Security

Remote Firewall Management: Sicherheit flexibel steuern

Eine Firewall schützt Ihr Unternehmen rund um die Uhr gegen Cyberangriffe. Praktisch: Viele Systeme können Sie sogar aus der Ferne administrieren. Remote Firewall Management heißt die smarte Firewall-Fernsteuerung.

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste zu Remote Firewall Management in Kürze

  • Remote Firewall Management (RFM) beschreibt die Fernsteuerung zum Administrieren einer Firewall.
  • Viele größere Firewall-Lösungen bieten inzwischen ein RFM, meist als Weboberfläche bzw. Dashboard.
  • Auch den Windows Defender von Microsoft können Sie unter Windows 10 und 11 remote fernsteuern. Microsoft hat hierfür entsprechende Admin-Tools eingerichtet.
  • Eine Firewall mit RFM bietet neben mehr Komfort auch einen Sicherheitsgewinn, weil Sie Alarmmeldungen schneller sehen und Updates schneller umsetzen können.
  • Eine Firewall sollte in Firmen Bestandteil eines umfassenden Cyberschutzkonzeptes sein, das auch weitere Sicherheitswerkzeuge wie Antivirenprogramme und Endgeräteschutz vorsieht.

Was ist Remote Firewall Management?

Der Begriff „Remote Firewall Management“ (RFM) bedeutet auf Deutsch so viel wie „ferngesteuerte Firewall-Überwachung“. Er beschreibt, was Sie mit einem RFM machen können: Ein RFM ist Ihr Fernsteuerungswerkzeug für eine oder mehrere Firewalls, die Ihr Firmennetz schützen.
Firewalls gibt es in verschiedenen Bereitstellungsformaten:
  • Als eigenständige Hardware-Lösung im Serverraum oder Rechenzentrum
  • Als Software auf einem Server, der auch andere Aufgaben übernimmt, beispielsweise als Webserver
  • Als Teil eines zentralen Internet-Routers (üblich in sehr kleinen Büros)
  • Als virtuelle Lösung in der Firmen-Cloud
  • Als verteilte Lösung auf allen Endgeräten (nur als ergänzende Lösung zu weiteren Firewalls üblich)
In mittleren und größeren Unternehmen sind oft mehrere Firewalls im Einsatz, die unterschiedliche Aufgaben haben. Das kann beispielsweise eine Next Generation Firewall (NGFW) für den allgemeinen Internet-Verkehr sein – in Kombination mit einer Web Application Firewall (WAF), die ganz gezielt Web-Applikationen und Webseiten schützt.
Je nach Hersteller, Art der Firewall und gewähltem Bereitstellungsformat gibt es unterschiedliche Varianten des Remote Firewall Managements. Grundsätzlich geht die Entwicklung hin zu Lösungen mit Web-Oberflächen, die Sie über einen Internet-Browser aufrufen. Lösungen aus je einer Server- und Client-Version der Software sind inzwischen eher unüblich.
Mit einem Remote Firewall Management können Sie von jedem Ort mit Internet-Zugriff aus:
  • Richtlinien für die Malware-Erkennung einrichten, ändern oder löschen
  • Einzelne Ports oder Protokolle sperren oder freischalten
  • Neue Geräte in die Überwachung aufnehmen oder ausgemusterte Hardware herausnehmen
  • Die Firewall auf neue Netzbereiche oder Unter-Netzwerke erweitern
  • Arbeitsprotokolle der Firewall einsehen und auswerten
  • Updates und Patches einspielen
  • Neue Software oder Dienste integrieren, beispielsweise einen Virenscanner oder eine zusätzliche Web Application Firewall
  • Die Firewall selbst auf eine neue Plattform migrieren
  • Einer Cloud-Firewall mehr Ressourcen zuweisen oder nicht mehr benötigte Cloud-Ressourcen wieder freigeben.
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Vorteile der Technologie für Unternehmen

Für Unternehmen bietet ein RFM zahlreiche Vorteile. Die wichtigsten sind:
  • Sie können die Firewalls aller Ihrer Unternehmensstandorte gemeinsam von Ihrer Zentrale aus verwalten.
  • Sie können das Firewall-Management leichter an einen externen Dienstleister vergeben.
  • Je nach Anbieter können Sie Ihr RFM zusammen mit anderen Management-Aufgaben über ein gemeinsames Dashboard betreiben. So zu einen besseren Blick auf Ihr gesamtes Firmennetzwerk – und erkennen auch mögliche Probleme oder Ausfälle schneller.
  • Sie können in zeitkritischen Situationen, beispielsweise beim Aufkommen neuer Zero-Day-Exploits, Ihre Updates oder Patches schneller einspielen – ohne erst zum jeweiligen Standort reisen zu müssen.
  • Sie können bei Problemen oder Rückfragen zur Firewall schneller reagieren, ohne vor Ort sein zu müssen.
  • Sie können das Firewall-Management leichter mit anderen Aufgaben zusammenfassen oder Teile davon sogar an eine zentrale Unternehmens-KI abgeben.

Funktionsweise unter Windows

Windows-Nutzer:innen können den Windows Defender bzw. Microsoft Defender for Business, also die integrierte Firewall von Windows 10 und 11, grundsätzlich ferngesteuert managen. Diese Option wird vor allem in Unternehmensnetzwerken oft genutzt. Das gilt insbesondere dort, wo die eigene IT-Abteilung für die Datensicherheit und den Schutz aller Rechner vor Cybergefahren verantwortlich ist.
Hierfür verwenden Administrator:innen die Windows Management Instrumentation (WMI). Dabei handelt es sich um einen Bestandteil des Microsoft-Dienstepakets Web-Based Enterprise Management (WBEM). Es bietet zahlreiche Standardfunktionen für die Administration und Fernwartung von Windows-Computern in Netzwerken.
Administrator:innen greifen mithilfe von WMI über das Firmennetz auf die wichtigsten Systemeinstellungen der gemanagten Windows-Computers zu – dabei können sie Informationen und Einstellungen sowohl einsehen als auch anpassen. Viele Aufgaben lassen sich dabei über Skriptsprachen wie Windows PowerShell und VBScript automatisieren. Hierdurch können Sie gerade in Netzwerken mit vielen identisch aufgesetzten Arbeitscomputern erheblich Zeit sparen. Aber auch in heterogenen Arbeitsumgebungen kann die ferngewartete Windows-Defender-Installation zu mehr Effizienz führen.
Viele Unternehmen kombinieren den Windows Defender in Firmennetzen mit anderen zentralen Firewalls – klassischerweise Next Generation Firewalls, aber vielfach auch Web Application Firewalls.
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Unterschied zwischen Windows Defender und Microsoft Defender

Achtung: Der Windows Defender ist unter verschiedenen Namen bekannt und außerdem leicht mit dem Microsoft Defender zu verwechseln.
Der Windows Defender ist eine einfache, immer wieder weiterentwickelte Firewall- und Antiviren-Software von Microsoft. Der Hersteller stellte sie ab 2006 kostenlos zur Verfügung, sie war in den Betriebssystemen Windows 8, 10 und 11 vorinstalliert.
In Verbindung mit den Microsoft Security Essentials (MSE) wurde der Windows Defender zum vollständigen Schutzpaket. Inzwischen läuft der Windows Defender bei Microsoft aus und wird schrittweise durch seinen Nachfolger ersetzt, den neueren und leistungsfähigeren Microsoft Defender.
Der Microsoft Defender ist eine komplette Produktfamilie aus verschiedenen Sicherheitswerkzeugen, darunter:
  • Defender Antivirus als Basis-Schutzpaket für Windows-Computer gegen Malware, Spyware und Viren
  • Microsoft Defender App (privat) für persönliche Geräte wie PC, macOS-Geräte und Mobilgeräte
  • Microsoft Defender for Business mit Endpunktschutz für kleine und mittlere Unternehmen
  • Microsoft Defender for Cloud zum Schutz für Cloud-Umgebungen
Auch die früheren Microsoft Security Essentials sind weitgehend im heutigen Windows Defender aufgegangen.
Microsoft hat die Defender in der Vergangenheit immer wieder umbenannt. So finden Sie Anleitungen und Empfehlungen auch unter alternativen Bezeichnungen wie „Windows Sicherheit“, „Microsoft Defender Antivirus“ und „Windows AntiSpyware“.
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Sicherheit und Compliance beim Remote Firewall Management

Sicherheitsexpert:innen sind sich einig: Jedes Firmennetz sollte durch eine Firewall sowie durch begleitende Maßnahmen und Werkzeuge geschützt werden, darunter:
  • Antivirenprogramme zum Schutz vor Malware
  • Intrusion-Detection-Systeme/Intrusion-Prevention-Systeme (IDS/IPS) zur Erkennung und Abwehr von Eindringlingen
  • Patch- und Vulnerability-Management-Werkzeuge, die alle wichtigen Programme aktuell halten
  • Filterprogramme für E-Mail-Anhänge und andere Datenverkehre, die auch gezippte Malware erkennen
  • Endgeräteschutz auch für alle mobilen Geräte im Firmennetz
Einzelheiten dazu regelt üblicherweise das Cyberschutzkonzept der jeweiligen Firma. Falls Sie in Ihrem Unternehmen noch kein solches Konzept besitzen, gibt es externe Dienstleister, die Sie bei der Entwicklung unterstützen – oder ein Cybersicherheitskonzept individuell für Ihre Anforderungen entwickeln.
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Unser Fazit: So können Unternehmen Remote Firewall Management nutzen

Wie oben aufgezeigt geht die Entwicklung beim Cyberschutz hin zu Lösungen, die Sie aus der Distanz über Webinterfaces und Dashboards vollumfänglich administrieren können. Die Vorteile und insbesondere der Sicherheitsgewinn dadurch sind erheblich. Daher nutzen die meisten Unternehmen heute schon Firewalls mit entsprechenden Lösungen.
Denn: Eine Firewall mit Remote Firewall Management liefert Ihnen nicht nur mehr Bedienkomfort und Flexibilität, sondern auch zusätzlichen Schutz, etwa durch effizientere und schnellere Administration.

Remote Firewall Management: Häufig gestellte Fragen (FAQ)

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