Hacking-Gruppen auf die IT-Strukturen von großen Unternehmen und staatlichen Einrichtungen.
  • Angreifer:innen breiten sich unsichtbar in Netzwerken aus und bleiben bis zur Entdeckung im System.
  • Bevor es zu einem Angriff kommt, gibt es Warnzeichen: Zielgerichtete Spear-Phishing-E-Mails an Funktionsträger:innen eines Unternehmens, verdächtige Account-Aktivitäten und verschobene Datenbestände liefern Hinweise auf einen APT-Angriff.
  • Ihr Unternehmen ist APT-Attacken nicht schutzlos ausgeliefert: Mit geschultem Personal, einer möglichst lückenlosen Überwachung Ihrer IT-Systeme und einer modernen Sicherheitsarchitektur nach dem Zero-Trust-Prinzip können Sie die Gefahr von APT-Angriffen deutlich reduzieren.
Eine junge Frau betrachtet lächelnd ein Tablet.

Vodafone Business Security Services

Unsere Expert:innen überwachen Ihre Sicherheit. Und sie übernehmen das Management Ihrer Vodafone Security-Lösung: Von der Ersteinrichtung bis zum Betrieb und der Wartung unterstützen wir Sie.

  • Rund um die Uhr
  • Immer aktuell
  • Alles auf einen Blick via Cyber Hub

Was sind Advanced Persistent Threats (APTs)?

„Advanced Persistent Threats“ bedeutet übersetzt „fortschrittliche, anhaltende Bedrohungen“. Das beschreibt die nachhaltige Absicht dieser Form von Cyberattacken recht gut. APT-Angriffe sind meist auf dauerhaften Informationsdiebstahl angelegt und für betroffene Unternehmen deshalb eine große Gefahr.
APTs sollen keinen sofortigen Schaden in den IT-Strukturen der Opfer anrichten. Stattdessen geht es bei dieser Cyberattacke um dauerhafte Spionage und den Diebstahl großer Informationsmengen über einen längeren Zeitraum. Diese Vorgehensweise unterscheidet APTs von Angriffen, wie sie beispielsweise über Malware oder Botnetze erfolgen.
Im Gegensatz zu klassischen Cyberbedrohungen kommen bei APTs komplexe Methoden und Werkzeuge zum Einsatz, die Hacker:innen häufig spezifisch für diesen Einsatz entwickelt haben. Die gezielten Angriffe sind meist von langer Hand vorbereitet. Klassische Cyberangriffe richten sich dagegen oft unspezifisch an mehrere Adressat:innen und versuchen nach dem Zufallsprinzip, Sicherheitslücken aufzudecken und auszunutzen.

Typische Angriffstechniken bei APTs

Bei Advanced Persistent Threats gibt es nicht die eine typische Angriffsmethode. Stattdessen zeichnen sich diese Cyberattacken meist durch eine Abfolge unterschiedlicher Angriffsmethoden aus, die Kriminelle unauffällig miteinander kombinieren. Weiter oben haben wir Ihnen die unterschiedlichen Phasen eines APT-Angriffs geschildert – davon ausgehend lassen sich typische Angriffstechniken zuordnen:
  • Vorbereitung: Hierbei geht es um die Informationsbeschaffung auf Basis öffentlich zugänglicher Daten – meist noch kein kriminelles Verhalten.
  • Zugang: Hierbei kommen oft Methoden wie Spear Phishing, Watering-Hole-Angriffe, Supply-Chain-Angriffe sowie das Ausnutzen von Schwachstellen (wie ungepatchte Sicherheitslücken) zum Einsatz.
  • Etablierung: Unerlaubte Eindringlinge manipulieren Manuskripte oder Systemdienste, missbrauchen Admin-Tools und installieren Backdoor-Zugänge.
  • Ausbau: Angreifer:innen bauen ihre Rechte durch den Zugriff auf weitere Zugangsdaten und Benutzerkonten aus, um sich weiter in den Systemen zu bewegen.
  • Kommunikation: Tools senden verschlüsselte Daten über normale Protokolle wie HTTPS an die Angreifer:innen.
  • Datensammlung bzw. -abfluss: Die Eindringlinge sammeln Daten langsam und sehr gezielt. Nur kleine Mengen werden tatsächlich versendet, um kein Aufsehen zu erregen. Der Fokus liegt hierbei auf den zuvor identifizierte konkreten Zieldaten.
  • Verschleierung: Um den Datendiebstahl zu verschleiern, manipulieren oder löschen die Angreifer:innen Log-Dateien. Außerdem passen sie ihre Taktiken innerhalb der kompromittierten Systeme an, falls einzelne Schritte der Attacke bemerkt werden.
Microsoft Defender für Unternehmen

Microsoft Defender for Business

Mittelständische Unternehmen sind anfällig für Cyber-Bedrohungen. Sie haben weniger Ressourcen und meist wenige IT-Fachkräfte. Hybrides Arbeiten vergrößert diese Angriffsfläche. Wir helfen Ihnen – mit dem Microsoft Defender für Unternehmen.

Neu: Jetzt mit Vodafone Managed Endpoint Security Service. Wir überwachen für Sie die Cyber-Sicherheit Ihres Unternehmens rund um die Uhr.

  • Schutz vor Ransomware, Phishing und anderen Bedrohungen
  • In Microsoft 365 Business Premium als zusätzlicher Schutz für Office-Anwendungen bereits enthalten

So laufen APT-Angriffe ab: Von der Infiltration bis zum Datenklau

APT-Angriffe erfolgen in der Regel nach einem festen Schema. Häufig stecken Gruppen oder Teams von Hacker:innen dahinter, bei denen jedes Teammitglied einen eigenen Aufgabenbereich hat.
Ähnlich wie bei militärisch organisierten Operationen sorgte das gezielte und koordinierte Vorgehen der Cyberkriminellen in der Vergangenheit dafür, dass selbst gut geschützte Unternehmen zu Opfern wurden.
Die Vorgehensweise teilt sich in einzelne Abschnitte auf:
  1. Zugang: Zunächst verschaffen sich die Angreifer:innen einen Überblick über die Zugangsmöglichkeiten. Angriffe erfolgen danach in den meisten Fällen über das Internet mittels Social Engineering, Spear-Phishing-E-Mails oder einer Schwachstelle in der Cyber Security des Unternehmens. Durch diese schleusen die Kriminellen Schadsoftware ein, um die „Tür offen zu halten“.
  2. Etablierung: Sobald der Zugang eingerichtet ist, erkunden die Angreifer:innen das Netzwerk. Mittels Malware erzeugen sie Subnetzwerke und Tunnel, durch die sie sich unbemerkt innerhalb einer größeren Netzwerkinfrastruktur bewegen können.
  3. Ausbau: Innerhalb der infiltrierten Infrastruktur knacken die Kriminellen Passwörter und überwinden weitere Zugangsbeschränkungen, um administrative Rechte zu erlangen. Damit erhalten sie weitreichende Kontrolle über Systemfunktionen und können ihren Zugang weiter ausbauen.
  4. Breite: Die Angreifer:innen können sich mit administrativen Rechten nahezu ungehindert im Zielnetzwerk bewegen. Aus dieser Sicherheit heraus versuchen sie, den Zugang zu weiteren Servern oder besonders geschützten Netzwerkbereichen herzustellen.
  5. Datensammeln: Das Ziel des APT-Angriffs ist in der Regel der großangelegte und kontinuierliche Diebstahl von Daten. Die unbefugten Eindringlinge sammeln, verschlüsseln und komprimieren diese Zieldaten.
  6. Extraktion: Im nächsten Schritt extrahieren sie die Beutedaten auf eigene Systeme. Dieser Schritt kann einmalig erfolgen oder beliebig oft wiederholt werden.
  7. Unbefristeter Aufenthalt: Die Hacker:innen bleiben in der Regel so lange in einem infiltrierten System, bis sie entdeckt werden. Wollen sie sich nicht permanent in einem Netzwerk einrichten, können sie auch eine „Hintertür“ anlegen, durch die sie bei Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt erneut auf das System zugreifen.
Die Phasen eines Advanced-Persistent-Threat-Angriffs, von links nach rechts dargestellt durch Symbole: Zugang, Etablierung, Ausbau, Breite, Datensammlung und Extraktion
APT-Attacken folgen meist einem festen Schema und reichen von der Auskundschaftung eines Ziels bis zum konkreten Datendiebstahl.

Anzeichen von Advanced Persistent Threats

Advanced Persistent Threats sind schwer zu erkennen, da die Angreifenden meist über mehrere Zugangspunkte in ein System eindringen. Dennoch existieren einige charakteristische Merkmale für APTs. Die wichtigsten führen wir nachfolgend in alphabetischer Reihenfolge auf:

Backdoor-Trojaner

Spüren Ihre Antivirenprogramme sogenannte Backdoor-Trojaner im System auf, kann das bedeuten, dass Ihre Systeme bereits infiltriert wurden. Diese Software soll einen dauerhaften Zugang zu Ihrem Netzwerk etablieren. Diese „Hintertür“ steht gewissermaßen ständig offen und dient als Durchlass für die Remote-Verbindung der Angreifer:innen sowie für den Empfang der gestohlenen Daten. Rootkits„nahe dieser Tür“ sorgen oft dafür, dass der unautorisierte Zugriff unbemerkt bleibt. Selbst wenn Sie die Anmeldedaten Ihres Netzwerks ändern, kann diese Verbindung bestehen bleiben.

Exportbereite Daten

Die Angreifer:innen erstellen häufig große komprimierte Dateien, um sie auf ihre eigenen Rechner zu exportieren. Wenn Sie oder Ihre IT-Expert:innen etwas Derartiges entdecken, vielleicht sogar in einem ungewöhnlichen Dateiformat, könnten Sie auf das „Diebesgut“ eines APT-Angriffs gestoßen sein.

Informationstransfer

Ihre IT-Administration sollte den Datenfluss innerhalb des Netzwerks und zu externen Rechnern stets überwachen. Findet sie Daten an ungewöhnlichen Orten oder werden große Mengen an Dateien an einen externen Rechner übertragen, kann das ein Hinweis auf einen APT-Angriff sein.

Spear Phishing

Durch gezielte Recherchen finden Hacker:innen heraus, mit welcher Art von Phishing-E-Mail sich das Interesse von Mitarbeiter:innen Ihres Unternehmens wecken lässt. Beim Spear Phishing recherchieren und verwenden Kriminelle beispielsweise persönliche Informationen oder vermeintlich bekannte Kontakte, um gezielt ausgewählte Personen in Ihrer Belegschaft zu einer Handlung zu verleiten. Diese Vorgehensweise ist auch unter dem Begriff „E-Mail-Spoofing“ bekannt.

Ungewöhnliche Account-Aktivitäten

Ihre IT verfolgt in der Regel die Anmeldungen in Ihrem Netzwerk. Erfolgen diese in ungewöhnlich großer Zahl oder außerhalb der normalen Zeiten, ist dies ein Warnzeichen – erst recht, wenn es vermeintlich Führungspersonen sind, die sich einloggen. APT-Angriffe erfolgen häufig zu Uhrzeiten, zu denen sich nur wenige Personen im Netzwerk aufhalten, um die Chance auf eine Entdeckung zu verringern.

Zero-Day-Exploits

Sogenannte Zero-Day-Exploits sind Sicherheitslücken, die nur der Person bekannt sind, die die Schwachstelle entdeckt hat. Die Öffentlichkeit und auch der Hersteller des betroffenen Produkts erfahren erst von der Sicherheitslücke, wenn diese zu erfolgreichen Hacks geführt hat und dadurch bemerkt wurde. Der Begriff „Zero-Day“ leitet sich von dem fiktiven „Tag Null“ ab, den Hersteller als Zeitfenster zur Schließung der Sicherheitslücke haben, bevor Schäden entstehen können. Das hebt die Gefahr derartiger Exploits hervor.
Junger Mann studiert das Vodafone Cyber Security Whitepaper am Laptop

Whitepaper: Cyber Security

Cyberangriffe und kein Ende: Die potenziellen Schäden sind gewaltig und auch der Mittelstand ist zunehmend betroffen. Unser Cyber-Security-Whitepaper verrät, wie wirksamer Schutz vor Kriminellen gelingt:

  • Zahlen, Daten und Fakten zur Bedrohung durch Cyberattacken
  • Einblicke in Angriffsmethoden wie Malware, Ransomware & Co.
  • Maßnahmenplan, um Ihr Unternehmen effektiv zu schützen

APT-Groups: Organisierter Spionagering oder harmloses Hobby?

Das Ziel eines APTs ist in der Regel ein gezielter und langfristiger Diebstahl von Daten im großen Stil. Vor allem Unternehmen, Organisationen und staatliche Einrichtungen sollen über einen möglichst langen Zeitraum bestohlen werden. Dahinter stecken fast immer professionelle Gruppen – einzelne Cyberkriminelle haben gewöhnlich nicht die Möglichkeiten und Ressourcen für derart umfangreiche Angriffe.
In den meisten Fällen, jedoch nicht ausschließlich, handelt es sich bei APT-Attacken also um organisierte Spionage mit einem klaren Auftrag. Die wichtigsten Aufträge sind:
  • Industriespionage: Diebstahl von Projektplänen, Strategien, Produktdaten, Prototypen oder internen Geschäftsinformationen, um Wettbewerbsvorteile zu erlangen oder Opfer zu erpressen.
  • Staatliche Spionage: Angriffe auf Behörden, kritische Infrastrukturen, Militär, Verwaltung oder politische Entscheidungsträger zur Informationsgewinnung, Erpressung oder Machtausübung.
  • Gelddiebstahl: Zugriff auf finanzielle Ressourcen oder Unternehmenswerte – oft mit besonders hohen Risiken für kleine und mittlere Unternehmen (KMU).
  • „Hacktivismus“: Beschaffung sensibler Informationen über Korruption oder illegale Machenschaften mit dem Ziel der Veröffentlichung und öffentlichen Bloßstellung.

Die Ziele der hartnäckigen Bedrohungen

APTs verfolgen immer einen eindeutigen Zweck und sind meist auf hochwertige Ziele ausgerichtet. Deshalb geraten meist IT-Systeme von Regierungen, größeren Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) in den Fokus der Attacken. Dennoch gibt es Angriffe auf KMUs und Einzelpersonen, beispielsweise wenn diese in systemrelevanten Branchen tätig sind, wichtige Funktionen in Politik, Wirtschaft oder Gesellschaft innehaben oder mit besonders sensiblen Daten arbeiten.
In manchen Fällen will ein konkurrierendes Unternehmen per APT an geheime Geschäftsunterlagen von Mitbewerbern gelangen – deshalb können auch Ihr Unternehmen und dessen Mitarbeiter:innen zum Ziel eines APT werden.
Die Hacker:innen haben es meist auf die folgenden Arten von Daten abgesehen:
  • Finanzdaten: Bankkonten, Bargeld und Äquivalente, Kontoauszüge, Kryptowährungsschlüssel, Kreditkartendaten
  • Geistiges Eigentum und Geschäftsgeheimnisse: laufende und geplante Entwicklungen sowie Strategien, Patente, Designs/Konstruktionspläne
  • Personenbezogene Daten: Lebensdaten, Beurteilungen, Gesundheitsdaten, Finanzdaten
  • Klassifizierte Daten: Sicherheitsdaten, Regierungswissen, polizeiliches und geheimdienstliches Wissen
  • Aufklärungsdaten: Verkehrs- und Energieinfrastruktur, militärische und sicherheitspolitische Standorte sowie Zuständigkeiten, Ressourcen, Strategien
  • Kommunikation: vertrauliche, geheime und kompromittierende Kommunikation wie E-Mails, Chat-Protokolle, Audio- und Videokonferenzen, Gesprächsaufzeichnungen
  • Anmeldeinformationen: Nutzernamen, Passwörter, Sicherheitsschlüssel und -token

Abwehrstrategien und Schutzmaßnahmen für Unternehmen

Advanced Persistent Threats sind eine ernst zu nehmende Gefahr für Unternehmen und Organisationen. Zwar sind Sie APTs nicht schutzlos ausgeliefert, doch eine einzelne Maßnahme reicht nicht aus, um diese Angriffe zuverlässig abzuwehren. Klassische Sicherheitslösungen wie Antivirus-Software und Firewalls bilden zunächst zwar eine wichtige Basis, für sich genommen jedoch keinen ausreichenden Schutz.
Eine wirksame APT-Abwehr entsteht erst durch die Kombination mehrerer Technologien und organisatorischer Maßnahmen, die es Angreifer:innen erschweren, sich dauerhaft in IT-Systemen festzusetzen. Die folgenden Tipps zeigen, wie Sie Ihre IT-Strukturen gezielt stärken können.

Zero Trust

Eine zentrale Maßnahme ist die Zero-Trust-Architektur. Dabei wird Nutzer:innen selbst nach erfolgreicher Authentifizierung kein pauschales Vertrauen entgegengebracht. Alle Zugriffe werden kontinuierlich überprüft, und Bewegungen im Netzwerk sind strikt eingeschränkt. Dieses perimeterlose Sicherheitskonzept verhindert, dass sich Angreifer:innen ungehindert ausbreiten und Daten aus verschiedenen Netzwerkbereichen sammeln können.

Schutz vor Spam-E-Mails

Ein besonderer Fokus sollte auf dem Schutz vor Phishing- und Spam-E-Mails liegen. Neben leistungsfähigen Spamfiltern ist ein sensibler Umgang mit E-Mails unbekannter Herkunft entscheidend – insbesondere bei gezielt adressierten Nachrichten. Da viele APT-Angriffe mit Spear-Phishing beginnen, sollte Ihre Sicherheitsstrategie eine Lösung zur gezielten Erkennung solcher Bedrohungen enthalten. Erkannte Angriffe können isoliert und analysiert werden, um betroffene Nutzer:innen und Angriffsmuster zu identifizieren.

Schulung des Personals

Unachtsamkeit und fehlendes Bewusstsein zählen weiterhin zu den häufigsten Einfallstoren für Cyberangriffe. Umso wichtiger ist es, Mitarbeitende regelmäßig für IT-Sicherheitsrisiken zu sensibilisieren. Security-Awareness-Schulungen durch qualifiziertes Fachpersonal sind eine wirkungsvolle Präventionsmaßnahme und helfen, potenziell gravierende Schäden zu vermeiden.

Drei Schritte zum Schutz vor APT-Angriffen

Ein nachhaltiges Schutzkonzept sollte zusätzlich folgende Aspekte berücksichtigen:
  • Überwachung: Behalten Sie mittels Continuous Monitoring stets den Überblick über gespeicherte Daten, Zugriffsrechte, Administratorrollen sowie den Zugang zum Unternehmensnetzwerk.
  • Analyse: Datensicherheitsanalysen helfen, normales von auffälligem Verhalten zu unterscheiden. Ein klarer Aktionsplan oder ein IT-Notfallhandbuch sollten stets vorhanden sein.
  • Perimeterschutz: Kontrollieren und beschränken Sie den Zugang zu Systemen und Räumlichkeiten konsequent – unabhängig davon, ob Sie klassische oder perimeterlose Sicherheitskonzepte einsetzen.
Stadtansicht mit Symbolen für Verkehrsmittel

Cyber Security für Ihr Business

Mit unseren Sicherheitslösungen schützen Sie Ihr Unternehmen vor Viren, Industrie-Spionage, Cyber-Angriffen und unautorisiertem Zugriff auf Ihre Netze.

  • Sichere Kommunikation
  • Für Homeoffice und Büro
  • Globales, sicheres Log-in-Verfahren

Compliance, Meldepflichten und rechtliche Aspekte bei APT-Angriffen

APT‑Angriffe gelten als besonders schwerwiegende Cybervorfälle, da sie meist staatlich gesteuert, hochgradig zielgerichtet und langfristig angelegt sind. Für Unternehmen – insbesondere in Deutschland und der EU – ergeben sich daraus klare regulatorische Pflichten und Compliance‑Anforderungen.
Den rechtlichen Rahmen geben folgende Gesetze und Bestimmungen vor:
  • Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO): Wenn personenbezogene Daten von einem APT-Angriff betroffen sind, müssen Sie dies innerhalb von 72 Stunden an die zuständige Datenschutzaufsicht melden (Art. 33 DSGVO). Bei hohem Risiko ist eine zusätzliche Meldung an Betroffene notwendig (Art. 34 DSGVO).
  • NIS2-Richtlinie: Für Betreiber kritischer Infrastruktur (KRITIS) ist die Frühwarnung, eine 72‑Stunden‑Meldung sowie ein Abschlussbericht an das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) verpflichtend. In Deutschland umgesetzt über das NIS2‑Umsetzungsgesetz (NIS2UmsuCG, in Kraft seit dem 6. Dezember 2025).
  • Strafrecht: Wenn es bei einem APT‑Angriff zu Datenpannen gekommen ist, riskieren Unternehmen auch strafrechtliche Konsequenzen, wenn fahrlässige Sicherheitslücken zu erheblichen Schäden geführt haben.

Compliance-Anforderungen

Der effektive Schutz vor APT‑Angriffen erfordert ein besonders hohes IT‑Sicherheitsniveau. Behörden wie das BSI betonen dabei folgende Aspekte, die Sie bei Ihrem Schutzkonzept beachten müssen:
  • Organisatorische Pflichten: Etablierung eines IT‑Risikomanagements, Einbindung von Datenschutzbeauftragten und Betriebsrat, Vorbereitung von Incident‑Response‑Prozessen
  • Technische Pflichten: Härtung der Systeme, inklusive Patch‑Management, Netzwerksegmentierung, Monitoring und Log‑Analyse, APT‑spezifische Detection‑Mechanismen
  • Dokumentationspflichten: lückenlose Dokumentation von Vorfällen, Nachweis von Sicherheitsmaßnahmen gegenüber Behörden, Erstellung formalisierter Berichte (NIS2‑Abschlussbericht usw.)

Unser Fazit: Deswegen sind Advanced Persistent Threats so gefährlich für Unternehmen

APTs zielen nicht auf schnellen Schaden ab, sondern auf dauerhaften Informationsdiebstahl. Angreifer:innen dringen unbemerkt in IT-Systeme Ihres Unternehmens ein und bleiben dort über lange Zeit aktiv, um große Datenmengen auszuspähen – etwa Projektinformationen, Geschäftsgeheimnisse oder vertrauliche Unternehmenszahlen.
Die Angriffe erfolgen auf Basis einer gezielten Planung und werden mit komplexen, oft speziell entwickelten Werkzeugen durchgeführt. Das unterscheidet sie deutlich von breit gestreuten Standardangriffen wie Malware oder Botnetzen. Durch diese maßgeschneiderten Methoden sind APTs besonders schwer zu erkennen und abzuwehren.
APTs richten sich meist gezielt gegen spezifische Unternehmen oder Organisationen, deren Daten für Hacker:innen besonders wertvoll sind. Dadurch steigt das Risiko, dass ein Angriff genau auf die Schwachstellen des jeweiligen Opfers zugeschnitten ist. Dahinter stecken oft staatlich beauftragte Akteur:innen, die aus politischen Beweggründen gegen zuvor identifizierte Ziele in Drittstaaten vorgehen.
Durch den langfristigen Datenabfluss können massive wirtschaftliche Schäden entstehen, die für Sie und Ihr Unternehmen existenzbedrohend werden können. Der Verlust sensibler Informationen kann beispielsweise Wettbewerbsnachteile, Erpressungsszenarien oder geschäftliche Instabilität nach sich ziehen. Sorgen Sie aus diesem Grund schnellstmöglich mit einem umfassenden Cyber-Security-Konzept vor, um Ihr Unternehmen zu schützen.
Eine junge Frau betrachtet lächelnd ein Tablet.

Vodafone Business Security Services

Unsere Expert:innen überwachen Ihre Sicherheit. Und sie übernehmen das Management Ihrer Vodafone Security-Lösung: Von der Ersteinrichtung bis zum Betrieb und der Wartung unterstützen wir Sie.

  • Rund um die Uhr
  • Immer aktuell
  • Alles auf einen Blick via Cyber Hub

Advanced Persistent Threats: Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Das könnte Sie auch interessieren:
Security

Effektive Datensicherung für kleine Unternehmen

Auch kleine Unternehmen sollten Maßnahmen zum Schutz ihrer Daten ergreifen – sowohl gegen technische Ausfälle als auch gegen Cyberattacken. Wie einfache und effiziente Datensicherung in KMU funktioniert und was Sie dabei unbedingt beachten sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Digitalisierungsberatung

Die Beraterinnen und Berater helfen Ihnen kostenlos und unabhängig bei praktischen Fragen und geben konkrete Tipps. Vereinbaren Sie einen unverbindlichen Termin um Ihr Anliegen zu besprechen.

Termin vereinbaren