Das Marktforschungsunternehmen Gartner prägte 1996 den Begriff „serviceorientierte Architektur“, doch die Idee reicht weiter zurück. Bereits Anfang der 1990er-Jahre ermöglichte die CORBA-Spezifikation eine ähnliche Serviceorientierung, konnte sich damals jedoch noch nicht durchsetzen.
Einzelne Bestandteile dieser Prozesse sind an unterschiedlichen Stellen ähnlich oder sogar identisch. Dann lassen sich diese Prozesse an anderer Stelle zur Verfügung stellen, ohne neu entwickelt werden zu müssen.
Schritt 1: Die Strategie festlegenEine gründliche Planung Ihrer SaaS-Lösung erleichtert die Entwicklung und Umsetzung der neuen Software-Anwendungsstrategie. Bevor Sie mit der Entwicklung beginnen, sollten Sie den Markt und Ihre Zielgruppe genau beschreiben. Analysieren Sie wie bei der klassischen Softwareentwicklung auch Ihre beziehungsweise die Bedürfnisse und Herausforderungen Ihrer potenziellen Kund:innen.
Definieren Sie dann die Funktionen und Features, die Ihre SaaS-Lösung anbieten soll. Priorisieren Sie diese nach der Bedeutung für Ihre Zielgruppe und erwägen Sie potenzielle zukünftige Erweiterungen. Wählen Sie sorgfältig die Technologie und die Entwicklungsplattform aus, die am besten zu Ihren Anforderungen passen. Berücksichtigen Sie dabei Faktoren wie Skalierbarkeit, Sicherheit, Benutzerfreundlichkeit und Integrationsmöglichkeiten.
Schritt 2: Die Plattform wählen
Einer der ersten und wichtigsten Schritte bei einer umfassenden SaaS-Entwicklung im Unternehmen besteht darin, die richtige Implementierungsstrategie umzusetzen. Hierbei stehen im Wesentlichen drei mögliche Vorgehensweisen zur Auswahl, die wir Ihnen hier mit ihren Vor- und Nachteilen auflisten:
On-Premises / via VMs
Hohe konstante Auslastungen, lange laufende Prozesse, Echtzeitanwendungen, Vermeidung von Vendor-Lock-ins. Hohe Datensouveränität / Compliance (DSGVO, HIPAA)
VMware vSphere + Tanzu, Nutanix Kubernetes Platform (NKP), Red Hat OpenShift
Container (Docker/Kubernetes)
Einfache Entwicklung mit standardisierten Tools, Microservices-Implementierung, Portabilität & Multi-Cloud/Hybrid-Optionen
Amazon EKS, Google GKE, Azure AKS, Rancher, Platform9 (SaaS-managed Control Plane)OpenShift, K3s, Docker Swarm, Nomad
Serverless
unvorhersehbare Lastspitzen, sehr kosteneffizient bei sporadischer Nutzung
Ad-hoc-Datenverarbeitung (Datei-Uploads), AWS Lambda + API Gateway / Fargate, Google Cloud Run, Azure Functions / Container Apps, Vercel (frontendlastige SaaS), Supabase, Fly.io, Railway
Der Entwicklungsbereich profitiert besonders von SaaS im Vergleich zur klassischen Softwareentwicklung. Anstatt wertvolle Arbeitszeit für die Verwaltung und Pflege von IT-Strukturen einsetzen zu müssen, können Entwickler:innen sich aufgrund vorgefertigter Methoden und Strukturen wie beispielsweise bei Azure, AWS und Co. vorrangig auf ihre Kernaufgaben konzentrieren.
Sie sparen wertvolle Entwicklungszeitr, die sie sonst gebraucht hätten, um Server zu administrieren und zu konfigurieren sowie um sicherzustellen, dass Backend-Dienste für Webanwendungen funktionieren. Aus diesem Grund wird für die SaaS-Entwicklung auch kaum noch der VM-Ansatz gewählt.
Im Mietmodell erhalten Sie 24/7 einsatzbereite (virtuelle) Server und modulare Bausteine für die Entwicklung eigener Backends.
Schritt 3: Die Architektur wählen
Die sogenannte serviceorientierte Architektur (SOA) unterstützt Unternehmen dabei, maßgeschneiderte Produkte und Dienstleistungen effizient zu entwickeln, ohne sie jedes Mal komplett neu programmieren zu müssen. Die SOA-Idee reduziert den Aufwand für Neuentwicklungen, indem sie Teilaufgaben oder Services als standardisierte Module über die Cloud zur Verfügung stellt. Hiervon sollten Sie unbedingt profitieren: SOA bewältigt die wachsende Komplexität in der modernen Geschäftswelt. So wird es für Unternehmen einfacher, effizient zu arbeiten und auf ständig wechselnde Marktanforderungen zu reagieren.
Sie greifen flexibel auf IT-Dienste zu, die alle Abteilungen eines Unternehmens flexibel nutzen und kombinieren können. Dafür analysieren Unternehmen zunächst den Aufbau ihrer Geschäftsprozesse. SOA folgt keinem starren Regelwerk und existiert bereits seit Jahrzehnten. Die am häufigsten gewählten Architekturstile sind dabei die Microservices-Architektur, die Architektur als Modularer Monolith sowie die ereignisgesteuerte Architektur.
Die Microservices-Architektur zerlegt die Anwendung in viele kleine, unabhängige Dienste. Diese können jeweils eigene Daten verwalten und separat entwickelt, ausgerollt und skaliert werden. Die Kommunikation erfolgt meist über REST, gRPC oder Events, was sich besonders für große, skalierungsintensive Systeme mit vielen Teams bewährt hat.
Die Architektur als Modularer Monolith hält die gesamte Anwendung in einem einzigen ausführbaren Baustein zusammen, gliedert sie aber intern klar in entkoppelte Module. Dadurch entfällt Netzwerkkommunikation innerhalb der Anwendung, was Entwicklung, Tests und Betrieb deutlich einfacher und kostengünstiger macht. Im Jahr 2026 ist das die bevorzugte Wahl für die meisten mittelgroßen bis großen Projekte.
Bei der ereignisgesteuerten Architektur kommunizieren die Komponenten hauptsächlich asynchron über Events, die über einen Message Broker (beispielsweise Kafka oder RabbitMQ) verteilt werden. Dies ermöglicht maximale zeitliche und technologische Entkopplung sowie hohe Resilienz und Flexibilität. Diese Architektur eignet sich besonders für Echtzeit-, Workflow- oder datenintensive Systeme.
Schritt 4: Skalierbarkeit gewährleisten
Bei SaaS stehen dank Serverless Computing fertig konfigurierte Server bereit; außerdem modulare Angebote zur Entwicklung eigener Backends für Webanwendungen. Lediglich die Geschäftslogik und die Verwaltung des Datenbestands bleiben weiterhin in der Verantwortung der Unternehmen.
Achten Sie hier darauf, dass Ihr gewähltes Geschäftsmodell schwankenden Anforderungen möglichst gerecht wird: Anwendungen im Serverless Computing beispielsweise passen sich sehr schnell automatisch an die Zahl der Nutzer:innen und die damit einhergehende Last an. Funktionen starten nur, wenn sie benötigt werden.
Unternehmen zahlen dabei für die tatsächlich genutzte Rechen- und Speicherkapazität – und nicht pauschale Gebühren wie bei anderen Cloud-Services. Das alles funktioniert bei Docker/Kubernetes-basierten Modellen auch, jedoch zahlen Sie hier ggf. für die Bereithaltung von Funktionen, die dann nicht genutzt werden; oder Sie sind nicht ganz so flexibel bei Lastspitzen, z.B. Saisonartikel oder Aktionen, TV-Spots.
Schritt 5:
Der letzte Schritt dieser exemplarischen Vorgehensweise fasst die wesentlichen Punkte zusammen, die Sie bei der Einführung von SaaS in Ihrem Unternehmen beachten sollten. Berücksichtigen Sie mehrere Schlüsselaspekte, von der Planung und Entwicklung bis zur Vermarktung und Pflege Ihrer Anwendung. Dazu gehören:
Identifizieren Sie klar Ihren Markt und Ihre Zielgruppe.
Legen Sie gewünschte Funktionen und Features fest.
Wählen Sie die richtige Technologie und erfahrene Plattformanbieter aus.
Berücksichtigen Sie Sicherheitsaspekte, Skalierbarkeit und Compliance.
Entwickeln Sie ein benutzerfreundliches UI/UX-Design.
Verfolgen Sie eine maßgeschneiderte SaaS-Entwicklung.
Implementieren Sie eine effektive Marketingstrategie.
Ein ganzheitliches Projektmanagement und die fortlaufende Wartung helfen dabei sicherzustellen, dass Sie Ihre Anwendungen kontinuierlich verbessern können; und dass Sie die Möglichkeit haben, sie bei ändernden Marktanforderungen flexibel anzupassen.