Security

IPsec-VPN

Sichere Netzwerkverbindungen für Ihr Unternehmen

Der sichere Zugriff auf Firmendaten ist für moderne Unternehmen eine fundamentale Voraussetzung für einen reibungslosen Geschäftsbetrieb. Das gilt für den Datenaustausch zwischen festen Standorten ebenso wie für die Anbindung mobiler Arbeitsplätze. Wer hier an der Absicherung spart, gefährdet sein gesamtes Kerngeschäft. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie Ihre Datenströme mittels IPsec-VPN effektiv schützen.

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste zu IPsec-VPN in Kürze

  • Der Begriff „IPsec-VPN“ bezeichnet eine standardisierte Protokoll-Suite zur Verschlüsselung von Datenpaketen.
  • Die Verschlüsselung erfolgt auf der dritten Schicht des ISO/OSI-Modells (Vermittlungsschicht).
  • Die Technologie ermöglicht eine dauerhafte Standortvernetzung und den sicheren Fernzugriff auf das Firmennetzwerk.
  • Die zentralen technischen Säulen bilden die Protokolle Internet Key Exchange (IKE) und Encapsulating Security Payload (ESP).
  • Die Entscheidung für oder gegen IPsec-VPN fällt immer im Zusammenhang mit der Frage nach dem nötigen IT-Verwaltungsaufwand.
Ein junger Mann telefoniert und lächelt

Mobile VPN für sichere Kommunikation mit verschlüsselten Daten

Mit CorporateDataAccess 5.0 vernetzen und schützen Sie mobile Geräte wie Smartphone, Laptop oder Tablet. So stellen Sie auf geschützte Art Daten auf den Servern Ihres Unternehmens bereit.

  • Sicherer Übergang vom Vodafone-Netz in Ihr Firmennetz
  • Mobiles VPN mit allen Mobilgeräten über 3G, 4G oder 5G
  • Auch im Ausland nutzbar

IPsec-VPN: Definition und Funktionsweise

Der Begriff „IPsec-VPN“ steht ausgeschrieben für „Internet Protocol Security-Virtual Private Network“. Er umfasst zwei eigenständige Technologien:
  • Das Virtual Private Network sorgt für eine geschützte Verbindung zwischen zwei Endpunkten über das öffentliche Internet.
  • Der IPsec-Standard verschlüsselt den gesamten Datenverkehr über dieses VPN direkt auf der Vermittlungsschicht des Netzwerks.
IPsec-VPN sorgt – richtig umgesetzt und betrieben – für eine durchgehende Verschlüsselung des Datenverkehrs innerhalb eines Netzwerks. Das Ergebnis ist eine geschützte Kommunikation über öffentliche Netze.
Wesentliche Eigenschaften dieser Kombination aus zwei an sich eigenständigen Technologien sind:
  • Vertraulichkeit: Unbefugte Personen können die übertragenen Daten während des Transports nicht mitlesen.
  • Integrität: Die Daten bleiben auf dem Übertragungsweg unverändert.
  • Authentizität: Die Identität aller beteiligten Kommunikationspartner wird verifiziert.
Für IT-Entscheider:innen ist der zuverlässige Schutz der digitalen Infrastruktur eine geschäftskritische Kernaufgabe. Ein IPsec-VPN bietet hierzu eine weltweit standardisierte Lösung auf der Netzwerkebene (Ebene 3 im ISO/OSI-Schichtenmodell, siehe Schaubild). Da Anwendereingaben und Manipulationen weitgehend ausgeschlossen sind, entsteht ein besonderes Level an Sicherheit.
Grafische Darstellung der übereinander angeordneten sieben Schichten des ISO/OSI-Schichtenmodells mit der Anwendungsschicht als oberster bis hin zur Bitübertragungsschicht als unterster Ebene.
In der Netzwerktechnik hat sich das OSI-Schichtenmodell etabliert, um komplexe Vorgänge innerhalb des Netzes aufzugliedern.

So funktioniert ein IPsec-VPN-Tunnel: IKE, ESP und die Modi

Der Aufbau eines IPsec-VPN erfolgt in einer festgelegten Reihenfolge.
Phase 1: Am Anfang steht der Aufbau einer Sicherheitsbeziehung (Security Association). Dabei einigen sich die beteiligten Endpunkte auf die Sicherheitsaspekte.
Phase 2: Anschließend verständigen sich beide Parteien über die kryptografischen Schlüssel. Dieser Schlüsselaustausch erfolgt über das Protokoll Internet Key Exchange (IKE), idealerweise in der modernen Version IKEv2. Die technische Basis für diesen Austausch bildet das Internet Security Association and Key Management Protocol (ISAKMP). Es arbeitet eng mit dem Diffie-Hellman-Verfahren aus der asymmetrischen Verschlüsselung zusammen.
Phase 3: Nach dem Schlüsselaustausch beginnt die Vorbereitung für die Datenübertragung. Hierbei kommen zwei unterschiedliche Protokolle zum Einsatz. Der Authentication Header (AH) stellt die Authentizität und die Integrität der Datenpakete sicher. Er verschlüsselt die Nutzdaten nicht selbst. Für die tatsächliche Verschlüsselung ist das Protokoll Encapsulating Security Payload (ESP) verantwortlich.
Phase 4: Anschließend beginnt die eigentliche Datenübertragung über den verschlüsselten VPN-Tunnel.
IT-Verantwortliche unterscheiden außerdem zwischen zwei Betriebsmodi eines IPsec-VPN:
  • Der Transportmodus verschlüsselt lediglich die reinen Nutzdaten des ursprünglichen Pakets.
  • Der Tunnelmodus verschlüsselt das gesamte originale Datenpaket. Er verpackt es in ein neues Paket.

Vergleich von Tunnelmodus und Transportmodus bei IPsec

Verschlüsselung
Gesamtes Datenpaket inklusive ursprünglichem Header
Nur die reinen Nutzdaten (Payload)
Neuer IP-Header?
Ja, wird für die Weiterleitung zwischen den Gateways generiert
Nein, der originale Header bleibt sichtbar
Typischer Einsatz
Standortvernetzung zwischen zwei Routern (Site-to-Site)
Direkte Verbindung zwischen zwei Endgeräten (Host-to-Host)
Sicherheitsniveau
Sehr hoch, da interne Netzwerkstrukturen verborgen bleiben
Moderat, da Quell- und Zieladresse lesbar bleiben
Kriterium
Tunnelmodus
Transportmodus
Nahaufnahme Netzwerkanschlüsse

Standortvernetzung für Ihr Unternehmen

Holen Sie sich eine eigene Plattform für alle Sprach-, Daten- und UCC-Anwendungen. Mit unserer Lösung zur Standort-Vernetzung. Sie verbindet alle Standorte und Mitarbeiter Ihres Unternehmens.

  • Sicherheit für Ihre Daten
  • Effizientes Arbeiten und Kommunizieren
  • Flexible Access Technologien
  • Alles aus einer Hand und ein Partner für alle Fragen

IPsec-VPN im Unternehmen: Standortvernetzung und Remote-Zugriff

Unternehmen nutzen die IPsec-Technologie in der Praxis für verschiedene Szenarien.
Das wichtigste Einsatzgebiet ist die klassische Standortvernetzung (Site-to-Site oder LAN-to-LAN). Hierbei findet eine Kopplung der lokalen Netzwerke verschiedener Zweigstellen statt. Die einzelnen Standorte kommunizieren transparent und geschützt über das öffentliche Internet. Router bzw. Gateways verschlüsseln die Daten. Bei diesem Szenario brauchen die Geräte im Netzwerk keine separate VPN-Software.
Ein weiteres zentrales Anwendungsszenario ist der geschützte Remote-Zugriff (Host-to-Gateway). Diese Methode gewinnt durch mobiles Arbeiten besondere Bedeutung. Mitarbeiter:innen auf Dienstreise oder im Homeoffice bauen über einen IPsec-VPN von ihrem Endgerät einen sicheren, temporären Tunnel zum zentralen Netzwerkknoten des Unternehmens auf. Hierfür benötigen die Angestellten eine entsprechende VPN-Software auf ihren Geräten.
Weitere Informationen zur Absicherung von Homeoffice-Arbeitsplätzen bietet unser Artikel zur Sicherheit im Homeoffice.
Eine reine Server-zu-Server-Kopplung ist ebenfalls möglich, wird aber seltener genutzt und soll hier nicht näher thematisiert werden.
Möchten Sie die Cybersicherheit in Ihrem Unternehmen strategisch optimieren? In unserem umfassenden Whitepaper zum Thema Cyber Security erfahren Sie ausführlich, worauf es dabei ankommt:
Junger Mann studiert das Vodafone Cyber Security Whitepaper am Laptop

Whitepaper: Cyber Security

Cyberangriffe und kein Ende: Die potenziellen Schäden sind gewaltig und auch der Mittelstand ist zunehmend betroffen. Unser Cyber-Security-Whitepaper verrät, wie wirksamer Schutz vor Kriminellen gelingt:

  • Zahlen, Daten und Fakten zur Bedrohung durch Cyberattacken
  • Einblicke in Angriffsmethoden wie Malware, Ransomware & Co.
  • Maßnahmenplan, um Ihr Unternehmen effektiv zu schützen

IPsec-VPN vs. SSL-VPN, WireGuard und MPLS: Die richtige Wahl

Für die Absicherung Ihrer Netzwerkinfrastruktur stehen verschiedene Technologien zur Verfügung:
  • Ein IPsec-VPN arbeitet auf der Vermittlungsschicht (Schicht 3 des ISO/OSI-Modells, siehe oben). Es erfasst automatisch den gesamten Netzwerkverkehr eines Endgeräts.
  • Ein SSL-VPN (basierend auf SSL bzw. TLS) agiert auf der Anwendungsebene. Diese Technologie sichert gezielt einzelne Anwendungssitzungen über den Webbrowser ab.
  • WireGuard gilt als moderne Alternative zu IPsec. Es bietet in großen Unternehmensumgebungen jedoch weniger integrierte Werkzeuge für das zentrale Management.
  • MPLS (Multiprotocol Label Switching) ist kein virtuelles Netzwerk über das öffentliche Internet. Es beschreibt ein privates Netzdesign direkt vom Netzanbieter.
Ein IPsec-VPN hat vor allem einen Nachteil: Der administrative Aufwand bei der Konfiguration komplexer Netzwerke ist sehr hoch. In restriktiven Umgebungen kann es außerdem vereinzelt zu Kompatibilitätsproblemen mit Firewalls kommen. Hier kann eine Managed-Lösung wie ein MPLS-VPN eine Alternative sein.

Vergleich von Sicherheit und Verwaltungsaufwand typischer Netzwerktechnologien

IPsec-VPN
Schicht 3 (Netzwerk)
Standortvernetzung und ganzheitlicher Fernzugriff
Sehr hoch durch umfassende Krypto-Suiten
Hoch bei manueller Konfiguration
SSL/TLS-VPN
Schicht 6/7 (Anwendung)
Zugriff auf einzelne Webanwendungen via Browser
Gut für Einzelsitzungen
Gering, da meist ohne Client-Software
WireGuard
Schicht 3 (Netzwerk)
Schnelle Punkt-zu-Punkt-Verbindungen
Sehr hoch durch moderne Kryptografie
Gering aufgrund von schlankem Code
MPLS
Schicht 2/3 (Transport)
Private Standortvernetzung ohne Internet
Exzellent durch physische Isolation
Hoch, Verwaltung erfolgt durch den Provider
Technologie
ISO/OSI-Schicht
Primärer Einsatzbereich
Sicherheitsniveau
Verwaltungsaufwand

Unser Fazit: Eine IPsec-VPN-Umgebung ist sicher – aber nur als Managed-Lösung leicht zu betreiben

Die Auswahl der passenden Sicherheitsarchitektur ist entscheidend für den Schutz Ihrer digitalen Geschäftsprozesse. Mit einem durchdachten Konzept verbindet ein IPsec-VPN Ihre Standorte und mobilen Teams zuverlässig. Um den Verwaltungsaufwand für Ihre IT-Abteilung zu minimieren, empfehlen sich jedoch verwaltete Dienstleistungen (sogenannte Managed Services).
Vodafone bietet mit Corporate Data Access eine maßgeschneiderte Lösung für Ihr Unternehmen. Dieser Service ermöglicht einen verschlüsselten Zugriff auf Ihre zentralen Unternehmensanwendungen über einen sicheren IPsec-Tunnel. Nutzen Sie unsere Expertise für eine zukunftssichere Standortvernetzung.
Ein junger Mann telefoniert und lächelt

Mobile VPN für sichere Kommunikation mit verschlüsselten Daten

Mit CorporateDataAccess 5.0 vernetzen und schützen Sie mobile Geräte wie Smartphone, Laptop oder Tablet. So stellen Sie auf geschützte Art Daten auf den Servern Ihres Unternehmens bereit.

  • Sicherer Übergang vom Vodafone-Netz in Ihr Firmennetz
  • Mobiles VPN mit allen Mobilgeräten über 3G, 4G oder 5G
  • Auch im Ausland nutzbar

IPsec-VPN: Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Das könnte Sie auch interessieren:
Security

Business Continuity Plan

Ob Naturkatastrophen oder Cyberangriffe: Ein Business Continuity Plan (BCP) sichert Ihre Geschäftsprozesse im Ernstfall – und somit das Überleben Ihrer Firma. Was ein Business Continuity Plan ist, was seine Bestandteile sind und wie Sie ihn passend für Ihr Unternehmen erstellen, erfahren Sie hier.

Digitalisierungsberatung

Die Beraterinnen und Berater helfen Ihnen kostenlos und unabhängig bei praktischen Fragen und geben konkrete Tipps. Vereinbaren Sie einen unverbindlichen Termin um Ihr Anliegen zu besprechen.

Termin vereinbaren